„taz“: Wie die rechte Polizei einmal den bösen Rentner nicht verhaftet hat

Vergeblich ermittelt… (Symbolbild:Imago)

Das Kürzel „taz“ bedeutet „tollste aller zeitungen”. Weil: „texte abgedrehter zeilentipper” bedeutet es eher nicht. Deswegen fragt man sich, wie es die abgedrehtesten Texte in die „taz“ schaffen. Die Medienkritik.

Unter „Vorfall bei AfD-Veranstaltung 2019“ rubriziert die „taz“ folgende Schlagzeile: „Freie Fahrt für Ingo Walter F.„. Im Teaser heißt es: „Bei einem AfD-Event fährt ein Rentner in eine Gegendemo. Die Polizei ermittelt nicht gegen ihn. Stattdessen müssen linke Ak­ti­vis­t:in­nen vor Gericht.“ Da fragt sich der Leser sogleich, ob nicht für eine „Gegendemo“ erst einmal eine „Demo“ nötig gewesen wäre, und ob sich Polizei und Justiz etwa gegen die linke Ordnungsmacht verschworen haben. Begierig liest er weiter, um die ganze Wahrheit zum Vorfall bei der AfD-Veranstaltung 2019 kennenzulernen. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit wird er nämlich erfahren in der „tollsten aller zeitungen“. Vermutlich geht es um einen epochalen Skandal, den die nicht so tollen Zeitungen wieder einmal schnöde unter den Teppich gekehrt hatten. Was gibt es also zu lesen?

‚Der hat uns angefahren‘ und ‚das ist Körperverletzung‘ riefen die Geg­ne­r:in­nen eines sogenannten ‚Bürgerdialogs‘ der AfD in Mülheim an der Ruhr. Vor zwei Jahren, am 29. Oktober 2019, protestierten sie vor der Stadthalle gegen die rassistische Hetze der extrem rechten Partei. Die wollte zum Auftakt des Kommunalwahlkampfs an diesem Dienstagabend ihre Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel präsentieren.“ – Oh je, die armen Gegner:innen. Hoffentlich ist wenigstens dem honorigen Doppelpunkt kein Leid geschehen. Die tollste aller Zeitungen scheint wenig zu wissen über die Gegner mit dem Doppelpunkt. Kein Adjektiv, das die „Gegner:innen“ näher beschreibt. Ganz normale, farblose „Gegner:innen“. Unschuldslämmer:innen wahrscheinlich, kaum der Rede wert. Die farblosen Gestalten haben auch nicht gegen den „Bürgerdialog“ einer demokratisch gewählten Partei protestiert, die deswegen auch im Bundestag vertreten ist, sondern gegen einen „sogenannten“ Bürgerdialog. Warum? Es gibt keinen Bürgerdialog einer demokratisch gewählten Partei, sondern nur einen „sogenannten“, weil die demokratisch gewählte Partei ihre „rassistische Hetze“ nur als Bürgerdialog bezeichnet, obwohl es keiner ist. Es handelt sich um eine „extrem rechte Partei“. Bei der tollsten aller Zeitungen weiß man, wo die Adjektive hingehören. Zu den „Unschuldslämmer:innen“ gehören sie auf gar keinen Fall. Die haben oft Sturmhauben auf, damit niemand so leicht erkennt, wie unschuldig sie sind. „Gegner:innen“ halt …

Brutaler Angriff

Das wissen „wir“ also schon. Allerdings fragen „wir“ uns, ob ein böser Rentner, der solche „Gegner:innen“ verletzen wollen würde, eine andere Wahl hätte, als die Körper zu verletzen, weil „wir“ bis hierhin noch annehmen, daß er es mit einer versuchten Geistesverletzung ziemlich schwer gehabt haben müsste. Aber vielleicht liefert ja der Text in der tollsten aller Zeitungen eine Auflösung des Mysteriums.

Schon im Vorfeld hatte die AfD auf Werbeflyern gegen angeblich überdurchschnittlich gewaltbereite ‚ausländische Täter‘ gehetzt.“ – kleiner Lapsus in der tollsten aller Zeitungen. Das war nicht die AfD, sondern das Bundeskriminalamt. Die entsprechende Abk. lautet auf BKA, nicht auf AfD. Möglich ist, daß die AfD auf die Hetze des extrem rechten BKA hereingefallen ist, weil sie es nicht für möglich gehalten hatte, von diesen Bundeskriminalrechtsextremen angelogen worden zu sein. Allzu oft wird bekanntlich der Vertrauensvorschuß, den die Gutgläubigen der AfD selbst den rechtsextremsten Behörden entgegenbringen, von diesen schamlos ausgenützt. Und nur, weil man sich in der Partei der lauteren Herzen nicht vorstellen kann, daß es so etwas wie eine verteufelt rechtsextreme Bundesbehörde überhaupt geben könnte. Aber gut, ein kleiner Lapsus kann sogar der tollsten aller Zeitungen (taz) einmal unterlaufen. Da wollen „wir“ mal nicht so pingelig sein.

Dagegen protestierten an diesem Dienstagabend“ – gegen die Hetze des rechtsextremen BKA, auf das die AfD hereingefallen gewesen sein muß – „rund 3.000 Menschen„. Es waren also höchstens 300. „Einige Demonstranten blockieren auch den Parkplatz der Stadthalle, als ein schwarzes SUV der Marke Audi auf sie zurollt. Am Steuer sitzt der heute 79 Jahre alte Rentner Ingo Walter F.“ Ein schwarzes Rollwägelchen also, das von einem 77-Jährigen auf den rechtswidrig blockierten Parkplatz geschoben worden ist. Und dann? – „Erst ist er im Schritttempo auf uns zugefahren“, schildert Aktivist Clemens Jost die Situation heute. Dann aber habe F. den Motor aufheulen lassen, sei schneller geworden. „Ich hing mit Händen und Armen auf der Motorhaube, steckte mit den Füßen unter dem Auto, konnte nicht mehr zurück“, sagt Jost, der in diesem Jahr Bundestagskandidat der Linken war. „Ich war richtig in Panik: Ich hatte Angst, hinzufallen und aus dem Blickfeld des Fahrers zu verschwinden – und der denkt dann, er hätte freie Fahrt.„.

Skandalöse Verhandlung

Der linke Jost ist also eine „Gegner:in“ gewesen, bei der die Kniegelenke falsch herum montiert worden sind. Wären sie richtig herum montiert gewesen, hätte die linke „Gegner:in“ niemals ihre Füße unter das schwarze Rollwägelchen gebracht, wenn stimmt, daß sie nicht nur mit den Händen, sondern sogar mit den Armen noch auf der Motorhaube des schwarzen Rollwägelchens hing. Aber das ist jetzt nicht so interessant, weil man ja nicht weiß, ob Jost die „Gegner:in“ männlich, weiblich oder divers gewesen ist. Kann schon sein, daß bei den Diversen die Kniegelenke verkehrt herum eingebaut werden. Interessant wäre, ob es der rechtswidrig blockierte Bürger Ingo Walter F. noch rechtzeitig bis zum Beginn des Dialogs in die Stadthalle geschafft hat. Aber davon steht in der aufheulenden, tollsten aller Zeitungen nichts. Interessant wäre auch gewesen, ob die aktivistische „Gegner:in“ die Motorhaube des schwarzen Rollwägelchens verbeult – oder den Lack verkratzt hat. Warum erfährt man es nicht in der tollsten aller Zeitungen? Die berichten doch sonst recht zuverlässig von den Qualen aller Menschheitsopfer auf diesem ungerechten Weltklimawandelplaneten?

Nun, zwei Jahre später, ist der Fall zum zweiten Mal vor Gericht verhandelt worden. Vor dem Landgericht Duisburg verantworten muss sich am Mittwoch aber nicht der Rentner F. – sondern zwei der De­mons­tran­t:in­nen gegen die AfD. Sie wehren sich gegen ein Urteil des Amtsgerichts Mülheim, das sie wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot und Beleidigung im vergangenen Juli mit Geldstrafen belegt hatte.“ – boah! Hatte ich es nicht im Urin weiter oben, daß diese adjektivlosen „Gegner:innen“ vermummte und unflätige Aktivist:innen gewesen sein könnten, extrem linke Rotlinksextremist:innen und Divers:innen, „Linksist:innen“ gar? – Doch, hatte ich. Aber wie geht es jetzt in der tollsten aller Zeitungen (taz) weiter? – So: „Grund dafür sind offenbar völlig einseitige Ermittlungen der auch für Mülheim zuständigen Polizeidirektion Essen: „Wir haben mit vier Leuten versucht, Anzeige gegen den Rentner zu erstatten, sind aber immer wieder vertröstet worden“, sagt Clemens Jost, der in Duisburg als Zeuge geladen ist. Zwar hätten die Be­am­t:in­nen ihre Ausweise mitgenommen – Aussagen seien aber nicht protokolliert worden. „Die Polizei hatte an Ermittlungen gegen den Fahrer einfach Null Interesse“, sagt Jost.“ – Wenn für diese Darstellung mal nicht die „offenbar völlig einseitige“ Ungeisteshaltung in der tollsten aller Zeitungen verantwortlich ist.

Die Schwester des Klägers

Wahrscheinlich ist es so gewesen: Die Polizisten haben sich den Siff, den die adjektvlosen „Gegner:innen“ mit den verkehrt eingebauten Kniegelenken aus ihren krummen Fingern gesogen hatten, einmal kurz angeschaut und mit dem geschulten Polizistenauge sofort erkannt, daß der Siff irrelevant ist. Vielleicht haben sie sich gedacht, es könnte besser sein, nichts auf die Behauptungen von vier Kniegelenksdiversen zu geben, von denen keiner:in verletzt gewesen ist. Klar wurden die von der Polizei „vertröstet“. Die Polizei wartet immer, bis der „Versuch, eine Anzeige zu erstatten“ gelingt, egal, wieviele Hysteriker:innen dabei scheitern, eine zu formulieren. Es ist ja auch der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß sie sich maskieren, damit nicht herauskommt, wie die Blöden hierzulande aussehen. Wenn sich schon jemand die Kniegelenke verkehrt herum einbauen läßt, was will man da als Polizist noch erwarten? Die Polizei hat ihre Zeit schließlich auch nicht gestohlen.

‚Ich habe ebenfalls versucht, Anzeige gegen den Fahrer zu erstatten‘, erklärt auch die Schwester eines der Angeklagten. ‚Die wurde von der Polizei aber ebenfalls nicht aufgenommen. Stattdessen wurde mir gedroht, mich in Gewahrsam zu nehmen, wenn ich nicht verschwinde.‘“ – „Gewahrsam“ ist wahrscheinlich falsch. „Sicherheitsverwahrung“ wäre es gewesen. Wegen der öffentlichen Sicherheit. Man könnte auch an „Ausnüchterungszelle“ denken. Allmählich fragt sich meinereiner, ob die „taz“ wirklich die tollste aller Zeitungen ist, wenn nach einem solchen Artikel mehr Fragen im Raum stehen, als er hatte, bevor er mit der Lektüre begann. Jedenfalls steht dann in der angeblich tollsten aller Zeitungen (taz) noch, daß der Arm des rechtsextrempopulistischen BKA via AfD bis in die Polizei von Essen/Mülheim hineinragt, weil: „Auch klagten Menschen mit Migrationshintergrund allein 2020 in mindestens zwei Fällen, sie seien auf Essener Polizeiwachen geschlagen worden, als sie etwa den Diebstahl einer Geldbörse anzeigen wollten.“ – und das ist ja nun absolut unglaubwürdig.

Jedermann weiß, daß Menschen mit Migrationshintergrund Geldbörsen immer nur finden, um sie dann bei der Polizei abzugeben und auf den Finderlohn zu verzichten. Das müsste ja bedeuten, daß sie erst eine Geldbörse gefunden hätten, die ihnen dann auf dem Weg zur Polizei gestohlen worden wäre. Von diebischen Rechtspopulisten wahrscheinlich. Oder von rechtsradikalen Rentnern mit schwarzen Rollwägelchen. Da genügt ein Blick in die Medienstatistik, um zu wissen, daß so etwas noch nie berichtet worden ist. Wahrscheinlich ist „taz“ also die Abk. für „texte abgedrehter Zeilentipper“.

2 Kommentare

  1. Ahja, eine Gegendemo, wo gar keine Demo war, sondern eine Dialog- und Infoveranstaltung in einer gemieteten Halle?
    Darf ich also davon ausgehen, daß die „Gegendemo“ ein Versuch war, Besucher einzuschüchtern und notfalls auch mittels Nötigung aufzuhalten? Daß sich da ein paar besonders hysterische, theatralische Exemplare Publicity heischend vor die Karre gestellt, bzw. sogar auf die Motorhaube geworfen haben?
    Also ein Gefühl echter Lebensbedrohung für den Rentner, der dann zwischen Gasgeben und Stehenbleiben schwankte und vielleicht auch überfordert war?
    Der dann stehenblieb, wobei aber noch der Motor aufheulte, weil er zunächst die Kupplung trat, bzw. noch kurz Gas gab, bevor er dann doch die Bremse trat bei Automatik?
    Vermutlich, als der Rentner schon stand, noch eben auf die Haube geworfen, um ihn anzeigen zu können!
    Wie oben schon gesagt: Jemand, der vor einem Auto steht, mit dem Gesicht zur Windschutzscheibe, der hat, wenn der Fahrer Gas gibt und wirklich losfährt, definitiv keine Knie mehr!
    Die Schilderung der Linken ist so physikalisch unmöglich, daß sie wieder typisch links ist: In allen technisch-naturwissenschaftlichen Dingen haben die nämlich durchweg eine 6 und aus diesem totalen Unverständnis kommen dann solche Stories, die eben sofort zu zerlegen sind.

Kommentarfunktion ist geschlossen.