Generation Greta zieht in den Krieg

FFF-Bundessprecherin Pauline Brünger letzten August, beim am-Klimawandel-Verzweifeln (Screenshot:Twitter)

Ein Foto von Luisa Neubauer wird derzeit in den sozialen Medien herumgereicht – es zeigt sie gelangweilt an die Wand eines Aufzugs gelehnt, betont schlicht (aber teuer) gekleidet, darunter ist ein Solidaritätssticker mit der Ukraine angebracht. Das gehört sich jetzt so, das ist woke. Vielleicht gibt es bald auch welche mit Glitzersternchen. „Ey, Mandy-Chantal, ich weiß zwar nicht, wo diese Ukraine ist, von der jetzt alle labern, aber der Sticker ist schon geil!” – „Ja, morgen kleben wir uns alle vor der russischen Botschaft auf den Boden, um ein Zeichen gegen den Krieg zu setzen!” – „Da kann ich leider nicht, Moms SUV ist beim TÜV und ich versau‘ mir doch nicht die Klamotten in der U-Bahn!”.

(Screenshot:Instagram)

Während meine Generation dunkle Wolken am Horizont aufziehen sieht – oder wahlweise auch schon Atompilze über deutschen Städten -, ist die „Generation woke” jetzt erst einmal mit dem Setzen von Zeichen beschäftigt. Im Falle von Friedensdemos ist das sogar eine gute Sache, denn plötzlich könnten sich Lauterbach-Fans und „Querdenker“, an einem Strang ziehend, Seite an Seite wiederfinden: Wenn nämlich die Erkenntnis reift, dass in der Welt Gefahren existieren, gegen die Corona doch tatsächlich ein Schnüpfchen ist. Matthias Matussek bringt es auf den Punkt:

(Screenshot:Twitter)

Hat übrigens Karl Lauterbach Putin schon darauf aufmerksam gemacht, dass radioaktiver Fallout ganz üble Mutationen des Corona-Virus auslösen könnte? Wahrscheinlich ist das seine ärgste Sorge derzeit.

Natürlich hören unsere Alltagssorgen mit der Ukraine-Krise nicht auf – aber ich frage mich, ob allen Haltungszeigern klar ist, was noch auf uns zukommen könnte, nachdem Deutschland sich den Sanktionen gegen Russland nun in vollem Umfang angeschlossen hat. Es geht mir dabei nicht um eine moralische Bewertung, sondern einzig allein um das Nachdenken über Konsequenzen. Eine Luisa Neubauer wird in ihrem wohlhabenden Elternhaus nicht viel davon zu spüren bekommen; ihre Anhänger allerdings schon – und wenn die Konsequenz daraus nur die ist, demnächst wieder zur Schule laufen zu müssen.

In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm,
sie lassen ihre Panzer im Parkhaus steh’n
und woll’n im Café Kranzler Sahnetörtchen sehen.

Das sang Udo Lindenberg in den Achtzigern, das Lied geht mir seit ein paar Tagen im Kopf herum. Die deutsche Wokeness zeigt derzeit nämlich wieder mal ihr hässliches Gesicht: Auch ohne Panzer werden Russen bereits jetzt in manchen Gastronomiebetrieben nicht mehr bewirtet – um „ein Zeichen zu setzen”. Man könnte sein Lokal auch zur neutralen Zone erklären, als Mini-Schweiz, in der hier lebende Russen und Ukrainer ein Friedensbier miteinander trinken könnten – da es nun wirklich nicht nötig ist, dass sich auch die hier Lebenden in die Wolle bekommen; aber nein: Wenn deutsche Gutmenschen ein „Zeichen” setzen wollen, läuft das meist auf einen Tritt nach unten hinaus.

Tritt nach unten

AfD-Wähler, Ungeimpfte und nun auch noch Russen – man macht sehr deutlich, wie wenig man am Dialog interessiert ist. Den sollen bitte nur Putin und Selensky führen – vielleicht mit weiser Mediation durch Annalena Baerbock. Ein Edeka-Markt in Kiel hat sogar Putin höchstpersönlich Hausverbot erteilt. Es ist so herrlich, wenn man Haltung zeigen kann, ohne dass es etwas kostet!

Das Zeigen von Haltung hat derzeit auch in den sozialen Medien wieder Konjunktur; wir kennen das Phänomen bereits von Corona: Wahlweise wurden Impfskeptiker oder Impffreunde entfreundet. Jetzt wird die korrekte Haltung zu Putin abgefragt. Grautöne gibt es dabei nicht – so als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit, gegen den Einmarsch in die Ukraine zu sein und mit den Ukrainern zu fühlen, aber trotzdem über mögliche Fehler der westlichen Politik nachzudenken. Hinter Haltung kann man sich nämlich auch großartig verstecken (und sich dann ein paar Jahre später wundern, warum wieder niemand etwas gelernt hat).

Doch Haltung als Diskussionsbremse nutzt niemandem etwas. „Generation woke“ will um jeden Preis alles richtig machen und sich jedem Trend anpassen. Den wenigsten ist dabei klar, dass Haltung ohne die Bereitschaft, auch einen eigenen Preis zu bezahlen, nichts wert ist und einen auch nicht eben vertrauenswürdig macht. Welches Thema wird morgen welches Signal in der Öffentlichkeit erfordern? Da müssen wir schon aufpassen, nicht eines Tages das falsche Fähnchen in den Wind zu hängen.

18 Kommentare

  1. Ist das was wir heute Haltung einen, nicht das was man früher als Ideologie bezeichnet hätte?
    Bezeichnend ist es Haltung nicht zu hinterfragen, die eigene Ideologie nicht auf den Prüfstand stellen – könnte sich sonst herausstellen, das die aktuelle Welt doch reichlich komplex ist und Haltung weder fragen beantwortet noch Verständnis fördert?

  2. Und warum schickt man nicht endlich Anastasia Biefang mit der gefährlichen Einhorn-Waffe in die Ukraine?

    Putin würde vor Lachen tot umfallen. Es sei denn, er kann sich in einen Darkroom retten.

    „Bundeswehr Einhorn Attrappe -18+“
    https://youtu.be/8wG24Of4AKI

  3. Ich habe es satt, mir vom Wohlstand verwöhnten Gören + Bubis mein Leben
    u.v.a. vorschreiben zu lassen und mir quasi in meinen Geldbeutel durch irrationales
    greifen zu lassen.
    Die, die auf großes Geschwätz machen, sollten erst einmal was vernünftiges
    arbeiten gehen und sich aktiv am Brutto-Sozial-Produkt beteiligen.
    Arbeit, ehrliche Arbeit am besten mit den Händen und nicht dummes rum geschwurbel,, macht den
    Kopf und die Sinne für die Gemeinschaft und die Ratio wieder frei !
    Einfach nur dumm, was diese Typen machen und noch dämlicher sind Politiker, die
    auf den Unsinn einsteigen und sich von ihnen vor sich hertreiben lassen !
    Es war schon immer so und wird auch immer so bleiben, je höher geboren, je wirrer im Kopf !

  4. Das Rad der Welt dreht sich immer weiter:

    – Die Generation, die alles aufbaut
    – Die Generation, die das Häuschen von der Oma versaufen
    – Die Generation, die mit Krieg ALLES vernichtet

    Und das Ganze wieder von vorne – gehe nicht über Los und ziehe nicht den Lohn ein – es gibt keinen !
    Den muss man wieder erarbeiten!!

    Traurig, was wir mit unseren Gretas und Neubauers gemacht haben. Grüne Landschaften, die sogar
    die Kühe meiden.

  5. „Tritt nach unten
    AfD-Wähler, Ungeimpfte und nun auch noch Russen – man macht sehr deutlich, wie wenig man am Dialog interessiert ist.“

    Das war schon Jahre / Jahrzehnte vor der Gründung der Fake-Alternative so, da waren viele Schneeflocken noch nicht mal in der Lage in eine Windel zu kacken.

    Aber das müssen sie alles nicht mitbekommen haben.

  6. die gleichen Protagonisten wie im WW1 und WW2. Die beiden Hauptbeteiligten haben die Vorzeichen gewechselt und der 3. (der Strippenzieher) ist der Gleiche.

  7. Da hätte ich doch auch mal ne Mission für unsere Schneeflöckchen:
    Ab morgen (den Rest des Lebens!) die 10 Gebote halten!

  8. Diese Generation Schneeflöckchen kennt nur HopsasaundTrallala und für den Rest gibt es ja immer eine App. Würden die Russen in Deutschland einmaschieren, wären sie heute schon in Paris und unsere ach so tolle Klimajugend würde sich an den Panzern festkleben.
    Ein Teil der Ukrainer hat wenigstens noch Eier in der Hose, während der andere Teil doch lieber Fersengeld gibt und sich in den Schoß der Deutschen Klimakids begibt. Wenn genug Blutzoll gezahlt wurde, kommen alle wieder und feiern ihre neu gewonnene Freiheit.
    Das ist die wahre Haltung der Generation VERWÖHNT!

  9. Die Urkatastrophe für Deutschland,die Vernichtung des Wehrdienstes trägt jetzt seine Früchte.

    Anstatt ihn zu streichen,hätte man kinderlose Frauen auch einziehen müssen,um die liebe zum Land zu lernen.
    Anstatt sich zum parasitären Staatshasser zu entwickeln.

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