Freitag, 21. Juni 2024
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Berlin wartet auf Godot

Berlin wartet auf Godot

Bunt und vermüllt, in jeder Hinsicht: Berlin (Symbolbild:Pixabay)

Alles dabei. Zwei Akte. Metaphysische Clowns. Surreale Gespräche. Um nichts. Exakt wie Becketts Groteske entzieht sich die hauptstädtische Inszenierung inzwischen jeder rationalen Bewertung. Erst lustige Senatswahlen in Lottoannahmestellen mit Späti-Lizenz, fehlenden Scheinen zum Ankreuzen, abgesperrten Zugangswegen und geschätzten Gewinnzahlen. Dann eine gerichtlich angeordnete Wiederholung, bei denen sämtliche, bereits verbeamtete linke Bezirksbürgermeister einfach vergessen werden. Dazu eine professionelle Begleitung durch Umfrageinstitute mit angeschlossenem Callcenter, die den Wahlschafen im Land mit bunten Grafiken und erhobenem Zeigefinger nachweisen, dass in der Kategorie “Zufriedenheit mit der politischen Arbeit” Frau Dr. fake. Giffey mit hohem Abstand vor ihren Konkurrenten führt, die willkommenste aller denkbaren Koalitionen nach wie vor Rot-Rot-Grün ist und die Kriminalität überall in Berlin tendenziell abnimmt.

Provinztheater, das so in Europa seinesgleichen sucht. 30 Jahre weltweit belachte Flughafenposse. Verwaltung, Schulen, Verkehr, Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit inzwischen mehr Hindukusch als Hauptstadt. Gemeinnützige arabische Zweckverbände, die in täglichen Beutezügen überall Gold, Juwelen und Bargeld abfassen, damit schon mal ihre zwangsversteigerten, zuvor jahrelang von der Stütze finanzierten Luxusvillen und Sportwagen wieder zurückzukaufen, und die sich nach eventuellen Verurteilungen zu mehrjährigen Haftstrafen feixend auf die Aufklärungsquote und den hauptstädtischen Platzmangel im Vollzug verlassen können. Eine geile Jahresendparty, die klarstellt, wem Straße und Gewaltmonopol hier inzwischen zustehen – mit Schwerverletzten, enormen Sachschäden, ausgebrannten Fahrzeugen und anschließendem Straferlass für die vielen namenlosen Feierwilligen. „Ach wie gut, dass niemand weiß, wie ich kleiner Pascha heiß!“ Über allem der Sound der energisch habenwollenden, kinderlosen Teilzeit-Berliner, die Wohnungen nicht bauen, sondern besetzen oder den Eigentümern wegnehmen, und die ihre Ausgaben im fiskalischen Schmelztiegel Berlin auf Kosten der übrigen Republik umfassend gedeckelt sehen wollen. Arm und sexy. Für 29 Euro zur Party und zurück.

Die Sonnenallee atmet auf

In den vielen Roten Rathäusern Berlins, im Panoptikum des Unvermögens nimmt man auch nach Jahrzehnten des schildaesken Dilettierens noch ein wild entschlossenes Weiterso dankbar entgegen. Eine amtliche Hochstaplerin, die ihren Regierungsauftrag messerscharf aus 105 Stimmen Vorsprung auf Platz Drei ableitet. Ätsch! Man muss nicht gewinnen, sondern Mehrheiten organisieren! Einhundertfünf? Mal überlegen… das sind in etwa so viele Schutzsuchende, wie sich in ihrem Wahlkreis aus Verzweiflung über die Klimaerwärmung täglich am Sprungturm herumprügeln. Das muss reichen. Dann ihre grüne Lebensabschnittskonkubine mit der Säge im Gepäck. Eine mit mehr Überbiss als Übersicht, deren erfolgreichste Projekte im Abwurf von öffentlichen Dreigeschlechterklos, der vom Gericht kassierten Umwidmung der wichtigsten hauptstädtischen Einkaufsstraße in einen Radlweg mit Strandkörben und der gescheiterten, streng geheimen Abschiebung ihres Ehemanns aufs RBB-Edelparkett von Patricia Schlesinger bestanden.

Dann ist da noch ein wachsbleicher, um Worte ringender Wahlsieger, der offensichtlich in den Wahlkampf auszog, das Fürchten vorm Regieren zu lernen, und dessen erste und wichtigste Amtshandlung darin bestand, seinen Konkurrentinnen zu versichern, dass konservative politische Mehrheiten selbstverständlich auch fürderhin nicht in die Berliner Tüte kommen. Spätestens da, hat er gelernt, muss eine “Line” gezogen werden. Görlitzer Modell eben. Die ganze Sonnenallee atmet auf. Wo kein Wille ist, ist auch Kai Wegner. Schließlich noch der ewige kulturkommunistische Steigbügelspezialist Lederer, der weiß, dass der ganze unsägliche Kapitalismus mit Unternehmern, Produktion, Gewinn und selbstverständlich auch unbelehrbare Stasiaufklärer auf den Müllhaufen der Geschichte und daher oben auf seine Agenda gehören. Last but not least – ein trauriger Liberaler, der still und leise aus dem Parlament gebeten wird, weil seine Chefs im Regierungsviertel lieber fürs Unterstützen der sozialistischen Planwirtschaft bezahlt werden, als sich an ihr Parteiprogramm zu erinnern. Nein, keinen Koffer in Berlin. Godot wird nicht mehr kommen. Auch nicht am nächsten Tag.

9 Responses

  1. wenn alle geistig normalen bürger das arbeiten einstellen geht die drecksbande in 4 wochen pleite…
    das , so denke ich, sollte man schon mal tun um die demokratie wieder herzustellen.. ohne pack und denkverweigerer…
    rotz rotz kotz kotz

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  2. Das einzig positive an dieser Wahl ist der Rausschmiss der FDP. Ein Parteivorsitzender mit Charakter würde spätestens jetzt – ich glaube, es ist die 5. Niederlage in Folge – zurücktreten, gell, Herr Lindner?

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  3. https://pleiteticker.de/schon-wieder-falsche-wahlzettel-in-berliner-wahllokal/

    „Schon wieder! Falsche Wahlzettel in Berliner Wahllokal
    am 13. Februar 2023„

    „Soll man jetzt lachen oder weinen? Bei der Wiederholungswahl am Sonntag ist es in Berlin schon wieder zu einer Panne gekommen. Landeswahlleiter Stephan Bröchler spricht von einem „sehr ärgerlichen Fehler“.“

    „Nach dem vorläufigen Gesamtergebnis liegen SPD und Grüne jeweils bei 18,4 Prozent der Stimmen. Die SPD führt mit einem hauchdünnen Vorsprung von 105 Stimmen – angesichts der Kopf-an-Kopf-Situation wird jetzt eine Neuauszählung geprüft. „Wir werden uns die Zahlen nochmal genau angucken und das mit unseren Juristen besprechen“, so Bröchler.“

    Nicht mehr die USA ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
    Auch Deutschland mit Berlin scheint von dort abgekupfert zu haben.

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    1. Man sieht einfach überall und immer, dass die Politdarsteller jetzt ihre Masken fallen lassen und ihre wahre Agenda ausleben. Mittlerweile ist es denen sogar egal, wenn man es bemerkt. Soweit sind wir schon gekommen mit unserer treudoofen “Abwarten”-Mentalität, unserem Kuschen und an die Gesetze halten, die für Amtsträger anscheinend nicht mehr gelten. Das Grundgesetz wird mit Füssen getreten, das Recht gebeugt, Entscheidungen, die unliebsam waren, rückgängig gemacht. Alleine diese eine Sache mit der Rückgängigmachung hätte uns alle aufrütteln müssen, denn das war eine dermaßen grobe Mißhandlung des GG, dass danach nichts Gutes mehr zu erwarten war!

  4. Im Vergleich zu den linksverdrehten Berlinern waren die Buerger von Schilda Intelligenzbolzen.
    Diese haben versucht mit Koerben Licht in ein Haus, dass sie ohne Fenster gebaut hatten zu tragen, es ging ihnnen zumindest ein Licht auf, was sie falsch gemacht und wass sie vermasselt haben.
    Den meisten Berlinern ist offensichtlich noch nicht mal aufgefallen, dass kein Licht im Haus , bzw. der dieses ausgegangen ist und reintagen, siehe Wahl , wollten sie auch nicht versuchen.
    Zu den Berlinern und ihren Wahlen: “Der Inbegriff von Irrsin, ist es immer wieder dass selbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.” Albert Einstein

  5. Applause, lieber Herr Burggraf! Was diesen wunderbaren Artikel noch richtig rund gemacht hätte, wäre die Wahrnehmung des infernalischen Gestanks, der Berlinabad und seine Insass*_endinnen vielerorts umwabert- eine Fahrt mit der U-Bahn bietet oft olfaktorische Erlebnisse der atemberaubenden Art. Aber soweit ist die Technik ja noch nicht fortgeschritten, das ist gut so. Es passte allerdings zu dem, was die Berlinenden zusehens nur noch kümmert: Ihr Südpol und die darum angeordneten Ausscheidungsorgane, die auch zum Lieblingsthema erlauchter Kreise geworden sind. Guggst du:
    https://www.tichyseinblick.de/meinungen/eine-grand-tour-durch-das-neue-berlin/