Neues von Villarriba und Villabajo

Während Villariba noch schrubbt… (Screenshot:Youtube)

In Villarriba herrschen seit Wochen Windstille und Kälte. Dunkelflaute. Nachdem schon die angekündigten Herbststürme ausfielen, brennt nun auch die Erde nicht wie prognostiziert, sondern es droht der frostigste Wintermonat seit langem. Es ist offenkundig. Höhere Mächte strafen Villarriba für ständigen Fortschritt, Wohlstand, Fleischeslust. Entsetzt stellt man fest, dass ein einziger Spätherbstmontag 1 Prozent der gesamten Gasvorräte des Dorfes gefressen hat. In Villabajo (das ist das Gebiet außerhalb von Villarriba) sind diese Sorgen unbekannt. Das tut aber jetzt in Villarriba nichts zur Sache.

Was tun? Die in Villarriba geltende, hochangesehene Wissenschaft verweist auf fast vergessene, heteronormative Grundrechenarten und warnt den Dorfvorstand vor einer baldigen Gasmangellage. Daher warnt dann der in Mathematik nicht so bewanderte Dorfvorstand jetzt alle Bürger vor…? Einer Gasmangellage! Vor der hatte viele Jahre zuvor auch Villabajo schon gewarnt. Das tut aber jetzt nichts zur Sache. „Man muss jetzt nach vorn schauen!”, meint der Bürgermeister in Villarriba. Und da droht Gefahr. Zwar, so stellt er fest, seien alle Einwohner im Oktober/November „gut“ gewesen, vor allem das Rathaus…also vor allem das Rathaus…hätte selbstverständlich „ausreichend vorgesorgt“, aber nun müsse man eben „sparen“.

Schwachköpfe im Rathaus?

Einige besonders misstrauische Villarribaner zischeln jetzt mürrisch, die im Rathaus seien womöglich Schwachköpfe. Denn hätte man dort „vorgesorgt“, müsse man ja jetzt nicht warnen. Und „gut“ seien sie vorher im Dorf auch nicht gewesen. Denn Villarriba sei irgendwie schon lange nicht mehr gut in irgendwas. Nicht in der Schule, nicht beim Digitalen und nicht im Fußball. Auch im Oktober und November beim Sparen nicht. Da war es lediglich wärmer als üblich. Logik, meinen jetzt einige, ist gar nicht so divers wie gedacht sondern mehr so stringent.

Aber die meisten Villarribaner wissen, sie sind selbst schuld. Nein, nicht, weil sie ihre stets verlässlichen modernen Stromfabriken abgeschaltet, durch Ventilatoren und Bioschweinescheiße ersetzt und damit die besten Handwerker aus dem Dorf getrieben haben, sondern weil sie zuvor Jahr um Jahr immer besser, also in Sünde gelebt hatten. Deshalb wechselt sich jetzt die in Villarriba verursachte Wärme mit der in Villarriba verursachten Kälte plötzlich so ab, dass man im Rathaus kaum noch hinterherkommt. Nun ist den meisten Bürgern klar, das Glück hat sie verlassen.

Das Universum besänftigen

Es gilt, das Universum zu besänftigen. In dem man Buße tut. Opfer bringt. Sparen. Noch mehr sparen. An allem! Und vor allem – Zeichen setzen! Fotografen einladen, sich auf dem Marktplatz der Eitelkeiten einfinden, gemeinsam festkleben. Traurig nach oben gucken. Jetzt ist sie da. Die Stunde der bärtigen Propheten und der jungfräulichen Klageweiber. Der Untergang ist sicher. Jedenfalls in Villarriba. Dort war man zuletzt nicht mehr gut. Und damit seiner Zeit weit voraus.

Noch nicht alle haben das verstanden. Während in Villarriba Buße getan, auf Licht, Wind und Ablass gehofft wird, verlässt man sich in Villabajo wie immer auf sich selbst. Unbeirrt bastelt man dort an Wohlstand, Sicherheit, Kleinstreaktoren und Kernfusion, geradeso als ob es ein Morgen gäbe. „Teufelszeug!“, denken die in Villarriba Klebenden im Stillen, und „Böse wird’s enden!“. „Böse wird’s enden!“ denken die in Villabajo Lebenden. Und meinen Villarriba.

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6 Kommentare

  1. Dumme und schwachsinnige Politdarsteller, ein noch dümmeres Volk und schon fahren alle im Nebel mit Vollgas an die Wand. Geil oder?

  2. Gute Artikel, mit viel Fantasie! Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich Max Erdinger als Verfasser angedacht. Aber so ist es auch gut. 😉

    • Die werden doch schon gebracht.
      Ganze Länder werden geopfert.
      Die Spritzen beginnen, ihr Werk zu verrichten.

      Viele Menschen begehen Selbstmord, weil sie nicht mehr wissen, wovon sie leben sollen.

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