Standesgemäße Verpflegung für Asphaltkleber

Lecker halbverwester Fisch: Surströmming (Foto:Imago)

Damals, in den 1960er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, also in der guten alten Zeit, als in der Schule neben Wissen auch noch Bildung vermittelt wurde (was den mächtigen Kreisen ja ein Dorn im Auge war – weshalb das Schulsystem auf den bemitleidenswerten Stand einer pseudomoralischen Haltungsschmiede gebracht wurde, auf dem es heute dahinvegetiert), da sprachen die Mütter zu ihren Kindern: Wohlan, geliebte Frucht meines Leibes, gib gut acht in der Schule, beteilige Dich artig, benehme Dich so, wie es sich ziemt – damit Du fürderhin gedeihest, wohlanständig lebest und nicht auf der Straße landest!

Vielen Generationen waren diese mahnenden Worte Licht und Weg und brachten vortreffliche Frucht hervor; nicht so jedoch bei den durch Faktenferne geprägten Devotis der – hoffentlich – „Letzten Generation”. Diese ideologisch durchgeboosterten und völlig schmerzfrei agierenden Don Quijotes des Asphaltbandes, diese Ritter der lobotomierten Gestalt sind mit voller Absicht und gut bezahlt „auf der Straße” gelandet. Und – anders als bei Don Quijote, der vor seinem Tod seinen Irrtum anerkannte – sind diese Statisten der Divina Commedia intellektuell nicht ansatzweise in der Lage, ihr Handeln zu reflektieren.

Kräftigende Brotzeit – damals wie heute

Die Mütter der guten alten Zeit gaben ihren Kindern selbstgeschmierte Butter-, Käse- oder Wurstbrote mit in die Schule als Pausenverpflegung. Je nachdem, was sich auf dem Pausenbrot dann als Belag vorfand, war das entweder ein Höhepunkt des Tages oder aber ein Tauschobjekt. Wie auch immer: Den Müttern war die Notwendigkeit der angemessenen Verpflegung ihrer Sprösslinge bewußt. Keines ihrer – damals noch keineswegs ausnahmslos hochbegabten – Kinder sollte bei den täglichen Verpflichtungen darben und hungern müssen. Das Gleiche gilt selbstverständlich für die Ordensangehörigen des KKKK – des „Klima Kleber Karneval Klans”: Selbstverständlich benötigen sie ebenfalls eine kräftigende Brotzeit, während sie – ihrem Ordensauftrag gemäß – festgeklebt mitten auf einer Kreuzung sitzen oder aber – dann freilich unangeklebt – sich wie nasse Säcke fortschleppen lassen. Die fürsorgliche Öffentlichkeit, also wir, sind dementsprechend aufgerufen, eben diese Versorgungsleistung sicherzustellen.

Hier kommt nun die schwedische Spezialität Surströmming ins Spiel. Surströmming ist eine Köstlichkeit ganz besonderer Art: Ihr wird ein intensiver fauliger Gestank nachgesagt. Dieser resultiert aus den Zutaten und der Zubereitung der skandinavischen Delikatesse: Ostseeheringe werden in Salzlake eingelegt, wo sie nach einer gewissen Zeit zu gären beginnen. Der Prozess des Gärens wird in der Konservendose, in die die Fische dann verpackt werden, fortgeführt. Wölbt sich im Laufe der Zeit diese Konserve, ist der Hering zum Verzehr geeignet.

Steigerung einer gut durchgegärten Flatulenz

Es sei hier aber deutlich davor gewarnt, eine Surströmming-Konserve einfach so zu öffnen: Besser ist es einen Eimer mit Wasser zu füllen, ins Freie zu treten und die Konserve, im Wasser des Eimers eingetaucht, zu öffnen. Was sich dann der geneigten Nase – trotz der Wasserfilterung – präsentiert, ist die exponentielle Steigerung einer gut durchgegärten Flatulenz aus Zwiebeln, Bohnen und hartgekochten Eiern. Es ist eine Atomexplosion der Geruchsnerven. Die Wirkung ist verheerend. Surströmming ist sozusagen die Mutter allen Gestanks. Das wußte auch eine Mieterin in Deutschland, die zu Weihnachten 1981 – offensichtlich in dem Wunsch, zu einer festlichen Atmosphäre beizutragen – Surströmmingbrühe im Treppenhaus ihres Mietshauses verspritzte. Der Frau wurde daraufhin gekündigt. Sie ging vor Gericht. Das Landgericht Köln erklärte diese Kündigung jedoch für rechtswirksam – nachdem im Gerichtssaal eine Dose Surströmming im Rahmen der Beweisaufnahme geöffnet wurde.

Wäre es nicht ein Zeichen liebevoller Wertschätzung und Unterstützung für die Mitglieder des Künstlerkollektivs „Adhäsive Strassenkreuzungsgestaltung”, eben diese nordische Köstlichkeit als kulinarische Stärkung an die Stätten ihrer originellen Aktivitäten zu bringen? Um den kulinarische Genuss perfekt abzurunden, kann man eine Scheibe Tunnbröd – die skandinavische Version von Löschpapier – sowie kalte Milch, Bier und Aquavit dazu servieren. Und sollte Surströmming – aus welch eigenartigen Gründen auch immer – von den Jüngern der Ohrmuschel-Fixation abgelehnt werden, kann man ja auf Funazushi ausweichen.

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9 Kommentare

  1. Klimakleber erlauben sich ungestraft massive Störungen der Öffentl. Sicherheit – besonders
    im chaotischen Berlin – bestärkt u. gepudert von Politikern, Verfassungsschutz – Chef , BIM Frau Faeser u.a,m. Auch die Justiz erteilt milde Kuschelurteile für diese agressive, selbstherr -liche, gemeingefährliche letzte Generation – Aktivisten !!!°
    Weiter so – schlimmer geht immer !!!

  2. In meiner Schule ist mal Buttersäure ausgelaufen, die hat ungefähr denselben Effekt.
    Damit eine Line vor unseren Klimajünglingen gezogen und die kotzen sich die
    Seele aus dem Leib.

  3. Was es mit dem stinkenden Zeug auf sich hat, kann auf sich beruhen. Die Aufmerksamkeit sollte auf das dahinterstehende Denken gerichtet sein.

    Es ist traurig, immer wieder feststellen zu müssen, dass die Menschheit sich nicht vorwärts, sondern sogar in bedenklicher Weise geistig rückwärts bewegt. Vieles wir einfach immer primitiver. Wie oft werde ich von Erkenntnissen überrascht, dass etwas früher zur Allgemeinbildung gehörte, heute aber gänzlich vergessen ist. Manchmal denke ich, dass für viele Menschen das Denken wohl nochmals erfunden werden müsste, so weit sind sie davon entfernt. Etwas zu glauben wird heutzutage fast schon wieder höher geschätzt als das Denken oder Wissen.

    Im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Dingen bewegen sich die Menschen immer mehr in Richtung Oberflächlichkeit, Nichtwissen, Ignoranz, Rechthaberei, Diffamierung, Lügen und Intoleranz.
    Was das Thema „Ankleber“ betrifft, so kann und sollte man an den Satz immanuell Kants erinnern:

    „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“
    Vereinfacht ausgedrückt: Handle stets so, dass dein Handeln zur Grundlage eines allgemeinen Gesetzes werden könnte oder sollte.

    Und nun was, wenn jeder, dem etwas nicht passt, irgendwen durch seine Aktionen zu Duldungen nötigt, die mit dem, was ihm nicht passt, gar nichts zu tun haben? Dem gegenseitigen Terror Tür und Tor öffnen? Da werden Grundprinzipien jeglicher menschlicher Gesellschaft angegriffen, aber nur wenige scheint das zu stören. Ja, nicht einmal scheint zu stören, dass auch diese Moralisten, Rechthaber und selbsternannte Weltenretter erst gekauft werden müssen, um ihr Gewissen zu entdecken.

    Wie kann man heutzutage für derartige Erpressungen und Nötigungen Verständnis aufbringen, die den gesellschaftlichen Konsens und die Toleranz aufs Äußerste strapazieren?
    Es gibt keinerlei Rechtfertigung dafür in die Rechte anderer einzugreifen. An seiner eigenen Haustür mag sich festkleben wer will, auf öffentlichen Straßen und zur Nötigung anderer gibt es kein Recht.

  4. Gibt noch etwas: Wo verrichten die Genötigten, die dort ewig nicht wegkommen, eigentlich ihr Geschäft?
    Ich hätte da so eine Idee…

  5. Es ist schwer , einen Menschen dazu zu bringen , etwas zu verstehen , wenn sein Gehalt ( seine Alimentierung ) davon abhaengt , dass er es nicht versteht . ( Upton Sinclair )

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