Freitag, 21. Juni 2024
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Interessiert den “Wertewesten” nicht: Hungerblockade gegen 100.000 Armenier durch Aserbaidschan

Interessiert den “Wertewesten” nicht: Hungerblockade gegen 100.000 Armenier durch Aserbaidschan

Grenzbefestigungen zwischen Armenien und Aserbaidschan im Latschin-Korridor (Foto:Imago)

Es gibt außer der Ukraine doch tatsächlich noch andere, humanitär wohl weit schlimmere Krisenherde auf der Welt – auch wenn sich Politik und “Leitmedien” dafür kein bisschen interessieren und demnach kein Schlaglicht darauf fällt. Ein solcher vollzieht sich derzeit in der armenischen Enklave Bergkarabach, die von Aserbaidschan umschlossen ist – einer lupenreinen Diktatur, mit der die EU seit den Sanktionen gegen Russland enge wirtschaftliche Bindungen eingegangen ist. Vielleicht ist das der Grund, dass die Öffentlichkeit keine Notiz davon nimmt (oder nehmen soll), was dort geschieht: “Internationale Experten warnen vor einer humanitären Krise und einem Genozid in der Region Bergkarabach. Die einzige Zufahrt zur Region ist seit Monaten blockiert. Das hat verheerende Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung, deren Vorräte schwinden”, berichtete der Spartensender “Deutschlandfunk” vorvergangene Woche.

Vermutlich haben 90 Prozent der verblödeten Bevölkerung in diesem Land noch nie etwas vom Bergkarabach gehört und wissen überhaupt nicht, wo es geographisch liegt: Im Westen des heutigen Aserbaidschan, das sich wiederum im südlichen Kaukasus befindet, zwischen Georgien und Russland im Norden, dem Kaspischen Meer im Osten, dem Iran im Süden und Armenien im Westen. Seine Exklave Nachitschewan grenzt außerdem zu einem geringen Teil an die Türkei, dem wichtigsten Verbündeten von Aserbaidschan.

(Screenshot:GoogleMaps)

Im letzten Jahrhundert waren das muslimische Aserbaidschan und der christliche Erzfeind Armenien unter der Zwangsherrschaft der UdSSR in ein und demselben Staat organisiert. Während dieser Ära flammte der religiöse und historische Konflikt nicht weiter groß auf, der noch 1915 zum Völkermord an den Armeniern geführt hatte.

1991 zerbrach die Sowjetunion. Armenien und Aserbaidschan wurden unabhängig. Das von den Armeniern bewohnte Bergkarabach lag aber auf aserbaidschanischem Gebiet – obwohl es, wie Nachitschewan, historisch und territorial eigentlich zu Armenien gehörte; allerdings hatte die Sowjetunion zuvor entsprechende Zugeständnisse an die aserbaidschanische Teilrepublik gemacht. 1993 wollte die Türkei in Armenien einmarschieren, wurde jedoch von Drohungen durch Russland davon abgehalten. Moskau versteht sich seither als Schutzmacht Armeniens. Die armenischen Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind seither geschlossen. Das Bergkarabach war durch einen kleinen Korridor mit dem armenischen Mutterland verbunden und wurde durch dieses unterstützt. Inzwischen aber ist es völlig von Armenien getrennt und vollständig von Aserbaidschan umgeben. So erklärt sich der aktuelle Belagerungszustand – denn die Aserbaidschaner lassen die rund 100.000 Armenier im Bergkarabach derzeit durch eine Blockade regelrecht aushungern. Wenn das kein Völkermord ist, was ist dann ein Völkermord?

9 Responses

  1. [quote]Vermutlich haben 90 Prozent der verblödeten Bevölkerung in diesem Land noch nie etwas vom Bergkarabach gehört und wissen überhaupt nicht, wo es geographisch liegt:[/quote]

    Publikums Beschimpfung?
    Geht’s noch?

    Kopfschüttel…..

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    1. Ja, leider ist mir genau dieser Passus sehr negativ aufgestoßen. Ich wollte den Artikel eigentlich gerne in meinen Status stellen, aber dann würde ich ja alle damit beschimpfen.

      Damit erreicht der Autor das Gegenteil dessen, was er sicherlich gewollt hat. Bitte umschreiben und in Zukunft auf sowas verzichten.

  2. Dann will ich froh sein, dass es mich nicht trifft.
    Das deutsche Volk kennt Hungertote zu Millionen. Nach dem 1. WK, als die Briten die Nahrungszufuhr ins Deutsche Reich unterbanden, in dem sie die Seewege blockierten. Millionen deutsche Menschen verhungerten bis das Deutsche Reich den Versailler Vertrag unterschrieben hat. Erst danach wurde die Blockade aufgehoben.

    Und 1946 bis 1948 starben mehr Deutsche an Hunger als durch den Bombenterror in den Kriegsjahren. Das im besetzten Deutschland, NACH dem Krieg. Wo waren da die, die uns “befreit” haben? Sie kamen mit Nylons und Schokolade, und verkauften das gegen Sex an deutsche Frauen.

    So bin ich wirklich froh, dass ich satt werde.

  3. Zitat:
    Wenn das kein Völkermord ist, was ist dann ein Völkermord?

    Na der ebenso von offizieller Seite verschwiegene Völkermord an 400 Millionen weißen Europäern und ihrer Kultur mit zweitausendjähriger Tradition durch geschleuste Massenmigration von Moslems aus Afrika und Orient.

    Vor vielen Jahren siedelten Millionen weiße Europäer in Afrika und Übersee, plünderten, töteten manchmal Einheimische, und viele rechtfertigten das mit ihrer Religion.
    Man nennt das Kolonialismus, erklärt es zum schlimmsten Verbrechen, und sieht die Einheimischen als völlig gerechtfertigt, wenn sie die Euopäer und ihre Nachkommen vertreiben, auch mit Gewalt.

    Wenn heute Millionen Afrikaner und Orientalen in Europa siedeln, den Sozialstaat und einheimische Schätze wie die Dresdner Juwelen plündern, manchmal Einheimische töten und das mit ihrer Religion rechtfertigen, sollen wir das gut finden und als Bereicherung ansehen.

    Ich versteh die Logik nicht!

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    1. Sich nicht als “wir” bezeichnen, sondern als “ich”.
      Und die Shifttaste finden. Das ist die über der Steuerungstaste (STRG).

  4. Aserbaidschan will die vollständige Kontrolle über die grosse Goldmine in Sotk, das ist längst bekannt. Daher nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder grossangelegt vorrücken.
    Von den aktuellen Gesprächen zwischen den beiden Parteien ist daher wenig Positives zu erwarten.