Sozialistische Belehrungen für Häuslebauer

Hausbau in Deutschland (Symbolbild:Imago)

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hat den Bürgern wieder einmal hilfreiche Tipps für sinnvolle Wohnraumnutzung gegeben: Man könne, so die Ministerin (die als studierte Politikwissenschaftlerin zu den Regierungspolitikern mit abgeschlossener Berufsausbildung gehört), zum Beispiel „Häuser von Anfang an so bauen mit der Möglichkeit einer Trennung, dass man in dem Fall, wo die Kinder ausziehen, in der einen Hälfte wohnt und die andere vermietet”, belehrte Geywitz im Duktus einer informellen sozialistischen Wohnungsbaukommissarin deutsche Bauherren und Investoren. Oder, so die Ministerin, man plane die „Grundrisse von Häusern flexibel, damit man nicht einen Wohnblock nur mit Drei-Raum-Wohnungen hat, und dann werden aber Fünf-Raum-Wohnungen gebraucht oder Zwei-Raum-Wohnungen.“ Es ist ein Novum, dass die Regierung, die sich eigentlich um bezahlbaren Wohnraum (insbesondere öffentlichen Wohnungsbau) zu kümmern hat, nun auch noch angehenden deutschen Eigenheimbesitzern Vorschriften macht oder Empfehlungen verabreicht, wie sie zu leben oder wieviel sie was vermieten sollen.

Bereits im April war Geywitz mit der steilen Ansicht hervorgetreten,
Einfamilienhäuser seien „klimaschädlich”, weil sie zuviel Fläche verbrauchten. „Wir reden zwar darüber, wie das eigene Ess- oder Mobilitätsverhalten das Klima beeinflusst, beim Wohnen aber noch nicht“, behauptete sie damals. Es sei „ökonomisch und ökologisch unsinnig“, wenn jede Generation neue Einfamilienhäuser baue. Seit den 1950er Jahren seien hunderttausende Einfamilienhäuser gebaut worden, in denen aber nur noch „ein oder zwei Senioren“ leben würden, so die Wohnphilosophin der Ampel. Zunächst wohne man noch zu fünft auf 150 Quadratmetern, „aber dann ziehen die Kinder aus – und das Haus schrumpft in dem Moment nicht“, stellte sie weiter fest. Nun folgen also die nächsten weitere gute Ratschläge für Hausbesitzer.

Planwirtschaft im Sinne des Klimawandels

An dem ohnehin utopischen Ziel der Bundesregierung, 400.000 neue Wohnungen zu bauen, will Geywitz festhalten – trotz steigender Zinsen, weiterhin gestörter Lieferketten und grassierendem Fachkräftemangel. Dabei ist selbst diese Zahl hoffnungslos zu niedrig – deckt sie doch nicht einmal die Netto-Neuzuwanderung nach Deutschland ab. Es sei „schwieriger geworden, deswegen müssen wir uns mehr anstrengen“, denn: „Dadurch, dass ich mich davon verabschieden würde, würde ja die Notwendigkeit nicht weggehen, dass wir mehr Wohnungen brauchen“, fabulierte sie weiter.

Auch ihr Lieblingsthema Klimawandel vergaß sie nicht: Um dessen Herausforderungen zu begegnen, solle man, neben der Förderung von energetischem Bauen und Sanieren auch die Notwendigkeit von flexibel veränderbarer Wohnfläche fördern. Mit der ganzen Arroganz des Dilettanten wies sie die Kritik der CSU, dies sei „Klimasozialismus“, zurück. „Also ehrlich gesagt, nicht alles, was die CSU nicht sofort versteht, ist Sozialismus“, sagte Geywitz. Auch bei diesem Vorhaben der Ampel-Koalition soll sich also die Realität der Ideologie beugen.