Samstag, 13. April 2024
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2024 – Entscheidungsjahr für die Zivilisation

2024 – Entscheidungsjahr für die Zivilisation

Blutige Lehren der Geschichte, die anscheinend nicht gezogen wurden (Symbolbild:Pixabay/ThomasRüdesheim)

Nachdem im Verlaufe des Ukrainekrieges immer klarer geworden ist, dass einige Politiker rein nichts aus zwei Weltkriegen gelernt haben, ist es höchste Zeit, sich auf die warnenden Worte Dwight D. Eisenhowers aus seiner Abschiedsrede im Januar 1961 zu besinnen und diesen Militaristen in aller Deutlichkeit die Verantwortungslosigkeit weiterer Eskalationstreiberei vorzuhalten. Dazu ist es erforderlich, sich den größeren politischen Kontext des Konflikts bewusst zu machen; denn das, was den Bürgern als entschlossene “Verteidigung der Freiheit” präsentiert wird, ist in Wahrheit der Weg in deren zielsichere Zerstörung.

Dem Titel von George Orwells prophetischem Roman “1984” zufolge hätte die 1776 in den USA begründete freiheitliche Demokratie schon vor 40 Jahren durch ein diktatorisches Imperium verdrängt worden sein können; durch ein Staatsgebilde, das seine Bürger mittels ausgeklügelter Überwachungstechnologie und einem Heer folgsamer Agenten in einen Status der Entrechtung, der Unterdrückung und der Abhängigkeit überführt. Dieses hätte seine Macht namentlich durch persönliches Ausspionieren der Gesinnung jedes einzelnen Untertanen stabilisiert, um diesen je nach Ergebnis zu diskriminieren oder in die Reihen ihrer Funktionäre aufzunehmen. Systemkritik wäre mit dieser Personalpolitik sowie durch einen Propagandaapparat niedergehalten worden.

Freiheit wird nicht geschenkt

Seit den Anfängen der Zivilisation mit der Entstehung erster Städte hat Autokratie den größten Teil der menschlichen Geschichte geprägt, während sich Freiheit und Demokratie auf Episoden beschränkt haben (eine der längsten während der Zeit der Römischen Republik). Der einfache Grund liegt darin, dass Freiheit nicht geschenkt wird, sondern gegen niemals endende Machtansprüche autoritärer Personen erstritten, bewacht und verteidigt werden muss. Diese Notwendigkeit ist jedoch bei den Bürgern der westlichen Staaten bereits seit weit über einem Jahrhundert nur noch unzureichend im Bewusstsein verankert – zu lange, um ohne ernste Konsequenzen geblieben zu sein.

Thomas Jefferson, einer der Mitbegründer des demokratischen Gesellschaftsmodells der USA, hatte erkannt, dass einer souverän überlegenen Großmacht die Rolle eines friedlichen Vorbildes zukommt und nicht die eines Weltpolizisten, der seine Ordnungsvorstellungen mit militärischen Mitteln durchzusetzen nötig hat: „I hope our wisdom will grow with our power, and teach us, that the less we use our power the greater it will be.“ Dieses Zitat transportiert unausgesprochen den Geist von Verständnis, Großzügigkeit und Fairness (nicht von feigem Appeasement!), welche die Politik einer authentischen demokratischen Großmacht kennzeichnen, die von idealistischen, freiheitlich eingestellten Menschen gestaltet wird. Das Konzept knüpft an die Pax Romana an, den Römischen Frieden. Einmal zu einer souverän überlegenen Großmacht mit entsprechender Autorität aufgestiegen, vollzog sich die Expansion des Römischen Reiches vor allem nach dem Vorbildprinzip, indem sich Randvölker durch Übernahme der fortschrittlichen Technik, Lebensweise und Sprache den Römern anglichen.

Mangel an kritischer Wachsamkeit

Unter den Bedingungen moderner Transport- und Kommunikationstechnik hätte den USA nach ihrem rasanten Aufstieg im 19. Jahrhundert die ganze Welt offen gestanden, um auf diesem gewaltfreien Weg bis heute den größten Teil der Völker und Nationen in einer prosperierenden Wertegemeinschaft zu vereinen. Doch weil es an der notwendigen kritischen Wachsamkeit gemangelt hat, ist es machtambitionierten Personen gelungen, das hart erstrittene Prinzip der gegenseitigen Achtung der Freiheitsrechte und der Rechtsgleichheit in der Demokratie zu unterlaufen und eine privilegierte Macht des Geldes zu etablieren. Die (auch ideologischen) Wurzeln dieses undemokratischen Personenkreises liegen in Großbritannien, wo ein wechselseitig verflochtener Feudal- und Geldadel bereits seit über 400 Jahren den Kurs der Politik maßgeblich beeinflusst. Die Kronkolonien des Britischen Weltreiches bildeten das riesige Experimentierfeld der Ultrareichen, wo deren Handelskonzerne – dank königlicher Privilegien vor Wettbewerbern geschützt – gigantische Extraprofite gegen die Regeln des fairen Marktes erzielen konnten. Da viel Geld den Charakter korrumpiert, war es kein Wunder, dass Ausplünderung, Entrechtung, Sklaventransporte und Drogenhandel (in China auch die Erzwingung von Drogenimporten) zum Geschäftsmodell gehörten.

Da besagte Privilegien auch Hoheitsrechte umfassten, konnte allein die East India Company (EIC) eine militärische Streitmacht größer als die des britischen Staates unterhalten. Es ist sicher kein Zufall, dass Orwell in seiner Zukunftsvision „1984“ einen undurchsichtigen Militarismus als eines der Kennzeichen “seines” totalitären Regimes herausstellte „Oceania was at war with Eastasia. Oceania had always been at war with Eastasia.” (“Ozeanien befand sich im Krieg mit Ostasien. Ozeanien hatte sich schon immer im Krieg mit Ostasien befunden.“)

Autokratie ist die Mutter des Militarismus

Die Tatsache, dass Militarismus seine Wurzeln in demokratisch unkontrollierter, autokratischer Herrschaft hat, sollte den westlichen Bürgern eigentlich von den abschreckenden Beispielen der feudalen Adelsherrschaft bekannt sein. Damals haben Fürsten und Könige ihre Bürger und namentlich ihre Soldaten in Kriegen geopfert, die nicht der Verteidigung der Bevölkerung, sondern ihrem persönlichen Machterhalt und der Machterweiterung dienten. Da dieser wichtige Zusammenhang jedoch außerhalb des Bewusstseins der Bürger geblieben ist, konnte auch die überdeutliche Warnung Dwight D. Eisenhowers nicht klar eingeordnet werden, als dieser auf seiner Abschiedsrede nach 8 Jahren Präsidentschaft 1961 und mitten im Vietnamkrieg seinen amerikanischen Landsleuten eine warnende Botschaft übermittelte.

Diese bezog sich auf dem Militärisch-Industriellen Komplex (MIC) aus hochrangigen Vertretern der Geheimdienste, des Militärs, der Rüstungsindustrie und der Politik, welche die USA und die westliche Staatenwelt auf einen suizidalen militaristischen Weg führen. MIC müsste eigentlich richtiger MIFC heißen, wobei das F für “Financial” steht und herausstellt, dass das Finanzestablishment die maßgebliche Kraft hinter dem Militarismus darstellt.

Gesponsorte Militäraktionen gegen die freie Zivilisation

Die absolute Kontraproduktivität des von Personen mit autokratischen Ambitionen forcierten Militarismus für die Verbreitung von Freiheit und Demokratie hätte bereits im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898-1899 erkannt werden müssen. Insbesondere der absurde militärische Aktionismus auf den Philippinen hat der amerikanischen Nation und ihren freiheitlich-demokratischen Idealen allerschwersten Schaden zugefügt. Als das US-Militär die dortige Zivilbevölkerung mit an Genozid grenzender Brutalität unterdrückte, wurde die amerikanische Öffentlichkeit von dieser Wahrheit per Zensur abgeschirmt, so dass die Kritik zu schwach blieb, um solches Vorgehen des Militärs sowie das Antiprinzip Zensur für alle Zukunft abzustellen.

Zu Anfang des 20. Jahrhundert fügte die direkte Einmischung amerikanischer Banker in die Politik anderer Länder dem demokratischen Konzept weiteren Schaden zu. In Japan waren zu dieser Zeit weite Kreise der Gesellschaft den fortschrittlichen Einflüssen aus Europa und den USA bereits stark zugeneigt, so dass sich die Entstehung einer friedlichen Wertegemeinschaft über die ethnischen und kulturellen Grenzen hinweg anbahnte. Solche integrierenden Tendenzen hätten jedoch der alten Strategie der Autokraten widersprochen, ihre Rivalen untereinander in Uneinigkeit zu halten. Die „Lösung“ brachten Kredite des Finanzestablishments an japanische Militaristen, wodurch diese 1904-1905 gegen Russland in den Krieg ziehen konnten.

Liste destruktiver Einflussnahmen

Noch stärker haben westliche Finanzoligarchen in China auf den Verlauf der Geschichte Einfluss genommen, wieder zum Nachteil des demokratischen Modells. Nach dem Ende der rückständigen Kaiserherrschaft war Ende 1911 der USA-Bewunderer Dr. Sun Yat-Sen zum ersten Präsidenten gewählt worden. Doch „dank“ der Intervention der Finanzelite wurden er und die Republik schon wenige Monate später durch die Diktatur des primitiven Militaristen Yuan Shikai ersetzt. Auf diesen „erfolgreichen“ Eingriff folgten Jahrzehnte des Bürgerkrieges bis zur Abspaltung Taiwans 1949.

Die Liste der Beispiele destruktiver Einflussnahmen durch die Geldelite zum unermesslichen Schaden für die Ideale der Freiheit, der Demokratie sowie für die Reputation der Vereinigten Staaten umfasst auch die Finanzierung Lenins und Hitlers. Umgekehrt läßt sich das sorgsam kultivierte Bild einer Förderung der Interessen des Judentums und seines Staats als den Fakten Hohn sprechende Propaganda aufdecken. Beispielsweise steht im gegenwärtigen Gaza-Krieg den Waffenlieferungen an Israel (welche arabische Staaten gegen Petrodollars ebenso erhalten) und der halbherzigen militärischen Rückendeckung eine anwachsende antiisraelischen Hetze seitens tausender „wohltätiger“, in den USA steuerbefreiter Organisationen gegenüber, welche Ultrareiche mittels dosierter Fördermittel entweder zu maximaler Aktivität pushen oder in Bedeutungslosigkeit absinken lassen.

Der Informationskrieg

Wir ständen jetzt, zu Beginn des Jahres 2024, nicht vor diesem Scherbenhaufen westlicher Sicherheitspolitik und der Perspektive eines selbstmörderischen Dritten Weltkrieges, wenn aus der Geschichte vergangener Kriege und Bürgerkriege rational gelernt worden wäre. Aber dazu ist den Bürgern und Politikern keine faire Chance geboten worden. Denn wie konnten die Menschen beispielsweise aus den Dutzenden von Eingriffen in Lateinamerika (nach dem Standardschema, demokratisch gewählte Regierungen und moderate Kräfte mittels militanter Aufständischer durch Diktaturen abzulösen) lernen, nachdem die Kommentare in Fernsehen und Printmedien für jeden dieser groben Verstöße gegen selbst verkündete Prinzipien Verständnis erzeugt und billige Vorwände als valide Begründungen präsentiert haben?

Der während des Spanisch-Amerikanischen Krieges gestartete Informationskrieg dauert bis heute an. Erst jetzt, nach Jahrzehnten einer gelähmten kritischen Wachsamkeit, wächst seit der Coronakrise die Zahl der Bürger, Journalisten und Politiker, die diesen “Krieg mit anderen Mitteln” auch als solchen wahrnehmen. Wäre den grotesken Eingriffen in die Informationsfreiheit vor 125 Jahren während des Spanisch-Amerikanischen Krieges in ihren Anfängen mit Entschlossenheit begegnet worden, hätte die ursprüngliche einfache Abfilterung unliebsamer Informationen nicht zu einem komplexen Propagandasystem weiterentwickelt werden können, das namentlich in Kriegszeiten eine faire Beurteilung der Lage extrem erschwert.

Schönfärberei westlicher Militäraktionen

Die Einrichtung des Creel Committee während des Ersten Weltkrieges und des Office of War Information während des Zweiten Weltkriegs hat klar die unaufrichtige Intention und polarisierende Wirkung einer einseitigen Meinungsbeeinflussung in Richtung Kriegsbereitschaft gezeigt. Heute übernimmt die CIA einen Teil dieser unmoralischen “Aufgabe”, was sich bereits daran ablesen lässt, dass der Geheimdienst etwa ein Drittel seines gigantischen Budgets für die publikumswirksame Präsentation seiner – nachweislich nicht immer korrekten – Informationen aufwendet (wie Victor Machetti bereits 1989 in “The Journal of Historical Review” aufzeigte).

Diese propagandaartige Präsentation läuft regelmäßig auf eine Schönfärberei westlicher Militäraktionen hinaus, die infolgedessen von den Bürgern akzeptiert werden, während die desaströsen Folgen seit über einem Jahrhundert nach Kräften aus dem Bewusstsein der Bürger gehalten werden. Die Ablenkung hat deshalb so lange ‚gut‘ funktioniert, weil dem Propagandaapparat Milliardenbudgets und die jeweils neueste Technologie zur Verfügung stehen, und weil in den westlichen Ländern den Strukturen und Vertretern des demokratischen Staates ein Vertrauensvorsprung eingeräumt wurde. In diesem Ambiente bestärken sich die Bürger, Journalisten, Regierungen und Parlamentarier gegenseitig in der Illusion, dass die eigene Politik, insbesondere die der USA, stets die moralisch korrekten Prinzipien vertritt.

Vertrauen als Schlüsselelement gesellschaftlicher Stabilität

Prinzipiell ist genseitiges Vertrauen ein Schlüsselelement für die Stabilität einer Gesellschaft. Doch nachdem der MIFC das von den Bürgern des Westens entgegengebrachte Vertrauen jahrzehntelang sehr wenig gerechtfertigt hat, wird die Lage ohne Wiederherstellung der kritischen Wachsamkeit außen- und innenpolitisch gefährlich. Über die momentan kriegsbeteiligten Länder hinaus sind EU-Europa, Iran, China, Taiwan und die USA bedroht; letztere vor allem durch einen sich abzeichnenden Bürgerkrieg. Die nachfolgenden Ausführungen sollen dabei helfen, Menschen mental dagegen zu wappnen, sich zu militärischen „Lösungen“ aufwiegeln zu lassen. In diesem Zusammenhang ist Kritik an US-Politik keine Kritik an den USA, sondern ganz im Gegenteil allein an deren tatsächlichen Rivalen, welche die 1776 begründete freiheitliche Demokratie und faire Markwirtschaft dieser großen Nation bis heute sukzessive untergraben.

Sobald sich Bürger vom bequemen Konsum des vom Mainstream angebotenen Nachrichten-Einheitsbreis lösen und unabhängig informieren, stoßen sie auf zwei klaffende Lücken: Zum einen die zwischen einem schwindelerregenden Aufwand und einem oft mit der Lupe zu suchenden „Erfolg“ westlicher Militärpolitik, und zum zweiten die zwischen dem ideologisch-moralischen Anspruch und den tatsächlichen Resultaten. Bedenkt man beispielsweise die enorm vielfältigen und aufwendigen Aktivitäten der westlichen Geheimdienste bei der Entwicklung hocheffektiver Verhörmethoden, biogenetischer Manipulation, unauffälliger Methoden der Eliminierung von Personen sowie bei der Perfektionierung von Überwachungssystemen, Methoden der psychologischen Kriegsführung und Techniken des Cyberkrieges, dann sollte man auf der Ergebnisseite doch eigentlich eine wirksame Kriminalitätsbekämpfung, insbesondere eine Lahmlegung des internationalen Drogenhandels und eine massive Eindämmung der Korruption erwarten. Militäreinsätze sollten die seltene Ausnahme bilden und binnen kurzer Zeit mit nachhaltigem Erfolg abgeschlossen sein, so dass Menschen nicht in endlosen Bürgerkriegen entwurzelt und traumatisiert, sondern tatsächlich befreit und ihrem Selbstbestimmungsrecht überantwortet werden.

Verfehlte Entwicklungspolitik hat Abhängigkeiten geschaffen und Gleichgewichte zerstört

Indem einflussreiche Kräfte des MIFC das ursprüngliche Konzept der friedlichen Diffusion fortschrittlicher Konzepte nach dem Vorbild des Römischen Reiches untergraben und durch einen gefühlstoten Militarismus ersetzt haben, sind die führenden Nationen der Zivilisation in die gegenwärtige existenzielle Gefahr manövriert worden. Parallel sind die rückständigen Regionen auf einen disharmonischen Kurs geführt worden, auf welchem das ökologische Gleichgewicht mit ihrer Umwelt außer Kontrolle geraten und die freie Entfaltung der individuellen Menschen eingeschränkt sind. Die gestörte Gleichgewichtsfindung hat auf demographischem Gebiet zu bedrohlichen Verwerfungen geführt, die dabei sind, das bereits durch den Militarismus bröckelnde internationale Sicherheitsgefüge in Migrationsströmen gänzlich zu zerstören.

Die bald nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommene Entwicklungshilfe entsprang der konstruktiven Grundidee, die gewaltfreie Ausbreitung der demokratischen Zivilisation zu beschleunigen. Doch die Gestaltungshoheit über die Projekte verlagerte sich unbemerkt aus den Händen der westlichen Geberländer in diejenigen einer wachsenden Zahl vermeintlich wohltätiger NGOs und NPOs, der UNO und ihren Unterorganisationen, der Weltbank und des IWF (gleich IMF). Diese Entwicklung war nicht allein dadurch bedenklich, dass sie statt den nach Freiheit strebenden Menschen große internationale Konzerne zu den eigentlichen Gewinnern der großen Geldumverteilungsmühle gemacht hat. Als weit destruktiver erwiesen sich die irrigen Prinzipien- und Ideologiefragmente, welche unter dieser Regie den Kurs der Entwicklungspolitik bestimmten.

Verstoß gegen die Grundregel der Hilfe zur Selbsthilfe

Das Funktionieren des vollautomatischen (sich selbst finanzierenden) Modells der Ideenverbreitung per ungestörtem Handel, per Nachahmungseffekten und per Migration von den zivilisierten Zentren in die rückständigeren Randgebiete hätte nichts weiter als die Fortführung der während der Gründerjahrzehnte der USA noch wirklich freien und fairen Marktwirtschaft zur Voraussetzung gehabt. Stattdessen sind große Teile der staatlichen Entwicklungshilfe in die Kassen ohnehin (unter anderem steuer-) privilegierter Konzerne geflossen, indem diese mit Entwicklungsprojekten oder Hilfsprogrammen beauftragt wurden. Kleine Unternehmen, die für die rückständigen Länder eine wichtige Vorbildfunktion hätten übernehmen können, sind weithin abgedrängt worden, unter anderem durch bürokratische Hindernisse wie zum Beispiel konzernfreundliche Zollbestimmungen. Auch Praktiken des Bankensystems tragen zu dem mittelstandfeindlichen Ambiente bei, etwa indem sie surreale Hürden bei der Konteneröffnung und beim Transfer von Geldern umfassen. Die zugrundeliegenden Geldwäschegesetze haben den Drogenhandel nicht unter Kontrolle gebracht, nur den Mittelstand geschwächt.

Liest man in den Programmen und Zukunftsvisionen der die Entwicklungshilfe beherrschenden NGOs und sonstigen Organisationen, fällt auf, dass es selten um die Förderung von selbständiger Tätigkeit oder den Aufbau kleiner Unternehmen geht und umso öfter um große Investitionen. Diese können natürlich nur von besagten Organisationen, Konzernen oder reichen Investoren geleistet werden. Dadurch werden Demokratien ebenso in Abhängigkeit geführt wie autokratisch regierte Länder. Denn sie alle müssen sich investoren- und konzernfreundlich positionieren, um nicht vom Geldumverteilungskarussell ausgelassen zu werden. In diesem vom Finanzestablishment dominierten Entwicklungsmodell wird gegen eine essenzielle Grundregel verstoßen – und zwar die, dass nachhaltige Hilfe immer Hilfe zur Selbsthilfe sein muss. Jeder andere Ansatz führt in Abhängigkeiten – und damit ganz im Sinne aller Autokraten, die über alles bestimmen möchten und sich dafür abhängige, fügsame Untertanen wünschen.

Die Wiederbelebung der kritischen Wachsamkeit

In Anbetracht der in bedrohliche Nähe gerückten Gefahr eines Dritten Weltkrieges ist es jetzt, im Frühjahr des Jahres 2024, an der Zeit, sich der sträflich vernachlässigten Wachsamkeit gegenüber autokratisch ambitionierten Kräften bewusst zu werden. Es geht um die Überwindung einer Naivität, die man insbesondere den Deutschen zuschreibt, die aber bei anderen Völkern und Nationen des europäisch-amerikanischen Kulturraumes kaum seltener anzutreffen ist. Dieser Immunschwäche gegen manipulative Beeinflussung ist es weithin zuzuschreiben, dass sie nun dicht davor stehen, zum vierten Mal gegeneinander in einen gigantischen Krieg geschickt zu werden – denn dem Ersten Weltkrieg war bereits der Krimkrieg (1853-1856) vorausgegangen. In diesem hatten sich Großbritannien und Frankreich in eine Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Osmanischen Reich eingemischt – gegen den Vorrang der europäischen Solidarität an der Seite der Türken. Der überschaubare Regionaldisput wurde dadurch zu einem Großkrieg mit etwa 1 Million Todesopfern ausgeweitet.

Im historischen Kontext hat dieser Krieg eine Weichenstellung in die katastrophal falsche Richtung markiert. Während die jungen USA das hervorragende Funktionieren einer friedlichen Integration von freien Menschen aus allen Teilen Europas vorgelebt hatten, hat der vereinigte britische Geld- und Feudaladel einen solchen Prozess in Europa nicht nur hintertrieben, sondern in sein Gegenteil verkehrt, indem ausgerechnet die russische als die größte europäische Nation ausgegrenzt wurde. Und so wie bis heute inakzeptable Militäraktionen durch Beschönigung in den Medien vor öffentlicher Kritik abgeschirmt werden, so hat es auch damals nicht an Vorwänden gefehlt. Beispielsweise wurde die abenteuerliche Behauptung präsentiert, die Anglikanische Kirche wäre von der Russisch-Orthodoxen bedroht.

Das Gegenteil von Integration

Der notwendigen ideologischen Auseinandersetzung mit dem Islam – als einer politischen Ideologie von eingeschränkter Kompatibilität mit dem christlich-jüdischen Europa sowie mit den Idealen der Freiheit und Demokratie – wurde dagegen ausgewichen; sei es aus Bequemlichkeit, Berechnung , Naivität oder aus Feigheit. Dabei hat dieses Ausweichen vor aller Augen das exakte Gegenteil der von Politikern wortreich verkündeten Integration bewirkt. Eigentlich. Doch die Augen werden zugehalten, namentlich vor der wachsenden emotionalen Ablehnung der Migranten gegenüber ihren europäischen Aufnahmegesellschaften. Die Schuld daran trägt ein wachsweicher Appeasementkurses gegenüber Muslimen bei paralleler Bekämpfung des eigenen Patriotismus.

Das resultierende Dilemma lässt sich in die Frage fassen: In welche Gesellschaft sollen sich die ohnehin weniger werdenden tatsächlich anpassungsbereiten Migranten eigentlich integrieren? Es ist höchste Zeit, wahrzunehmen, dass der großzügige Bau von Moscheen und Kulturzentren psychologisch nicht etwa authentischer Menschenliebe entsprungen ist, sondern einer unterwürfigen “altruistischen Abtretung”. Von den Begünstigten muss er dementsprechend unweigerlich als Tribut wahrgenommen werden, der ihnen zusteht. Menschen, die innerhalb definierter Staatsgrenzen leben, bilden nur bei Vorliegen einer Mindest-Solidarität eine Gesellschaft. Eine bloße Ansammlung ohne solidarischen Zusammenhalt zerfällt in Krisen, Kriegen und Bürgerkriegen.

Westliche Hypokrisie der eigenen politischen Wahrnehmung

Wenn man ernsthaft Brücken zwischen sehr unterschiedlichen Kulturen schlagen möchte, dann muss der Baugrund für ein solides Fundament auf beiden Seiten exakt bekannt sein. Sind die Differenzen klar definiert, ist zu eruieren, durch welche Schritte namentlich der Islam seine Kompatibilität und Verträglichkeit mit den beiden anderen monotheistischen Weltreligionen Christentum und Judentum verbessern kann. Vor allem aber ist abzuklären, in welcher Weise er als eine Ideologie mit politischem Anspruch so zu reformieren ist, dass er widerspruchsfrei mit den Prinzipien der freien Demokratie vereinbar wird. Doch weiterhin so zu tun, als ständen alle Zeichen auf Harmonie, wäre fatal. Wenn in europäischen Ländern bereits Scharia-Gerichte tätig sind, deren Verfahrensweisen und Urteile zwangsläufig zum Grundsatz der Gleichstellung von Mann und Frau in Widerspruch stehen, dann ist das als ernstes Warnsignal aufzufassen.

Der Ukrainekrieg und der fünfte Nahostkrieg sind nur der Anfang einer längeren, längst vorhersehbaren Kette von Kriegen und Bürgerkriegen, deren tiefere Ursachen wenig im russischen Militarismus und in der Unversöhnlichkeit der Hamas zu verorten sind (und noch weniger bei Israels hartem Durchgreifen). Vielmehr finden sich diese tieferen Wurzeln im Westen, genauer: bei den geldgesteuerten NGOs, bei den verschlafenen Medien, bei der fehlenden demokratischen Kontrolle der MIC-Militaristen und bei Politikern, deren Selbstgefälligkeit es ihnen extrem erschwert, die Hypokrisie ihrer politischen Wahrnehmung im Spiegel zu erkennen. Sich davon zu lösen, gelingt am besten dadurch, der von Martin Luther King als überlebensnotwendig erkannten Regel zu folgen, nach welcher man seine Gegener und Feinde verstehen (lernen) muss.

26 Antworten

  1. Wer den Staat stärkt, ihm huldigt, verstärkt die bürgerliche Unfreiheit.
    Hierzu gehören auch instrumentalisierte Demonstrationen gegen Oppositionelle.

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    1. Ohne Banken geht nichts im Leben… aber wie wärs mit einer “Obergrenze” an Vermögen pro Person!

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      1. Banken werden obsolet werden laut den Plaenen der Parasiten (Bargeldabschaffung), Obergrenze an Vermoegen pro Person hoert sich nach totalitaerem Regime an, wie waere es mit Einflussnahme Verbot dieser “Reichen” die ihre NGO’s betreiben?

      2. Da frag ich mich wie die Menschheit sich ohne Banken entwickeln konnte. Schon bei den Wikinger gab es so was wie Welthandel. Erst mit dem Aufkommen der Geldverleiher wurde es möglich nicht materielles Vermögen anzuhäufen. Die Münzen hatten noch wenigstens einen Materialwert. Jetzt ist es nicht nur wertloses Papier sondern noch schlimmer, 1 und 0 auf dem Computer. Früher hieß es nicht wenn man Kredit benötigte dann gehe zur Bank sondern gehe zum J… . Wenn was heute nicht mehr geht denn ist es so weil wir es so wollen und noch schlimmer nicht mehr anders können weil die Meisten schon degeneriert sind. Ich habe noch mit dem Rechenschieber beim Studium gerechnet. Welche Verkäuferin kann denn noch Wechselgeld rausgeben ohne auf das Display zu schauen. Ich hab es noch kaufmännisch gelernt und hab es auch weiter gegeben.

      3. Ja, das ist alternativlos – am besten zu handhaben im Generationenübergang: Eine Obergrenze dessen, was ein Mensch vereben darf und eine weitere (niedrigere) dessen, was jemand erben darf, Wir reden aber nicht von Millionen, sondern von mehreren Milliarden – da, wo definitive Macht anfängt.
        (Während das Steuerrecht im gesamten Westen die Leistungsträger mit Jahreseinkommen um die 100.000 Euro oder Dollar dem Spitzensteuersatz unterwirft und schon so behandelt, als wenn sie reich wären- absurd!)

    2. Weg mit der Börse und den Wetten auf den Krieg. Bringt das Geld wieder zu den Bürgern und nicht zu der kleinen Finanzelite, die fürstlich vom Krieg leben kann. Es sterben Menschen, weil diese Idioten Wetten abschließen, wer gewinnt und wer verliert. Da werden Milliarden damit verdient und das Kapital investiert in die Rüstung, weil ja nur so der Frieden und die Demokratie gerettet werden kann. Märchen über Märchen!!!!!!

      1. Das Schlimme daran ist, die Kommunisten haben die Börse abgeschafft und vorgegeben das Geld zum Bürger zu bringen in Wirklichkeit haben die das Geld für die Verbreitung ihrer Ideologie benutzt und Frieden hat auch nicht geherrscht. Siehe mal damals zwischen der UdSSR und China die Grenzkonflikte. und jeder wollte den “richtigen” Kommunismus vertreten. In Wirklichkeit waren das alles üble Diktaturen.

    1. Schon vergessen? 07. Oktober 2023?
      Palästinensische Barbaren schlachten 1400 Zivilisten vom Baby bis zum Greis bestialisch ab?
      Wer Wind sät, wird Sturm ernten!

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    2. In Anbetracht der bereits seit Jahrzehnten laufenden – ja, definitiven – antiisraelischen Stimmungmache ist Ihr kritischer Einwurf voll verständlich, Karl Schmidt, aber …
      Es sollte eigentlich misstrauisch machen, wenn die Mainstream-Medien in den beiden aktuell laufenden Kriegen den Bürgern eine prinzipienferne, verkehrte Positionierung nahezubringen versuchen. Beim Ukrainekrieg handelt es sich um einen BRUDERKRIEG zwischen zwei europäischen Nationen – in welchem den übrigen Eurpäern allein eine neutrale, vermittelnde Rolle zukommt – da will man uns aber zum Einmischen veranlsssen.
      Im jetzt 5. Nahostkrieg geht es dagegen um den Kampf zweier Kulturen, unserer freiheitlichen Zivilisation gegen den Gewalt predigenden und praktizierenden Islamismus. Das Engagement von Zehntausenden von NGOs gegen Israel zeigt aber, dass die diese Pseudoweltverbesserer finanzierende Geldaristokratie NICHT der Freund und Beschützer Israels und der Juden ist und auch noch nie war. Die korrespondierenden Narrative von ‘Weltherrschaftsplänen der Juden’ war und ist ein vom Großkapital gestreuter (und mit aufwendigen Inszenierungen plausibel gemachter) Giftköder, der den Antisemitismus begünstigt hat und dadurch unseren Kulturraum unsäglich geschwächt. Ein intelligenterer Hitler wäre u. a. nicht auf das Kasperletheather der von Theodore N. Kaufman initiierten “jüdischen Kriegserklärung” gegen Deutschland hereingefallen.
      Wenn wir jetzt nicht höllisch aufpassen und uns mit den täglichen Berichten von Opfern in Gaza auf die Tränendrüse drücken lassen (was erfahren wir eigentlich über die 100 bis 200 Soldaten, die täglich von Splitterbomben in der Ukraine zerfetzt werden?), dann verpassen wir die klare Unterscheidung zwischen Freund und Feind. Denn in diesem Propagandakrieg wird uns auch systematisch verschweigen, dass die Hamas in Gaza breite Zustimmung in der von uns bedauerten Zivilbevölkerung genießt und dass die Opferung von Zivilisten absichtlich arrangiert wird, indem Gefechtsstellungen in Krankenhäusern, Schulen und Moscheen platziert werden. Die Hamas kalkuliert die objektiv unverdiente Sympathie der westlichen Bürger ein, wenn sie hohe Opferzahlen nennen und beschädigte Krankenhäuser zeigen kann.
      Die Serie der 5 Nahostkriege begann 1948 mit dem Überfall von 6 arabbischen Ländern auf Israel. In jedem der Kriege lautete die verkündete Zielsetzung “die Juden ins Meer zu werfen”. Einzig und allein die hohe Qualität der israelischen Armee hat bisher verhindert, dass dieses Genozidprogramm umgesetzt wurde.
      In Anbetracht der titanischen westlichen Propagandamaschinerie war die militärische Konterattacke gegen die Hamas ein strategischer Fehler der israelischen Regierung, aber sie ist das berechtigte Bemühen, die Sicherheit seiner Bürger vor Wiederholungen der Ereignisse vom 07. Oktober zu schützen.
      Hinter der Hamas steht die gesamt islamische Welt einschließlich unseres (?) NATO-Partner Türkei. – Wer steht wirklich aufrichtig hinter Israel? – Und wer kennt wirklich Israel, seine Geschichte und diesen solidarischen Zusammenhalt in einem Land, in dem 2/3 der Parlamentarier rechten Parteien angehörigen und auch die meisten der als links einzuordnenden den für eine Gesellschaft überlebensnotwendigen Mindest-Patriotismus aufbringen.
      DESHALB, weil dort noch die große Mehrheit der Menschen frei denkt, noch couragiert für Ideale und Werte eintritt, wird Israel seit seiner Gründung von der UNO dikriminiert, wird seine Geschichte von NOGOs und Medien verdreht und beschmutzt. Und deshalb haben solche Großkapital-Stiefellecker wie die EU-Kommission die Hetze und Machenschaften der UNRWA gegen Israel seit Jahrzehnten mit riesigen Geldzuwendungen unterstützt.

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  2. Hier lese ich schon wieder den Schwachsinn vom christlich-jüdischen Europa. Das Judentum wurde selten geduldet, Progrome gab es nicht so selten, dagegen waren die Juden unter dem Islam vergleichsweise sicher.

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    1. So einfach ist die Betrachtungsweise nicht. Es hat hat lange gedauert (Jahrhunderte) bis das Heidentum der Volksstämme überwunden war und die Gesetzgebung das Individuum schützte. Nur im Augenblick wird die Errungenschaft so langsam verspielt, wenn es gesetzesfreie Räume gibt und die sich ausbreiten

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    2. Christen und Juden wurden in islamischen Ländern regelmäßig nur als Bürger zweiter Klasse geduldet, die eine
      Extrasteuer zu bezahlen hatten, im Staatsapparat diskriminiert waren und oft Schwierigkeiten bekamen, wenn es
      um Erbschaft oder die Genehmigung von Kirchenbauten ging.
      Die Vergangenheitsform ist angebracht, weil inzwischen fast alle Juden aus arabischen Ländern (entschädigungslos) ausgewiesen worden sind, insgesamt waren das an die 900.000.
      Die ständig anwachsende Christenverfolgung dort eröffnet die Perspektive ‘reiner’ islamischer Länder. Früher gab es an die 10% Christen unter den Palästinensern. In Gaza sind es heute weniger als 1%.

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    3. In der Tat haben die christlichen Kirchen sehr wenig Positives zum Aufbau dieser unserer Zivilisation beigetragen, wenn man an das ‘Gottesgnadentum’ denkt, mit dem sie parasitäre Fürsten und Könige beim Machtausbau geholfen haben, oder an die Behinderung der Naturwissenschaften mit kirchlichen Dogmen (die Erde als Scheibe).
      Juden waren da wesentlich weniger gehandicapt und tragen bis heute Bedeutendes zum Ausbau der Zivilisation bei.
      Immerhin sind 23 % der Nobelpreisträger Juden bei unter 0,2 % Weltbevölkerungsanteil. Auf Moslems entfällt nicht ein naturwissenschaftlicher Nobelpreis bei an die 25 % Anteil an der Weltbevölkerung. – Es ist völlig egal, ob jemand religiöser oder nicht religiöser Jude oder Christ ist – alle sind kompatible Mitglieder dieser jüdisch-christlichen Zivilisation. Leider gibt es in dieser Zivilisation tatsächlich einige Fehlgeleitete (das Wort Schwachsinnige wähle ich selbst für die nicht) – vor allem in der Politik.

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    Fürwahr ein starker Artikel,
    der die schon so lange laufenden Fehlentwicklungen
    aufzeigt und auch woraus, bzw. woher sie bedingt sind.

    Da bleibt mir nur anzumerken,
    oder besser auf saloppe Art einen bestimmten Aspekt
    noch extra ins Spiel zu bringen, nämlich daß eben
    in der Politik und damit in der Weltgeschichte
    einfach zuviele nomadisch und parasitisch
    strukturierte bzw. programmierte Leute
    unterwegs sind, die es nun mal gewohnt sind,
    mit Tricks und gewaltsamer Unterwerfung
    sich Vorteile zu verschaffen und dann diesen
    privilegierten Status unbegrenzt genießen wollen;
    und denen es scheißegal ist, wie es dabei
    dem großen Rest geht …
    .

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  4. Eine kleine Dosis Desensibilisierung und Abhärtung für grüne Spaß-Bremsen:
    Selenskij, der gelernte Comedian, hat einen Einfall, wie er seinem Monsterfeind Putin das Leben beendet. Er verhilft einem russischen Spion zu einem Stapel mit ukrainischen Geheimpapieren. Damit Putin bei der Durchsicht garantiert der Schlag trifft, ist zwischen den Papieren ein Akt-Foto plaziert – von der grünen Tonne.

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  5. Der Trugschluss der Epoche Aufklärung: Wissen (z.B. über die Vergangenheit) würde zur Vernunft führen – Myside Bias.
    Zitat: “Es gibt keine empirischen Beweise dafür, dass mehr Wissen oder Intelligenz oder Reflexivität … Werte / -Nutzen-Diskrepanzen auflösen könnte.”
    Quelle: Keith E. Stanovich, Myside Bias

    Verhalten wird überwiegend von Gefühlen gesteuert und nicht vom Verstand. Sonst könnten Süchte problemlos beendet werden.

    Deshalb kann die Epoche Aufklärung es nicht nicht lösen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

    Vernunft entsteht erst, wenn eigenständig (ohne Aufforderung Dritter) die eigenen Überzeugungen überprüft werden, ob es Illusionen sind.
    Das ist eine Fähigkeit, die als Fertigkeit geübt werden kann. Ähnlich jeder anderen Fähigkeit ist sie unabhängig vom Verstand. Niemand kann beispielsweise Jonglieren, weil er es sich vornimmt. Erst die Übung entwickelt implizites Wissen, wie Jonglieren ungefähr funktioniert. Wobei jede Erklärung der Funktionsweise nur eine Näherung ist, weil es implizites und kein explizites Wissen ist.

    Deshalb ändert explizites Wissen zur Vergangenheit nichts vom Verhalten aktueller Generationen, die mit ihrer Geburt wie alle Generationen zuvor in ihrer Entwicklung von vorn beginnen.

  6. Die Welt steht am Scheideweg der schwersten Krise der modernen Geschichte.
    Es scheint, dass die Menschheit dazu verdammt ist, die gleichen Fehler der Untätigkeit immer und immer wieder zu wiederholen. Immer in der Hoffnung, dass wir uns aus der Tyrannei befreien können, auch wenn der Wolf vor der Tür unseres Nachbarn steht.

  7. Derzeit läuft alles auf eine saftige Gesellschaftskatastrophe und ein allgemeines Fiasko hinaus. Der Michel glaubt wohl nichts, bis er es nicht mit eigenen Augen gesehen hat – und vermutlich nicht mal wer dann. Wer den großen Scherbenhafen wegkehrt, muss man wohl schon jetzt gefragt werden…

  8. Um es kurz zu fassen: “Was sind Staaten anderes als große Räuberbanden, wenn es in ihnen keine Gerechtigkeit gibt” – Zitat vom Kirchenlehrer Augustinus. Schlimmer – die Mafia ist geradezu harmlos. Sie achtet auf das Leben der Familienangehörigen im Allgemeinen. Wo es um das große Geld geht, siegt nur der Stärkere, der der am wenigsten Skrupel kennt, der kurzfristige Erfolg in Dallars!

  9. Sehr gute Betrachtung – in gewählter Sprache, von einer höheren Warte aus, vornehm (mir fällt kein bessers Wort ein) beschrieben, auf den Punkt gebracht!

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  10. Diejenigen, die lauthals nach Krieg rufen und schon in jedem Versuch, einen Waffenstillstand oder Friedensverhandlungen zu fordern, als einen „Verrat“ sehen, sollte man daran erinnern, dass die Konfliktzonen doch reichlich übersichtlich sind. Vor allem nach dem bisherigen Verlauf der Auseinandersetzungen. Und wo es um Völkerrecht geht, ist immer auch die Geschichte als Maßstab heranzuziehen.

    Die Krim war und ist vollkommen unbestreitbar, noch nie ukrainisches „Hoheitsgebiet“, sondern immer als sowjetischer „Hafen“ unter russischem Einfluss. Eine Vlksbefragung hat dies mit überwältigender Mehrheit bestätigt, an der gerade die größten Schreier mit „moralisch-verbrämten Ansichten“ nicht vorbeikommen. Im Donbas wurde die russische Bevölkerung unterdrückt, indem die ukrainische Regierung sogar Russisch als Sprache verboten hatte. Jeder Völkerkundler weiß, dass eine Sprache das Hauptkriterium für ein Volk ist. Weit vor ethischer Abstammung oder alten politischen Grenzen. Wo gibt es heute in vermeintlich aufgeklärten Zeiten denn noch eine derartig diktatorische Sprachunterdrückung?!

    Das Entscheidende aus US-NATO-Sicht sind einerseits die Bodenqualität für die Landwirtschaft und die unterirdischen Bodenschätze, die auch in der Ukraine reichlich zu finden sind. Und da wurde schon einiges „eingesackt“. Daneben ist eine NATO-Präsens für Raketen nach Moskau in wenigen Minuten bis zum Einschlag ein „wunderbares“ Druckmittel, um Verhandlungspositionen zu stärken. Alles ist offenkundig! Und natürlich eine Verletzung von Absprachen und bislang auch im Interesse der USA ständig angemahnte Standards.

    So ist die Lage – und damit zum Unsäglichen: Deutschland musste nach beiden Weltkriegen auf große Teile seines Hoheitsgebietes verzichten – und tat dies, weil alle Sieger es so wollten. Und dabei ging nicht nur Gebiet verloren, sondern ging auch die Vertreibung einer deutschen Bevölkerung einher.
    Was also erhebt eine Ukraine in moralisch höchste Sphären, wenn sie auf eine Bevölkerung verzichten müsste, der sie ohnehin bis zu massiven Verfolgungen erkennbar feindlich gegenübersteht und -stand?

    Wer immer noch gegen Verhandlungen hetzt, sollte sich seines kriminellen, Menschenrechts-verachtenden Verhaltens bewusst sein und kann nur hoffen, dass sich nicht eines Tages die Verhältnisse in eine ganz andere Richtung drehen!

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