Totgesagte leben länger: Den Linken droht der Bolsonaro-Schock

Noch lange nicht abgeschrieben: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (Foto:Imago)

Das überraschend gute Abschneiden des in Umfragen als hoffnungslos abgeschriebenen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am Sonntag hat in den linken westlichen Medienblasen blankes Entsetzen ausgelöst. Nachdem man zuletzt die Rückkehr des 76-jährigen sozialistischen Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva nur noch als reine Formsache betrachtet hatte, drohen die Karten nun neu gemischt zu werden und man muss sich nun doch mit der durchaus realistischen Möglichkeit befassen, dass der als „Tropen-Trump“ geschmähte (und vor allem in der deutschen Berichterstattung bis zur Karikatur verfemte) Bolsonaro vor einem Comeback steht. Zumindest besteht eine reelle Chance, dass dieser in der Stichwahl am 30. Oktober im Amt bestätigt wird.

Die „Frankfurter Rundschau” (FR) zeigt sich in denselben Wortstanzen fassungslos, mit denen sie schon vor sechs Jahren vor der Wahl Donald Trumps gegen diesen polemisiert hatte, und kann nicht glauben, dass so viele Brasilianer anscheinend für „einen ungehobelten, abwertenden und aggressiven Politiker stimmen wollten, der weniger mit Inhalten auf sich aufmerksam machte als damit, die halbe Welt zu beleidigen und zu bedrohen“, und dies wohl in bisherigen Umfragen nicht wahrheitsgemäß zugegeben hätten. Dass es sich angesichts der auch in Lateinamerika voranschreitenden Verengung des Meinungskorridors um einen Fall des Bradley-Effekts handeln könnte und viele mögliche Wähler genau wegen dieser medialen Stigmatisierung ihre wahren Wahlabsichten nicht nennen, kommt (nicht nur) der FR überhaupt nicht in den Sinn.

„Verräter“ Neymar

Jemand, der dies jedoch umso deutlicher getan hat, war der Fußballer Neymar, derzeit wohl der bekannteste brasilianische Sportler. Dieser hatte zwei Tage vor der Wahl seine Unterstützung für Bolsonaro bekundet. Bei den Hunderten Millionen Followern, die Neymar in den sozialen Netzwerken hat (alleine auf Instagram sind es 179 Millionen), könnte dies in der Tat zu einem Stimmenzuwachs für den Präsidenten beigetragen haben. Dass Neymar als Afro-Brasilianer sich zum als rechtsradikal abgestempelten Bolsonaro bekannte, löste wiederum im journalistischen Mainstream und den links-dominierten sozialen Netzwerken Entsetzen und massive Beleidigungen aus: Ganz ähnlich wie aus Deutschland oder den USA bekannt, ließen die selbsternannten woken Vorkämpfer gegen Rassismus und „White Supremacy” sofort die Maske fallen, wenn Angehörige von Minderheiten, zu deren Anwalt sie sich ungebeten erklärt haben, von der linken Generallinie abweichen und plötzlich eigene Ansichten äußern.

Auch berühmte Ex-Fußballer wie Romario, der für Bolsonaros Partei erfolgreich für den Senat antrat, war deswegen schon Opfer rassistischer und sonstiger Attacken der politischen Linken in Brasilien geworden. Dasselbe gilt für Rivaldo, Ronaldinho und andere bekannte Fußballgrößen. Neymar brachte die Heuchelei jener, die nun plötzlich auch ihn anfeinden auf den Punkt mit einem Statement, das punktgenau auch auf das Deutschland der Gegenwart passen würde: „Sie reden über Demokratie, aber wenn jemand eine andere Meinung hat, wird er von genau den Leuten attackiert, die von Demokratie reden.

Einmischung der „Guten“ inklusive Deutschlands

Der in den Meinungs-Polls nach wie vor als Favorit der Stichwahl geltende Lula – dem von seinem globalistischen Unterstützerumfeld sogar himmelschreiendste Korruption und Bereicherung nachgesehen wird, ähnlich übrigens wie im Fall Selenskyjs – gelobte denn auch, dass „der Kampf weitergeht, bis zum endgültigen Sieg“. An diesem Kampf beteiligen sich die „Musterdemokraten“ in Brüssel und Berlin nur allzu gerne, natürlich auf der richtigen Seite: In ihrer üblichen Parteilichkeit und ganzen Arroganz hatten sich auch Deutschland und die EU bereits blind und vorschnell auf die Seite Lulas geschlagen – und schon mal die Ratifizierung des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens bis nach der Wahl ausgesetzt.

Die „Folterwerkzeuge”, mit denen die Europäer die Nichtwiederwahl des verhassten „alten weißen Mannes” Bolsonaro betrieben, sind zwar nicht vergleichbar mit jenen, die man gegen ebenso demokratisch legitimierte, aber unerwünschte Regierungen wie in Ungarn oder jetzt Italien zum Einsatz bringt. Doch auch hier wird wieder die Absicht erkennbar, „Regime Changes“ an der Urne zu erzwingen – mit allen Mitteln. Ob dies am Ende dann durch deutsche Steuergelder geschieht, mit denen der Wahlkampf Hillary Clintons gegen Donald Trump einst (vergeblich) unterstützt wurde, oder  durch Wahlmanipulation und Desinformation, mag dahinstehen. Sollten sich die westlichen „Anti-Populisten” verzockt haben, bleibt nur zu hoffen, dass es uns Bolsonaro im Falle eines Wahlsieges nicht mit gleicher Münze zurückzahlt. Durch als Folge der selbstverschuldeten Energiekrise sind die EU und vor allem Deutschland eigentlich verzweifelt auf die Rohstoffe aus Südamerika angewiesen.

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11 Kommentare

    • das ist uns hier in BRA so breit wie Fräulein lang! Das Regime in D kann man eh nicht mehr für voll nehmen. Was in den BRIC Ländern passiert ist von Bedeutung und nicht der woke links grüne gegenderte und hysterisch überteuerte Toaster aus der DDR 2.0.

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  1. Die allermeisten sind in Europa über die hiesigen Verhältnisse nicht richtig informiert. Die Medienkabale ist allerdings hier in BRA ebenfalls von gewissen Geldflüssen der Linken Globalisten unterwandert. So kommt es, daß in den armen ländlichen Gebieten wie im Nordosten die Dauerpropaganda für den Linken leider Erfolg hat. Dort wo Wirtschaft statt findet, ist so gut wie kein Landkreis sozialistisch oder gar PT Kommunistisch. Wie auch immer, selbst wenn der Lula im 2. Wahlgang gewinnen sollte, ist er sodann eine „lahme Ente“, er kann so gut wie nichts machen, denn im Senat und überall wo es wichtig ist, sind keine Linken am Hebel. Ausnahme im Verfassungsgericht, dort haben wir das selbe Problem wie in D. Allerdings können die sich nicht derartig über die Verfassung hinweg setzen, wie das in Europa und insbesondere in D geschieht. Tatsache ist auch, die Linken wollten uns Zwangsimpfen und das haben die schnell wieder sein lassen. Während der WEF Pandemie wollten sie auch alles in den Lockdown schicken, während Bolso das gut gemacht hat und sich der linken Drangsalierung klar widersetzt und der Freiheit und der Entscheidung des Einzelnen unterstützt hat! Denn hätten wir das so wie in D erleben müssen, dann wäre hier alles kaputt, so ist es zwar unter den miesen internationalen Vorgaben schwierig, aber hier läuft es im Vergleich gar nicht mal so schlecht! Und bei 90 EuroCent der Liter Benzin, kann man es auch eher aushalten als mit 2.20 und grünem Schwachsinn. Ob die Europäer nun von uns Nahrungsmittel und Rohstoffe im Rahmen des Mercosul Abkommens abkaufen wollen, oder nicht, weil sie irgendwelche grünen Spinnereien im Kopf haben, ist für uns nicht mehr so von Bedeutung. Wir können das locker zum Marktpreis auch wo anders verkaufen. Bolsonaro rechne ich hoch an, daß er immer wieder betont: Jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern und das auch im Internet, egal ob es einer Regierung gefällt oder nicht. Sagen die das mal in dieser links-grünen WEF Marionetten Diktatur in D!? Diese Unverschämtheit von der links-grünen globalistischen Kabale ständig von rechtsradikal oder solch dummen Zeug zu schwadronieren, kann man eigentlich nur naiven und uninformierten Leuten verkaufen. Die Realität sieht ganz anders aus. Man kann die Liste sehr lange aufzählen, was hier in den letzten 2-3 Jahren ganz gut gemacht wurde aber in D ganz sicher nicht oder auch völlig verdreht berichtet wird. Nun denn wir können es hier gelassen sehen, ansonsten lebt es sich hier lustig und fröhlich, trotz der internationalen Schwierigkeiten. Und wenn hoffentlich Bolso bestätigt wird, ist der linke Irrsinn absolut nicht durchsetzbar, selbst wenn die Globalisten sich auf den Kopf stellen, noch sind wir hier relativ frei und die Meisten werden sich auch dafür einsetzen, daß das so bleibt! Viele begreifen auch was in Europa und den USA geschieht und merken instinktiv, daß dieser Kommunismus in schreckliche Lebensumstände führt. Das muß man jetzt den naiven PT Sympathisanten klar machen, was für Folgen ein erneuter Kommunismus für dieses Land hätte. Man spricht hier oft von Braszoela, denn Argentinien und Venezuela und Lula’s Lieblingsland Kuba, sind nun wahrlich keine wünschenswerten Vorbilder! Die Senatoren und Gouverneure der wichtigsten Bundesstaaten unterstützen Bolsonaro im 2. Wahlgang, wir werden versuchen ebenfalls unseren Teil dazu beizutragen um diesen unsäglichen und dämlichen Kommunismus nicht erneut erleben zu müssen.

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    • Das ist der entscheidende Satz:

      „Ob die Europäer nun von uns Nahrungsmittel und Rohstoffe im Rahmen des Mercosul Abkommens abkaufen wollen, oder nicht, weil sie irgendwelche grünen Spinnereien im Kopf haben, ist für uns nicht mehr so von Bedeutung. Wir können das locker zum Marktpreis auch wo anders verkaufen.“

      Und das hier der nächste:

      „Durch als Folge der selbstverschuldeten Energiekrise sind die EU und vor allem Deutschland eigentlich verzweifelt auf die Rohstoffe aus Südamerika angewiesen.“

      Eigentlich müssten die Deutschen schon längst mit dem Flieger in Argentinien vorstellig geworden sein, so wie in Kanada (Stichwort „Vaca Muerta“). Waren sie aber bisher nicht, weil Südamerika keinen Bock mehr hat, bei dem „westlichen“ Sanktionszirkus gegen Russland mitzumachen. Und eigentlich überhaupt keiner auf dem Kontinent mehr Bock hat, irgendwas zu machen, nur weil „der Westen“ in seiner spinnerten Hybris das so will. Und mit den Amis hat man eh noch eine Rechnung offen …

      Was wir derzeit erleben, ist eine komplette Machtverschiebung auf der Welt, weg von den USA und Verbündeten hin zu einer multipolaren Ordnung, in der die USA nur noch eine Mittelmacht sind. Trump hat versucht, das Ruder nochmal rumzureißen, wurde aber dann „abgewählt“, Biden hat es total verkackt.

      Mir gefällt diesbezüglich recht gut der Satz „Die USA sind eine Supermacht und leben das mit Nachdruck aus, Brasilien ist ebenfalls eine Supermacht, hat das aber noch nicht mal ansatzweise mitbekommen“. Genau das ändert sich gerade …

      Grüße aus dem Nachbarländle!

    • @Vergackeiert 5. Oktober 2022 Beim 13:46

      „Das muß man jetzt den naiven PT Sympathisanten klar machen, was für Folgen ein erneuter Kommunismus für dieses Land hätte. Man spricht hier oft von Braszoela, denn Argentinien und Venezuela und Lula’s Lieblingsland Kuba, sind nun wahrlich keine wünschenswerten Vorbilder!“

      Studieren Sie erst einmal die Fakten über das Land Venzuela, bevor Sie hier ihre Thesen verbreiten.
      Venezuela war auch vor der Machtergreifung der Kommunisten Chavez und Maduro ein sehr armes Land. Also Venezuela taugt hier überhaupt nicht als negatives Beispiel für das Scheitern des Kommunismus!
      Es spielt keine Rolle, wer in Venezuela an der Macht ist, das Land bleibt arm, und die Oligarchen bleiben reich.
      In einigen Regionen von Venezuela gibt es seit mehr als 15 Jahren eine sehr hohe Kriminalitätsrate udn eine hohe Mordrate. Und fast alle diese Bundesstaaten in Venezuela mit der hohen Mordrate und Kriminalitätsrate werden seit mehr als 10 Jahren von den Regimegegnern von Chavez/Maduro regiert!
      Dazu zählt vor allem das Parteienbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD=Mesa de la Unidad Democrática), wo auch sehr viele militante Rechtsradikale Parteimitglieder sind.

  2. Die Arroganz und Anmaßungen, die von Brüssel und der Berliner Regierung gegen andere Länder, Regierungen und Personen an den Tag gelegt wird, sind eine Schande für uns Alle.
    Dieses zutiefst verachtenswerte Verhalten gegen Andere ist Ausdruck von links-grünen Machtgelüsten, Einfältigkeit und ausgeprägter Dummheit bezüglich Diplomatie und Geschichte (Frau Baerbock: feministische Außenpolitik!!!).

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  3. Kritik am Artikel.

    Erschreckend, dass Herr Löwengrub nicht erwähnte, dass die Wahlen ganz offensichtlich massiv manipuliert worden sind, u.a. durch die Dominion Maschinen, ähnlich wie in den USA 2020.

    Millionen lauschten Bolsonaro bei seinen Reden, während bei Luna tote Hose war, ähnlich auf Twitter. Solche Dinge sollte man nicht unerwähnt lassen und gehört zu einer vollständigen Analyse dazu. Vergessen hatte Herr Löwengrub leider auch, dass Lula als einer der kriminellsten Politiker der Welt gilt und nur kurze Zeit absitzen musste.

    Fazit: Normalerweise hat der Sozialist Lula keine realistische Chance zu gewinnen, zu groß die Beliebtheit von Bolsonaro. Meine brasilianischen Freunde haben diesbezüglich recht. Von Herrn Löwengrub erwarte ich, besser recherchierte Analysen, nehmen sich ein Beispiel an Thomas Röper.

  4. Und was ist mit denen, die bei Putin und seinem korrupten Regime die Koruption nachsehen, die sie aber bei Selensky groß aufmachen??!

    • ein Selensky ist nicht das Problem Brasiliens, auch nicht ein Putin in dem Sinne ob er korrupt ist oder nicht, wir kümmern uns um unsere Probleme und das heißt diesen alles vernichtenden Kommunismus der mal wieder um die Ecke schaut. Wir haben nicht den Deutschen Virus uns ständig um die Angelegenheiten anderer Länder kümmern zu müssen, dabei naiv glauben die Welt zu verbessern aber im eigenen Land schließlich Totalversager und irgendwelchen schwachsinnigen grünem Blödsinn hinterher zu eiern den irgendwelche wirren WEF-Opas mit ihrem grünen Transhumanismus sich ausgedacht haben. Uns interessiert ob man mit Russland und mit vielen anderen zuverlässige Geschäfte machen kann, ohne dabei übervorteilt zu werden! So einfach ist das!

  5. lula ist der dämon in engelsgestalt. ein unfassbar bösartiger und sehr duchtriebener vollblut-kommunist. er ist weltmeister der korruption. seine lügen sind legendär. seine vodoo-macumbratruppe opfert täglich landesweit unschuldige tiere. ihm selbst werden zahlreiche morde und schrecklichste derartige handlungen nachgesagt. sein lieblingsprojekt, kindern ab dem alter von 6 jahren die freiheit der geschechlechterwahl anzubieten, sagt schon alles. ihm geht es nur darum die macht wieder zu erhalten. ein abgrundtiefer hass auf alles andersdenkende ist seine treibende kraft. wir, die hier in brasilien noch klar denken zu vermögen, verachten diese unperson und seine mitstreiter. möge er in der hölle schmoren.

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