32 Jahre nach der Einheit ist Deutschland nur noch in den Augen seiner Totengräber „groß“

Die Stimmung über Deutschland verdunkelt sich – auch wenn Rankings davon ablenken wollen (Symbolbild:Pixabay)

Zum Tag der Deutschen Einheit werden zumindest die Eliten im politischen Elfenbeinturm dieses Landes in ihrem Zerrbild bestätigt, Deutschland sei weit besser als sein (mittlerweile global ramponierter) Ruf: Man muss nur die passenden Rankings lesen und die Realität ausblenden, und schon ist alles bestens. So vermeldete jetzt der Berliner „Tagesspiegel” – offensichtlich selbst ein wenig überrascht -, dass Deutschland in der Rangliste der besten Länder der Welt des Portals „U.S. News”auf Rang zwei gelandet sei – hinter der Schweiz und noch vor Kanada, den USA, Schweden, Großbritannien oder Frankreich platziert.

Allerdings handelte es sich, bei genauerer Betrachtung, beim diesem Resultat offenbar um eine Synthese aus den Erfolgen der Vergangenheit und der Bereitschaft der heute Regierenden, die Errungenschaften zukunftsvergessen zu verfrühstücken: Als Gründe für das gute Abschneiden Deutschlands wurde nämlich angeführt, dass es „eine der größten Volkswirtschaften der Welt” sei und „umfangreiche Sozialleistungen” zu bieten habe. Vor allem letzter Aspekt scheint hier ausschlaggebend gewesen zu sein: Wer jedem Einwandernden unbeschränkten Zugang zu den sozialen Sicherungssystemen gewährt und zudem noch die Steuern der eigenen Bürger weltweit als Wohltäter verschenkt, muss in der Beliebtheit zwingend steigen. Auch die weiteren positiven Aspekte Deutschland sind vor allem aus globalistisch-korporatistischer Sicht Pluspunkt: So sei Deutschland in UNO, EU, NATO, G20, G7 und vielen weiteren „internationalen Organisationen” vertreten.

Zusammengeklaubte Aktiva

Auch ansonsten wird hier krampfhaft für die Aktivseite alles zusammengeklaubt, was sich irgendwie zur Schönfärberei eines zerfallenden, sich selbst ruinierenden und beseitigenden einstigen großen Landes ins Feld führen lässt (eines Landes, dem früher die Menschen im Ausland größten Respekt entgegenbrachten und das inzwischen zum Gespött geworden ist, abgewirtschaftet von ehr- wie wehrlosen Politikern, die sich auf einseitiges Verlangen lustvoll ausnehmen lassen): So könne Deutschland eine „lange Kulturgeschichte” vorweisen und habe „den modernen Buchdruck, Ludwig van Beethoven und Immanuel Kant“ hervorgebracht. Die landschaftliche Vielfalt, die von Nord-und Ostsee über weite Ebenen bis zu den Alpen reiche, wird ebenfalls hervorgehoben. Erwähnt werden auch die „strengen Gesetze“ gegen „Hassrede“ und Holocaustleugnung, die als Resultat des Nationalsozialismus gedeutet werden. Auf die Leugnung des Holocaust trifft dies zwar zu, die Gesetze gegen „Hassrede“ sind jedoch ein Ergebnis der politisch korrekten woke-Ideologie, von der auch die USA heimgesucht werden und die jede potentiell gefühlte Beleidigung unter Strafe stellt, und haben – schon zeitlich, weil knapp acht Jahrzehnte nach dem Dritten Reich erst erlassen – überhaupt keinen NS-Bezug mehr.

Überhaupt sind die Gründe für die oft geradezu euphorische Beurteilung Deutschlands durch das US-Medium nicht frei von Widersprüchen. Einerseits zeigt man sich gut genug informiert, um ausdrücklich zu benennen, dass die deutsche „Politik der offenen Tür nach den jüngsten Verbrechen innerhalb der Landesgrenzen zu einem Streitpunkt geworden ist“. Auch dass die hohen Sozialleistungen einer der Hauptgründe für die Attraktivität Deutschlands für Migranten sind, wird zumindest angedeutet.

Hochselektive Bewertung

Dies wird in den deutschen Mainstream-Medien in aller Regel totgeschwiegen. Andererseits werden, bei einer möglichen Höchstzahl von 100 Punkten, Bestnoten vergeben in den Bereichen „Fortschrittlichkeit“ (99,6 Punkte) und „Reaktionsschnelligkeit“ (100 Punkte). Dass die Infrastruktur in Deutschland zu weiten Teilen marode ist und die Kommunen unter einem Investitionsstau von 150 Milliarden Euro leiden, ist hingegen offenbar noch nicht bis in die USA vorgedrungen.

Auch die alles erstickende Bürokratie und die Tatsache, dass Deutschland die höchste Steuer-und Abgabenlast der Welt hat, finden sich in dem Bericht nicht – ebenso wenig wie der Umstand, dass eine selbstmörderische Politik mutwillig dazu geführt hat, dass die deutsche Energieversorgung vor dem Zusammenbruch steht. Die nahezu täglichen Hilfeschreie ganzer Branchen, die deshalb ihre Energiekosten nicht mehr stemmen können, Insolvenz anmelden, Mitarbeiter entlassen oder ins Ausland abwandern müssen, sind vielleicht noch zu frisch, um im vollen Ausmaß in den USA bekannt zu sein. Wer sich aufgrund dieser Empfehlungen ernsthaft entschließen sollte, nach Deutschland zu ziehen und nicht als Flüchtling kommt, wird hier nichts als eine böse Überraschung erleben. 32 Jahre nach der Wiedervereinigung ist dieses Land tatsächlich nur noch in der Wahrnehmung derer „groß“, dies es zugrunde richten und tagtäglich ein Stück kleiner machen.

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15 Kommentare

  1. Das kann nicht stimmen, dass Deutschland eine lange Kultur sein eigen nennt. Eine türkische Politikerin (weiß den Namen nicht mehr) hat doch festgestellt, widersprochen haben nur alternative Medien, dass außer der deutschen Sprache nichts von Kultur bei uns feststellbar wäre. Eine Frau, eine Türkin – die hat doch unbedingt recht. Heute ist Tag der deutschen Einheit? Welche Einheit ist da gemeint? Soll ich etwa feiern, dass man mich Dunkeldeutsche nennt? Und ich bin Ungeimpft, also jemand der total renitent ist, unsolidarisch, seinen Teil zur Volksgesundheit verweigert, ein Egoist, ein Volksschädling sozusagen. Kein Politiker soll mir die Ohren vollsumsen, wie toll doch Deutschland wäre. Ein Drecksloch ist es geworden. Man hätte mich doch bitteschön schon 1989 warnen können, damit ich nicht auf die Straße gehe. Für dieses Drecksloch? Für die Trampolinspringerin mit gefälschtem Lebenslauf? Für einen psychopatischen Menschen, der vorgibt Arzt zu sein? Für einen Kinderbuchautor, der sich anmaßt die Wirtschaft in Deutschland zu bestimmen? Für einen sogenannten liberalen, der mit den Wölfen heult? Geht mir weg mit dieser ganzen Bagage! Den Mund sollen sie halten.

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    • @Eine türkische Politikerin
      ist das nicht eine deutsche Politikerin – die sitzt doch im bunten Tag – oder verwechsele ich da was ?

      Aber zumindest ist sie im bunten Tag in guter Gesellschaft : „Deutschland verrecke!“, „Deutschland, du mieses Stück Sch…!“, „mit Deutschland kann ich nichts anfangen“, …

      Alles Aussprüche, mit denen man im bunten Tag Spitzenplätze bekommt !

      • @zdago: Ja, Sie verwechseln da etwas. Sie IST Türkin! Man ist immer noch Türkin, auch wenn man einen deutschen Pass hat.

  2. Die dummen dtsch. Wahlmichel/Wahlmichlerinnen
    haben den Untergang gewollt und erhalten.
    Wie bestellt, so halt bekommen.

    Vorausgesetzt, das es sich nicht um Wahlbetrug handelt.
    Wer kontrolliert eigentlich Wahlleiter und die ihnen unterstellten
    IT-Computer-Fachleute betr. Wahlauszählung.
    Ist schon eigenartig, das bis auf einige wenige Prozentpunkte
    die Wahlanalyse um 18:00 Uhr fast identisch mit dem
    Endergebnis ist.
    Für mich ist und bleibt dabei, das von Wahlbetrug auszugehen ist !
    Die letzten Wahlen in Berlin haben es eindeutig gezeigt, wie
    Betrüger die Wahl manipulieren können.

    • @das von Wahlbetrug auszugehen ist !
      ein paar Prozent waren wohl immer drin, um das Ergebnis besser aussehen zu lassen. Schließlich war die folgende Politik ja auch ergebnisunabhängig !
      Aber von gravierenden Wahlfälschungen gehe ich erst seit Schröder aus – oder glaubt jemand ernsthaft, daß der mit 5000 Stimmen Unterschied Kanzler werden konnte.

  3. Solche Ranglisten können in Zeiten von Massenmigration auch als Waffe gegen das jeweilige Land genutzt werden.

    Ich gebe darauf absolut nichts.

  4. Was soll denn an dieser durchsichtig manipulativen Einstufung glaubhaft sein?
    Zitat:
    „Wer jedem Einwandernden unbeschränkten Zugang zu den sozialen Sicherungssystemen gewährt und zudem noch die Steuern der eigenen Bürger weltweit als Wohltäter verschenkt, muss in der Beliebtheit zwingend steigen.“

    Ob diese Einschätzung mit dem Begriff „Beliebtheit“ zutreffend wiedergegeben wird, bezweifle ich entschieden. Man mag sich über die Einfalt, Dummheit, Blindheit eines derartigen Staates bzw. seiner Regierung freuen, aber es ist schon zweifelhaft, ob sich diese Beliebtheit/dieses Wertschätzen überhaupt auf diesen Staat als Abstraktum beziehen kann oder sich gar auf dessen Landsleute erstreckt und ob diese Beliebtheit nicht vielmehr dem eigennützigen Zweckdenken der Nutznießer entspricht. So gesehen wäre jeder ausländische Staat, der mir grund- und anlasslos eine mittlere Zusatzrente zukommen ließe, konsequenterweise auch bei mir „beliebt“ – unabhängig von meiner sonstigen Einschätzung dieses Staates.

    Hinter dieser ausgerufenen Lobhudelei steckt vermutlich die Absicht, den Deutschen die bislang erfolgreich verdrängte Selbsterkenntnis zu erhalten und sie auch weiterhin in ihrer selbstgefälligen Passivität verweilen zu lassen. Man soll unterstellen, dass es nach der sich drastisch abzeichnenden Talfahrt wie auf einer Achterbahn anschließend wieder steil aufwärts gehen würde. Leider gibt es aber auch Abstürze, die lediglich mit einem brutalen Aufschlag auf dem Boden enden. Und genau einzig dafür sprechen sämtliche gegenwärtige Daten.

    Dass Deutschland im Unterschied zu den USA auf eine lange Kulturtradition zurückblicken kann, tröstet da nur wenig.

    • „Hinter dieser ausgerufenen Lobhudelei steckt vermutlich die Absicht, den Deutschen die bislang erfolgreich verdrängte Selbsterkenntnis zu erhalten und sie auch weiterhin in ihrer selbstgefälligen Passivität verweilen zu lassen.“
      Nicht vermutlich, sondern zu 100%

  5. Man hat es in der sehr jungen Geschichte Deutschlands zweimal geschafft denselben Fehler zu begehen. 1945 war man pragmatisch mit den Mitläufern, Opportunisten und Duckmäuser der National Sozialisten und 1990 mit denen der SED, und in einigen Jahren wird dasselbe Volk den selben Pragmatismus wieder aufleben lassen wenn es um die Aufarbeitung der Transatlantischen Neu Liberalen Faschistischen Diktatur geht; ein Deutscher Staat scheint nicht in der Lage zu sein Europa nicht ins Unglück zu stürzen , es wird Zeit, dass dieses gescheiterte Experiment aus dem 19. Jahrhundert ein Ende findet. Nieder mit Deutschland, erwachet Deutsche Länder

  6. Was merkwürdigerweise in diesen Kommentaren gar nicht vorkommt, ist das Staatsversagen, dass man in nunmehr über dreißig Jahren eben weder materiell noch ideell eine tatsächliche Deutsche Einheit hinbekommen hat! Was wir immer noch haben, ist die Schein-Einheit mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen und Wertungen. Wie sollte denn auch aus einem gelenkten „Beitritt“ eine vollwertige „Wiedervereinigung“ werden?
    Das Volk wurde nicht gefragt, die Verfassung übergangen, mit der Treuhand Gegengewichte billigst verscherbelt und entsorgt – das war’s!

    Genau dies zeigt, dass die Herrschenden kein Interesse am Volk, an seiner Identität, einer neuen Vitalität und seiner Kultur haben. Schon aus diesem Grund wurde gegen eine AFD ein durchweg zutiefst antidemokratischer Kurs gefahren. Deutschland als Interessent und Wirtschaftskraft in Europa – das geht nun gar nicht! Das Nationale war des Teufels – ideologisierte man in vollkommener Unkenntnis von Geschichte und Sieger-Ideologien. Deutschland sollte sein „Alleinschuld-Trauma“ pflegen und nicht die dahinterstehenden Lügen und Interessen erkennen.

    Entgegen einem Herrn Kohl mutmaßte ich um 1990, dass es wohl zehn Jahre dauern dürfte, bis die Unterschiede, die Gräben und das Verständnis für einander auf einer gemeinsamen Ebene zusammenwachsen würden. Zu naiv, wie ich heute natürlich angesichts der inzwischen gelebten politischen Anbiederung an die USA und NATO erkennen muss. Dort suchten die Dauer-Wessis ihren Halt und ihre Bestätigung. Ich bin selbst „Wessi“, hatte aber lange Zeit Gelegenheit, im „Osten“ zu arbeiten, mich umzusehen und zuzuhören.

    Man will kein “Deutschland“! Und da sind sich Amerikaner, viele europäische Staatenlenker und vor allem die großmäuligen deutschen Grün-Bornierten einig. Während man bei anderen Staaten wirtschaftliche und historische Gründe als ursächlich ansehen kann, ist es bei den deutschen Grünen ihre ideologische Dummheit, mit der sie meinen, durch ein „verherrlichtes „Europa“ ein „moralisch besseres Deutschland“ schaffen zu können. Doch ohne wirtschaftliche Basis gibt es für niemanden einen Grund da etwas zu verherrlichen. Es ist eben zu schlicht und falsch gedacht, wenn man ringsum nur auf national geprägte Interessen und Strategien trifft. Aber um das zu erkennen, müsste man ja etwas Bildung, Gespür und Verstand haben….

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