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Theorie und Praxis der Künstlichen Intelligenz

Theorie und Praxis der Künstlichen Intelligenz

Denken und Sein und seine Limitierungen – von solchen Kategorien ist “KI” noch Lichtjahre entfernt (Symbolbild:Imago)

Ohne erst einmal allzu viele Worte zur Begründung zu machen: Der Begriff “Künstliche Intelligenz” (“KI”) ist irreführend und bei genauer Betrachtung falsch, weil auch komplexere und verschachtelte Algorithmen, die auf (informations-)mathematischen Verknüpfungen aufbauen, nachweislich keine allgemeinmethodischen Lösungswege generieren. Es ist aus psychologischer Sicht verblüffend und spricht für den “Zeitgeist des Glaubens”, welcher das Ende der im 18. Jahrhundert gestarteten Aufklärung markiert, dass sich selbst akademisch ausgebildete Mathematiker und Physiker heutzutage ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob ein Algorithmus intelligent sein kann oder gar Gefühle hat.

Tatsache ist: Algorithmen können nur das, was man ihnen vorher einprogrammiert hat. Interdisziplinäre Weitsicht ist mitunter für die “KI” schon ein riesiges, unlösbares Problem mit fatalen Folgen. Beispiel: Ein Informatiker, der Kurse in Python und Pandas anbietet, ging der Frage nach, warum er von Meta/Facebook ohne nachvollziehbare Begründung lebenslang bei der Schaltung von Werbung gesperrt wurde. Python ist eine – recht populäre und bekannte – Programmiersprache. Pandas ist eine Python-Programmbibliothek zur Analyse und Darstellung statistischer Daten. Die Annahme, dass seine Werbung lebende Tiere zum Inhalt habe, beruht(e) auf “KI”, nicht auf der Einschätzung eines Menschen. Als er dagegen Beschwerde einlegte, wurde seine Beschwerde wiederum von “KI” beantwortet – und zwar im Ergebnis genauso sinnfrei.

Exkurs: Der Sinn der Lebensverlängerung

In diesem Zusammenhang sei mir nachfolgend die Überleitung zu etwas “KI-Interdisziplinärem” gestattet, auch wenn es womöglich etwas off-topic wirkt (vielleicht finden die “KI”-Gläubigen unter den Lesern ja diesbezüglich einen Weg, die “KI” entscheiden zu lassen?): Haben Sie sich schon einmal gefragt, welchen Sinn es macht, dass der Mensch von heute zwanzig, dreißig Jahre länger lebt als zu früheren Zeiten? Die Idee der Lebensverlängerung um nahezu jeden Preis impliziert eine Urangst vor dem Tod. Obwohl der Tod unvermeidbar ist, herrschen Panik und Depression beim Gedanken daran vor, sterben zu müssen.

“Markttechnisch” sind Sie mit Ihrem zerfallenden Körper, insbesondere in den Industrienationen, ein mittlerweile standardisierter Kunde für Medikamente und Dienstleistungen. Was hat der Einzelne also bewusst mehr von einem längeren Leben? Der Bankangestellte, die Putzfrau, die Laborantin, der Müllsammler, der Versicherungsvertreter – sie alle arbeiten fremdbestimmt. Lebensplanung und gewünschte Planungssicherheit basieren auf möglichst viel Arbeits- und Lebensroutine. Längere Lebenszeiten werden von fremdbestimmt arbeitenden Menschen mit Wiederholungen des Alltäglichen bestritten. Mögliche Kinder entwickeln sich nicht selten anders als erwartet und sind somit inhaltlich nicht wirklich erstrebenswert. Überhaupt steckt hinter dem Kinderwunsch die nicht offen thematisierte Hoffnung, fleischlich “unsterblich” zu werden, oder zumindest sich genetisch in die nächste Generation hinüberzuretten.

Wann gehen Sie freiwillig?

Wenn Sie heute ein gutes Essen zu sich genommen haben, dann müssen Sie dies bald wiederholen und immer wieder tun – sonst werden sie unzufrieden. Der körperliche Verfall – mit und ohne durch unnatürliche Lebensweise bedingte “Beschleunigung”  – ereilt Sie in jedem Fall mit den Jahren. Der Körper vergeht meist bei vollem Bewußtsein: Körperliche Gebrechen, künstliche Gelenke, falsche Zähne, tägliche Medikamente sind das normale Schicksal des Durchschnittsmenschen im globalen Westen. Wenn es ganz schlimm kommt, schicken Ihre Liebsten Sie am Ende in ein Pflegeheim. Dort werden Sie dann wieder behandelt wie ein kleines Kind, werden – wenn nötig – gefüttert, von Urin und Kot befreit und gewaschen. Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Dieses Szenario lässt sich noch deutlich verschlechtern. Krebserkrankungen, Alzheimer, erhebliche Seh- und Hörstörungen. Wann ist es „gut“? Wann gehen Sie freiwillig? Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese Entscheidung aktiv treffen können, ist gering. Ihr Wert für die Gesellschaft als Pflegefall ist rein wirtschaftlich zu ermitteln. Solange Sie aus Sozialkassen oder besser aus privaten Mitteln, Dienstleistungen, Apparatemedizin und Pillen mit Ihrer “Biomasse Mensch” bezahlen können, wird man Sie nicht sterben lassen.

Es braucht mehr als ein Denkprogramm

Aber selbst der erste schwarze Präsident der USA oder der über Jahrzehnte “geliebte” Filmstar sind vergänglich. Ist es vielleicht Sinn des Lebens, bis zum Lebensende mehr oder minder erfolgreich in Spielfilmen mitzuwirken? Und was hat der tote erste schwarze Präsident von seinem einstigen “erfolgreichen” Leben, wenn er an dessen Ende als Pflegefall dahinsiecht? Diese und ähnliche Fragen führen zu einer sehr einfachen Antwort: Der “Mechanismus Leben” steht in keinem Zusammenhang mit gesellschaftlich gefordertem Erfolg oder Misserfolg. Die wenigsten Menschen verstehen das. Mit den Worten Hermann Hesses ausgedrückt: “Alle Kinder, solange sie noch im Geheimnis stehen, sind ohne Unterlass in der Seele mit dem einzig Wichtigen beschäftigt, mit sich selbst und mit dem rätselhaften Zusammenhang ihrer eigenen Person mit der Welt ringsumher. Sucher und Weise kehren mit den Jahren der Reife zu diesen Beschäftigungen zurück, die meisten Menschen aber vergessen und verlassen diese innere Welt des wahrhaft Wichtigen schon früh für immer und irren lebenslang in den bunten Irrsalen von Sorgen, Wünschen und Zielen umher, deren keines in ihrem Innersten wohnt, deren keines sie wieder zu ihrem Innersten und nach Hause führt.

Es bedarf deutlich mehr als eines Denkprogramms, um eine Gesamtsituation zu erfassen. Hier ist es erst einmal notwendig, dass der Mensch “klar sieht”, bevor Algorithmen “klar sehen”.

11 Antworten

  1. Das was jetzt recherchiert wurde, wird Euch aus den Socken pusten !

    https://www.nius.de/Politik/verfassungsschutz-warnte-wegen-russland-kontakten-spd-mann-liess-laptops-im-scholz-skandal-verschwinden/55f8e31d-007b-4370-a25e-cf1583d97e91

    „Verfassungsschutz warnte wegen Russland-Kontakten: SPD-Mann ließ Laptops im Scholz-Skandal verschwinden

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will sich an nichts erinnern können.

    03.11.2023 – 18:01 Uhr
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    REDAKTION
    Im Cum-Ex-Skandal gibt es viele Fragezeichen um die Beteiligung von Bundeskanzler Olaf Scholz. Nun sind zwei wichtige Laptops mit mehr als 700.000 Mails verschwunden. Sie sollen aus dem Tresor im Sicherheitsraum des Untersuchungsausschusses entfernt worden sein.

    Brisant: Zugang zu besagtem Tresor hat ausgerechnet ein SPD-Mann, bei dem der Verfassungsschutz noch Bedenken hatte, ihn zum Chefermittler zu machen: Steffen Jänicke.

    Wie der Stern und die Westdeutschen Allgemeinen Zeitung berichten, soll Jänicke die Laptops aus dem Tresor entfernt haben. Wo sie sind, ist unklar. In dem Bericht wird aus einer Mitteilung zitiert, er habe „verfügt, dass die Akteneinsicht […] zunächst ausgesetzt wird“, so Jänicke zu den Obleuten im Ausschuss. Dass die Laptops verschwinden würden, sei nicht klar gewesen.“

    Lest im Link weiter.
    Es wird immer dubioser, schon das ein SPDler, ein Parteisoldat den Vorsitz trotz Bedenken
    erhalten hat, ist und bleibt mehr als nur ein übliches Geschmäckl !
    Dieser Sumpf muss trocken gelegt werden.
    Sollte Scholz durch das „Husarenstück“ eines SPD-Mannes so einfach davon kommen?

    1. Das bezweifle ich, da KI im Gegensatz zum Menschen grundsätzlich lernfähig ist. Wenn das ausgebaut ist, kann sie mit dem “Gehirn Internet” massiv effektiv die richtigeren Schlüsse ziehen, da sie auf qualitative Daten zurückgreiffen kann, zu denen der Mensch nur zu geringen Teilen Zugriff hat (z.B. wissenschaftliche Datenbanken) oder diese nutzt. Das gepaart mit der effektiven Rechenfähigkeit wird sehr wohl zu etwas intelligenterem werden, als es die meisten Menschen darstellen, die zwar auch einen guten Rechner im Kopf haben, diesen aber aus faulheit oder inkompetenz nicht benutzen 😉

      1. Mit Verlaub, dass ist schon deshalb Unsinn, weil “die richtigen Schlüsse ziehen” eine INTERPRETATION von Daten und Fakten ist. Es gibt aber kein “richtig”, sondern verschiedene Interpretationen, die je nach Standpunkt richtig oder falsch sind.

        Unter anderem genau deswegen ist es vollkommen absurd, eine KI automatisiert Entscheidungen treffen zu lassen. Was dies aber nicht verhindern wird, weil die Delegierung von Entscheidungen an Automaten halt den schönen Vorteil beinhaltet, das es keinen Verantwortlichen mehr gibt: Der Höhepunkt des erstrebten New Normal nach K.Schwab – die faschistische Technokratie auf KI-Basis.

        Weil Idioten, die sich für “Elite” halten, nicht ansatzweise begreifen, was KI leisten und und vor allem : was nicht.

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        1. Ist ja ok, deshalb schrieb ich auch richtigeren Schlüsse und nicht die richtigen 🙂
          Abgesehen davon, dass es mir weder um Wortklaubereien, noch um untereinander zu streiten ging. Sondern schlicht darum, diese Sache einfach nicht zu verharmlosen und zu unterschätzen sowie darum, den Menschen nicht zu sehr zu überschätzen 😉

  2. Die “Künstliche Intelligenz” ist keine. Man fahre einmal mit “Google Maps” im französischen “Grand Est” (Elsaß und Lothringen). Die Stadt Nancy spricht die weibliche künstliche Stimme seit Jahren unbeirrt “Nänzy” aus wie bei Nancy Sinatra. Und die französischen Nasale beherrscht sie schon gar nicht. Gerade erst wieder erlebt.

  3. Schiebt euch die KI in den “Götz von Berlichingen” ganz tief rein.
    KI hat nur eines im Sinn, uns alle zu kontrollieren und zu überwachen und den Programmierern fette Kohle einzuhauchen !

    Kein vernünftiger Mensch braucht diesen Dreck.

  4. Also ich wollte ja gerne was zu der KI sagen, denn das fällt ein wenig in mein Gebiet als Informatiker aber schon nach wenigen Sätzen fragte ich mich, welchen Nonsense der Verfasser denn da schwafelt?

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  5. Als Autor des Artikels hatte ich ja bereits Gelegenheit ungestört zu schreiben. Als solcher sollten Kommentarerwiderungen meinerseits mit Bedacht dosiert werden.
    Kommentarfelder eröffnen ein, über das konkrete Artikelthema hinausgehendes, Experimentierfeld bezüglich des Zustands der Meinungsbildung. In diesem Sinne…

    »Paul-Ludwig-Otto« hat den Sinn eines themen-spezifischen Artikelkommentarfeldes nicht verstanden respektive ignoriert diesen und möchte hier auch mal etwas schreiben,… sieht man auch auf anderen Plattformen.

    Manche Versuchsergebnisse lassen sich verallgemeinern und führen zu allgemein-analytisch begründeten Aussagen.

    Da »Charlottes Kommentar« (vom 4.Nov. 1.13Uhr) exemplarisch verdeutlicht, in welchem selbstgemachten Diskussionselend sich die eine oder der andere befindet, nutze ich die Gelegenheit in Form von »Charlottes Kommentar«:

    „Also ich wollte ja gerne was zu der KI sagen, denn das fällt ein wenig in mein Gebiet als Informatiker aber schon nach wenigen Sätzen fragte ich mich, welchen Nonsense der Verfasser denn da schwafelt?“

    um diesen u.a. auf Informationsgehalt und Erwartungshaltung zu untersuchen.

    i) »Kommentar-Charlotte« möchte auch mal etwas schreiben, begründen möchte oder kann »Kommentar-Charlotte« nichts.
    ii) »Kommentar-Charlotte«‘s argumentativer Anteil ist Null.
    iii) »Kommentar-Charlotte« ignoriert „schlicht“ das authentische, dokumentierte Beispiel vom Artikelautor, welches die Aussagen über die Künstliche Intelligenz leicht und unmissverständlich aufzeigt und bestätigt.
    iv) »Kommentar-Charlotte« versucht ihrem Null-Kommentar Gewicht zu geben, da »Kommentar-Charlotte« Fachwissen besäße, da sie Informatiker sei. Insgesamt ist »Kommentar-Charlotte« ja eine nette, „sie wollte ja gerne…“. Sie verteilt – in Analogie – virtuelle Süßigkeiten zum Liebhaben an denkverwandte »Null-Argumente-Kommentatoren« und deren Liebhaber.
    Ob »Kommentar-Charlotte«, wie selbst propagiert Informatikerin ist, kann jedoch keiner überprüfen, was wir wissen ist: Sie selbst nennt sich als Frau Informatiker statt Informatikerin?!

    Fragmentarisches zu den daraus allgemein zu beobachtenden Aspekten…
    Wenn man sich auf der einen oder anderen Online-Plattform die Kommentarbereiche anschaut, fällt auf, dass viele Leserkommentare argumentativ wenig und zunehmend Null Informationsgehalt besitzen, so wie hier exemplarisch »Kommentar-Charlotte«‘s Zeilen.

    Diesen Leuten macht es offensichtlich nichts aus, so wie den Berufspolitikern der Blockparteien SPDGrüneCDUCSUFDP und deren am Förder-T(r)opf hängenden „Wissenschaftlern“, dass (um »Kommentar-Charlotte«‘s Sprachgebrauch zu bemühen) diese nur inhaltsleer und argumentationsfrei »schwafeln«.

    Zur Kenntnisnahme und Selbstanalyse
    »KI« ist ein reines Glaubens- und Unterdrückungsinstrument. Es wird suggeriert, dass die Mächtigen aus Staat und Industrie jetzt noch mächtiger sind und die Untertanen die »KI«-Macht fürchten sollen. Das was die »KI« propagiert sind die neuen Denkgesetze. Um das zu erreichen, muss erst einmal dem Volk jeden Tag mantramäßig eingehämmert werden, wie toll »KI« ist.

    Übergeordnet betrachtet ist »KI« ein mehr oder weniger abstraktes Machtinstrument, ergebnisorientiert ähnlich wie der Klimawandel-Alarmismus-Glaube, der ja bereits zahlreich Jünger gefunden hat ( siehe dazu den ansage.org Artikel https://ansage.org/wissen-vs-glauben-ist-das-noch-klima-wissenschaft-oder-kann-das-weg/ ) und wie der Irr-Glaube an die todbringende Corona-Infektion.

    Immerhin „gerecht und gut“ für »Kommentar-Charlotte« und Denkverwandte: Denn in diesem Sinne bekommt »Kommentar-Charlotte« und die, die es so wollen, das, was sie verdient haben.

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