Dienstag, 16. April 2024
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Das rätselhafte deutsche Wesen

Das rätselhafte deutsche Wesen

Thomas Mann (hier als Statue in Gmund am Tegernsee verewigt): Betrachtungen als Blaupause heutiger Verwerfungen (Foto:Pixabay)

Meine „Sommerpause“ habe ich dazu genutzt, einen mir bislang unbekannten Klassiker des Konservatismus zu studieren, nämlich Thomas Manns während des Ersten Weltkrieges geschriebene „Betrachtungen eines Unpolitischen“. Dieses Mammutwerk von knapp 600 Seiten ist zu umfangreich und vielschichtig, um es hier einer vollständigen Würdigung zu unterziehen. Deshalb greife ich nur einen Punkt heraus, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Es ist in dem Buch viel von einem „deutschen Wesen“, anders gesagt: von einem spezifisch deutschen Volkscharakter, die Rede. Dieser Begriff erscheint heute als aus der Zeit gefallen, ja angesichts der höchstrichterlich verkündeten Abschaffung des ethno-kulturellen Volksbegriffes sogar als staatsfeindlich.

Trotzdem muss es sich zur Zeit von Thomas Manns Niederschrift der „Betrachtungen“ um einen allgemein gebrauchten und verstandenen Terminus gehandelt haben, der ohne Zweifel ein reales Gegenstück besaß – zumindest in der von den damaligen Deutschen empfundenen Realität. Dies führt mich zu der begründeten Vermutung, dass etwas Ähnliches auch heute noch existieren muss; denn die Deutschen sind ja allen demographischen Verschiebungen zum Trotz keineswegs ausgestorben. Diesem rätselhaften deutschen Wesen in unserer Gegenwart will ich in diesem Artikel nachspüren.

Manns Betrachtungen des deutschen Nationalcharakters

Thomas Manns Werk ist natürlich von der unmittelbaren Gegenwart des Ersten Weltkrieges geprägt, in dem er nachdrücklich eine patriotische, deutschnationale Position bezieht. Daraus folgt, dass sich in den „Betrachtungen“ der deutsche Nationalcharakter vornehmlich als Negation seines französischen Pendants oder allgemein des Romanischen („Welschen“) ergibt. Dem kann ich als bekennender Frankophiler nicht zustimmen. Das auch in unserer Gegenwart fortbestehende Gefühl einer wechselseitigen Fremdheit zwischen Deutschen und Franzosen weicht sehr schnell einem Bewusstsein überraschender Ähnlichkeiten, wenn man als Frankreich-Reisender die Sprache seiner Gastgeber gebraucht und aufgrund dieser Sprachkenntnisse auch dazu in der Lage ist, französische Bücher und Zeitungsartikel zu lesen.

Dass sich aus diesen Ähnlichkeiten nur zweimal in mehr als 1000 Jahren ein enges politisches Zusammenwirken ergeben hat – um das Jahr 800 herum zur Zeit Karls des Großen, und dann Anfang der1960er Jahre unter Charles de Gaulle und Konrad Adenauer – ließe sich vielleicht als die größte historische Tragödie Europas bezeichnen. Der zweite der genannten Momente ist leider in unserer Gegenwart ähnlich schnell in neuer Zwietracht versandet wie der erste: Im Grunde genommen geschah dies schon kurz nach dem Elysée-Vertrag von 1963, als die Bundesrepublik auf Druck der USA hin die deutsch-französischen Beziehungen hinter ihren transatlantischen Bindungen zurückstellen musste.

Sühne für eine imaginäre Schuld

Das rätselhafte deutsche Wesen muss in unserer Gegenwart also an einer anderen Stelle gesucht werden als in einem vorgeblichen deutsch-französischen Gegensatz. Ein erster Hinweis auf seinen Aufenthaltsort ergibt sich aus dem Umstand, dass der Begriff in unserem medialen Mainstream zwar in hohem Maße politisch unkorrekt ist, aber dort dennoch zwei Zerrbilder von ihm höchst lebendig sind. Der neurotische Umgang mit unserer jüngeren Geschichte entspringt zu einem großen Teil der im Ausland längst verblichenen Vorstellung, dass in eben diesem deutschen Wesen die Hauptursache der NS-Schreckensherrschaft läge, weshalb sich die heutige deutsche Abstammungsnation beständig selbst nazifizieren und des “Rassismus” bezichtigen müsse.

Allein die Tatsache, dass heute 3,1 Millionen „Schutzsuchende“ in Deutschland in gesicherten Lebensumständen existieren und man „Hassverbrechen“ gegen diese Menschen gleichsam mit der Lupe suchen muss, führt diese Vorstellung eigentlich schon ad absurdum. Das vom Mainstream propagierte Mittel zur Sühne für diese imaginäre Schuld hat aber wiederum mit dem deutschen Wesen zu tun. „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, erklärte 1907 Kaiser Wilhelm II. in Anlehnung an ein 1861 erschienenes Gedicht von Emanuel Geibel. Dieser Anspruch ist offenbar zum Motto unserer heutigen Bundesregierung geworden, die zum einen versucht, das Elend Afrikas und Vorderasiens durch einen Anspruch aller dort lebenden Menschen auf Einwanderung nach Deutschland zu bekämpfen, und zum anderen das Weltklima durch einen deutschen Alleingang in der Energiepolitik zu „retten“.

Toxische Mischung von Minderwertigkeitskomplexen und Größenwahn?

Mit dem hier gesuchten deutschen Wesen hat dies alles wenig zu tun; es sei denn, dieses Wesen bestünde in einer toxischen Mischung von Minderwertigkeitskomplexen und Größenwahn. Dies wäre jedoch nicht emblematisch deutsch, sondern schlicht und einfach krank. Trotzdem besteht sehr wohl eine Beziehung zwischen der gegenwärtigen deutschen Politik und dem in Thomas Manns „Betrachtungen“ beschriebenen deutschen Wesen. Eine zentrale Aussage Manns ist nämlich, dass die Deutschen ihrem Wesen nach unpolitisch seien und deshalb die liberale, „westliche“ Demokratie Frankreichs, Großbritanniens und der USA keine für Deutschland geeignete Regierungsform darstellen könne. Diese These in unserer Gegenwart zu vertreten, muss angesichts der allgegenwärtigen staatlichen Rhetorik gegen vorgebliche „Demokratiefeinde“ natürlich zu Vorwürfen von Verfassungsfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus führen. Ich werde sie hier trotzdem einer eingehenden Betrachtung würdigen.

Thomas Mann argumentiert, dass die Deutschen in ihrer Mehrzahl den politischen Streit verabscheuen und die Politik lieber einer kleinen Elite überlassen wollen, die vor allem durch ihre Bildung zur politischen Gestaltung befähigt ist. Statt mit Politik befassen sich, Mann zufolge, die Deutschen – zumindest die Intellektuellen unter ihnen – lieber mit Religion, Philosophie, Wissenschaft und Kunst, worin die eigentlichen Stärken der deutschen „Kulturnation“ liegen. Warum die deutschen Leistungen auf diesen Gebieten in den letzten 100 Jahren offensichtlich drastisch nachgelassen haben, soll hier nicht erörtert werden. Was aber an Thomas Manns These geradezu beängstigend aktuell wirkt, ist der übermächtige Wunsch der Deutschen nach einer Delegierung des Politischen an „Experten“, die – gestützt auf akademisches Wissen – das alternativlos Richtige erkennen und vertreten können.

“Umstritten” ist zum Synonym für “indiskutabel” geworden

Ein solches Politikverständnis setzte sich in den Regierungsjahren Angela Merkels langsam aber stetig als Paradigma durch und erreichte dann – erst in der Corona-Krise und heute beim Thema „Klima“ – je nach Wahrnehmung ungeahnte Höhen oder Tiefen. Dieses Paradigma steht aber in einem diametralen Gegensatz zu allen theoretischen Konzepten der liberalen Demokratie, wie sie etwa der Philosoph Karl Popper (1902-1994) in seinem Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ dargelegt hat. In dieser Denkweise gibt es nichts von vornherein Richtiges und erst recht keine unanfechtbaren Wahrheiten. Man kann sich der Wahrheit nur durch einen offenen, pluralistischen Meinungs- und Ideenwettbewerb annähern, bei dem sich am Ende durch Mehrheitsentscheidung zwar nicht mit Sicherheit, aber doch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die bestmögliche Lösung durchsetzen wird.

Wichtig ist für Popper auch der Grundsatz einer Begrenztheit von politischer Entscheidungsmacht. Schlechte Regierungen müssen abgewählt und sich in der Praxis als falsch erweisende Schritte wieder zurückgenommen werden können. Die heutige deutsche Politik ist vom genauen Gegenteil dieser Ideen bestimmt: „Umstritten“ ist zum Synonym für „indiskutabel“ geworden. An die Stelle des Meinungs- und Ideenwettstreits ist die Forderung nach einem dogmatischen Glauben an „die Wissenschaft“ getreten, die es übrigens – zumindest im westlich-aufklärerischen Denken – in dieser Form gar nicht geben kann, weil sie selbst auf beständiger Skepsis und Zweifel gegenüber ihren eigenen Erkenntnissen beruht. Statt kleiner, korrigierbarer Schritte strebt die heutige Politik gewaltige Transformationen an, deren Ziel nicht geringer sein darf als die „Rettung“ des Planeten Erde vor Bedrohungen, die ironischerweise vielfach selbst das Ergebnis politischen Größenwahns sind.

Abschied von der Demokratie als Erlösung?

In unserem Zusammenhang ist es höchst interessant, dass das deutsche Volk – laut Grundgesetz immer noch der Ursprung aller legitimen Staatsgewalt – diesem Paradigmenwechsel von oben kaum widersprochen hat und dies – allen deutlich hörbaren Unmutsäußerungen zum Trotze – auch heute noch nicht machtvoll tut. Der putschartige Beginn der Corona-Krise im März 2020 erzeugte eine verbreitete Stimmung, die Anklänge an den nationalen Rausch beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 aufwies. Damals hieß es: „Wir kennen keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Deutsche“. 106 Jahre später wandelte sich der zweite Teil dieses Satzes in „Wir kennen nur noch Viren, Klima, Migranten und den Kampf gegen rechts“. In beiden Fällen wirkte der Abschied von der Demokratie offenbar für die meisten Zeitgenossen wie eine Erlösung.

Im August 2020 demonstrierten in Berlin hunderttausende Menschen friedlich für eine Erneuerung der Demokratie des Grundgesetzes. Dies war eine einzigartige Chance für einen Neuanfang, der das Volk wieder mit seinem bundesdeutschen Staat versöhnt hätte. Die Staatsmacht reagierte mit Diffamierung und Desinteresse, und den „Querdenkern“ fehlte ein wirklich revolutionärer Impuls, weil sie weiterhin an die Mechanismen der offenen Gesellschaft glaubten. Der demokratische Traum des Sommers 2020 versandete ergebnislos, weil anscheinend weder die Staatsmacht noch die Mehrheit des deutschen Volkes wirklich an Demokratie interessiert waren. Thomas Manns „Betrachtungen“ hatten sich als Blaupause einer Entwicklung erwiesen, die mehr als ein Jahrhundert nach der Erstveröffentlichung des Buches eintrat.

Fortbestand der Demokratie in einer libertären Gesellschaft

Es ist fast ausschließlich dieser bitteren Erfahrung zu verdanken, dass ich – nachdem ich mich jahrzehntelang als einen bundesdeutschen „Verfassungspatrioten“ im Sinne des Philosophen Jürgen Habermas gesehen hatte – an der liberalen Demokratie als einer für das 21. Jahrhundert adäquate Staatsform zu zweifeln begann und mich dem Nachdenken über alternative Staatsformen widmete. Anderen mag es ähnlich gegangen sein, und dies sollte man bedenken, wenn man Systemkritiker heute allzu leicht mit dem Vorwurf der „Demokratiefeindlichkeit“ belegt. Im Übrigen existiert für das beschriebene Phänomen der Entdemokratisierung schon seit langem eine weithin akzeptierte akademische Erklärung, die leider auch unter politisch interessierten Zeitgenossen wenig bekannt ist: Nämlich das sogenannte “Globalisierungsparadox” des Harvard-Ökonomen Dani Rodrik. Rodrik zufolge muss man unter den Bedingungen der ökonomischen Globalisierung zwischen der Demokratie und der Staatsordnung des Nationalstaates wählen.

Die Demokratie könnte also – solange die Globalisierung selbst nicht infrage gestellt wird – im 21. Jahrhundert nur in einer libertären Gesellschaft fortbestehen, in welcher sich der Staat und seine Institutionen weitgehend auflösen. Da dies als kaum praktikabel erscheint, wird eine autoritäre Staatsordnung praktisch zur Notwendigkeit. Die Volksrepublik China wird so zum Vorbild für einen funktionierenden Staat inmitten der Globalisierung, weil sie Rodriks Paradox von Anfang an mit einer radikalen Absage an die Demokratie zugunsten der Staatsordnung beantwortet hat. In den westlichen Staaten herrschen noch Mischformen zwischen beiden Extremen, die sich aber unaufhaltsam dem chinesischen Modell annähern.

Völker dürfen nicht fremden, sondern müssen eigenen Vorstellungen folgen

Nun sind wir Deutschen aber keine Chinesen und können auch unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts kaum zu solchen werden. Wir können aber aus den geradezu sensationellen Erfolgen der 1978 von Deng Xiaoping eingeleiteten chinesischen Reformpolitik lernen, dass eine gesunde staatliche Entwicklung nur im Einklang mit den eigenen kulturellen Traditionen, eben mit dem „Volkscharakter“, möglich ist. Diese Erkenntnis bestimmte nach dem Jahr 2000 auch eine zunächst sehr erfolgreiche russische Politik. Leider droht heute Wladimir Putin mit dem Ukraine-Krieg seine eigenen großen Leistungen der Vorkriegszeit zu zerstören. In China wie in Russland war der Volkscharakter offenbar dazu in der Lage, die unvorstellbaren Kommunismus-Katastrophen zu überleben, die seiner Renaissance vorausgingen. Auch die mit Chomeinis triumphaler Rückkehr nach Teheran im Februar 1979 eingeleitete islamische Weltrevolution gehört in die Reihe dieser eigenkulturellen Erneuerungen, obwohl sie mit einer radikalen Absage an die westliche Moderne verbunden ist. Indien besinnt sich seit einigen Jahren wieder auf seine eigene Tradition und erlebt damit einen großen Aufschwung.

Und selbst im subsaharischen Afrika dämmert heute die Erkenntnis, dass es den dortigen Völkern sehr viel besser gehen könnte, wenn sie der Entwicklung ihrer Staaten nicht fremde, sondern eigene Vorstellungen zugrunde legen würden. Diese ganze „identitäre Weltrevolution“ ist meiner Meinung nach der beherrschende weltpolitische Trend der letzten Jahrzehnte und unserer Gegenwart. Damit kommen wir aber wieder zur Frage nach dem rätselhaften deutschen Wesen zurück. Wenn es in der Zukunft eine Alternative zur Demokratie des Grundgesetzes geben soll, die zu einer Überwindung der gegenwärtigen Dauerkrise führen kann, dann muss eine solche neue Staatsform die unverzichtbare Forderung erfüllen, dass sie dem Wesen des deutschen Volkes entspricht.

Keine Patentlösung

Patentrezepte habe ich dafür nicht anzubieten, aber dieses Problem könnte durchaus eine Lösung finden, wenn es erst einmal in seiner ganzen Schärfe gesehen wird und Diskussionen darüber nicht mehr automatisch als staatsfeindlich unterdrückt werden. Das sind sie übrigens allein schon deshalb nicht, weil sich ihr Ziel ja auf die Erhaltung des deutschen Staates anstatt auf seinen – von der gegenwärtigen Politik unbewusst oder sogar absichtlich geförderten – Zerfall richtet. Sehr wahrscheinlich müsste vor einer solchen Diskussion noch etwas anderes stattfinden: Das deutsche Volk müsste sich seiner Rolle als politische Einheit nach langer Abstinenz wieder selbst bewusst werden. In Thomas Manns Ausdrucksweise heißt dies, dass die „Volkheit“ in den Individuen zum Ausdruck kommen muss.

Dies ist nicht der historische Normalzustand und sollte es auch nicht sein. Es gab aber in der deutschen Geschichte solche Momente, und sie traten zumeist unerwartet auf: Die Befreiungskriege von 1813, die unvollendete Revolution von 1848, der 17. Juni 1953 und der Umbruch von 1989/90 in der DDR. Die nationale Aufwallung von 1914, die Thomas Mann verständlicherweise stark bewegte, gehört nur bedingt in diese Reihe, die „Machtergreifung“ von 1933 hingegen überhaupt nicht. Im NS-Staat vereinigten sich Zerrbilder von Monarchie und Demokratie, also Tyrannei und Pöbelherrschaft, zu einer maximal giftigen Synthese, die uns Heutigen nur als abschreckendes Beispiel, aber nicht als Vorbild dienen kann.

Rückgriff auf andere Konzepte

Damit scheint es aber klar zu sein, dass autoritäre Phantasien, wie sie zurzeit leider auf der rechten Seite der Systemopposition in beängstigender Weise zunehmen, keine Lösung darstellen. Der Geschichtsphilosoph Oswald Spengler (1880-1936) prophezeite zwar für das 21. Jahrhundert eine moderne „Cäsarenherrschaft“. Neurechte, die sich positiv auf Spengler beziehen, übersehen dabei allerdings meistens, dass der Autor von „Der Untergang des Abendlandes“ diesen Cäsarismus keineswegs als Fortschritt, sondern als Verfallserscheinung ansah. Ein ähnlich falscher Ansatz ist aber auch die derzeit gefährlich zunehmende Verwandlung der formal noch demokratischen Institutionen in einen autoritären „Linksstaat“. Diese Versuche knüpfen in gewisser Weise an den preußischen Obrigkeitsstaat und damit an eine typische Ausprägung des deutschen Wesens an, übersehen dabei aber ein entscheidendes Element des preußischen Staatsverständnisses: Autoritäre Herrschaft war in diesem Denken nur so lange legitim, wie sie sich an ihr eigenes Recht hielt.

Der Rechtsbruch rechtfertigte in Preußen hingegen Protest und sogar Rebellion. An dieser Stelle liegt eine große Achillesferse des heutigen repressiven Staates, dessen Machtanspruch nicht langfristig durchhaltbar sein kann, solange das Grundgesetz weiterhin gültig bleibt. Die beiden scheinbar nächstliegenden Lösungen, Rechts- oder Linksautoritarismus, scheiden also aus. Es muss deshalb meiner Meinung nach auf andere Konzepte zurückgegriffen werden, die zur Zeit von Thomas Manns „Betrachtungen“ noch existierten: Monarchie und Aristokratie. Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen sind dies aus meiner Sicht – und übrigens auch aus der Perspektive altgriechischer Philosophen wie Platon und Aristoteles – keine an sich negativen Staatsformen. Sie bergen zwar die Gefahr des Despotismus in sich, aber sie sind nicht mit ihm gleichzusetzen. Ein Monarch oder Fürst ist nämlich gleichsam die Personifizierung seines Staatswesens, das aus seiner Sicht ein Vermögen darstellt, das es zu erhalten und zu mehren gilt. Damit besitzt er ein starkes Eigeninteresse am Wohl seines Volkes.

Manko der Demokratie: Die Zukunft im Interesse der Gegenwart zu opfern

Demokratie unterliegt hingegen immer einer starken Versuchung, die Zukunft im Interesse der Gegenwart zu opfern. Es ist aber trotz aller dahingehenden Träumereien realistisch betrachtet keine Rückkehr zu den Verhältnissen der Zeit vor 1918 möglich, weil die Legitimität von Monarchie und Aristokratie fast ausschließlich auf einem unbestrittenen Glauben an ihre Tradition beruht, und es kaum als machbar erscheint, diesen Glauben in der Gegenwart zu erneuern.

Die gangbare Alternative wäre die Herrschaft eines wirklichen „Bildungsadels“. Dieser müsste in reinen Personenwahlen ohne Bindung an Parteien und materielle Interessen bestimmt werden, und vor allem müssten innerhalb dieser Elite wirklich ergebnisoffene und –orientierte Diskussionen stattfinden, an denen selbstverständlich die politische Öffentlichkeit uneingeschränkt teilhaben darf, sofern sie das selbst will. Eine solche Staatsform wäre sehr wahrscheinlich eine dem deutschen Wesen angemessene Staatsform für das 21. Jahrhundert. Die Voraussetzungen dafür, eine Rückkehr zu wirklicher Bildung und einem aus ihr entspringenden nationalen Selbstbewusstsein, erscheinen allerdings als schwer erfüllbar. Erinnern wir uns aber noch einmal daran, dass nationale Aufbrüche im positiven Sinne oftmals in Situationen auftraten, in denen man sie nicht erwarten konnte. Die Berliner Mauer erschien noch im Jahre 1988 als ein Bauwerk für die Ewigkeit. Auch zeigt die Weltgeschichte, etwa an den Beispielen Chinas, Russlands, Indiens und Polens, dass der Volkscharakter auf eigenartige Weise lange Perioden seiner brutalen Unterdrückung und sogar von Fremdherrschaft überleben kann. Vielleicht stehen wir in der Verfinsterung unserer Tage vor einer nationalen Wiedergeburt, ohne es zu ahnen. Das deutsche Wesen ist rätselhaft, aber es könnte lebendiger sein, als es den Anschein hat.

15 Antworten

  1. Was soll daran “rätselhaft” sein? Die Masse sind Arschkriecher, Untertanen, die einfach willen und hirnlos der “Autorität” hinterherlaufen. Als Mündiger Bürger völlig ungeeignet, dafür als Täter für jede Schandtat zu gebrauchen. Verschlimmert durch Gehirnwäsche der Lügenmedien, was aber NICHT die Ursache ist. (Das gilt außerdem für alle Völker, wie “Corona” ja nur wieder gezeigt hat. Wer mit “ÄHHHH 2. Weltkrieg” ankommt, hat nichts verstanden, dafür aber ein gewaltiges Wissensdefizit.)

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  2. Herr Woitas. Warum lassen Sie den Elefanten im Raum außer Acht? Also bei Ihrem Schlußwort?

    Es kann nur einen “nationalen Aufbruch” geben, wenn es auch eine Nation gibt. Eine Nation erfordert ein Volk. Die BRD hat eine “Bevölkerung”, bei welcher die ethnischen Deutschen ständig weniger werden und vergreisen. Altersdurchschnitt 55 (oder so ähnlich). Einen “nationalen Aufbruch” mit Afghanen, Syrern, Türken, ganz Afrika, …, die in unbegrenzter Menge reinströmen und sich hier prächtig vermehren, im Gegensatz zu den Deutschen, wird es nicht geben.

    Sie können diese Leute auch nicht bilden, jedenfalls nicht für einen, ähhhh “Vorschlag” der “Bildungselite”. Mittlerer Landes-IQ 60 bis 80. Jener ethnischer Deutscher 107. Dazu Bildungsfeindliche “Religion” des ewigen Friedens und die kültürelle Prägung zur absoluten Verachtung von Bildung / allem Deutschen.

    Dieses “winzige” (20 Mio) Problem gab es früher nicht. “Aufbruch” erfordert die Jugend. Nur die Jugend macht Revolution, sofern sie mehr zu gewinnen, als zu verlieren hat. Ohne Jugend entfällt dieser Punkt, siehe “Söhne und Weltmacht” (2003 oder 2002, so in dem Dreh jedenfalls).

    Sie erträumen sich hier also etwas, dem jede Grundlage fehlt. Von der Praxistauglichkeit des Vorschlags fange ich da noch gar nicht an. Und muß es auch nicht, weil gegenstandslos.

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  3. Ich schaue nicht nur Barneby in der 180. Wiederholung, sondern habe sogar ein Buch von Thomas Mann gelesen aus 1918: “Der Herr und sein Hund”. Das was er da schildert und nebenbei wie er lebte, das finde ich zum Teil gut, zumindest war ihm sein Hund Bauschan wichtig aber er betrachtete seine Spaziergänge mit ihm auch als Ausrede, nicht zu Hause sein zu müssen, wo offenbar viel Betrieb stattfand von allen möglichen Leuten. Er lebte also schon 1918 nicht das Leben eines normalen Deutschen und er emigrierte später zunächst in die Schweiz und dann in die USA, was dem normalen Durchschnittsdeutschen auch nicht vergönnt war.
    Er sollte also bezüglich dem “deutschen Wesen” die Klappe gehalten haben.

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  4. Das deutsche Volk ist nur oberhalb selbsterklärter Eliten seltsam. Die wollen nur ihre Nazivorfahren reinwaschen. Die Anderen sind schon ganz in Ordnung, Davon kann ich mich jeden Montag überzeugen.

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  5. Lieber Herr Woitas,

    ,Demokratie’ – welche ,Demokratie? im ,Wertewesten’ gibt’s keine Demokratie allerhöchstens die Simulation einer Demokratie, um den Wahlschafen Sand in die Augen zu streuen. Also so etwas wie einen ,Demokratie Dummy’!
    Und das ach so demokratische Germoney darf noch nicht einmal seinen Frühstücksaugust wählen. Und der ,demokratisch’ gewählte Bunzelkanzler hat als gehorsamer Fiffi der Stimme seines Herrn in Washington (als Hauptsiegermacht des WK 2) zu folgen (Oder der Wall Street oder je nach Sichtweise auch der City of London). Siehe hierzu auch ,die Kanzler Akte’. Und nein, das ist keine ,Verschwörungstheorie, der ,Treue Eckhardt’ des Bunzelkanzlers Willy Brandt, Egon Bahr, hat seinerzeit die Echtheit dieser Akte in der “Zeit” bestätigt.

    Die Einzigen im ,Wertewesten’, die so etwas wie ,Demokratie’ besitzen sind die Schweizer Bürger. Was kein Wunder ist, denn die hatten ihren Wilhelm Tell.

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  6. Vor und nach: ““Umstritten” ist zum Synonym für “indiskutabel”

    Meine Güte, wie oft hab all den ach so schlauen Leuten kommentiert, daß sie einer Wahnidee anhängen, die von der alternativlosen Demokratie. Die weigern sich alle zu beachten, daß die überwältigende Masse der Leute nicht die Anforderungen der Demokratietheorie erfüllt. Damit funktioniert dieses System aber nicht und wird immer scheitern (wie man im gesamten Westen beobachten kann, denn es ist nicht auf die BRD beschränkt).

    Wobei ich mir das nicht alles selber zusammenreimen mußte, da gab es genug Quellen und Anregungen. Z.B: “Schluß mit Demokratie und Pöbelherrschaft – Über die Illusion der Mitbestimmung” Andreas Tögel, 2015 (eventuell als Autor bei “Eigentümlich Frei” aus dem Netz bekannt).

    “Die Demokratie hat sich von einer zweckmäßigen und rechtstaatlichen Gesellschaftsform zu einer modernen Religion entwickelt.
    Wer sie in Frage stellt oder gar für die Verwerfungen der letzten Jahrzehnte in den Fokus rückt, wird überaus schief angesehen, mögliche Diskussionen sind weitestgehend tabu. Nahezu niemand macht die Demokratie für unsere Schwierigkeiten der letzten Jahre verantwortlich, ganz im Gegenteil – wenn, dann ist nur die aus den Fugen geratene „Freiheit“ der Auslöser und Brandstifter der Auswüchse.”

    Das ist die eingebaute Denkverweigerung. Die unheilige Kuh. Das rütteln am Fundament aus Treibsand, welches Welten und Weltbilder zum Einsturz bringt, wenn man es macht. Echte Anführer müssen dazu fähig sein. In der Demokratie ist (angeblich) jeder Anführer (Souverän des Landes). Die Folgen der Unfähigkeit dies zu machen, darf man 24/7 in Farbe und Bunt besichtigen, sofern man die Augen öffnen und das Gesehene erkennen kann. Es funktioniert einfach nicht.

    “und sich in der Praxis als falsch erweisende Schritte wieder zurückgenommen werden können. ”

    2000 – Staatsbürgerschaftsrecht wird umgeschrieben, die Masseneinbürgerung der Türken, der “Gastarbeiter”, deren “geduldeter” Kinder, der “Asylanten” aus damals schon 30 Jahren. Die CDU wettert dagegen, 2002 kommt Merkel mit “Multikulti ist gescheitert” an. 2005 kommt Merkel an die Macht und es ändert sich nichts.

    1961 – Die Türken werden der BRD von den USA aufgezwungen, Spätestens mit dem Ölpreisschock 1973 hat sich das Thema “Gastarbeiter” erledigt, sie bleiben trotzdem und werden immer mehr.

    2 exemplarische Beispiele für “falsche Schritte” (es wurde umfassend und sachlich richtig davor gewarnt es zu machen, vorher, aus den Ministerien) und keine Regierung, egal welche, beschreitet den Weg zurück. Nein, man stürmt immer tiefer in den Fehler, maximiert den Schaden, weil man nicht der sein will, der den betrogenen und ausgeplünderten Wählern die Wahrheit sagt, daß man so richtig verkackt hat. Ergo, System funktioniert nicht.

    Auch hier gab es wieder weit klügere Leute als mich, die das beschrieben. Demokratie ist eine schwache Regierungsform, eine Schönwetterregierungsform. Sie kann die Grundlagen aus denen sie steht nicht selber erschaffen, nur vorfinden, aber sie ganz leicht vernichten. Schwach = unfähig Fehler rückgängig zu machen oder auch nur einzugestehen.

    “Die Staatsmacht reagierte mit Diffamierung und Desinteresse”

    Haben Sie da nicht was vergessen? Die Junta reagiert mit Polizeiknüppeln und der Inszenierung der “Erstürmung”. Oder muß ich hier erst die Videos dazu raussuchen, vom August 2020?

    “als einen bundesdeutschen „Verfassungspatrioten“ im Sinne des Philosophen Jürgen Habermas gesehen hatte”

    Habermas ist ein ekelhafter Marxist gewesen, ein Dummschwätzer, Spinner und Schuldkultprediger, “herausragend” sein Wirken im “Historikerstreit”, wo auf der einen Seite Historiker standen und auf der anderen Lügner und Betrüger wie Habermas. Und die BRD hatte noch nie eine Verfassung, nur die Auftragsarbeit für die dauerhafte Unterwerfung unter die USA.

    “Völker dürfen nicht fremden, sondern müssen eigenen Vorstellungen folgen”

    Warum? Warum, so viel Unsinn in dem was auf diese “Überschrift” folgt?

    Gerade China ist das Negativbespiel überhaupt, wenn es um “Rückbesinnung” geht. Leute die Jahre / Jahrzehnte in China verbrachten und es mit Taiwan vergleichen, sprechen von einem Unterschied wie Tag und Nacht. Die echte chinesische Kultur lebt in Taiwan, in der Volksrepublik ist davon auch heute nicht mehr viel vorhanden, nur jene Versatzstücke, die der Junta nützlich erscheinen. Der riesige Rest wurde von Mao ermordet. Das chinesische Volk ist ein massiv zerstörtes, geschädigtes Volk. Seine demographische Katastrophe noch schlimmer als die der BRD.

    China ist nicht aus sich aufgestiegen, sondern weil die Globalisten es so wollten, also der Westen, zum Schaden seiner Staaten und Völker, ermöglicht / zugelassen hat. Und wer warnte war Nazi. Das habe ich selber noch im Netz erlebt, ist nicht mal 10 Jahre her.

    Was hat Chomeini mit dem alten Persien zu tun? Seine Steinzeitdiktatur hat keine historische Verankerung in der Geschichte Persiens.

    Rußland wurde ebenso von den Kommunisten geschändet wie die chinesische Kultur. Putin baut sein Lügengebäude daher auf dem Unsinn auf, den die UdSSR hinterlassen hat, insbesondere was den 2. WK angeht. Der zweitgrößte Massenmörder der Geschichte, Stalin (nach Mao), wird in immer neue Höhen erhoben, weil da ansonsten nicht ist, es wurde ja alles (gerade auch von Stalin) zerschlagen.

    “Und selbst im subsaharischen Afrika dämmert heute die Erkenntnis, dass es den dortigen Völkern sehr viel besser gehen könnte, wenn sie der Entwicklung ihrer Staaten nicht fremde, sondern eigene Vorstellungen zugrunde legen würden.”

    Die hätten nicht mal Staaten, weil es Stammeskulturen sind, bei denen ein Dorf nicht dem Nachbardorf reden könnte, weil jeder eine andere Sprache hat, selbst dafür brauchen die engl. / franz. / span. / portu. Die würden sich immer mit Steinzeitwaffen die Schädel einschlagen, Dorf gegen Dorf. Das wären deren eigenen Vorstellungen von “Staatlichkeit”.

    “Dies ist nicht der historische Normalzustand und sollte es auch nicht sein. Es gab aber in der deutschen Geschichte solche Momente, und sie traten zumeist unerwartet auf: Die Befreiungskriege von 1813, die unvollendete Revolution von 1848, der 17. Juni 1953 und der Umbruch von 1989/90 in der DDR”

    1813 wurde seit kurz nach Jena und Auerstedt vorbereitet.
    1848 war nicht singulär in Deutschland, sondern in ganz Europa, dem aber 1830 vorausging und davor kam der ganze Vorlauf dem tanzenden Kongreß.
    Man mag also vorher nicht gewußt haben wann es passieren würde, arbeitete aber sehr lange daran damit es passiert. “Unerwartet” ist was anderes.

    Eine Caesarenherrschaft ist dem Untergang vorzuziehen. Wie schon oben angemerkt, Demokratie steht auf Grundlagen, welche sie selber nicht erschaffen kann, ein Caesar aber schon. Ob absichtlich oder unabsichtlich, ist dabei egal. Sofern man akzeptiert, daß Demokratie untauglich ist, sind doch die gleichen Grundlagen immer noch nötig, für “was auch immer sonst”. Wenn das Abendland aber erst untergegangen und zu einem Teil des Morgenlandes geworden ist, dann gibt es kein Zurück. Allein daher ist es falsch von “einem falschem Ansatz” zu sprechen. Die Schäden, Fehler, Probleme, welche die Demokratie ABSICHTLICH UND WISSENTLICH angehäuft hat, kann nur noch ein Caesar beheben.

    Was machten die alten Römer, wenn die Republik mal wieder Probleme angehäuft hatte, welche die Republik mit normalen Mitteln nicht beheben konnte? Sie ernannten einen Diktator, mit diktatorischen Vollmachten, bis die Probleme behoben waren und man zum normalen System zurückkehrte. Der erste Caesar, Gaius Julius, ließ sich zum Diktator auf Lebenszeit erklären und beendete die Republik. Genau da steht der Westen und damit auch genau vor den gleichen Gefahren. Trotzdem ist der Schritt alternativlos, bedanken sie sich bei der Demokratie und den “Mündigen Bürgern”, ich beschreibe nur die Zustände, ich habe sie nicht erzeugt oder freue mich darüber.

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    1. Wie sattsam bekannt ist, wurde das mit “Caesar” ja doch nichts – weil seine Herrschaft nicht im Interesse des Adels war …!
      Wenn dagegen im Interesse des Adels/der Oberschicht regiert wird, ist es bis heute vollkommen egal, ob dies mittels “Demokratie”, “Diktatur” oder “Räterepublik” erfolgt! Hauptsache, die Macht ist und bleibt in den “richtigen Händen”!

  7. Für die Deutschen gilt das Sprichwort: “Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.”

  8. Ich bin mir einer ausländischen Frau verheiratet, die aus einem völlig anderen Kulturkreis kommt. Die dortige Sicht auf “uns Deutsche” ist mir vertraut und man wundert sich dort sehr über uns. Alle Länder finden sich toll, nur die Deutschen nicht. Sie scheinen einen gemeinsamen Schuldkompelx zu haben, der mit einem Minderwertigkeitsgefühl einhergeht und das ist ihnen sehr unangenehm und deshalb wollen die Deutschen das natürlich auch loswerden. Sie glauben tatsächlich, weil sie vor vielen Generationen eine üble Diktatur hatten, daß sie jetzt, nach so vielen Jahren, immer noch schuldig wären. Was sie dabei übersehen ist, das man auf der ganzen übrigen Welt nicht dazu neigt, auch die Söhne von Bankräubern ins Gefangnis zu stecken, sondern nur die Bankräuber selber. Die Deutschen aber glauben, daß sie irgendwie verflucht seien: “gerade wir als Deutsche” sagen sie und das hört sich an wie ein Zauberspruch, dem sie unterworfen zu sein glauben. Das ist ein bischen irre, aber sie wollen da keinen Widerspruch hören. Es ist geradezu kindisch. Und trotzig. Haben Sie jemals in Kambodscha gehört, daß jemand sagt, daß gerade „wir als Kambodschaner“ wegen der Roten Khmer dies und das tun oder nicht tun sollten? Haben Sie jemals gehört, daß US-Amerikaner sagen, „gerade wir als US-Amerikaner sollten“ dies oder jenes nicht tun wegen der massakrierten Indianer? Man könnte die Liste endlos fortsetzen, massenweise Völker oder Gruppen, die unfaßbare Grausamkeiten ausgeübt haben. Aber jetzt kommt eine weitere deutsche Spezialität: Wenn sie das einem Deutschen sagen, ist er geradezu empört, denn er behauptet, daß das, was „wir Deutsche“ gemacht haben, das allerböseste, allerschlimmste, allerwiderwärtigste gewesen ist. Da erlaubt er keinen Widerspruch. So, als ob er irgendwie stolz darauf wäre, einen ersten Platz in Bösartigkeit belegen zu können. Und da hat es überhaupt keinen Zweck, mit ihm zu diskutieren, ob das Pfählen von Menschen, das bei-lebendigem-Leib-von-einem Löwen-gefressen zu werden, gehäutet zu werden oder was auch immer es an Fürchterlichkeiten im Laufe der Geschichte gegeben mag, abzuwägen, was den nun schlimmer als das andere wäre. Er besteht trotzig mit den Füßen aufstampfend, daß „wir Deutsche“ den ersten Platz innehaben, sorry, also die bösesten sind. Warum nur will er unbedingt den ersten Platz haben? Und dann auch noch in Bösartigkeit? Die er nicht begangen hat. Die er nicht begangen haben kann weil er viel zu jung ist. Man überlegt und im Geiste formt sich der Begriff „Schuldstolz“. Wie irre ist das denn? Alle Welt würde sich genieren, das versuchen zu verstecken, das möglichst unter den Teppich kehren. Ich wüßte von keinem Denkmal in Frankreich, da sich dem Rausschmeißen der Hugenotten rühmt. Und ich kenne auch kein Denkmal in Russland für die üblen Exzesse der Stalinzeit. Kennnen Sie vielleicht ein Denkmal in China, das sich der Grausamkeiten von MillionenToten während des langen Marsches „rühmt“? Ich nicht. Sich einen ersten Platz in Bösartigkeit anzuheften, finde ich ich – sorry- etwas geisteskrank. Psychologen unter uns kennen sicher den richtigen Fachbegriff dafür. Irgenwie suhlen die sich wie die Schweine in Schuldgefühlen. Das ist abstoßend.

  9. Heute mal keine negative Info.
    Auch wenn ich nicht allen Teilen/Einzelheiten des Artikels zustimmen kann, so sind doch interessante Aussagen zu den Deutschen zu finden, die sich leider aktuell bestätigen.

  10. Ich halte es zumindest in Europa für bedenklich, den Völkern unterschiedliche Mentalitäten zuschreiben zu wollen, aus denen sich dann grundlegend unterschiedliche Verhaltensweisen ergeben.
    Der Sache kommt man sicherlich leichter näher, wenn man ihre jeweilige Herrschaftsschicht und die historische Umgebung ins Auge fasst. Wenn die Herrschaften sich etwas Positives aus Kriegen ausmalen konnten, dann gab es eben Krieg. Dazu muss man nur die Vorgeschichten von Kriegen ansehen. Und wie leicht dann Völker in einen angeblich „gerechten Krieg“ getrieben werden können, erleben wir nicht nur im Zusammenhang mit einer korrupten Ukraine, sondern als schöne Beispiele z.B. zwei Mal in den USA, als deren Präsidenten ein eigentlich „kriegsunlustiges“ Volk binnen kürzester Zeit auf einen Waffengang, mit Weltkrieg eins und Weltkrieg zwei, einschwören konnten.

    Schon damals wurde das Denken und Bekriegen „übergriffig“! Was hatte die USA in Europa verloren? Welche Interessen sollen gefährdet gewesen sein? Sie – und auch andere – verschlimmerten ganz bewusst vorhandene Spannungen. Friedfertige Herrschaftsschichten befinden sich immer in der absoluten Minderheit.

    Mit „Moral“ wird gehetzt und dabei binnen kürzester Zeit mehr an unmoralischen Handlungen begangen, als dies der Grund für die geweckte Gewaltbereitschaft dargestellt hat oder von den Herrschenden überhaupt erst zusammen-gelogen worden war.

    Dass stets unterschwellige Sympathien für „Alleinherrscher“ vorhanden sind, kann man problemlos bei jeder Krönung oder medialen Berichterstattung erfahren. Wo jedem Demokraten bei Krönungen eigentlich die Haare zu Berge stehen müssten, sehen die meisten nicht einmal den grandiosen historischen Verrat dem sie anhängen.

    Die gangbare Alternative zu einer sich offenbar überall stets selbst korrumpierenden Demokratie wäre die Herrschaft eines wirklichen „Bildungsadels“.
    (Zwischenfrage: Wo auf der Welt soll denn eine Demokratie bestehen, die man guten Gewissens nachahmen möchte??? – Für Anregungen wäre sicherlich mancher Leser dankbar!)
    Zum einen fehlt es der politischen Kaste offenbar weltweit schon an ausreichender Bildung und zum anderen haben die wahren Mächtigen keinerlei Interesse ihre Macht an Gebildete und Vernünftige abzugeben. So läuft das Spiel eben nicht und nirgends.

  11. Westen jetzt lernen muss
    Debatte Der Leipziger Autor Dirk Oschmann hat mit seinem Buch „Der Osten: eine westdeutsche Erfindung“ die Diagnose gestellt. Zeit für die Behandlung! Der Westen muss noch lernen, wie man richtig über den Osten spricht
    https://www.freitag.de/autoren/ralf-klausnitzer/dirk-oschmann-weiterdenken-was-der-westen-jetzt-lernen-muss

    Hinter Kassel beginnt die „Walachei“ und bei Magdeburg „Asien“, wusste der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer. Das SED-Regime habe die Menschen „verzwergt“ und „verhunzt“, so der Publizist Arnulf Baring 1991 (der später das Große Bundesverdienstkreuz erhielt); ganze Landstriche hätten keinen Respekt vor anderen Menschen gelernt, erklärte Armin Laschet 2016 und also fünf Jahre vor seinem Versuch, Kanzler zu werden. Nur drei von vielen Beispielen für das Reden des „Westens“ über den „Osten“, die Dirk Oschmann in seiner fulminanten Abrechnung versammelt.

  12. ZITAT: “Ein Monarch oder Fürst ist nämlich gleichsam die Personifizierung seines Staatswesens, das aus seiner Sicht ein Vermögen darstellt, das es zu erhalten und zu mehren gilt. Damit besitzt er ein starkes Eigeninteresse am Wohl seines Volkes.”

    Er ist gleichsam die Personifizierung eines geldgierigen US-Miiliardärs, der ebenfalls das Volk als sein Vermögen (Sklaven) ansieht. Damit besitzt er ein starkes Eigeninteresse an der Auspressung seines Volkes zu seinen Gunsten.

    Stichwort: Bildungsadel und Herrschaft der Besten

    Damit sind wir beim WEF und dessen Technokratie angekommen. Auch der Deutsche Klaus Schwab scheint in dem Sinne “Am WEF-Wesen soll/muss die Welt genesen” zu handeln. Der Sumpf, aus dem sich die aktuelle BRD-Regierung rekrutiert, führt sich auf, als wäre er die einzige Quelle des Bildungsadels. Wofür sich aber jemand hält, ist irrelevant. Was jemand wirklich ist, das allein zählt. Die US/WEF-Typen führen sich auf wie menschenfeindlicher Abschaum. Gute Bildung bedeutet nicht automatisch auch guter Charakter. Das führt zu der Frage: “Wer überwacht die Wächter?” Auf jeden Fall müssen wir uns die Amis vom Hals schaffen, damit sich das deutsche Volk überhaupt mal selbständig und unbeeinflusst entwickeln kann. Die Fremdbestimmung muss weg. Dann können wenigstens wir selbst am deutschen Wesen genesen.

  13. Es gibt garantiert eine Seele, innerhalb des irdischen Lebens.

    Da es den Zyklus des geboren werden, leben und eventuell in seinem Verlauf neues Leben zeugen und irgendwann wieder sterben gibt, ergibt sich auch eine Gruppenseele.

    Da alle Menschen einer eigenen Kultur angehören, gibt es mit Sicherheit auch Volksseelen, oder das Wesen eines Volkes.

    Ich bin Deutscher (mit französischem Einfluss väterlicherseits), der allerdings sehr gering ausgefallen ist.

    Mein Wesen ist im Idealfall:

    Ehrlich, Anständig, Zuverlässig, Vernünftig, Forschend um nur ein paar zu nennen.

    Das ich nicht hundertprozentig den Idealvorstellungen entspreche ist klar, aber ich arbeite ernsthaft an meinen Unzulänglichkeiten oder Lastern.

    Ich behaupte, dass die deutsche Seele, dass deutsche Wesen, eine starke Übereinstimmung mit meinem Wesen aufweist und ich mich zu seiner Volksseele zählen kann, einem deutschen Wesen zugehörig bin.

    Die aktuelle Zeit beinhaltet Transformationen unterschiedlichster Art, die aus Quellen kommen, die nie gewählt wurden und deren Sinnhaftigkeit doch sehr zu wünschen übrig lässt bzw. an Schwachsinn oder gar Wahnsinn erinnert.

    Eine Art geistige Verwahrlosung, die es zu bekämpfen gilt.

    Ich bin (und bleibe immer) Deutscher, im Wesen und im Handeln, liebe mein Land und meine deutsche Kultur.

  14. “Das rätselhafte deutsche Wesen”
    Da ist gar nichts “rätselhaft”. Die Deutschen waren einmal ein hochentwickeltes, anständiges Kulturvolk. Nach fast 80 Jahren Besatzung durch die kaugummikauenden Verbrecher und deren Jiddenbosse ist der Deutsche feige und falsch wie die Nacht schwarz. Adios und herzliches Beileid.