Szenen aus einem kaputten Land

Bonjour Tristesse Corona-Deutschland, Weihnachten ’21 (Symbolbild:Imago)

Was ist bloß aus diesem Deutschland geworden? So ähnlich muss es im Stalinismus gewesen sein, denke ich mir, während ich durch die trostlose Innenstadt gehe. Menschen huschen verstört an mir vorbei, mit sorgenvollen, verängstigten und leeren Gesichtern, soweit man sie unter den Masken erkennen kann. Gruppen afrikanischer Jungmigranten kreuzen im Wechsel mit FFP-maskierten Rentnern meinen Weg, ab und an ein orientalisches Kopftuchmädchen („4plus“ – ein Kind an jeder Hand, eines im Kinderwagen und eines im Bauch), gelegentlich auch mal ein alkoholisierter Landstreicher. Vorbei geht es an Ladenzeilen, wo der Leerstand allenfalls noch von Shisha-Bars, Dönerbuden und Handy-Reparaturshops durchbrochen wird. Auf den Marmorböden verwaister Passagen malt sich eingetrocknetes Erbrochenes wie ein Gemälde von Jackson Pollock hin, daneben gebrauchte Kondome und leere Wodkaflaschen. Und, immer wieder: getragene Masken.

Viele Gastronomen machen gerade wieder freiwillig dicht – oder sind schon insolvent. Zur atmosphärischen Abrundung fehlt nur hier noch ein Stromausfall. Passend wäre auch ein Muezzinruf. Lange wird man auf beides nicht mehr warten müssen, nirgendwo in Deutschland.

Nach Weihnachtsshopping oder Ausgehen ist keinem mehr zumute. Wo einst um diese Jahreszeit weihnachtliche Vorfreude und winterliche Geselligkeit an Glühweinständen ausgelebt wurden, wo die Restaurants zum Bersten voll waren und Einzelhandelsgeschäfte üppigste Umsätze machten, erstrecken sich jetzt leere Fußgängerzonen, durch die ein eisig-nasser Dezemberwind leere Pappbecher, Teststreifen, Maskenfragmente und abgerissene Tannenzweige treibt.

Mad-Max-Kulisse

Graffitis auf modrigen Bauzäunen, „FCKAFD“, „Nazis raus“, „Querdenker töten“, daneben verwitterte Werbeplakate für eine Fotoausstellung „Euer Rassismus” und irgendeine Fridays-for-Future-Demo vom September. Mancherorts stehen noch versiegelte Weihnachtsmarktbuden und Fahrgeschäfte in der Gegend herum, bereit zum Abtransport. Die einzigen Anlaufstellen, vor denen sich hier noch Menschenmassen drängen oder in langen Schlangen anstehen, sind Schnelltestcenter oder mobile Impfbusse.

Wie dieser postapokalyptischen Kulisse entrinnen, die etwas von „Mad Max“ oder „Escape from L.A.” hat – soll ich mich in eines der wenigen noch geöffneten Lokale und Restaurants flüchten? Schwierig – und eher frustrant: Die formalen Hürden, die selbst für Geimpfte mittlerweile zu nehmen sind, auch wenn sie lediglich einen Gin Fizz stürzen wollen –  sie sind aufwändiger als das bürokratische Affentheater, das einst vor früheren Reisen in den Ostblock nötig war. Digitaler Impfnachweis. Tagaktueller Schnelltest. Kontaktdatenerfassung per App. Zeiterfassung des Aufenthalts. Gültiger Personalausweis. Korrekt sitzende Maske. Hier kommt Laune auf. Vor allem eingedenk der Tatsache, dass jeder Flüchtling, der es bis an Deutschlands Grenzen geschafft hat, künftig mit einem Bruchteil dieses Aufwands einreisen und die Segnungen des Sozialstaats in Anspruch nehmen kann. Der Ampel sei Dank.

Gestern ließ sich die Kanzlerin für ihre „Verdienste“ um dieses Land feiern. Für sie soll’s rote Rosen regnen – während die Menschen immer mehr in die Verzweiflung getrieben werden. Doch Merkel hatte noch eine zynische Abschiedsbotschaft im Gepäck, die für manch einen, der sie persönlich kennt, von ihrer genuinen Bösartigkeit zeugt: Die Deutschen sollen sich, so empfahl sie, „die Fröhlichkeit im Herzen bewahren“. Mir dämmert, woher das Erbrochene in der Passage stammt.

15 Kommentare

  1. Ich komme aus dem Stalinismus Land DDR. Ich habe Stalinismus noch erlebt als Kind und kann mich nicht erinnern dort je so eine Situation erlebt zu haben. Ich denke wir sind schon einen Schritt nicht weiter, aber tiefer nach unten gegangen. Der Krieg war damals beendet. Jetzt steht er wieder vor der Tür. Was also soll heute gleich oder besser sein außer das KnowHow von Wissenschaft und Technik. Aber das wird ja auch gegen die Menschen eingesetzt. Siehe Klima Wandel und Corona Plandemie. Es gibt nicht’s vergleichbares mehr. Wir rennen sehenden Auges und mehrheitlich schweigend in eine neue Katastrophe. Die Mehrheit ist der Meinung, alles ist gut. Das war die Mehrheit 1933- 1945 auch. Hört auf mit diesen relativierenden Vergleichen und viel Glück.

    • Ja, in der DDR waren die Freiheiten eingeschränkt, aber das Leben war lebenswert und wir waren bei weitem nicht diesem Druck und dieser Menschenverachtung ausgesetzt. Wir haben gelacht, gefeiert und geschimpft, aber wir haben nicht in ständiger Angst vor morgen gelebt.

    • Genauso, sehe ich es auch und ich bin im Westen aufgewachsen.
      Die wirkliche Gefahr ist eine Demokratie, in der die Nutzniesser und Ausnutzer( H-4, Clans mit deutschem Pass)) oder die Fanatiker(C-Glaeubige, Klimaterroristen ) die Mehrheit erhalten.
      51% reichen,also Mobrule.

      Die Gruendungsvaeter, der amerik. Konstitution haben davor gewarnt, Sie wollten eine Republik,in der nur die haetten waehlen duerfen, die arbeiten und Steuern zahlen, und in der Representanten ausgwaehlt werden, jedoch nicht nach Mehrheit. Im alten Griechenland war es so, habe ich gelesen. Doch gibt es wenigstens in US,die Amendments, wie Erstes und Zweites, dass viel mehr Freiheit garantiert.
      Mick Rommney, allerdings ein Rhino. hat auch des wegen die Wahl gegen Obama verloren, da er oeffentlich sagte, dass inzwischen 49% der US Bevoelkerung, vom Staat abhaengig sind und man immer zu seinem eigenen Vorteil waehlt.
      Bei den Democraps Waehlern sind die meisten vom Staat abhaengig,also Staatsplantage, vor allem in den Inner Cities. Pr.. Johnson hat den „War against Poverty“ eingefuehrt, es sind seit dem Milliarden Dollars an Welfare programmen und Medicaid auch fuer Ilegale (kostenlose Krankenersicherung fuer Arme) verschleudert worden und nichts hat sich geaendert.
      Doch dass nur nebenbei.
      Kennen Sie das Zitat das Benjamin Franklin zugeschrieben wird?
      „Demokratie, ist wenn zwei Woelfe und ein Schaf enscheiden, was es zum Abendessen gibt“
      Also buchstaeblich, die Mehrheit, isst die Minderheit auf.
      Es gibt noch einen Zusatz zum Zitat:“Freiheit ist ein gut bewaffntes Schaf,dass die Abstimmug bestreitet oder sogar dagegen kaempft.“

  2. Wer den Ostblock kannte, der sieht erschreckende Parallelen. Noch vor einigen Jahren, vor 2015, waren sicher noch viele der Meinung, so etwas würde es nie wieder geben. Heute werden sie eines besseren belehrt, wenn sie nicht gerade zu der linksgrünen Bande gehören. Die Nazis sind zurück.

  3. „Es ist diese Fröhlichkeit im Herzen, die ich uns allen und im übertragenen Sinne unserem Land auch für die Zukunft wünsche.“ – Angela Merkel (CDU) am 02.12.2021

    Dieser Satz war doch nur die zynische Krönung einer Rede, die die Bürger als Bekloppte verspottete, denen man immer noch jeden Schmarrn erzählen kann, weil die mit ihrem inferioren Erinnerungsvermögen ohnehin schon alles wieder vergessen haben:

    „Unsere Demokratie lebt von der Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung und zur Selbstkorrektur.“ – Angela Merkel (CDU) am 02.12.2021

    Von wegen „kritische Auseinandersetzung“:

    „Egal was da jetzt geschrieben wird, was gesagt wird, das wird so gemacht.“ – Angela Merkel (CDU) bei Beckmann am 11.12.2006

    „Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden.“ – Angela Merkel (CDU) am 31.08.2020

    „Demokratie lebt von Solidarität und Vertrauen, im Übrigen auch von dem Vertrauen in Fakten.“ – Angela Merkel (CDU) am 02.12.2021

    Von wegen „Vertrauen in Fakten“:

    „Sie können die Grenzen nicht schließen… Es liegt nicht in unserer Macht, wie viele nach Deutschland kommen.“ – Angela Merkel (CDU) bei Anne Will am 04.10.2015

    „Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab…“ – Angela Merkel (CDU) über Chemnitz am 28.08.2018

    „Unsere Demokratie lebt auch davon, dass überall da, wo Hass und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen erachtet werden, unsere Toleranz als Demokratinnen und Demokraten ihre Grenze finden muss.“ – Angela Merkel (CDU) am 02.12.2021

    Von wegen „Grenzen der Toleranz“:

    „Wir müssen akzeptieren, dass die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Migranten besonders hoch ist.“ – Angela Merkel (CDU) am 18.06.2011

    „Der Islam gehört zu Deutschland.“ – Angela Merkel (CDU) am 12.01.2015

    „Die vielen Zuflucht suchenden Menschen 2015 haben deutlich gemacht, wie sehr wir auf die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg angewiesen sind.“ – Angela Merkel (CDU) am 02.12.2021

    Von wegen „Zusammenarbeit“:

    „Ich bin vorgeprescht, weil ich der festen Überzeugung bin, dass das geht …“ – Angela Merkel (CDU) über die Grenzöffnung 2015 am 07.10.2015

    „Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.“ – Angela Merkel (CDU) am 22.09.2015 nach Dr. Hugo Müller-Vogg

    Etc., etc., …

      • „Ich persönlich messe der Sprache auch eine sehr, sehr große Bedeutung zu… Weil ich glaube, dass es auch Ausdruck von Denken ist.“ – Angela Merkel (CDU) am 20.07.2018

        Man muss den „Eliten“ eigentlich nur gut zuhören, denn irgendwann hat jeder die Sprache, die er verdient.

        Deshalb dechiffriert auch nichts effektiver die Intelligenz und die Mentalität eines Menschen, als seine Sprache.

        • Das stimmt. Und dann auch immer nach der Gegenteilstheorie betrachten.
          Etwa:
          Steingeier oder IM-Erika sagen: Die und die gefährden unsere Demokratie.
          Nun, sagen sie die Wahrheit?
          Natürlich: Sie meinen nämlich nicht unsere, sondern ihre! Und deren „Demokratie“ gefährden wir durchaus, die wollen wir ja loswerden.

  4. die Fachbegriffe heißen „social Engineering“ und „political Engineering“ !
    Es ist die hohe Kunst von Gebrauchtwagenverkäufern wie von Politikern, die Menschen mit Tricks, Lug und Trug – und im Falle von Politikern auch mit Erpressung und Geiselnahme – zu Dingen zu zwingen, die sie weder benötigen noch wollen !

  5. Ja, jedoch scheint eine große Menge es nicht anders zu verdienen. Und das schöne ist, wir sehen ja nur den Anfang, uns wird noch viel erwarten. Der Stromausfall wird schon noch kommen. Und immerhin sind keine Plünderer und marodierende Horden unterwegs.

  6. Wir bekommen unser gesellschaftliches Leben genommen, werden gegängelt bis zum Geht – Nicht – Mehr, Politik, Justiz und Polizei maschieren im Stechschritt in die nächste Diktatur – und der blöde Deutsche jubiliert !

  7. Wenn, ich dass Bild sehe, erinnere mich, was eine ungeimpfte Freundin mir erzaehlte.

    Letzte Woche ging sie am Abend uber einen fast leeren Innenstadtplatz, mit wenigen Staenden.
    Ein italienisches Lokal schenkte Gluewein in einem Stand vor dem Lokal aus. Gluehwein trinken und bezahlen durfte sie, aber danach nicht ins Lokal und auf die Toilette des Lokals. Bereits im Sommer/Herbst hatten die meisten Laeden und Retailer ihre Toiletten geschlossen, auch die oeffentlichen Verkehrsbetriebe.
    Was kann Frau dann tun? Maenner haben es ja etwas leichter.
    Sie sagte, dass sie sich das naechste mal einfach neben den Stand hinsetzen wuerde, wie sie dass bereits vor einer oeffentlichen verschlossenen Toilette getan hat.
    Eine andere Bekannte, erzahlte mir, dass sie vergeblich offene Toiletten gesucht haette und auch in den Kaufhausern waren alle verschlossen. Als es gar nicht mehr zu Halten war, ging sie in eine Umkleidekabine.
    Dass einem verwehrt wird, ein urmenschliches Beduernis zu erledigen, ist ein weiterer trauriger, unglaublicher Nebeneffect, der Coronadiktatur. so wird auch die Menschenwuerde genommen und zerstoert.

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