Mittwoch, 22. Mai 2024
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Wir können auf Kohlekraftwerke nicht verzichten

Wir können auf Kohlekraftwerke nicht verzichten

Onyx Kraftwerk Wilhelmshaven: Effizienter, sicherer, nachhaltiger als 2.000 Windkraftanlagen (Foto:Imago)

Kohlekraftwerke liefern bedarfsgerecht preisgünstigsten Strom und sorgen für Netzstabilität. Wind- und Solarstrom hingegen schwanken mit dem Wetter. Sie sind nicht regelbar und können nur begrenzt in ein stabiles Stromnetz eingespeist werden. In Lokalzeitungen der Region wurde kürzlich über das Onyx-Kraftwerk in Wilhelmshaven berichtet, das seit 15 Jahren fast rund um die Uhr in Betrieb ist. Dieses kleine Jubiläum soll Anlass sein, die Leistungen und Kosten von Wind- und Kohlestrom einmal zu vergleichen.

Zur Geschichte des Onyx-Kraftwerkes soviel: Mit einer Leistung von 731 Megawatt und einem Wirkungsgrad von 46 Prozent gehört es zu den modernsten Anlagen in Deutschland. Es verwandelt 46 Prozent der Verbrennungswärme in Strom, braucht also weniger Kohle als ältere Kraftwerke mit einem Wirkungsgrad um 40 Prozent. Weltweit werden häufig nur 35 Prozent erreicht. Das Werk wurde als Ersatz für die deutschen Kernkraftwerke geplant, die nach massiven grünen Protesten stillgelegt werden sollten. Damals wurde sachlich mit den Stromversorgern diskutiert, wie man den Atomausstieg schaffen kann, ohne die Stromversorgung zu gefährden. Die Lösung war: Die Kernkraftwerke werden durch Kohlekraftwerke ersetzt. Der Strom wird dadurch zwar etwas teurer; der Preisanstieg um rund ein Cent pro Kilowattstunde sollte aber verkraftbar sein.

Werk der grünen Lobbyisten

So wurden zu dem damals bereits vorhandenen Eon-Kraftwerk noch drei weitere Kohlekraftwerke am tiefen Fahrwasser von Wilhelmshaven geplant, die die Kernkraftwerke in Norddeutschland ersetzen sollten. Gebaut wurde letztlich nur das Onyx-Kraftwerk, denn inzwischen war die grüne Bewegung gegen die Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl schon so stark geworden, dass die Energieversorgung ausschließlich aus regenerativen Quellen kommen sollte. Wind und Sonne sollten den Hauptanteil liefern. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wurde gestartet. Dieses Mal wurde jedoch nicht zusammen mit Fachleuten ein möglicher Weg gesucht; eine von der Bundesregierung ernannte Kommission aus Politikern, Gewerkschaftlern und lokalen Vertretern der Kohleregionen sollte einen Terminplan für den Ausstieg empfehlen, der dann auch zum Gesetz wurde. Kosten und Versorgungssicherheit wurden dabei nicht beachtet.

Eine treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war Rainer Baake. Als grüner Staatssekretär unter Jürgen Trittin hat er den Atomausstieg verhandelt, um wenige Jahre später den Kohleausstieg voranzutreiben. Hierzu hat er, nach seiner Freistellung als Staatssekretär, mit US-Kapital die Agora-Energiewende gegründet, den bekannten Lobby-Verein zur Durchsetzung der Energiewende. Dieser Verein wird inzwischen auch mit deutschen Steuergeldern finanziert. Er ist in den Parteien, die das “Weltklima” mit der “Energiewende” retten wollen, gut vernetzt. Die Ernennung des Geschäftsführers von Agora-Energiewende, Patrick Graichen, zum Staatssekretär durch den Minister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, war dafür ein deutlicher Beleg. Auch nach der Entlassung von Graichen wegen Bevorzugung seines Trauzeugen bei einer Ämtervergabe bleibt der Einfluss von Agora und des Graichen-Clans erhalten. Enge Verwandte von ihm besetzen nach wie vor führende Stellen im Ministerium. Sie setzen die Agora-Vorstellungen weiter in Gesetze um.

Kohlekraftwerke sind das Rückgrat der Stromversorgung

Der hohe Auslastungsgrad des Onyx-Kraftwerks zeigt, wie wichtig der Kraftwerkstrom für eine sichere Versorgung ist: Es läuft auch dann, wenn bei Starkwind und Sonnenschein die umliegenden Windgeneratoren abgeschaltet werden, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Die Kraftwerke werden für ein stabiles Wechselstromnetz gebraucht. Mit ihren großen rotierenden Massen stabilisieren sie die Netzfrequenz. Ein solches Netz kann maximal 60 Prozent Wind- und Solarleistung aufnehmen. Darüber hinaus regeln die Kraftwerke die Netzleistung auf den Bedarf und ergänzen die Leistung bei schwachen Winden und Dunkelheit. Bei Dunkelflaute müssen sie die gesamte Leistung übernehmen.

Die Leistung des Wind- und Solarstroms wird vom Wetter bestimmt und ist weder plan- noch regelbar. Allein mit dem nicht planbaren Wind- und Solarstrom kann keine sichere und bezahlbare Stromversorgung aufgebaut werden. Viele Politiker behaupten genau das aber nach wie vor. Es handelt sich um eine vorsätzliche Täuschung der Bevölkerung. Um dies zu verdeutlichen, nennt der Stromverbraucherschutz NAEB e.V. diesen Strom treffend “Fakepower”.

Kohlestrom ist auf fast allen Gebieten günstiger als Windstrom

Das Kraftwerk Wilhelmshaven hat eine Leistung von 731 Megawatt (MW), die ganzjährig (bis auf planbare Revisionen) verfügbar ist. Für die gleiche mittlere Jahresleistung müssen Windstromanlagen mit 3.700 Megawatt installiert werden, denn diese liefern im Mittel nur 20 Prozent ihrer installierten Leistung mit Schwankungen zwischen Null und 60 Prozent. Knapp 2.000 von den 6131 Windgeneratoren in Niedersachsen (Zahlen für 2021) können zwar die gleiche Jahresstrommenge wie das Kraftwerk erzeugen – aber eben nicht bedarfsgerecht und nicht als eine die Netzstabilität sichernde Grundlast.

Das Kraftwerk Wilhelmshaven hat eine Fläche von rund 65 Hektar. Davon ist rund die Hälfte versiegelt. Vom Kraftwerk wurde auf eine Bitte um genaue Flächenangaben keine Auskunft gegeben. Die Arbeitsgruppe Windenergie-Freigericht gibt pro Windgenerator 350 Quadratmeter versiegelte Fläche und ca. 4.000 Quadratmeter geschotterte Betriebsfläche an. Hinzu kommt noch die Zuwegung in unterschiedlicher Ausführung. Damit versiegeln die 2.000 Windgeneratoren 70 Hektar – also rund doppelt so viel wie das Kraftwerk. Die benötigte Betriebsfläche übersteigt deutlich das 10-fache der Kraftwerksfläche.

Ökonomisch haben Windanlagen nur Nachteile

Der Bau des Kraftwerks kostete etwa eine Milliarde Euro. Für die Windgeneratoren mussten 3,7 Milliarden aufgewendet werden, um jeweils 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr zu erzeugen (rund 1 Prozent des Strombedarfs). Mit Abschreibungen über 20 Jahre plus Zinsen und Betriebskosten liegen die Gestehungskosten des Windstroms bei 6,6 Cent pro Kilowattstunde. Der Aufwand für die Entsorgung des Überschussstroms, die Regelungskosten von 2,3 Milliarden Euro pro Jahr sowie die Kosten für die Demontage und Entsorgung der Anlagen nach 20 Jahren sind hierin noch nicht enthalten.

Kraftwerke werden über 30 Jahre abgeschrieben. Einschließlich Zinsen liegen die Gestehungskosten bei 1,2 Cent pro Kilowattstunde, hinzu kommen 3,3 Cent für den Brennstoff Kohle (120 Euro pro Tonne). Der zuverlässige Kraftwerkstrom wird mit 4,5 Cent pro Kilowattstunde somit deutlich günstiger produziert als der unzuverlässige Windstrom mit 6,6 Cent.

Holz als Brennstoff ist keine Lösung

Es gibt nun Pläne, das Onyx-Kraftwerk auf Holzfeuerung umzustellen. Dagegen hat kürzlich die örtliche Organisation des Bundes für Naturschutz und Umwelt (NABU) demonstriert. Zu Recht: Für die Feuerung nur dieses Kraftwerks brauchte man den Ertrag von tausend Quadratkilometer Wald, wenn Raubbau vermieden werden soll. Die Transportkosten würden verdoppelt, weil der Brennwert von Holz nur halb so hoch ist wie von Kohle. Statt 15 Kohleschiffe müssten jährlich 30 Holzfrachter mit je 100.000 Tonnen Ladung Wilhelmshaven anlaufen. Diese Planung würde den Strom deutlich verteuern und viel Energie vergeuden, die uns anderswo fehlt.

Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Kohlestrom ist deutlich günstiger und sicherer als Fakepower. Der Strom aus dem Onyx-Kraftwerk kann 2.000 Windgeneratoren ersetzen; beliebig viele Windgeneratoren können aber kein einziges Kraftwerk ersetzen. Es können alle Fakepower-Anlagen abgeschaltet werden, ohne die Stromversorgung zu gefährden. Das Abschalten nur weniger Kraftwerke hingegen kann zum Blackout führen. Und Holz verliert durch Trocknung und Transport viel mehr Energie als Kohle. Egal, als was man ihn am Ende bezeichnet, ob als “Ökostrom”, “Windstrom”, “(Photo-)Voltaik-” oder “Solarstrom”, “Biogasstrom”, “EE-Strom”, “Strom aus erneuerbaren Energien”: Solange er Kraftwerkstrom ersetzen soll, also direkt ins Stromnetz eingespeist wird ohne “Veredelung” durch ein Kraftwerk, handelt es sich um Fakepower.

9 Antworten

  1. @WIR KÖNNEN AUF KOHLEKRAFTWERKE NICHT VERZICHTEN
    aber selbstverständlich können wir !
    Wir müssen das Land nur nach Morgenthau zu einem Agrarland machen – mit 20 Mio Einwohnern – und schon geht es !
    Oder nach den Interessen des WEF !

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  2. “Ihr PKW wird von Behörden und Staat Überwacht ohne das Sie das Wissen. Wir können das ändern…

    https://youtu.be/DQHLRX6HHs4

    Eingebaute Navis machen es möglich, ca. seit 2011/2012
    Ab 2020 lt. EU-Verordnung Pflichteinbau der Hersteller gefordert !

    Nicht nur Schnüffelstaat lässt grüßen !
    Autohaftpflichtversicherungen haben auch ihre Finger im Spiel.
    Bewegungsprofile mit den Orten und Zeiten, Ruhezeiten, etc. sind ausschnüffelbar !

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    1. warm sanieren… feuerversicherung zahlt… alles andere ist staatlich verordneter selbstmord !!!!!!
      Robert Habeck gibt Schwierigkeiten und hohe Kosten der Wärmewende zu
      Habeck: Wärmepumpe plus Sanierung kann bis zu 200.000 Euro kosten

      »In den am schlechtesten sanierten Gebäuden wohnen eben auch die ärmsten Menschen. Wenn da nicht nur eine Wärmepumpe für 20.000 Euro installiert wird, sondern auch die komplette energetische Sanierung auf ein deutlich höheres Niveau gefordert wird, dann reden wir von 200.000 Euro.«
      afd und alles wird ok…..

  3. Bei Eon auf der Hauptversammlung war zu erfahren: Die Kohle für deutsche Kraftwerke kommt aus Südafrika und Südamerika, unter manchmal fragwürdigen Lohn- und Arbeitsbedingungen ausgegraben und unter hohem Energieverbrauch mit wegen Schweröltreibstoff rußigen Schiffen herbeigeschafft, weil aus Umweltschutzgründen der Kohleabbau im Ruhrgebiet beendet wurde. Nationalistische Grünpolitik, mehr Dreck als nötig, aber anderswo, dort sieht man es nicht von hier.

    1. Naja, die Rohstoffe für Windrädchen, PV Zellen und Akkumulatoren für E-Autos werden ja zu großen Teilen in heimischen Schrebergärten gefördert, nicht wahr Yiva.

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  4. Kohlekraftwerke liefern ja nicht nur elektrischen Strom, sondern auch Fernwärme. Gibt es Kohlekraftwerke, die ihre Abwärme ungenutzt lassen? Ich glaube nicht.
    Was mir an der Kohleverstromung nicht gefällt, ist der Abbau der Kohle. Einerseits wir da viel Raubbau an Natur und Kultur betrieben, andererseits entstehen aber auch tolle Landschaften nach dem Rückbau. Ich bin da hin- und hergerissen.
    Gaskraftwerke sind mir lieber, aber die rechnen sich ja nur mit Hilfe der Russen. Und Russland ist ja jetzt der Feind. Wie dämlich grün kann man sein?

    Es stimmt, was der Autor schreibt. Für die Stabilität des Stromnetzes brauchen wir große Generatoren. Deren Schwungmassen, sowie die im Netz “pendelnde” wichtige Blindleistung, kann von Sonne und Wind nicht, oder nur sehr kostenintensiv, erzeugt/simuliert werden.
    Die Netzstabilität hängt von mehr ab, als nur von reinen Watts.

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  5. Ich glaube auch nicht das uns das noch betrifft. Tote brauchen keine Fernwärme und auch keinen Strom.
    Der Film ist schon im Kasten….sobald die Fachkräfte aktiviert werden, braucht niemand von uns mehr irgendwas wer Glück hat kann sich noch rechtzeitig selber einen Dolch setzen. Der Höllensturm wird erneut über uns herein brechen und ich glaube nicht, dass es noch allzu lange dauert.