Satire-Gegendemo: „Vertraut der Regierung – sie will euer Bestes!“

Teilnehmer der vorgestrigen Satirekundgebung vor der Heidelberger Heilig-Geist-Kirche (Foto:privat/Geschinski)

Ansage hat schon mehrmals am Beispiel der altehrwürdigen Neckarstadt Heidelberg über den Corona-Widerstand, die Aktivitäten der Spaziergänger und ihre Erfahrungen mit Polizei sowie Gegendemonstrationen berichtet. Was letztere betrifft, so hat es das woke Bündnis „Progressives Heidelberg” trotz mehrerer fast schon verzweifelter Anläufe und der Unterstützung fast aller Heidelberger Parteien bislang nicht fertiggebracht, eine nennenswerte Demo gegen die „bösen Spaziergänger” und „Coronaleugner” zu organisieren. Typische Flyer-Aufrufe dieser Gegenbewegung, wie sie vor allem in der Heidelberger Weststadt – dem Biotop aller Schneeflöckchen, Lastfahrradfahrer, Rastalockenträger und Duttmänner – verteilt werden (so auch letzte Woche wieder), sehen in etwa so aus:


Doch wie überall in Deutschland will kaum einer dem erbarmungswürdigen Häuflein linker Sektenbrüder und Impf- wie Maßnahmenverherrlicher folgen. Deshalb dachten sich in Heidelberg die Spaziergänger und Montagsdemonstranten mitleidsvoll dies: Warum sollten die „Coronaleugner” nicht einfach ihre eigene Gegendemonstration organisieren? Gesagt, getan – geboren war die Idee einer Satire-Kundgebung, mit der die „zivilgesellschaftliche” Gegenbewegung vorgeführt werden sollte.

Was auch prompt gelang. So versammelten sich vorgestern Abend an der Bismarck-Büste im Heidelberger Stadtzentrum die ansonsten gegen Impfpflicht und Coronaterror protestierenden Spaziergänger – diesmal allerdings ausnahmsweise einmal in der Maskerade „staatstreuer Bürger”, um dort Karl Lauterbach („der größte Stecher Deutschlands”) und seinesgleichem öffentlich zu huldigen und die Regierung zu unterstützen – wenn es denn sonst schon keiner tun will. Vom Bismarckplatz ging es sodann durch die Hauptstraße; dabei schleuderten die Aufrechten den ebenfalls zugegeben verschwurbelten „normalen“ Spaziergängern das entgegen, was Grüne und Linke schon immer gern sagen wollten, aber sich nie getrauten: „Gesellschaft spalten, Macht erhalten!”, „Lieber Hass und Hetze als die alten Grundgesetze” und „Tagesschau macht schlau!”. Die Wirkung wurde unterstrichen durch eine ganze Reihe origineller Plakate mit verschiedenen Motiven: „Boosterzwang ein Leben lang” und „Deutschland den Geimpften – Ungeimpfte raus!” lauteten einige der Slogans der obrigkeitshörigen staatstreuen Bürger.

Seine Inzidenz Willkürzner I. gibt sich die Ehre

Lob gab es auch für die „guten“ Gegendemonstranten und dafür, dass endlich wieder viele deutsche Bürger so toll mitmachen bei den staatlichen Zwangs-Schutzmaßnahmen und bei der Diskriminierung Unbelehrbarer und Ungeimpfter. Folgerichtig forderten die Demonstranten noch mehr Ausgrenzung Andersdenkender. Auf dem durch die Polizei vor den staatsgefährdenden Spaziergängern abgeschirmten Marktplatz fand dann der Höhepunkt der regierungstreuen Demo statt: die Krönung von Winfried Willkürzner I., der auf den Stufen des Rathauses umgehend verschärfte Corona-Maßnahmen ankündigte – was seine Untertanen schlagartig in größtes Entzücken versetzte. Der Jubel kannte keine Grenzen, als der neue Kurpfälzer König („Ich arbeite nur mit den besten Kurpfuschern zusammen”) Dr. Karl Lauterbach zum neuen Hofarzt für Volksgesundheit ernannte. Seine Inzidenz Willkürzner I. führte danach den Krönungszug durch die Hauptstraße zurück zum Bismarckplatz, wo die Huldigung der Regierung mit dem gemeinsamen Absingen des Liedes „Die Partei, die Partei, die hat immer recht” ihren würdigen Abschluss fand.

Die Demo hielt in ihrer grotesken Überzeichnung so manchem obrigkeitshörigen Regierungsfan den Spiegel vor und zeigte auf, was in diesem sogenannten „Pandemie-Regime” (Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann) alles so entsetzlich falsch gelaufen ist. Denn wie viele Bürger waren – bitterernst und ganz ironiefrei – nicht in den letzten zwei Jahren bereit gewesen, vor lauter Angst oder aus blindem Vertrauen in die Regierung auch noch die bizarrsten Grundrechtseinschränkungen hinzunehmen? Sicher ist: Erschreckend viele.

Trotz dieses ernsten Hintergrunds machte die Satire-Demo auch viel Spaß – und zwar nicht nur den Teilnehmern: Viele Passanten schmunzelten, lachten oder klatschten Beifall, sobald sie den hintergründigen Sinn der Demonstration verstanden hatten. Eine Dame schnappte sich sogar ein Schild und schloss sich spontan der Versammlung an. Ein Stück weit hinter der angemeldeten Satire-Demo liefen übrigens die echten Spaziergänger, 350 an der Zahl. In ganz Baden-Württemberg waren es auch an diesem Montag wieder Zehntausende.

 

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8 Kommentare

  1. Wie geil ist (oder wäre?) das denn?
    Wo ist Titanic, der Postillion und das komische Zentrum für politische Komik, wenn man die mal braucht?

  2. Klasse Idee. In Cottbus hatten sie auch eine, sie haben zwei Durchsagen an die Polizei gemacht, nicht umgekehrt. Geht doch.

    • Genau so, Winfried, sollte man es machen: Gute Sachen kopieren und kreative, neue Ideen mit einfließen lassen. Das verwirrt sie und zeigt Wirkung!

  3. Die Medien sind alle samt zur Schrottpresse verkommen. Es bleibt nur die freie Presse, welche einem nicht vorlegt was gut und schlecht zu sein hat, sondern es selbst in Betrachtung des Leser liegt zu entscheiden. Was wirklich positiv oder negativ ist, wird nur noch verdreht als Interessenkonflikte genutzt. Bei diesem Nährboden, gehen zu erst die Wurzeln ein, bis die Baumkrone verwelkt und Letzt endlich der Stamm verfault. So stirbt der Lebensbaum und was bleibt ist die Unmenschlichkeit. Das ganze System ist betroffen, verursacht von Interessen von Macht und Kapital einer korrupten Struktur, welche die Führungspostionen unterlaufen haben. Und die Narzissen(Nazis) werden damit nicht einmal auf hören, selbst wenn sie bereits verloren haben. Stoppen kann es nur der Machtapparat, welcher erst wieder aussortiert werden muss. Wenn der Punkt kommt wo das Glück sich in Wut entlädt, ist es bereits zu spät, denn dann bricht das System in sich zusammen und es bleibt nichts mehr vom Glück. Deswegen ist der Widerstand die einzige Möglichkeit das Regime einer geplanten Weltmacht zum Fall zu bringen und dank der Kraft der Vernetzung wird dieser immer größer und stärker. Der Widerstand muss gewinnen, ansonsten ist all das Glück auf Erden weg für lange Zeit. Die andere Option bis das Regime selbst in sich zusammenbricht ist nur mit schrecklichen und grausamen verbunden was dann jeden geschadet hat. So sieht zur Zeit die politische Lage. Ein Ende mit Schrecken, herbei geführt von einem wachsenden Widerstand oder eine Schrecken ohne Ende. Erst wenn alle Maßnahmen beendet sind und die Gewalteinverteilungen endlich anfangen zu handeln ist dieses Ding vorbei oder wenn eh schon alles zu Nichte geworden ist. Also gib nicht auf gegen diese Verbrecher an der Menschheit zu kämpfen!!!

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