Persönliche Gedanken zu Meuthens AfD-Austritt

Jörg Meuthen: Inhaltlich völlig falsche Analyse (Foto:Imago)

Heute fällt es mir nicht leicht, diese Zeilen zu schreiben: Ich habe über drei Jahre – von Oktober 2016 bis Ende 2019 – für Professor Dr. Jörg Meuthen gearbeitet. Das war eine interessante, turbulente und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte, auch wenn sie mir einiges abverlangt hat. Es gibt vermutlich nur wenige Menschen, die in so jungen Jahren unter einem solchen politischen Permanentdruck standen, wie ich an seiner Seite. Und ich denke, daß wir in dieser Zeit auch viel für die Partei und für Deutschland erreicht haben.

Sein innerparteilicher Kurs in den letzten zwei Jahren war mir, der immer ein Verfechter eines integrativen Ansatzes war und ist, zu konfrontativ. Trotz Meinungsverschiedenheiten hat er mich aber immer fair behandelt. Das rechne ich ihm hoch an. Ich trenne hier bewusst die politische Ebene von der persönlichen. Mir gegenüber war er immer ein angenehmer Chef und ein guter Mensch. Jetzt nachzutreten, um sich innerparteilich zu profilieren, kommt für mich nicht infrage, wäre unanständig und entspräche nicht meinem Stil. Das erwarte ich umgekehrt auch von jedem, der aus der Partei austritt.

Seine analytischen Aussagen zur Lage der Partei, die ich gestern vernommen habe, teile ich nicht. Ich halte sie für völlig falsch.

Für die Zukunft wünsche ich ihm und seiner Familie alles Gute.

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17 Kommentare

  1. Jetzt sieht es ganz düster aus rechts der Union.
    Es gibt keine andere Möglichkeit als die AfD-Kröte zu schlucken, bis sich Alternativen auftun.

  2. Sehr fair! Was die Partei anbelangt, teile ich Ihre Worte. Niemand sollte zuguterletzt noch einen Schuss auf den oder die Anderen abgeben. Das ist beinahe infantil.

  3. Ich teile die Ansicht nicht wirklich. Dass es in der AfD ewig gestrige gibt, ist unbestritten. Dass man damit Schwierigkeiten haben kann, ist nachvollziehbar. Aber dass die Partei vollkommen daneben ist und liegt, das halte ich für übertrieben, denn wenn ein Partei für sich Demokratie in Anspruch nimmt, muss sie Andersdenkende dulden und verkraften können. Allerdings sind einige Punkte zu konservativ. Was mich an der AfD stört, ist, dass sie aus den Krisen im Land nicht mehr für sich und damit für ihre Wähler gemacht hat. Ist die AfD in der Opposition zufrieden, haben sich der Großteil der Abgeordneten bequem eingerichtet im Bundestag, was nicht verwunderlich wäre, denn die Tätigkeit, vor allem die Abwesenheit an den meisten Tagen, wird gut bezahlt. Die AfD hat Berufs- und Lebenspraktiker, keine ideologischen und faschistischen Schwätzer wie bei den linksgrünen Altparteien. Mehr an die Menschen ran, das Konservative einmal neu denken, oder loslassen. Sich für neue Ideen öffnen, auch wenn sie der Partei nicht gefallen. Dabei sich treu bleiben und die Linie nicht aus den Augen verlieren, denn Menschen haben ein feines Gespür für Schauspielerei. Vor allem die Jugend der AfD könnte hier einiges erreichen, denn gerade jetzt, wo Kinder und Jugendliche derart leiden, bräuchten sie Halt und eine Alternative.

  4. Dem schließe ich mich an, ich hatte Herrn Meuthen, Herrn Lucke und andere aus der ersten Generation persönlich kennengelernt. Der integrative Ansatz der Herr Meuthen verfolgte, in der Hoffnung im Spiel in Berlin mitmachen zu dürfen ist aus meiner Sicht eine Illusion. Die Wahlalternative, die letztlich zur AfD wurde war von Anfang an bekämpft, zuerst als Partei von Professoren und Theoretikern und dann selbst Lucke in die rechte Ecke gestellt. Ein Dialog auf Augenhöhe war und ist nicht vorgesehen. Im Gegenteil. Der Kampf wird mit immer perfideren Methoden geführt. Es geht und ging niemals um die Bürger, es geht nur darum die Agenda der EU und des WWF durchzuziehen. Mit allen Mitteln. Jeder Mensch der sich dagegen wehrt wird stigmatisiert und bekämpft. Herr Höcke repräsentiert dabei nur eine Nuance der AfD wie die anderen auch, er ist nicht die AfD. Genau wie bei den anderen Parteien. Ein Glück dass bei der AfD unterschiedliche Ansichten zu Wort kommen dürfen.

  5. Ich sehe das völlig tiefenentspannt. Es gibt Parteiein- und austritte, ein völlig normaler Vorgang. Das Problem bei der AfD waren immer ihre Parteichefs. Insofern hoffe ich, dass nunmehr Ruhe einkehrt und Weidel/Chrupalla diese Kette durchbrechen. Ich habe diese parteininterne Diskkusion um Abgrenzung (Rechts/Links) nie verstandenm, denn ich unterscheide nur zwischen Dummen und Schlauen. Die Schlauen sind in der AfD, der Rest ist in sich selbst und seinen jeweiligen parasitären Pseudoparteien gefangen. Jedenfalls ist es kein Verbrechen, wenn ein Volk an sich denkt, seine Interessen favoritisiert und verteidigt. Eine Partei die das vertritt und lebt, ist für mich sofort wählbar. Die AfD ist die einzige Partei, die in Deutschland noch solch ein Programm für das Volk hat. Das hängt unter anderem mit dem tatsächlichen Grund-IQ zusammen. Aus dem Grund würden solche ungelernten Figuren wie Kevin Kühnert, Ricarda Lang, Claudia Roth u Kathrin Göring-Eckardt auch in der AfD keine Aufstiegschancen haben.

  6. meuthen ist ein u-boot. das ist seit über zwei jahren klar. da ist zu lange in der afd gepennt worden. der hätte schon vor spätestens 1,5 jahren weg gemußt. übrigens professor… auf einer fh, nicht auf einer uni…

  7. Jörg Urban, Vorsitzender der AfD in Sachsen, bringt es meiner Meinung nach bezüglich der Causa Meuthen auf den Punkt:

    „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!“ (Facebook AfD Sachsen)

  8. @ Tomasz M. Froelich –
    bin zu 100% Ihrer Meinung –
    habe ihn persönlich gekannt noch zu FH Kehl Zeiten. Alles Ok.
    Man kann seine persönliche Einstellung und Meinung schon mal ändern, völlig legitim. Was J.Meuthen allerdings seit geraumer Zeit mit der AFD machte war blanke öffentliche Sabotage.
    Er hat sich auch privat völlig verändert, wurde durch seine 3 Frauen (aktuelle mit Migr. Hintergrund ) irgendwie moralisch mit Skrupel weichgekocht. Politisch nicht mehr nicht kompatibel.
    War auch mal als Start Up Gründer mit div. Kolleg/Innen und div. Konzept einer Meinung. Irgendwann war aber Schluss, habe das Unternehmen wegen div. strategisch geänderter Richtung verlassen. Aber nachgekartet habe ich nicht. Schluss fertig. (Große Uunternehmen machen dies genauso, ansonsten Reputation am Arsch!

    Deshalb ebenso: „Meuthens analytischen Aussagen zur Lage der Partei, die ich gestern vernommen habe, teile ich nicht. Ich halte sie für völlig falsch.“
    T.M. F. > Es gibt ein Sprichwort: Lieber ein Ende mit Schrecken… als……!

    Die AFD wird davon profitieren !

  9. High, spätestens jetzt zeigt sich bei Herrn Meuthen auch für die AfD-Mitglieder in der gesamten Breite seine deutliche Karakterschwäche, die ihn eigentlich schon immer als AfD-Mitglied disqualifiziert hat. Freundlichst Fiete

  10. ich denke der Herr Meuthen ist endgültig im Brüsseler Morast angekommen und hat die Vorzüge dieser ‚feinen‘ Geselschaft inzwischen soweit kennen und schätzen gelernt dass er sie sich bewahren möchte. Mit den konservativen Idealen mit denen die AfD aus der CDU hervorgegangen ist kann er sich in diesem Sumpf nicht frei bewegen. Das halte ich für den wirklichen Hintergrund seiner Entscheidung. Mir war er auch sehr sympthatisch aber wie so viele vermutlich auch er: ist man erst mal dabei passt man sich an.

  11. Schade, Meuthen hat nicht verstanden, wie Demokratie geht. Will er eine neue Partei gründen? Die anderen Parteien sind fertig.

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    Tomasz M. Froelich Man sollte doch jetzt endlich mal diese Frage nach Gottes auserwähltem Volk und seiner Rolle in der AfD stellen. Es ist an der Zeit.

  13. War die ganze Nacht am Überlegen, ob ich oder er sich so verändert hat. Vielleicht habe ich auch nach AfD-Gründung und den ersten Live-Auftritten des Professors innerlich zu viel erwartet und mehr Hoffnung gesehen, als tatsächlich erkennbar war. Die Vita des Herrn hat mich damals total überzeugt: Professor(!) Vater von 5 Kindern, geschieden – okay – ist heutzutag kein Kriterium mehr. Warum er so schnell nach Brüssel abgehauen ist, konnte ich auch nicht verstehen, Im Ländle gab’s doch genügend zu tun!

  14. Wie Herr Froelich seinen Chef beschreibt, war er als Mensch integer.
    Sein Rücktritt aus heiterem Himmel verleiht mir Bauschmerzen. Irgendwas ist da oberfaul. Aber was?
    Ich denke an Gaulands Worte vom gärigen Haufen.
    Wenn diese Partei nicht zur Ruhe kommt, hat sie ihre Einflussnahme nach außen verloren. Die Allianz der politischen Gegner profitiert davon und kann ihr zerstörendes Wirken fortsetzen.
    Die AFD hat vom Wähler einen Auftrag für das deutsche Volk erhalten. Ihr habt Verantwortung übernommen. In Zeiten wie diesen ist eine patriotische Alternative für unser Land wichtiger denn je.

  15. Dieser intellektuelle Ich-Mensch hat mit seinen Aktivitäten in und mit der AFD das für ihn falsche Pferd geritten. Stets war er besorgt über sein Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit als Mitstreiter bei der AFD. Im Gegensatz zu Alice Weidel, die keinen Hehl aus ihrer politischen Einstellung macht und sie auch leidenschaftlich vorträgt. Irgendwann kommt aber immer der Tag an dem man seine echten Ziele und Leidenschaften nicht mehr verbergen kann und die einen umgebende Fassade einreißen muß. Das hat er jetzt getan. Finanziell ausgezeichnet in Brüssel abgefedert, will er dieses Mandat natürlich behalten. Endlich ist Schluß mit seinen Reden in denen er für mich in der Hauptsache, wenn es nicht um innere Streitigkeiten ging, die politische Konkurrenz kunstvoll, rednerisch mächtig und kundig, verhöhnte und dabei wenige strategische, substanzielle Themen leidenschaftlich ansprach. Sein Abgang ist für die Partei nur der Verlust eines bekannten Mitglied. Aber wie heißt es so schön, „jeder ist zu ersetzen“. Es wird interessant.

  16. Wenn die Deutschen begreifen würde, dass es 2 Parteien gibt – die AfD, und den rotgrünen Block inkl. CDU, CSU – wären wir schon einen Schritt weiter.

  17. Meuthens erklärte Strategie die AfD koalitionsfähig mit der CDU zu machen wäre das Ende einer Alternative gewesen.Damit war aber klar ,daß Meuthen für die Führung einer Oppositionspartei absolut ungeeignet ist.Ich hoffe die AfD kann jetzt durchstarten.Es gibt sejhr viel zu tun.

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