Denk ich an Deutschland bei Tag und Nacht…

Eugene Delacroix: „Der Rat der Zensoren geht“ (1822) (Faksimile:Imago-Pictures)

Nachts in Deutschland. Dort gibt es nun ein extrem Corona-geschädigtes Nightlife. Viele Kneipen haben zu, etliche Bordelle haben noch dicht, an Hotels, Bars und Restaurants klebt nicht selten, teilweise seit Monaten, ein bizarres Hinweisschild an der Tür: „Wir haben bedingt durch die Corona-Maßnahmen vorübergehend geschlossen.” Wenn etwas in Deutschland nicht vorübergeht, dann ist es das fest entschlossene Beschreiten eines falschen Weges – wenn es sein muss, bis zum bitteren „Endsieg”. Der Dichter Heinrich Heine schaffte es in seinen „Nachtgedanken“, jenem poetischen Geniestreich einer trefflichen Betrachtung des Homo Germanicus im 19. Jahrhundert, lange vor zwei deutschen Weltkriegen und zwei üblen Diktaturen, prophetisch in die Zukunft zu blicken: Deutschland ist ein Land, in dem nachts nur Menschen entweder von tiefster Gleichgültigkeit oder von stoischer Rechthaberei ihren Tiefschlaf genießen können. Im kollektiven Gedächtnis ist Heines Gedicht – auf den markanten Eingangsvers reduziert – erhalten geblieben: „Denk ich an Deutschland in der Nacht...” Bisweilen, in den höheren Bildungsschichten eines mittlerweile geistig verarmten Volkes, kennen noch einige wenige die Fortsetzungszeile: „…dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Den Rest des über Generationen vielbeachteten und -gerühmten Gedichtzyklus kennen die deutschen Bildungslückenbürger natürlich kaum mehr; gelesen haben mag es vielleicht noch ein Prozent der gebückten deutschen Wahlbevölkerung (ein weiterer Auszug dieses tollen Textes, der bald schon fast zwei Jahrhunderte alt ist, soll zum Schluss dieser Erzählung folgen).

Über die Deutschen von heute kann man sich spätestens nach der letzten Bundestagswahl nur noch wundern – was sich in nichts mehr verdichtet als im Bedeutungszuwachs der Grünen. Profaner ausgedrückt: Was haben sie da wieder für einen Scheiß an die Macht gewählt! Laut Umfragen stehen im Zeichen der deutschen Dauerkrise immer noch 17 (!) Prozent der Wahlbürger auf Seiten dieser linksradikalen Bewegung – sie wünschen sich also die Vollbedienung auf dem Schlachthof, wollen für die Obrigkeit leiden und – ja! – lieber „Frieren statt Autofahren”. Die Deutschen sind doof. Das wissen die mächtigen Gewaltenlenker in den Kommandozentralen Chinas, Russlands, Englands, Amerikas und auch Frankreichs schon länger. Auch die Ukrainer halten die Deutschen für überwiegend blöde. Denn letztlich muss man einfach nur lange genug an der deutschen Eiche rütteln und schütteln, bis alle gewünschten Präsente auf die „Völkerinnen und Völker” wie Herbstlaub herabregnen – von Geldscheinen bis Panzerfäusten. Die seit 16 Jahren endgültig ins Infantile abgerutschte Führung der einstigen „Herren- und Damenrasse“ (um einmal Hitler in Gendersprech zu transformieren, soviel Jux muss sein!) wird unter anderem von den Chinesen, mit Blick auf unsere meist peinlichen Regenten, als „Hippie-Regierung” bezeichnet. Hillary Clinton lästerte einst über den „Moral- und Schuldkomplex“ der vermerkelten Deutschen, mokierte sich über ihren selbstauferlegten NS-Dauerschuldkomplex und ihre permanente Nazi-Hysterie. Nach dem Motto: Über Afrika lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt (Reminder again: Mit Heinrich Heine sind wir noch nicht fertig, der kommt am Ende nochmal, weiterlesen lohnt!).

Sanft sabbelnder Müsli-Goebbels der Grünzeit

Vorgestern erschien in der „Nürnberger Zeitung” (NZ) hinter Bezahlschranke ein Beitrag in Interviewform, der als finaler politische Klartext der gelenkten Grün-Kamarilla gelesen werden kann, die den deutschen Untertanen, gewissermaßen ökoprogressiv, eine ganzheitliche Tracht Prügel verpassen will. Dank aufmerksamer Leserinnen und Leser wurde dieser Beitrag dennoch im Netz verbreitet und dort zum Kursierenlassen eingestellt –  die darüber- und darunterkommentierte Fassungslosigkeit der Postenden meist inklusive. In diesem Zeitungsinterview nämlich kommt die politisch gelenkte „Wissenschaft”, samt grüner Ummantelung, so richtig auf den Punkt. Die DDR samt ihrem „wissenschaftlichen Sozialismus” lässt finster grüßen: Umerziehung auf der Überholspur. Nehmen wir uns zunächst die seltsame Hauptfigur des Interviewten vor, der da ideologischen Magerquark und den Sermon einer Endzeitsekte, getarnt als angebliches Erfordernis „seriöser Realpolitik”, auf das Leservolk herabhalluziniert: den Nürnberger Professor Harald Kipke.

Harald wer? Who the fuck is Kipke? der 62-jährige Diplom-Ingenieur und Hochschullehrer ist „Inhaber der Forschungsprofessur ‚Intelligente Verkehrsplanung‘ an der Technischen Hochschule Nürnberg – Nuremberg Campus Of Technology (NCT). Seine Schwerpunkte liegen im Bereich der Nahmobilität sowie im Bereich der Auswirkungen neuer Mobilitätsformen”. So stellt ihn die Redaktion gleich vorneweg vor; ein als „intelligent“ apostrophierter Hochwohlgeborener aus Ökologikistan also. Der akademische Begriff der professoralen „Inhaberschaft“ suggeriert so etwas wie Eigentum an Wissen und Weisheit – und folglich Unfehlbarkeit. Wobei: Ein „Wissenschaftler”? Kipke wirkt eher kongenial mit den totalitären Vordenkern sozialistischer Regime, allerdings getarnt in neuzeitgrün: Ein politischer Polizist, der den Verkehr der Zukunft diktatorisch-gebieterisch regeln lassen will und andeutungsweise gleich mal Prophylaxe-Knöllchen an alle Umweltsäue, SUV-Fahrer, Porsche-Schweine und Klimaleugner auf der Moralspur anregt. Kipke wirkt wie eine Art sanft sabbelnder Müsli-Goebbels der Grünzeit und ein Prediger der kommenden Öko-Diktatur, der den maoistischen Pfaden in den Gründerzeiten von K-Gruppen um Trittin, Roth, Joschka Fischer und Kretschmann folgt.

Und finster grüßt die DDR

Was also sagt Kipke, dieser Harald, der angeblich eine Menge mit „Wissen” und „Schaffen” im Sinne der freiheitlichen deutschen Grundordnung zu tun haben will? Forsch stößt der Pseudoforscher ins Horn des ökolinksradikalen Neidhammel-Unsinns. Seine Aussagen sind Worte eines blinden Fanatikers, die in ihrer unverhohlenen Deutlichkeit unfreiwillig bezeugen, wohin die ökolinke Unterwanderung der Republik uns in Wahrheit führen soll. Man beachte die zaghafte Fragestellung des NZ-Reporters: „Aber grundsätzlich ist Mobilität doch ein Grundbedürfnis des Menschen, oder?” Kipkes Antwort: „Das stelle ich durchaus in Frage. Mobilität ist ein Folgebedürfnis. Wir brauchen sie, um etwas zu erledigen, um eben zum Beispiel zum Arbeitsplatz zu kommen, weil der nicht da ist, wo ich bin. Das gleiche gilt für viele andere Dinge auch, das lässt sich bis zum Urlaub treiben: Wenn ich mobil von fast jedem Ort der Welt aus arbeiten kann und das Meer vor meiner Haustüre habe, dann muss ich eigentlich nicht mehr weg. Es gibt vielleicht nur ein oder zwei echte Bedürfnisse nach Mobilität. Zum einen meint ‚mobil sein‘ körperliche Betätigung… Als Zweites ist dann da noch die Neugierde, dass man etwas Neues entdecken und sehen will. Das hat aber nicht unbedingt etwas mit Entfernung zu tun. Vor allem die Autoindustrie hat die Mobilität zum Grundbedürfnis erklärt, um es dann mit ihren Fahrzeugen befriedigen zu können.” Der Professor weiß also besser als die Menschen selbst, was sie eigentlich wollen – und wer will, dass sie nur meinen, sie wollten das Gegenteil.

Wem dieser philosozialistische Unsinn noch nicht reicht, für den wird kräftig nachgelegt. Erinnern wir uns hier mal an die Deutsche Kommunistische Partei (DKP), diesen einstigen westdeutschen SED-Ableger – eine extremistische Kampftruppe, die den freien Westen den Bürgern gerne madig machen wollte, indem sie zum Beispiel verlauten ließ, dass unser Überfluss und Wohlstand absolut schädlich seien, weil sie „Ausbeutung“ (so das damalige Overkill-Argument) förderten bzw. erst begründeten. Es bräuchte, so die damaligen Parolen, in Wahrheit nur ein Waschmittel im Supermarktregal statt zehn verschiedene – und schon wäre die soziale Gerechtigkeit frei Haus. Diesen antikapitalistischen Schwachsinn, der dann von der APO und anderen Linkssektierern teilweise noch erheblich radikaler gepredigt wurde, haben die Feinde der individuellen Freiheit nun wiederbelebt und mit grünem Tarnmäntelchen überzogen; aus der „Ausbeutung“ als verzichtsbegründendes Prinzip wurde die Erderwärmung. Und wieder benutzen die Agendasetter eine politisch gesteuerte, hochideologisierte „Wissenschaft“, um die Menschen in die Unfreiheit und Abhängigkeit des planwirtschaftlichen Bonzenstaates zu zwingen und in die dirigistische Verbotokratie zu treiben.

Ideologisches Substrat für Öko-Antifanten

Wichtig sind dabei stets dieselben beiden Zutaten: Angstmacherei (á la „der Klimawandel wird uns alle ersticken, ersäufen oder verbrennen”) und behauptete Alternativlosigkeit (scheinbar nachgewiesen durch „objektive“ Wissenschaft und das Verordnen eines schlechten Gewissens – denn wer gegen die finale Weltenrettung ist, der muss ja irgendwas mit „XY-Sau” zu tun haben und somit zum Abschuss freigegeben werden). Vollpfosten aller Länder, vereinigt euch! Gestern ging es noch gegen Ausbeutung, heute gegen die Zerstörung der Umwelt durch bösen, endzeitlichen Automobil-Kapitalismus! Dem Fanatiker Kipke könnte man bei seinen Aussagen durchaus zutrauen, nachts um die Häuser zu ziehen und Autos anzuzünden. Zumindest liefert er denen das ideologische Substrat, die solches tatsächlich tun – betont als Mantra im Kontext ultimativer Maximen wie der, dass „der Autoverkehr nicht mehr wachsen darf”.

An dieser Stelle atmet der diensthabende NZ-Journalist für einen Moment auf – und wirft nun ernsthaft ein, dass die ökolinksgepriesene Lösung aller Probleme ja zum Glück zum Greifen nahe sei: Steckdose statt Zapfsäule! Dann wären ja alle Probleme in Bälde nachhaltig-regenerativ gelöst. Oder etwa nicht? Denkste! Der grüne Extremist Kipke lässt nun erst recht die Hosen runter und outet sich in all seiner Hässlichkeit als das, was er ist: Ein übler Einpeitscher nämlich, ein Fürsprecher einer anderen Form von „Republik”, ein veritabler Fall für den Verfassungsschutz und ein wandelndes Argument für entschlossenen und überfälligen Widerstand gegen eine Sorte von Anti-Freiheits-Predigern, denen unbedingt Einhalt zu gebieten ist (ehe es zu spät ist und sie ihre administrative, manipulative und sonstig institutionelle Macht vollends gegen uns einsetzen).

Systemkontrolle unter Bonzenaufsicht

Denn Auto-Hater Kipke stellt unumwunden klar, worum es eigentlich geht – und zeiht dafür sogar die Grünen und woken Linken der Lüge und Manipulation der Verschleierung ihrer eigentlichen Ziele. Diese würden nämlich mit ihrer grünen E-Wende davon ablenken, worum es eigentliche gehe: Überhaupt kein Auto mehr zu fahren nämlich – geschweige denn eines zu besitzen. Die angebliche „E-Mobilität” als Alternative zu Benziner und Diesel war also nur agitatorische Vollverarschung und Desinformation. In Wahrheit soll der dumme deutsche Untertan der Zukunft auf jede Form von Individualverkehr verzichten. Er soll allenfalls noch in seinem Kiez unter digitaler Rundumbewachung hausen und soll gar nicht erst wagen, nur daran zu denken, voller Neugier und ganz ohne Systemkontrolle unter Bonzenaufsicht einfach mal neugierig die Welt zu entdecken und zu ergründen. Von wegen! Niemals! Hammer und Sichel nochmal, der Plebs gehört in den Käfig! Nicht nur Autos, auch das Reisen gehört verboten! Gefressen wird, was auf den Tisch kommt! Duschen einmal im Monat reicht! Ficken nur anal – Kampf der Heteronormativität! Die Familie muss verstaatlicht werden! Wider die kulturelle Aneignung, Spaghetti nur für Italiener! Der grüne Totalschadenstaat wird die pure Hölle. Dagegen ist selbst das heutige Kuba noch ein Paradies.

Bei Kipke hört sich das so an: „Für mich als Wissenschaftler ist es eindeutig, dass der Autoverkehr ziemlich deutlich abnehmen muss. Das wird er aber nicht, wenn sich nur etwas an der Antriebsform ändert. Und viele, die im Rahmen der CO2-Debatte mit der Elektro- und Wasserstoffmobilität argumentieren, berücksichtigen auch nicht, dass wir da erstmal hinkommen müssen. Und genau dieser Übergangszustand erfordert zunächst einen erhöhten Energiebedarf, und der wird, weil wir so aufgestellt sind, erst einmal durch fossile Energie gedeckt werden müssen.” Und wer bis hier immer noch nicht wahrhaben will, welch ein gigantisches Attentat auf Freiheit und Freizügigkeit dieser irre akademische Anti-Autofanatiker hier im Schilde führt und was die Grünstalinisten tatsächlich mit uns vorhaben, dem öffnen vielleicht die nächsten Sätze die Augen (und man kann sich Kipke bildlich vorstellen, wie er an der Rampe steht und alle Autos wegselektiert): „In dem Moment, in dem ich aber beispielsweise kein Auto mehr besitze – und darum geht es vor allem – bin ich auf diese Angebote (gemeint ist der öffentliche Personennahverkehr, der Verfasser) angewiesen. Und durch den Nichtbesitz eines Autos spare ich persönlich sehr viel Geld ein, und das kann ich auch für etwas anderes investieren.” Tenor, wieder mal: Wenn keine Wahlfreiheit mehr über die Wahl der Fortbewegungsmittel existiert und nur noch volkseigenen Busse und Bahne unterwegs sind, dann gibt es auch keine Diskussionen mehr. Basta. Hier kommt übrigens dieselbe autoritäre Denke zum Vorschein wie bei den Impfpflichtbefürwortern, die überzeugt sind: Wenn erst einmal jeder an die Nadel muss, herrscht endlich stalinistischer Frieden in Gleichheit. Das Ende der Spaltung heißt: Nordkorea Reloaded.

Sektiererischer Haufen

Der Haufen von Sektierern, als deren Musterexemplar Kipke gelten kann, dürfte eigentlich außerhalb seiner universitären Blasen keinerlei gesellschaftlichen Einfluss bei uns entfalten – wenn dieses normal ticken würde. Es ist insoweit immerhin hilfreich, wenn sich diese neomaoistischen Kulturrevolutionäre selbst outen – und damit offenlegen, dass es ihnen noch nie um einen pseudowissenschaftlich herbeikonstruierten, menschgemachten Klimawandel ging; auch nicht um Volksgesundheit und auch nicht um den Russland-Ukraine-Konflikt und Kriegsopfer. Und schon gar nicht um die echten Sorgen und Nöte der Bevölkerung durch Inflation oder überteuerte Energiepreise, die nicht von staatlichen Übertragungseinkommen aus Diäten oder C4-Professuren zehren können, sondern irgendwie über die Runden kommen müssen. NEIN: Es ging und geht diesem Movement irrlichternder Althippies und Eine-Welt-Spinner ausschließlich darum, aus Deutschland einen neo- bzw. postsozialistischen Modellstaat, ein linksgrünes Planwirtschaftsgefängnis zu machen.

Die DDR war ein Freizeitpark gegen das, was die einstigen Anhänger maoistischer Kaderorganisationen, die heute als Grüne regieren, seit vielen Jahren planen – und wofür sie sich die geeigneten Ideologen und Auftragsprofessoren in Hochschulen, NGOs und Think Tanks herangezüchtet haben, die ihnen dafür die gewünschten Debattenargumente liefern. Die Transformationsziele globalistischer Perverser, die an den Schaltstellen der Macht sitzen und dort über genug Zeit und Geld verfügen, ihre krankhaften Zukunftsvisionen und Phantasmen in politische Agenden zu gießen, werden somit zur selbsterfüllenden Prophezeiung eines Sozialismus 2.0, gegen den das Original harmlos war: In Echtzeit vernetzte Menschenhaltung in Planquadraten; Wohnen in riesigen Betonkisten direkt überm Discounter; für jeden nur noch maximal 45 Quadratmeter Wohnraum; jedem sein E- und/oder Lastenbike. Umzüge, Reisen und Verlassen des zugewiesenen Areals gibt’s nur noch mit Einzelgenehmigung nach kurzer Bedarfsprüfung durch die ökopolitische Polizei und deren Verwaltung. Dazu, überall: Social Scoring mit totaler Netz-, Gesundheits- und Gesinnungsüberwachung. Es ist das Modell China, und es ist vor allem eines: Zum Kotzen.

Lenin in Nylonstrümpfen

Aber statt die Verhetzer und Brandstifter an unserer Restfreiheit zum Teufel zu jagen, die uns dieser schönen neuen Welt näherbringen, lassen die Deutschen sich freiwillig vergewaltigen. Bis zum bitteren Ende halten sie am vorherrschenden Modell fest: An Hitler, an Honecker und heute nun am geschlechterneutralen Ökosozialismus. Und es sind Typen wie Kipke, die diesen gemeingefährlichen Wahnsinn ideologisch vorbereiten und dafür öffentlich ihre – längst staatlich geförderte – Propaganda betreiben. All das erinnert eben sehr an den besagten einstigen „wissenschaftlichen Sozialismus“ – jene Vergewaltigung der Wissenschaft durch engstirnige Betonkommunisten. Wobei in der virologischen, soziologischen, ökologischen Forschung gar niemand mehr vergewaltigt werden muss, weil dort nach Säuberungen und Gesinnungsberufungen sowieso nur noch Überzeugungstäter übrig geblieben sind. Vielleicht erklärt diese epochenübergreifende Neigung der Deutschen zu totalitären Entwicklungen in ihrer systemübergreifenden Kontinuität ja auch, wie es möglich war, dass eine ehemalige SED-Kaderfunktionärin und DDR-Physikerin wie Angela Merkel – quasi mit Lenin in ihren Nylonstrümpfen – Gesamtdeutschland nicht nur 16 Jahre kaputtregierte, sondern in Richtung des linksgrünen finalen Abhangs schubsen konnte.

Schon seit langem betreiben zwielichtige Figuren im Namen der Wissenschaft ihren fanatischen Kampf gegen unsere Gesellschaftsordnung und unsere freie Lebensweise. Was sie bezwecken sind stets der Zwang, die Einengung, die alarmistische Drohkulisse – und am Ende dann das Verbot und die ultimative Sanktionierung. Lange wird es nicht dauern, bis notorische Automobilisten in dieser Zukunft im künftigen „Archipel Gulag“ landen werden; denn Sozialisten sind, egal ob sie nun unter den Präfixen „National-”, „Real-” oder „Öko-” daherkommen, am Ende des Tages immer vom selben Schlag: Latent brutale Faschisten, barbarische Menschenfeinde, Verbotsfetischisten und inhumane Umerzieher, welche nur die Kommune, die von ihnen kontrollierte Herde, die öde Vermassung und das unterdrückte Kollektiv dulden und lieben – sonst gar nichts. Der Mensch gehört in die Herde, und die ideologischen Hirten gehen mit Peitsche oder Pistole wachsam voran.

Gelenkte Willensbildung

Wer sich mehr aus der Feder von Professor Kipke, dem auf die Facette der Automobilität spezialisierten Spiritus Rector dieser Entwicklung, antun möchte: Sein Manuskript „Risiken und Chancen neuer Mobilitätsformen” lohnt durchaus zu lesen – als abschreckendes Testimonial einer staatlich geförderten Gehirnwäsche und als indirektes Plädoyer für eine elitäre Umerziehung, die sich nur noch mühsam als „Wissenschaft“ tarnt. Elaborate wie diese sind in Wahrheit ein geistiges Armutszeugnis für das einstige Land der Dichter und Denker, dessen heutige Nachfahren sich von doktrinären  Einpeitschern in dreister Form erziehen und „umorientieren“ lassen. Die Tatsache, dass Professoren des Schlages Kipke im heutigen tiefen Linksstaat als Berater von Regierungen und Kommunen auftreten und ihren Öko-Humbug in zahllosen Vorschriften, Gutachten und politischen Handlungsempfehlungen einfließen lassen können, ist alarmierend. Diese Form von „gelenkter Willensbildung“ ertüchtigt die Deutschen, unter Instrumentalisierung ihrer demokratischen Strukturen den Weg in die nächste Diktatur zu finden. Und auf dem Weg dahin wird ihnen eingehämmert, wie sie ihr seine Grundbedürfnisse nach Mobilität und – auch räumlicher – Freiheit schnellstens abstreifen sollen (siehe auch die Veröffentlichung über die ”Gesetzlich vorgeschriebene laufende Evaluierung der Einhaltung volkswirtschaftlichen Zielvorgaben (Verkehrsmengen-, Lärm-, Umwelt-Monitoring)”. „Volkswirtschaftliche Zielvorgaben” – wollt ihr den totalen Stillstand?! Und wieder grüßt die neue grüne Planwirtschaft!

Kommen wir abschließend noch einmal zum lesens- und liebenswerten Heinrich Heine (dessen „Nachtgedanken” nie vollständig zitiert werden, wodurch dieses großes Gedicht eher auf eine resignative Eingangspointe verkürzt wird und seines vorrevolutionären Appells zwischen den Zeilen verlustig geht, die durchaus zum Widerstand gegen Terror der jeweils herrschenden deutschen Eliten animieren könnten; so hatte Heine selbst es damals auch subtil intendiert). Es ist ein langes Gedicht – aber seine Lektüre in voller Länge lohnt sich; falls nicht in gedruckter Form zur Hand, ist es auch  im Netz verfügbar. Ja, der Heine hatte Humor – und mit seinem eher traurigen „Denk ich an Deutschland”-Intro, das alle kennen, führte er alle hinters Licht.

Des Rätsels Lösung: Abhauen!

Es gibt nämlich, dafür war Heine der lebende Beweis, auch für Deutsche in Wahrheit keine Merkel’sche „Alternativlosigkeit”: Entweder sorgt man dafür, dass in Deutschland zukünftig alles anders (und endlich besser) wird – oder man haut einfach ab. Denn das wahre Leben kennt die Grundbedürfnisse von Mobilität und individuellem Lebensglück – und die kann man zum Glück überall verwirklichen. Und mit Sicherheit viel eher außerhalb als innerhalb Deutschlands. In diesem Sinne also – obwohl Heines damaliges Exil, Paris, heute nicht weit genug entfernt wäre: Schnell weg, bevor die Kipkes dieses Landes eine neue Mauer gegen Fernweh und Neugier bauen lassen, bevor die Ökofaschos die komplette Macht übernehmen – und bevor die Lust am Leben, an Leichtigkeit, Freizügigkeit und an grenzenloser Individualität zuerst verboten und dann, mal wieder, ermordet wird!

Welches aber war nun die abschließende Gedichtspassage, die dem geneigten Leser nicht vorenthalten werden sollte? Es handelt sich um diese: Nachdem Heine geheult und getrauert hat, weil er seine Angehörigen in der Heimat vermisst, beschließt er, lieber gar nicht an Deutschland in der Nacht zu denken (wozu er im damals schon sündigeren, offeneren, lasziveren, fröhlich-beschwingteren Lebenslust-Paris vermutlich auch gar allzu oft nicht kam) – sondern eher an den nächsten Morgen. Denn dort begegnet ihm schlussendlich dann eine echte, ja die vermutlich einzig wahre Alternative:

„Gottlob! durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,
Und lächelt fort die deutschen Sorgen.”

11 Kommentare

  1. Ganz hervorragend geschrieben! Auf dem Gymnasium wäre ein solcher Aufsatz mit eins plus noch unterbewertet. Ich hoffe nur, dass die düstere Beschreibung von Deutschlands Zukunft uns allen erspart bleibt.

    • Auf dem Gymnasium von heute würde dieser Beitrag zum Rauswurf führen. So wie es auch in der DDR im Abi schnell passieren konnte. Nur sind die Folgen in der globalen Welt von heute verheerender, deswegen sind die Prognosen wohl sehr realistisch.

  2. Diesmal kann man nicht in anderes Land ausweichen. Das Problem ist global und kein spezifisch deutsches.

  3. Ich will nicht für die Ukraine frieren, weil ich die UkrainerInnen mag! Meine Schwiegertochter stammt aus der Ukraine und wir helfen mit derartigen Bekenntnissen sicherlich keiner Ukrainerin und keinem Ukrainer. Es ist einfach eine Selbstbeweihräucherung der Gutmenschen,wieder einmal!!! Gerne dagegen bin ich bereit für die „Blödheit der Deutschen“ zu frieren. Denn erst wenn diese am eigenen Leib die Konsequenzen ihres Handelns spüren, kommen sie vielleicht wieder zur Vernunft.Ein harterWinter ohne russisches Öl wäre in dieser Hinsicht eine echte Chance. Und dafür wäre ich bereit, selbst zu frieren Wie zuvor bereits gesagt „Frieren gegen die Blödheit der Deutschen“. Ich wäre dabei!

    • Das bedeutete ein zu Tode frieren, denn die Blödheit, vor allem die Angst sind grenzenlos, unheilbar sowieso.

  4. Deutsche leben ausschließlich fremdbestimmt, da ist es geradezu vorprogrammiert, immer das Falsche zu tun, nicht einmal aus den richtigen Gründen. Denn auch die sind falsch. Fehler zu machen, ist menschlich und normal, immer und immer wieder die gleichen Fehler zu machen, nicht. Das ist nicht einmal nur dumm, das ist krank und armselig.

  5. Pessimistische Gedanken

    Denk ich an Deutschland Tag und Nacht,
    ohn Hoffnung: Merkel ging, Rotgrün nun weiter macht.
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Tränen fließen.

    Die Tage kommen und vergehn!
    Seit ich Hoffnung hab gesehn,
    Sechszehn Jahre sind vergangen;
    Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

    Mein Sehnen und Verlangen wächst.
    Statt alter Frau ne neue Hex?
    Ich denke immer an die Alte,
    Daß doch ein gnädig Gott uns walte!

    Alte Frau, junge Frau – was mach ich bloß?
    Mit Scholzen sind wir die auch nicht los!
    Seh ich, wenn manchmal einer zittert,
    Dann denk ich ganz erbittert:

    Ihr Götter, nehmt die doch dahin!
    Sechszehn Jahre flossen hin,
    Sechszehn Jahre sind verflossen!
    Ich denk mit Gram: linke Genossen.

    Deutschland hat ewigen Bestand,
    Es war ein kerngesundes Land!
    Mit linken Plänen, Rotgrün Gewinden,
    Wird’s nimmer zu alter Größe finden.

  6. Das ist wortwörtlich mein Leitsatz, seit ich in Deutschland angekommen bin., Und ja unsere “ Bildungsbürger“, befinden sich im Bildungsnotstand, der sich immer mehr zum Wahnsinn herausgebildet hat.. Nur der dauert schon länger an als meine Vereinnahmung. Die Deutschen werden auch fremdbestimmt, weil sie selbst mit ihren 80 Millionen nichts vernünftiges dagegen unternehmen wollen und oder können. Die Angst vor Milliarden und den eigenen immer kleiner werdenden Pfründen lässt sie sich spalten und schweigend ihr Ende zelebrieren. Und wenn das nicht ganz stimmt wird die globale digitale Sklaverei ihr Leben bestimmen. Und das nicht nur in Deutschland. Jammern , reden und denken allein macht auch nicht satt.

  7. Ich kann mich erinnern, dass die Grünen – Deutschland verrecke – geschrien haben! Und alle haben geklatscht. Als die AFD für Deutschland und für Deutsche war, waren die Jungs und Mädels plötzlich Nazis und Verfassungsfeinde.

    Die Mehrheit will, dass Deutschland verreckt und sie tun alles, das es so schnell wie möglich kommt.
    Ich schlafe sehr gut in der Nacht, weil ich mich auf alles einstelle!

  8. Lieber Herr Stark, ein mit Verve geschriebener, wunderbarer Artikel ! Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Die E-Mobilität ist ein mit voller Absicht geplanter „Rohrkrepierer“, da die dafür notwendige Infrastruktur niemals in annehmbarer Zeit realisiert werden könnte. Dies geht sogar schon soweit, dass Ladestationen in Wohngebieten auf wenige Exemplare beschränkt sind, um nicht eine Netzüberlastung zu provozieren. Kurzum: All dies dient dazu, a) natürlich (und in erster Linie !) den deutschen Automobilbau abzuschaffen und b) den Radius der Menschen zu beschränken, um diese besser zu überwachen. In der ehemaligen „Täterä“ hat man dies übrigens geschafft, indem man ultralange Lieferzeiten für einen „Plastebomber“ vorgab. Wie sagte Karl Lagerfeld damals: „Alles schon einmal dagewesen.“ …

  9. Heißt der nicht Kripke und ist vollpfostiger Gegenspieler von Sheldon Cooper in der hirntoten US Comedy THE BIG BANG THEORY?

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