Samstag, 20. Juli 2024
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Kreative Beschimpfungen, bitte!

Kreative Beschimpfungen, bitte!

Stegner & Friends: Die Trolle lauern überall (Foto:Imago)

Gerade habe ich mich offiziell bei Ralf Stegner beschwert. Der auch als “Pöbel-Ralle” bekannte SPD-Politiker lässt in letzter Zeit ein wenig seine übliche urwüchsige Kreativität vermissen, wenn es um die Beschimpfung von politischen Gegnern geht, also sogenannten “Rechten“. Die Verunglimpfung von AfD-Wählern als “Bagaluten” atmete noch den rauen Charme eines Kapitän Haddock, nun aber ist Ralf Stegner zu langweiligen Standard-Beleidigungen übergegangen. Das verletzt meine Gefühle als mutmaßliche Verfassungsfeindin. Man fühlt sich als Schurke der Nation nicht mehr genügend wertgeschätzt. “I feel offended” würden woke Aktivisten sagen. Selbst die Römer priesen stets die Stärke ihrer Feinde, um ihre Siege grandioser erscheinen zu lassen. Caesar wäre nie auf die Idee gekommen, Vercingetorix als “Troll” zu bezeichnen, denn das wäre auf ihn zurückgefallen.

Die etablierte Politik befindet sich hier in einer Zwickmühle: Wie einst Sigmar Gabriel, möchte sie uns “Rechte” gern als ungebildetes, primitives Pack dastehen lassen, mit dem der Normalbürger sich nicht gemein machen will. Damit wirkt die Opposition aber ungefähr so gefährlich wie die Panzerknacker aus den “Lustigen Taschenbüchern“, die immer wieder daran scheitern, Dagobert Ducks Geldspeicher auszuräumen. Die Übernahme der Weltherrschaft traut man uns so nicht zu. Also muss man die Gefährlichkeit anderweitig in die Höhe schrauben. Wer sich dagegen wehrt, nimmt angeblich ungerechtfertigt die Opferrolle ein. Zum Glück fallen immer weniger von uns auf dieses Spiel herein und lassen sich provozieren. Wie auch? Ob Ralf Stegner, Ruprecht Polenz oder Claudia Roth: Die Vorwürfe lesen sich so, als hätten sie stets die gleiche Checkliste von Stichworten auf einem Klemmbrett abgearbeitet. Da kommt weder Neues noch Substanz.

Dabei werden sie doch selbst so gern gehasst. Das wertet die eigene Wichtigkeit enorm auf. Da wird jede kritische Antwort zum Shitstorm erklärt und jeder Nutzer mit anderer Meinung zum “Trollaccount” aufgeplustert. Diese gibt es wirklich, aber bisher habe ich so etwas nur von links erlebt. Zum Beispiel von Facebook-Accounts, die nur eingerichtet wurden, um auf anderen Seiten zu stänkern. Und was von dort kommt, verdient meist vollkommen zurecht die Bezeichnung “Hasskommentar“. Da toben “die Guten” sich in der Anonymität des Netzes so richtig aus. Wenn man das zum ersten Mal selbst erlebt, kann einen das schon gehörig einschüchtern. Die Taten der “Hammerbande” zeigen schließlich, dass es politische Gewalt sehr wohl in der Realität gibt. Auch das “Zentrum für politische Schönheit” schreckt nicht davor zurück, blanken Psychoterror auszuüben. Meist bleibt es glücklicherweise bei Verbalattacken, die einen zum Aufgeben zwingen sollen. Es bleibt letztlich das befriedigende Gefühl, jemanden so richtig verärgert zu haben.

Wenn Stegner & Co. allerdings von Hassattacken sprechen, dann geht es meist um simplen Widerspruch, der höchstens einmal etwas rauer ausgedrückt wird. Als kürzlich ein junger Mann die neue Wärmepumpe seines Onkels in den sozialen Medien bewarb, erhielt er sarkastische Hinweise auf den von ihm nicht bedachten Stromverbrauch des Geräts. Prompt beklagte er, zum “Hassobjekt von Klimaleugnern geworden zu sein“. Was für eine Opferbereitschaft! Die Meisterin der Opferrolle ist und bleibt natürlich Sawsan Chebli, die sich bei jedem AfD-Erfolg an Leib und Leben bedroht fühlt. Was für ein riesiges Ablenkungsmanöver!

Netter Versuch…

Diejenigen, welche die Breite des Meinungskorridors in Deutschland vorgeben wollen, suggerieren, sich im Widerstand gegen eine dunkle Bedrohung zu befinden. Das ist “Antifa light“: Während Linksextremisten ihre Straftaten als eine Art Notwehr verkaufen, will die Politik die Meinungsfreiheit einschränken, “um die Demokratie zu erhalten“. Netter Versuch – aber wer das glaubt, hätte wohl auch der DDR den Euphemismus vom “antifaschistischen Schutzwall” abgenommen.

Ich erwarte also etwas mehr Kreativität bei unserer Diffamierung. Man muss ja schon gähnen, wenn wieder einmal die Nazikeule ausgepackt wird. Jan Böhmermann hat das jetzt gegenüber der CDU getan, weil Friedrich Merz über eine Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene nachgedacht hat. Bei der CDU war man empört, die Keule so jäh entrissen und selbst über den Kopf gezogen zu bekommen. Man besann sich dann rasch, sich anständig zu benehmen: Guten AfD-Anträgen darf nicht zugestimmt werden, vielmehr sind sie abzuschreiben und als eigene auszugeben. Nicht nur bei den Beschimpfungen gehen also die Ideen aus, sondern auch bei sinnvollen politischen Maßnahmen. Richtig kreativ wäre es natürlich, auch mal mit uns zu reden. Aber darauf können wir wohl so lange warten wie auf gute Laune bei Ralf Stegner.

15 Responses

  1. war aber keine vom senat… oder….?
    Gruppenvergewaltigung durch “Dealer” im Görlitzer Park – Freund musste dabei zugucken
    Berlin-Kreuzberg. In den frühen Morgenstunden wurde ein Pärchen von einer “Gruppe Dealer” zunächst überfallen und ausgeraubt. Der Mann musste danach die Vergewaltigung seiner Freundin mitansehen. Von Januar bis Ende Juni gab im Görlitzer Park bereits acht Vergewaltigungen. Hinzu kamen 13 „weitere Sexualdelikte“. Weiterlesen auf bz-berlin.de
    ermitteln und kopfschuss,,
    …wer dagegen ist , von dem wird seine frau als pausenspass noch nachträglich zum treff im görlitzer park bei nacht angeboten…
    liebe dummbprger, wählt einfach alle afd und vorbei ist der schmäh…
    die nächste ist deine tochter frau schwester oder freundinnen – willst du das, nein, das sag es laut…

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    1. Leider gehen solche Delikte den meisten Dummschafen am Arsch vorbei, weil es hat ja nicht sie getroffen, sondern nur Irgendjemand. Erst wenn es richtig am Geldbeutel schmerzt, daß man nicht mehr ein noch aus weiß, dann beginnt vielleicht das Umdenken, doch dann ist es meist zu spät. Ich habe meine Konsequenzen gezogen und habe mich vor 3 Jahren vom Acker gemacht in den sonnigen Süden. Dort ist auch nicht alles Gold was glänzt, aber dieses Faschistentum gibt es dort nicht und außerdem ist das “Höllenklima” wounderbar angenehm!!

      1. so ist es! Der Ausnahmezustand, den wir seit 2015 erleben, funktioniert nur auf dem Boden systematischer Entsolidarisierung (Liberalismus, Materialismus, Egoismus, Hedonismus).

    2. heinz weiss: Raubüberfall und Massenvergewaltigung einer Kartoffel durch schutzsuchende Neger- oder Kuffnuckendealer ist immer auch ein Hilferuf! Sehen wir dem Sterben im Mittelmeer nicht länger tatenlos zu, fliegen wir die schutzbedürftigen Neger ein, wir sind bunt, wir haben Platz! Berlin sowieso.

  2. den buntflaschisten geht der (wähler)strom aus.. da haperts dann immer öfter mit der “kreativität”.

  3. Liebe Mirjam Lübke, vielen Dank für Ihren humorvollen Artikel. Es tut richtig gut, einmal wieder herzhaft zu lachen. Immerhin haben wir dies den haßerfüllten linken Heulbojen voraus. Die können das nämlich nicht. Selbst Böhmermanns angebliche Komik trieft vor Haß. Würde ich ihn mir im von uns zwangsfinanzierten Rundfunk (Dummfunk, kurz für Verdummungsfunk) ansehen, was ich mir erspare (ich bin doch kein Masochist), träte ich freiwillig einige Schritte vom Fernseher zurück, daß sein Haß nicht meine Schuhe beschmutzt. Zu allem Überfluß wird diesem Möchtegernkomiker immer wieder der Adolf(!)-Grimme-Preis für seine Zoten verliehen auf einer Inzestveranstaltung in Marl, bei der sich immer wieder dieselben Akteure aus der Journaille gegenseitig belobhudeln. Das ‘Adollf’ hat man inzwischen zwar aus dem Namen gestrichen, was aber gar nichts am Charakter dieser höchst zweifelhaften Veranstaltung ändert.

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  4. Der Textbaukasten der rot-grünen Bestmenschen aka Rotfaschisten von der Einheitspartei:
    – “Brandmauer gegen Rechts” (wahlweise “… AfD”)
    – “Hass und Hetze, menschenverachtend, …”
    – “Leugner, Verschwörungserzähler”, etc.
    – “Alle Demokraten müssen jetzt … bla bla”
    – “fremdenfeindlich, muslimfeindlich, populistisch”, usw.
    – “klimagerecht, -neutral, -freundlich”, etc.
    – “bunt, vielfältig, modern, weltoffen”, etc. pp.
    – “Wende”, in allen ideologischen Variationen
    – usw. usf.

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    1. Lieber Andras Kutsche, Sie haben das “WIR” vergesssen, denn jede dieser Aussagen, inszeniert inhaltlich und betonend, das “WIR”, es soll uns signalisieren, die WIR-Einheitsfront, der zivilcouragierten Mehrheit, für die man sich gängiger Weise hält. Es soll verdeutlichen, wie man von ganz oben, auf den bösen verächtlichen Pöbel der Minderheit, herabschaut. Wir die Guten, alle Anderen sind böse und müssen bekämpft werden. Semantisch hat man sich längst dem Sprachgebrauch aus dem III.Reich angeeignet, droht damit die einzig relevante Opposition zu bekämpfen, denn scheinbar hat es ja mit dem argumentativen Stellen, nicht geklappt.

  5. Schön geschrieben …!
    Mit Humor und Satire bis zur leider noch viel zu lange ausstehenden Bundestagswahl!

    Diese Gestalten sind doch gar nicht satisfaktionsfähig!
    Kein geifernder Hetz-Propagandisten kann einen denkenden Menschen wirklich beleidigen!
    Ihm das Wahre und Richtige entgegenzuhalten, verschafft keinerlei standesgemäße Genugtuung und entbehrt der Ernsthaftigkeit!
    Wer selbst keinerlei Würde und Anstand hat und dies anschaulich zeigt, erweist sich einfach jeglicher Antwort als unwürdig.

    Politik versteht sich als Austausch von sachlichen Argumenten und Umsetzungen. Ohne sachliche Argumente handelt es sich deshalb nicht um eine politische Angelegenheit, sondern nur um persönliches Gesabber.

  6. Bei solchen Typen muß man an diesen Spruch denken:
    WAS JUCKT ES EINE DEUTSCHE EICHE, WENN SICH EINE SAU DARAN KRATZT!

  7. Am schlimmsten ist der Schwachsinn und Irrsinn wenn er medial in affektierter Betulichkeit als Werte inszeniert wird und sie das in Artikeln und Talkshows zelebrieren. ” Es wird wiederkommen das Lügen , das Vertuschen, der Nebel in dem alles seine Konturen verliert ” sagte ja Bärbel Bohley vorraus. Aber das ist ja Dauersmog in der Surrealität.