Sonntag, 23. Juni 2024
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“Zeit”-Märchen zum “Reichstagssturm”: Kinderkreuzzug gegen die Wahrheit

“Zeit”-Märchen zum “Reichstagssturm”: Kinderkreuzzug gegen die Wahrheit

Die Infanterie des Linksjournalismus zieht gegen Fakten zu Felde (Symbolbild:Imago)

Wenn sich woke Redaktionen nicht mit der Wahrheit abfinden wollen, geschieht genau das, was wir dieser Tage beobachten können: Am 23. August veröffentlicht die “Zeit” eine großangelegte Reportage, die von sage und schreibe zwölf (!) Nachwuchskräften verfasst wurde. Ziel ist es, die behördlich (mit-)inszenierte Reichstags-Treppenbesetzung vom 29. August 2020 abermals zu einer knapp verhinderten deutschen “Reichsbürger”-Revolution umzudeuten, von der sich – so “Reichstags-Held” Karsten Bonack – “Deutschland nicht mehr erholt hätte”. Bonack holt in seiner historischen Betrachtung weit aus: “Hier hat der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann 1918 die Republik ausgerufen. Nicht auszudenken, wenn eine Reichskriegsflagge aus diesem Fenster hängen würde.” Das Problem seiner Schilderung ist, dass unter den tatsächlich geschwenkten Fahnen zwar viele Reichsflaggen, aber auf Anhieb keine Reichskriegsflagge auszumachen war. Die hätten dann schon der Verfassungsschutz oder Bonack selbst stellen müssen.

Aber der Vier-Sterne-Polizist Bonack weiß halt, was Haltungs-Journalisten so wünschen: Bereits 1997 findet er in einem Artikel der “taz” Erwähnung. Im Jahr 2017 kommt er dann im Rahmen einer Reality-Show bei “Stern-TV” ins Fernsehen. Zweimal darf unser Held vor laufender Fernsehkamera mutmaßliche Ganoven dingfest machen. Da fühlt man sich doch im Land, das keine Grenzen mehr kennt, gleich viel sicherer! Die fundierten Geschichtskenntnisse des uniformierten Demokratieretters werden nur noch denen des Historikers Professor Dr. Thomas Mergel übertroffen, den die “Zeit”-Alumni in Stellung bringen, um die geschichtliche Singularität der Treppenbesetzung hochwissenschaftlich nachzuweisen: “Was vor drei Jahren in Berlin passierte, ist ein Traditionsbruch: ein Angriff auf die Volksvertretung in einer gefestigten Demokratie.” Mergel muss schon auf die Revolution von 1848 zurückgreifen, um eine “vage Analogie” herzustellen. Da trifft es sich gut, dass Publizistin Aya Velázquez ihrer hervorragenden Replik auf die “Zeit”-Reportage Bilder von einer ordnungswidrigen Treppenbesetzung des Jahres 2010 durch eine Anti-Atomkraft Demo beistellt, die der Geschichtsprofessor in seinen prallen Archiven offenbar übersehen hat:

(Screenshot:Velázquez.Press)

Einen weiteren Volltreffer landet sie, wenn sie die Behauptung der Kinderreporter widerlegt, die Behörden hätten von der tatsächlichen Absicht einiger Beteiligter, in den Reichstag einzudringen, nichts gewußt. Das Gegenteil steht nämlich ausführlich in einem Beitrag der eigenen Redaktion vom 31. August 2020 in der “Zeit”: Die Behörden, geleitet von Innensenator Andreas Geisel, wussten genau Bescheid und haben offensichtlich eine Falle gestellt. Was bleibt noch zu erwähnen? Auch ein pensionierter Richter, der an der Besetzung teilgenommen hat, wird von der “Zeit”-Jungschar noch zitiert: “Und es war ja auch eine spaßige Angelegenheit.” Was fällt dem journalistischen Nachwuchs dazu ein? “Spaßig? Hat der ehemalige Richter gerade ‘spaßig’ gesagt? Das hat er.” Na dann, Bahn frei für den Hamburger Kinderkreuzzug und seinen ersten Stein!

PS: Um der Wahrheit vollständig Genüge zu tun, muss man Karsten Bonack recht geben, wenn er sich darüber beschwert, dass ihm der Erhalt eines Bundesverdienstkreuzes angedichtet wird: Es gab für ihn und seinen Mithelden lediglich eine Würdigung durch den Bundespräsidenten und stehende Ovationen im Bundestag. Das Bundesverdienstkreuz bleibt hierzulande noch größeren Talenten vorbehalten, etwa wie Angela Merkel.

PPS: Im Beitrag der Hambuger Kreuzzügler findet sich folgender Satz: “Das Misstrauen gegenüber der Demokratie begann während der Debatte über Flüchtlinge im Jahr 2015, schaukelte sich in der Corona-Zeit hoch und hält bis heute an.” Vielleicht waren die Herren und Damen 2015 noch nicht alt genug, aber es gab damals keine “Debatte über Flüchtlinge”, es gab eine bedingungslose Grenzöffnung mit teilweise zehntausend Einreisen pro Tag – und jeder, der das nicht toll fand und das auch noch äußerte, wurde zum Unmenschen erklärt.


Dieser Beitrag erschien auch auf der Webseite des Autors.

9 Responses

  1. Auch beim angeblichen “Sturm auf das Kapitol” wurden die Menschen von einem Mitarbeiter hereingelassen, wie spätere Videos unzweifelhaft beweisen. Aber auch dort wird die Lüge gegen Trump weiter ausgeschlachtet. Da Dummerland ein Fifi der USA ist, wundert es mich nicht, daß es hier ebenso läuft. Die gleiche Taktik, die gleichen Lügen.

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  2. Der kleine “Sturm” in Berlin war ein Insiderwitz, der die große Show in W-DC ankündigte. Kein Vergleich, in DC war großes Kino, Fotos wurden mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. In Berlin hatten wir nur den Kampfkunst Polizisten, immerhin. Das lustige Video habe ich noch. Ein buchstäblicher Treppenwitz. Und den Ken***y, den hatten wir. Dieser Tage werden einige der PsyOps der letzten Jahre gefeiert. Bissl Lockdown, neue Impfkampagne? Alles Verhöhnung. Wisst wo ihr steht. Oder – ihr kapiert nicht mal, was wir mit euch machen! Die damalige Demonstration war doch offensichtlich gewollt, mit einem kleinen Gerichtsdrama in den Medien beworben. Querdenker. Schon dieses Wort ist ein Hohn.

  3. @Das Misstrauen gegenüber der Demokratie
    wie so oft ist die Begrifflichkeit eines angeblich so selbstverständlichen Wortes zu diskutieren:

    gehört es zur Demokratie, wenn man wichtige Entscheidungen nur im Hinterzimmer fällt wie die €-Einführung oder , wie in anderen Ländern, so lange abstimmen läßt, bis das gewünschte Resultat ausgezählt werden kann ?
    gehört es zur Demokratie, wenn die Kanzlerin anruft und ein unerwünschtes Wahlergebnis rückgängig machen läßt ?
    gehört es zur Demokratie, wenn das Regime mittels Psychoterrorismus, Erpressung und Lügen das Volk zu einem Gen-Experiment zwingt ?
    gehört es zur Demokratie, wenn das Regime die Medien kauft, erpresst und zensiert, um Informationen zu unterdrücken ?
    gehört es zur Demokratie, wenn die gewählten Volksvertreter das Volk eben nicht vertreten, sondern fremden Herren dienen und fremde Entscheidungen auf Kommando abnicken ?

    Vielleicht sollte man erst einmal den Begriff der “Demokratie” definieren – die Herrschaft des Volkes ist es jedenfalls nicht :
    “Wo wir Grünen an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln”
    Sandra Detzer, Landeschefin der Grünen in Baden-Württemberg und Mitglied des Bundestages

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  4. „Der Deutschland-Plan“Sie erkennen „Ihr“ Land nicht mehr? Dann haben Sie etwas falsch verstanden
    https://www.focus.de/politik/meinung/gastbeitrag-von-naika-foroutan-sie-erkennen-ihr-land-nicht-mehr-dann-haben-sie-etwas-falsch-verstanden_id_203146719.html

    “Viele Menschen haben das Gefühl, ihr ‚eigenes‘ Land nicht mehr wiederzuerkennen. Zu Recht, möchte man sagen – denn es sieht anders aus, es ist jünger geworden, es spricht anders, es isst anders, es betet anders, als früher. Doch sie vergessen: Dieses Land gehört per se niemandem.”

    Von Gastautorin Naika Foroutan

    Aha, und wem gehört das Land denn tatsächlich?
    Den angelsächsischen Großkonzernen? Den Transatlantikern? Brüssels Bürokraten?
    Den Alliierten? Den Goldstücken aka Migranten?

  5. Ich habe erlebt, wie der “Reichstagssturm” eingefädelt wurde. Nach dem Ende der Querdenkerdemonstration strömten die Menschenmassen (vermutlich >100000 Teilnehmer) in Richtung Brandenburger Tor. Mitten in diesem Menschenstrom stand weithin sichtbar (auf einem Denkmalsockel o.ä.) eine Frau mit einem Megafon, die für alle hörbar Dinge rief wie “Geht nach links zum Reichstag! Die Polizei ist dort abgezogen! Der Weg ist frei! Das ist eine einmalige Chance!”.
    Um den Denkmalsockel herum standen zwei bis drei Personen mit leuchtend-gelben Westen, die den Eindruck erweckten, dass sie zu den offiziellen Ordnern gehörten und dass die Frau also im Namen der Veranstalter sprach. Meine Vermutung: es waren Geheimdienstmitarbeiter, die außerdem die Aufgabe hatten, die polizeieinsatz-kundige reichstagssturmgeile Megafonfrau (Tamara K., Heilprakterin aus der Eifel) zu beschützen – vor Personen wie mir, dem das Ganze verdächtig vorkam, der aber in seiner Naivität damals noch nicht auf den Gedanken gekommen war, diese Frau vom Sockel zu zerren (heute bin ich klüger).

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  6. “Haltungs-Journalisten”

    Haltungsjournalisten

    Das Wort Haltungs gibt es nicht. Das ist kein zusammengesetztes Wort.

  7. ZITAT: “Das Bundesverdienstkreuz bleibt hierzulande noch größeren Talenten vorbehalten, etwa wie Angela Merkel.”

    Wenn jeder, der nur Scheiße labert, ein Bundesverdienstkreuz bekäme, dann wären die planetaren Blechreserven schnell erschöpft.