Montag, 27. Mai 2024
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Die Honigtöpfe der Influencerinnen

Die Honigtöpfe der Influencerinnen

Abgründe der Unerreichbarkeit: Social-Media-“Stars” (Screenshot:Instagram)

Die “Socials”-Sprache muss ja wöchentlich zeitgeistig codiert werden, um das Gestrige, besser gesagt: die Gestrigen, auch wirklich verlässlich von den Heutigen zu separieren; also: Die der Pornografie weitgehend unverdächtigen Socials quellen ja seit jeher über vor augenscheinlich weiblichen Geschöpfen, die, ein Füßchen keck anstellend, sich bildlich in Positur werfend, den frisch digital oder operativ gelifteten Brasilian Butt gen Bildrand streckend, regelmäßig ihrem dringenden Bedürfnis nachgeben, der Gemeinde einen guten Morgen, einen schönen Feierabend oder ein tolles Wochenende zu wünschen.

Diese extrem erfolgreichen, mobilen Empathiebekundungen brechen immer ganz spontan, aber irgendwie auch regelmäßig aus den Protagonistinnen heraus: Im Bett, am Meerestrand, auf dem Felsvorsprung (vor dem man zuvor immerhin geduldig eine halbe Stunde in der Warteschlange ausgeharrt hat, um ihn befreit von weiteren Anwesenden zu betreten), im Restaurant, auf dem Hotelflur oder beim Flokatisaugen. Nahezu täglich bereichern die Aktivistinnen des Selbst die Außenwelt uneigennützig mit ihrer tiefempfundenen eigenen Schönheit. Gut, es kann passieren, dass es sich mit den Jahren ein wenig abschleift; dann muss frau der Pflege des Freundeskreises eben mit einer gewagteren, hier und da sogar ein fiktives Tabu brechenden Bildidee auf die Sprünge helfen.

Sinkender Marktwert

Irgendwann sinkt der Marktwert. Natürlich… ob gestrafft oder nicht. Aber darum soll’s jetzt nicht gehen. Es geht um ein Geständnis. Ich gestehe, mich als Angehöriger einer testosterongedämpften und gegen Fremdbestimmtheit ankämpfenden Sozialisation jetzt weniger für die sich tausendfach wiederholenden Präsentationen vermuteter Attraktivität zu interessieren, die mich in Wallung bringen sollen, sondern eher die kurzen traurigen Einblicke, die sich in den Kommentarsträngen zum Bild eröffnen: Dann immer nämlich, wenn sich – in verlässlich Pawlow’scher Manier – überquellende Begeisterungsstürme aus den Gartenlauben, Souterrainwohnungen mit Bretterdecken, von hellbraunen Sofas mit spitzendeckchenbesetzten Beistelltischchen aus in die virtuelle Landschaft ergießen so wie ein Geysir auf Island, in den man Flüssigseife geworfen hat.

Ganze Hundertschaften von bleichen, im Fach Selbstdarstellung stets bemühten, aber verlässlich nach unten aus dem Profilbildausschnitt herausrutschenden Adipositasgefährdeten begeben sich komplimentierend auf den holprigen Weg der mehr oder weniger geistreich formulierten Kontaktaufnahme. Das ist der Moment, an dem ich als ausgewiesener Frauenversteher an meine Grenzen gerate.
Was, in Gottes Namen, liebe Uterustragende, geht in Euch vor, sich in einer derartigen Frequenz der Bestätigungen von Hans-Günther, dem einsamen Hellmut und dem langhaarigen Gruftie Ralf bestätigt wissen zu wollen? Dabei Einladungen, Besuchsankündigungen oder Heiratsanträge von Detlef, Üzgür und Sören geflissentlich zu übergehen und die schlecht verborgenen sexuellen Erregungszustände eines Marcel durch Löschung zu entfernen, dessen prekäre Biografie aus dem halbgeöffneten Kühlschrank im Statushintergrund zu schreien scheint? Sind es die Selbstzweifel oder die Einsamkeit?

Ab sofort nehme ich dazu persönliche Nachrichten entgegen!

15 Antworten

  1. Influencer ist wie Lügenmedien, nicht einschalten, anklicken, anschauen (kaufen), dann lebt es sich besser. Alles was ich je über “Beeinflusser” mitbekommen habe, ist vom Niveau her auf Augenhöhe zu den alten Lügenmedien. Das braucht also wirklich niemand, mit einem IQ über Zimmertemperatur (im Winter).

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    1. Influenza….
      War das nicht mal eine Krankheit?

      Na, wenn sie es nicht war, dann ist es heute eine.
      Abgesehen davon braucht diese Jungs und Mädels kein Schwein. was interessiert es mich, was die morgen für ein Müsli fressen, wie man Lippenstift-Flecken aus Blusen bekommt oder welche Schuhchen und Täschchen gerade hip sind?!

      Das Dumme ist nur, das Prinzip ist das gleiche wie bei ähnlich niveauvollen Machwerken wie zum Beispiel das Dschungelcamp, diese Insel mit den nackigen Prolls, die aussehen wie Litfaßsäulen, so sehr haben sie sich ihre Besonderheiten auf den Arsch und den restlichen Körper tätowieren lassen oder diese andere unsägliche Sendung, wo der Vorhang angehoben wurde und man zuerst die Geschlechtsorgane sehen konnte:

      Die Dummen lieben es! Und die Dummen sind 60 bis 70% der Bevölkerung.
      Die Dummen haben auch Lauterbach zum Gesundheitsminister gemacht, aufgrund derselben psychologisch auffallenden Muster.
      Wir wissen, Sarkasmus ist ein stumpfes Schwert bei dämlichen Leuten.
      Und dieser Prozentsatz stellt auch immer die Meute der Mitläufer. Die Gruppe der widerlichen Denunzianten. Diese Gruppe glotzt infantil in ihre Fernsehkisten und auf ihre Smartphones oder in ihre Computer.

      Sie sind nichts, wissen nichts, und wollen das auch nicht ändern. Sie sind belanglos und interessieren sich nur für Belangloses und gestört dabei wollen sie auch nicht werden, denn ihre Toleranzschwelle, was Aggression betrifft, ist auch recht niedrig.

      Auch das ist ein sehr starker Hinweis darauf, dass jemand dumm ist. Aggression und Leistungsverweigerung zeichnet ihn aus. sonst allerdings nichts.

      Das sind die Leute, die sich “Influenza” “reinziehen” und ihnen begeistert folgen.

    2. Manche Influencer sind nur auf’s Geld aus durch die Clicks, andere sind regelrecht gefährlich, wenn man ihnen glaubt, beispielsweise hier. Aber alles hat mal ein Ende:

  2. Diese Damen haben immer den Blick auf Ihr überwichtiges Mobiltelefon gerichtet und den Mund gespitzt – sind Männer wirklich so doof oder schauen sie etwas südlicher hin oder sind die Damen so doof und glauben, daß das die Männer anmacht ?

  3. Öffentlichkeitssüchtige mit Drang zur Inszenierung ihres zumeist vollkommen banalen Alltags, die ihrem Publikum permanent dabei suggerieren, man sei ja im Grunde nicht nur “per Du”, sondern fast schon intim befreundet… und darauf sprechen dann Leute an, die eher wenig bis gar keine eigene soziale Akzeptanz, oder gar echte Freunde im realen Leben haben, sich aber wie nahezu jeder nach Intimität sehnen…. Welche Überraschung.

    Erinnert mich irgendwie an die bei “#metoo” ans Licht gekommene Auffassung, dass die Damen Ansprachen irgendwelcher Grottenfilme als sexuelle Belästigung sahen, dasselbe von “Brad Pitt”-Typen aber durchaus gewünschtes Ziel aufreizenden Auftretens war.

    Als das Vermitteln von “Hausverstand” noch Bestandteil elterlicher Erziehungsbemühungen war, bekam der Nachwuchs noch vermittelt, dass die Art des eigenen Auftretens ggf auch das falsche Publikum anzieht und deshalb stets wohlgedacht und -dosiert sein sollte. Und Diskriminierung auch Eigenschutz ist. Und man sich nicht von dubiosen Figuren ansprechen lässt.

    Aber das war halt früher. Als man noch nicht vorbehaltlos die ganze Welt eingeladen und umarmt hat. Auch in sein virtuelles Wohnzimmer, was manch so Abgesprochene dann eben auch als echte Einladung verstehen.

  4. Wer sich diesen Schwachsinn anschaut, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Wahrscheinlich denken diese “Zuschauer”, die sich selbst möglicherweise kaum etwas leisten können, garnicht darüber nach, dass sie mit jedem Klick dazu beitragen, dass diese Selbstdarsteller reich werden.

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  5. Spärlich bekleidete Influencerinnen als der Softporno des armen Mannes? Die reicheren fliegen nach Thailand und die Crème de la Crème trifft sich in Davos.

  6. Ich habe noch nie so ein “Influenzer” gesehen oder gehört, aber irgendwie verbinde ich das Wort mit “Faulenzer” – liege ich da richtig? Sofern diese Personen lediglich mit ihrem Äußeren punkten können, was passiert dann, wenn die Schönheit vergangen ist? Gerade bei europäischen Frauen geht das ja sehr schnell und weitaus früher als bei anderen….

  7. Warum tut man sich sowas an? Zum wixen taugen die Uschis nicht und ansonsten kommt da auch nicht wirklich erotisches rüber. Vielleicht zeigt uns hier der Zeitgeist seinen Mittelfinger.
    Man kann auch mit wenig Intelligenz bei noch weniger Intelligenten durchaus punkten.
    Im Übrigen verkauft sich Softsex immer gut. Die Mädels machen das ja nicht völlig umsonst, der Kontent lohnt sich. Influencerinnen sind die Nutten des armen Mannes!

  8. Schon Heiner Geissler wusste: Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen entsteht durch die Blödheit ihrer Bewunderer.

    Der Begriff “Influencer” klingt für mich irgendwie giftig.
    “Beeinflusser” klingt aufhorchen lassend.
    Wer möchte sich schon beeinflussen lassen….^^

  9. Influencer sind nichts weiter als eine Ein-Mann-Werbeagentur!
    Während diese Selbstdarsteller, die im realen Leben keine Ausbildung schaffen, irgendeine Geschichte aus dem Paulanergarten zum Besten gibt, wird ganz beiläufig für irgendetwas geworben. Wenn beispielsweise eine solche Hupfdohle von den Pyramiden von Gizeh steht, wird irgendwann die Frage aufkommen, wie die Zuschauer denn ihr tolle Hose finden. Selbstverständlich wird auch schnell darauf hingewiesen, wo man diese Hose dann bestellen kann – und sie bei jeder Bestellung prächtige Provisionen bekommt.
    Nun, meinetwegen sollen sie das machen, wenn es sie glücklich macht. Was sollte mich interessieren, wer was beruflich macht?
    Was mich allerdings irritiert ist eine Umfrage unter Schülern zu der Frage, was sie nach der Schule beruflich machen möchten. Das Ergebnis ist ein absolutes Abbild der Gesellschaft, denn gut ein Viertel der Schüler möchten später Influencer werden!
    Doch muss man das ganze mit noch mehr Abstand anschauen, denn wer tatsächlich klug genug ist, wird wohl eher eine Ausbildung anstreben, um den Lebensunterhalt zu sichern. So ein Influencer muss nur zu wenig Umsätze der Werbenden generieren und schon war es das.
    Die Einnahmequelle löst sich in Wohlgefallen auf und eine neue muss erst einmal gefunden werden. Wenn die Zahlen den Tatsachen entsprechen, werden von allen Influencern, die an den Start gehen, 97 % innerhalb der ersten 3 Monate »abgeschossen«, weil es nicht den geringsten Erfolg gibt, aber die Investitionen, die erst einmal getätigt werden müssen, schon beachtlich sind. Auch bei den Influencern ist ein gewisses Maß an Professionalität gefragt, demnach auch technisches Gerät wie Kameras, professionelle Beleuchtungen usw.; das kostet gewaltig Geld, das jemand erst einmal verdienen muss.

    Die sozialen Medien gaukeln gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen etwas vor, das so gar nicht existent ist: Ein unglaublich großer Freundeskreis. Dazu muss man aber auch ins gleiche Horn stoßen, denn man muss anderen gefallen! Wer das nicht macht und praktisch in der Realität lebt, wird eben keine hunderte oder womöglich tausende »Freunde« haben.
    Es bedarf doch schon eines gewissen Maßes an Dummheit, um sich beispielsweise stundenlang bei Facebook, TikTok und wie der Unsinn noch heißen mag, aufzuhalten.

    Doch das allerbeste kommt ja noch: Schüler sollen jetzt mit digitalen Geräten lernen.
    Die älteren Semester wissen noch, dass man selbst geschriebenes besser im Kopf behält als, wenn man einen Text tippt. Gleiches gilt für Texte, die man liest: Aus einem echten Buch gelesen hält sich dieser Inhalt im Kopf; liest man jedoch ein elektronisches Buch, ist das nicht mehr der Fall und es gibt bestenfalls noch Erinnerungen wie bei einem Lückentext.

    Das lernen mit digitalen Geräten ist nachweislich für die Schüler nachteilig; eine Metastudie dazu sagt aus, dass die Schüler tatsächlich um eine ganze Note schlechter wurden. Ausnahme waren nur die besten Schüler.
    Wer sich für weiteres interessiert kann sich einerseits die Bücher von Prof. Dr. Manfred Spitzer besorgen – der übrigens ohne Fachchinesisch etwas verständlich erklärt.
    Oder aber man schaut sich einen Vortag von ihm an.
    Fest steht nämlich, dass Schüler und Studenten immer dümmer werden und in der Hauptsache – dem Smartphone sei Dank – auf »ausgelagertes Wissen« zugreifen. Also Google.

    Von der digitalen Demenz zur Smartphone-Pandemie <<
    https://youtu.be/MRrPbNLhEuQ
    Eine junge Lehrerin aus meinem Bekanntenkreis ist seit einigen Jahren an einem Gymnasium und erzählte vor kurzem etwas aus ihrem Schulleben.
    Kurz und knapp: Sie hat die Hausaufgaben der (11.) Klasse einsammeln lassen, die sie nachmittags zu Hause durchgesehen und hier und dort korrigiert hat.
    Bei einer Arbeit kam sie aus dem staunen nicht mehr heraus und wusste nicht, ob sie nun lachen oder lieber weinen sollte.
    Eine Schülerin hat Texte einfach nur kopiert und eingesetzt und dabei einen Text nach dieser »Tradition« eingebaut bei dem dann zum Schluss stand: »Siehe Bild«.

    Somit lässt sich doch prima erklären, warum so manche Mädchen und Frauen so gerne Influencer werden; sie könnten praktisch gar nichts anderes.
    Es kann eigentlich nur noch schlimmer werden.