Saarländer kegeln das „Milchgesicht der Spaltung“ aus dem Amt

Tschöö mit Ö: Das war’s für die Saar-CDU unter Hans (Foto:Imago)

Kaum ein deutscher Politiker steht so extrem für die gesellschaftliche Spaltung und radikale Ausgrenzung Ungeimpfter wie das „Backpfeifengesicht“ (Tim Kellner) Tobias Hans, ein Merkel-Protege und aalglatt-angepasster, chemisch gereinigter Provinz-Saubermann, der mit seiner Vita problemlos auch bei den Grünen hätte Karriere machen können: Studium abgebrochen, keinerlei Berufserfahrung, opportunistisch bis zum Erbrechen, ob es um Befürwortung der Impfpflicht (entgegen früherer Versprechen!) oder peinliche Benzinpreis-Showacts im Wahlkampf ging. Und auch wenn für die gestrige Riesenklatsche der Wähler an der Saar (die seiner CDU nur noch 28,5 Prozent zugestanden) andere, regionale Gründe ausschlaggebend gewesen sein mochten, so ist es doch legitim, Hans‘ Zerstörung als Karma für seine unterirdische Hetze gegen Ungeimpfte zu betrachten.

Unvergessen, was er im Dezember bei „Maybritt Illner“ im ZDF vom Stapel gelassen hatte („Es ist wichtig den Ungeimpften eine klare Botschaft zu senden: Ihr seid jetzt raus aus dem gesellschaftlichen Leben.”). Jetzt ist es Hans selbst, der raus ist – zumindest mal aus dem politischen Leben. Weniger als jeder zweite Saarländer traute ihm zuletzt noch die Kompetenz für sein Amt zu – ein Rekord-Minuswert selbst für das traditionell verfilzte und vermauschelte Saarland, wo Sachverstand noch nie so wichtig war wie die richtigen „Connections”. Ob Hans‘ Herausforderin und nunmehrige Kantersiegerin Anke Rehlinger von der SPD (die von der Höhe des eigenen Triumphs selbst überrascht gewesen sein dürfte und fortan, dank 43,5 Prozent Stimmen, mit absoluter Mehrheit regieren kann) hier einen nennenswerten Unterschied macht, darf getrost bezweifelt werden.

Blaupause für NRW

Was Hans in einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis (mittlerweile denkt er über Rücktritt nach) äußerte, könnte so wortgleich wohl auch für die CDU unter ihrem neuen Chef Friedrich Merz generell gelten: „Wenn man solche Zahlen sieht, will man am liebsten weg, den Kopf in den Sand stecken.” In der Tat gelang diesem (auch wohl wegen seines Kuschelkurses mit der Regierung und des deutlichen Fremdelns mit der Oppositionsrolle nach langen GroKo-Jahren unter Merkel, an die sich viele Unionspolitiker noch nicht gewöhnt haben) der erhoffte Neuaufbruch nicht. Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass in den Landtagswahlen die im Bund pfuschende Regierungspartei abgestraft wird – doch nicht diesmal. Was hier vordergründig an der Unperson Hans gelegen haben mag, droht deshalb sehr wohl auch in gut sechs Wochen bei den NRW-Landtagswahlen.

Wobei man beim gestrigen Resultat durchaus eine Abstrafung der Berliner Ampel-Parteien sehen kann, wenn auch nicht bei der SPD: Deren zwei Juniorpartner im Bund, FDP und Grüne, flogen alle beide – hochverdient – aus dem Saarbrücker Landtag; die Grünen ironischerweise, weil ihnen gerade einmal 23 einzelne Stimmen fehlten. Hätte da der eine oder andere der frankophilen Wohlstandsklientel der Saar-Grünen beim Wahlkampfabschluss nicht zu tief in die Crémant-Flasche geschaut, könnten jetzt einige angehende Zivilversager à la Emilia Fester auch im Saarland hochalimentiert die Landtagsbank drücken… doch nichts da. Auch die Linkspartei ist in den einstigen Stammlanden Oskar Lafontaines Geschichte – spätestens nach dessen Parteiaustritt waren die heillos zerstrittenen Saar-Linken ein Fall fürs parlamentarische 5-Prozent-Limbo. So verbleibt nun paradoxerweise ausgerechnet die AfD mit geringen, aber ausreichenden 5,7 Prozent als einige Oppositionspartei und dritte Kraft im Landtag.

16 Kommentare

  1. 100-5,7 macht 94,3%. Okay, davon könnte man die Stimmen der Basis noch abziehen, deren Ergebnis ich nicht kenne. Bleiben aber sicher noch über 90% Vollidioten, die den coronafaschistischen Einheitsblock gewählt haben.
    Ob da jetzt irgendwelche Dienstwagen ein wenig anders verteilt werden, ist völlig latte! Wasser auf den Mühlen der Impflamisten.
    Deutschland ist einfach nur zum Kotzen, in allen umliegenden Ländern wird anders gewählt, bzw. brodelt es so, daß der Wahnsinn zumindest vorübergehend zurückgenommen werden mußte. Nur die Deppendetsen, die wählen fleißig weiter ihre Faschisten und winseln geradezu nach erzieherischen Maßnahmen ihres durchgeknallten Psychowärters, Klabauterbach.
    Einfach nur abartig!
    Hier hilft wirklich nur noch Totalzerlegung von Außen, wenn in den zivilisierten Ländern, also allen, außer Deutschland, man die aktuelle Rolle der BRD erkennt und den Laden hier wieder besetzt und auflöst!

  2. Danke für diese Nachricht.
    Es sind schlechte, sehr schlechte Nachrichten. „Die Partei“ wurde wiedergewählt.
    Wahlbeteiligung von ca 61%

    Sehe ich das richtig, daß 26% aller Wahlbeteiligten, für eine absolute Mehrheit der SPD ausreichten?

    Ich würde das Ergebnis, mit „Eyes wide shut“ zusammenfassen!

    Gute Nacht, das Licht geht demnächst von alleine aus.

  3. na ja – aber die Sozen waren nicht die beste Idee, die sie da hatten. Da haben sie den Fahrer gewechselt, nicht aber den Fahrplan !
    Da hätten sie damals auch zu Frankreich gehen können !

  4. Das zeigt nur, das sich die politische Sichtweise in der Bevölkerung nicht geändert hat. Sie hat sich nur auf eine andere Führungskraft ausgerichtet. Und das Problem gilt zumindest für ganz Deutschland. Es ist völlig egal welche politische Partei in den Parlamenten die Regierung oder eine Koalition bildet. Beide Parteien CDU und SPD tragen die Hauptverantwortung am Niedergang in Deutschland. Beide Parteien stehen für Aufrüstung und damit nicht für Frieden sondern für Krieg. Natürlich um den Frieden mit Waffengewalt zu schützen. Deshalb wurden ja auch alle Verhandlungsgrundlagen mit Russland nicht nur auf Eis gelegt sondern vorsätzlich zerstört. Frieden sichern dürfte anders gehen. Ob da überhaupt ein Unterschied möglich ist Herr Löwengrub, wage ich auch zu bezweifeln. Die SPD war schon immer eine Kriegspartei auch in den bis dato dunkelsten Zeiten in Deutschland hat sie geholfen Kriege möglich zu machen und dafür ihr eigenes politisches Klientel umbringen lassen. Die SPD ist weder sozial noch demokratisch sondern eher eine sadistische Partei der Dämonen. Kurt Tucholsky wusste das schon in den 1920iger Jahren. Und die CDU hat den Faschismus in Deutschland erst wieder hoffähig gemacht. Sie fing als Reformpartei gleich nach dem 2. WK damit und wurde dabei, wen wunderst eigentlich noch, von den Alliierten und der SPD selbst unterstützt. Die Frage müsste eigentlich lauten wieviel Verarsche halten die Völker zwischen zwei Kriegen aus um sich dann mit und ohne militärisches Kriegsgerät umbringen zu lassen? nur noch ein Hinweis zu dem Thema. Ich halte alle Bundestagsparteien für korrumpiert von ganz Links bis ganz rechts. Politik sollte die Grundlage für ein lebensfähiges Land sein, dessen Wirtschaft, wirtschaftet und dessen Ergebnisse daraus allen zu Gute kommen sollte. Wirtschaft hat in der Politik nichts zu suchen. Und das Finanzwesen muss grundlegend in die Hände des Staates übergeleitet werden um die Finanzströme zu kontrollieren. Auch das Finanzwesen muss grundlegend nur die Finanzinteressen seines Landes stehen und nicht für die Finanzströme in private Taschen. Aber ich denke da bin ich wieder ein einsamer Rufer in der Wüste.

  5. Die Wahl im Saarland war keine Wahl pro SPD sondern contra CDU.

    Hier ein schönes Video von Tim Kellner:

    „+++ALARM -Wahlspezial! – WARNUNG vor Tobi „Backpfeifengesicht“ H.!“
    https://youtu.be/Rw7TvawAa_g

    Wobei ich weder für „Milchgesicht“ noch für „Backpfeifengesicht“ sondern für „Feuermelder“ bin.

  6. Der Einfluss der Länder auf die politische Situation in Deutschland ist zwar äußerst gering, vor allem dann, wenn ein Land finanziell ohnehin zu den „Nehmer-Ländern“ im Finanzausgleich gehört, aber immerhin kann die SPD mal vorführen, was sie mit einer absoluten Mehrheit anfängt.

    Bei Koalitionen ist ja bekanntlich immer der ehemalige Partner schuld, dass keine wirklichen Verbesserungen erreicht werden konnten. Diese Ausrede fällt so eben weg und man sieht, welcher Unterschied überhaupt zwischen den angeblichen Alternativen CDU oder SPD bzw. den üblichen Gemischtwarenläden bestehen soll …

    Ob die AfD tatsächlich einmal zu einer ernstzunehmenden Alternative werden kann, erscheint neuerdings ziemlich fraglich.

  7. Jetzt kommen die Saarländer vom Regen in die Traufe. Sie kann ja nicht sagen, dass sie unschuldig an den Zuständen im Saarland ist. War ja, wie ich las, mit in der Regierung, wenn ich Wikipedia richtig interpretiere. Die Wahl zeigt aber etwas ganz anderes: Egal was ist, das Wahlvolk will „weiter so“ in den Grundlinien der vorgegebenen Politik gegen die Interessen des deutschen Volkes.

  8. Schadenfreude soll ja gleich nach der Vorfreude die schönste Freude sein. Und ich habe mich von Herzen für das „Backpfeifengesicht“ gefreut. Wenn einer es verdient hat, dann er. Aber kaum gibt es mal was zu freuen in dieser bunten Republik, da kommt auch schon der nächste Dämpfer. In diesem Fall die überwältigende Mehrheit für die SPD. Na dann, Genossen, immer voran und weiter so. Das ist bestimmt schon Stockholmsyndrom. Die Ärmsten, dabei sind die Saarländer eigentlich ganz nett. Sehr traurig so eine psychische Erkrankung.

  9. Der Faschismus ist auch bei dem Typen eingekehrt.
    Es ist völlig richtig, das diese Visage von den Wählern politisch terminiert wurde.
    Frage mich allerdings nunmehr, wo kommen denn die vielen Wählerstimmen
    für weitere Faschisten, sprich Spezialdemokraten her?
    Wahlmanipulation, ik hör dir trapsen.

  10. Frau Rehlingers erste Belastungsprobe wird die das Weiterbestehen des Ford-Werkes in Saarlouis werden.

    Bleibt Ford im Saarland, oder produziert man in Spanien etwa doch günstiger?

    Es stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

  11. Die Mehrheit der Deutschen liebt den Untergang, die pure Lust an der Apokalypse. Sie wählen ihre eigenen Schlächter, immer wieder.
    Allerdings verstehe ich nicht wie eine absolute Mehrheit mit 26% und einer Wahlbeteiligung von 60 % möglich ist. 40 % haben gar nicht gewählt, denen ist es wohl scheißegal wer da regiert, hauptsache die Alimente, sprich Harz4 sprudeln weiter.
    Wir werden eigentlich im ganzen Land von einer elitären Minderheit regiert, die sich gottgleich fürs regieren berufen fühlt. Na denn immer weiter Richtung Abgrund und dann im freien Fall unten aufschlagen.
    Könnte für die meisten unangenehm werden!

  12. Wer wählen geht, will das System so, wie es ist.
    Keiner der Wähler hat eine Wahl.
    Aber sie begreifen es nicht.
    Es ist scheißegal, wer eben irgendwelche Ämter innehat. Jeder von denen bekämpft das eigene Volk.

      • Ich will ihnen ja nicht zu nahe treten. Würden sie das mal näher erklären? Ich sehe in dieser Partei eine der Systemtreuesten, die sich nur auf das nationale beruft um sich von anderen zu unterscheiden. Ihre Interessen sind dem Finanz und Wirtschaftskapital genauso nahe stehend wie die der anderen Parteien. Und ihr Bekenntnis zur Nato unterstreicht, das sie dazu gehört. Im übrigen sind gerade aus vielen Parteien des Bundestages die Leute in die AfD gelaufen von links bis konservativ zusätzlich derer die sich rechtsextrem nennen. Und sie bekleiden wichtige Posten in dieser Partei. Also was ist da anders?

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