Donnerstag, 18. April 2024
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Bauer rechts ab?

Bauer rechts ab?

Wiedervernässte Moorflächen in Norddeutschland: Fruchtbarer Boden für widerständige Landwirte (Symbolbild:FeoEccard)

Das fängt ja gut an! Kaum hat das Jahr 2024 begonnen, legen Landwirte republikweit den Verkehr lahm. Die jeweils im Vorhinein angekündigten Aktionen stoßen auf große Resonanz und erfreuen sich breiter Unterstützung in der Bevölkerung. Weniger angetan sind Vertreter der Bundesregierung. Erst versuchten sie, die bloße Tatsache, dass die Unionsparteien gegen das Finanzgebaren der Ampelkoalition klagten und auch Recht bekamen, in einen Vorwurf der Verantwortungslosigkeit umzumünzen. Als das nicht verfing, unterstellten sie den Bauern „Umsturzfantasien“ und “Unterwanderung von rechts“.

Driftet tatsächlich der deutsche „Bauer rechts ab“? Wird nun wahr, was wir scherzhaft immer sagten, wenn es darum ging, Ortskürzel von Kraftfahrzeugschildern auszubuchstabieren? „BRA“ steht für die Kreisstadt Brake (Unterweser) und den von dort verwalteten Landkreis Wesermarsch. Milchkühe auf saftiggrünem Weideland prägen dort bis zum Horizont das flache himmelumwölbte Landschaftsbild. Auch in den benachbarten Landkreisen Friesland und Oldenburg ist man zur Bewirtschaftung der Höfe auf steuerfreien Agrardiesel angewiesen. Grünen Projekten wie der Wiedervernässung von Moorflächen stehen die Menschen zudem völlig ablehnend gegenüber, zumal nach dem Hochwasser der letzten Tage. Die über Jahrhunderte durch eigener Hände Werk entstandene Kulturlandschaft ist stets gegen das Wasser von Nordsee und diversen Flussläufen errungen worden!

Aus dem Sumpf heraus

Aus dem Sumpf herauskommen – das war und ist Über-Lebens-Erfahrung hierzulande seit Jahrhunderten. Entwässerung des Binnenlandes und Deichbau nach außen („buten“) gegen die Fluten, kombiniert mit Sielanlagen sowie Schöpf- und Sperrwerken („binnen“): Es waren und sind die hiesigen freien Bauern, die das mit aus ihren Familien hervorgegangener Landschaftsbautechnik und Ingenieurskunst bewerkstelligt haben. „Wird der Bauer unbequem, / gilt er gleich als rechtsextrem“ – und muss sich des Vorwurfs erwehren, er wolle ein anderes gesellschaftliches System, sei gegen die Demokratie, würde „Nazis“ willig folgen und also beim „Mistgabelmob“ mittun. Unterdessen stellt sich die mediale Berichterstattung über die angeblich in letzter Sekunde abgewendete bäuerliche Erstürmung einer Fähre mit dem Vizekanzler an Bord als völlig haltlos heraus. Es war eher so, dass der Wirtschafts- und Klimaminister keine Lust hatte, mit den Leuten zu reden.

Bauern sind selbstbewusst, notfalls auch stur. Das Leben auf dem Lande will gelernt und verstanden sein. Es vollzieht sich quasi aus eigenem Recht und lässt sich nicht verbiegen. Das hallt auch in der Musik nach. Die größten Komponisten waren dem Landleben durchaus zugetan, auch wenn deren diesjährige Jubiläen sich zunächst auf andere Daten beziehen. Anno Domini MMXXIV erinnern wir uns besonders an Bach, Beethoven und Bruckner. Am Karfreitag, 30. März 1724, vor 300 Jahren, wurde in Leipzig Bachs Johannespassion erstmals aufgeführt. Sie ist die kürzere, leidenschaftlichere und textlich unausgereiftere der beiden großen Passionsmusiken des Thomaskantors, der ein gutes Jahr zuvor sich – letztlich erfolgreich – um dieses bedeutendste kirchenmusikalische Amt im lutherischen Deutschland beworben hatte. Johann Sebastian Bach (1685-1750) hat aber auch eine Fülle an weltlicher Musik komponiert. Unter seinen dramme per musica ist die sogenannte „Bauernkantate“ aus dem Jahr 1742 eine der bekanntesten.

“Erwachen heiterer Empfindungen”

Am 7. Mai 2024 jährt sich zum 200. Mal die Uraufführung der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven (1770-1827) – seiner letzten, die vollendet wurde. An der Tatsache, dass am Schluss ein Vokalchor in ziemlich unsanglicher Komposition auftritt, scheiden sich seit jenem Tag im Wonnemonat des Jahres 1824 die kritischen Geister. Weitaus konsensfähiger geht es in der Sechsten Symphonie zu, genannt „Pastorale“. Erstmals aufgeführt im ersten und letzten Akademiekonzert Beethovens, in Wien im Dezember 1808, trägt sie auf bäuerliches Leben hinweisende Satzbezeichnungen wie „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“ oder „Lustiges Zusammensein der Landleute“.

Am 4. September 1824, also ebenfalls vor bald 200 Jahren, irgendwo in Oberösterreich, erblickte ein Lehrerssohn das Licht dieser Welt. Die längste Zeit seines Lebens sollte er nicht ahnen, dass seine kirchenmusikalischen und sinfonischen Großwerke einmal die Türen zum 20. Jahrhundert öffnen würden: Anton Bruckner (1824-1896). Seine urtümlich bäuerliche Herkunft war ihm immer bewusst, auch dann, als er längst Dozent am Wiener Konservatorium war und dem Schmäh, er sei eben halb Genie und halb Trottel, geduldig standhielt. Bach, Beethoven, Bruckner: Ein dreifach musikalisches B für das eine große B der Bauern, die sich nicht beirren lassen, weder von politisiertem BRA-Gerede noch von sonstigem Tratsch! Wie Kulturbanausen beim Erlebnis eines richtigen Konzerts in Echtzeit mit leibhaftigen Ausführenden verstummen müssen, so können die Regierenden sicherlich von den Treckern der Ernährer unseres Landes gestoppt werden. Das wäre zumindest ein Hoffnungsschimmer im noch einigermaßen neuen Jahr 2024.


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7 Antworten

  1. Ein Bauernspruch von 1524 war :
    “Als Adam grub und Eva spann,
    wo war den da der Edelmann?”
    Das Wort Edelmann könnte heute ersetzt werden durch Ampel-Mann … oder halt so ähnlich .

  2. Ab sofort meine Lieblingssendung: Bauer sucht Stau. 100%ige Zustimmung. Bleibt stur und zeigt den Politikern, was eine Harke ist.

  3. Ich habe im Netz gelesen, das die Bauern unterstützt werden sollen.
    Das kann auch jeder Autofahrer machen.
    Durch ein kleines Stück rot-weißes Absperrband
    am Außenspiegel/Innenspiegel angebracht werden und
    somit die Sympathie für diese Bauernaktion und weiteres
    bekundet werden.

    Nur tun muss man es.
    Bin seit Tagen mit dem “rot-weißen Band” am Auto dabei !
    Es ist und soll sicherlich auch ein Erkennungszeichen sein,
    das man mit der Politik gegen das eigene Volk nicht mehr einverstanden ist.
    Wenn es Hunderttausende so machen, wäre es toll !

  4. @BAUER RECHTS AB?
    Definitionssache – wenn man links an der Wand steht – ist alles rechts !
    Kommt darauf an, wie man rechts/links versteht !
    nach meinen Beobachtungen bedeutet “rechts” allgemein : die eigenen Interessen vertreten und “links” ganz allgemein die Interessen der globalen Hochfinanz – was man früher unter Hochverrat verstand !
    Heute sind es die Oligarchen des Wertewestens, die Herren der Hochfinanz, die alles Linke finanzieren, organisieren, unterstützen und steuern!
    Insofern – da das Terror-Regime der lokale Vertreter der globalen Hochfinanz darstellt – geführt dann über WEF und die transatlantischen NGO – ist jeder, der sich ihren Plänen entgegenstellt – somit auch die Bauern – nach deren Definition rechts.
    Und die Regime-Medien proleten das natürlich in die Gesellschaft.
    Heraus geht das nur, wenn die Korruption der supranationalen Feudalherren gebrochen wird – und die werden nicht freiwillig zurücktreten – und sie haben Atombomben.
    Die arbeiten nach dem Motto : wenn wir nicht herrschen, soll es sie nicht geben !
    Das große Problem von Russland und China – die Amerikaner haben nicht nur ABCG-Waffen, sondern sie setzen sie auch bedenkenlos ein bis zur Vernichtung allen Lebens !

    1. Was jucken die Atombomben, wenn sie die einsetzen, sind sie auch schachmatt. Es gibt nur eine Option, Tod oder Sieg 😉
      Die wollen weder sterben, noch ihren Wohlstnd und Mcht verlieren. Wir sind demnächst n der Stelle, wo wir nichts zu verlieren haben, was uns wesentlich mächtiger macht als sie es jemals waren. Schaut nur nach Afghanistan, sie mussten ihre Hochtechnologie stehen lassen und den Lden verlassen, gegen eine radikale=verwurzelte völkische Bauernbevölkerung die lediglich alte Kalaschnikow und normale Kleidung besitzen…
      Wenns ernst wird, knnen die nix. Ein Söldner ist niemand der aus Ehre handelt, man muss doch nur den Blick zum Fußball wenden, da sieht man es doch wunderbar. Wenn nur noch unverwurzelte Söldner auf dem Feld sind schwindet jegliche Qualität. Beim Fußball sind Millionäre auf dem Feld, die sich mit nix außer ihrem Ego identifizieren, was bleibt ist Schande und sonst nix.

      1. “Was jucken die Atombomben, wenn sie die einsetzen, sind sie auch schachmatt. Es gibt nur eine Option, Tod oder Sieg”

        Das ist ja auch das Problem der Israelis.
        Wenn die ihre Atombomben einsetzen, dann ist danach dort, wo heute Israel ist, nichts mehr, was noch bewohnt werden kann.
        Atombomben sind im Grunde genommen eine stumpfe Waffe, da sie nicht eingesetzt werden können, sondern nur der Abschreckung dienen. Werden sie eingesetzt, wäre es die eigene Vernichtung.
        In der Beziehung war Hiroshima und Nagasaki (Friede den Opfern) ein Augenöffner.

        Aber wenn der Mensch eines wirklich kann, dann sich auf andere Art und Weise zu massakrieren. Mit Neutronenbomben zum Beispiel. Damit bleibt die Infrastruktur erhalten und es gibt keine radioaktive Verstrahlung. Das bombardierte Land ist für die Neubesiedlung wie geschaffen, denn es lebt dort kein Feind mehr.

  5. Positiv denken! Nicht sich zaghaft rechtfertigen! Mit Stolz auftreten.
    Dann sind die Negativlinge in der Verliererrolle des Dagegenseins.

    Rechts ist radikal richtig.
    Links sind reiche Lumpen, die uns Bürger zu armen Lumpen machen wollen.