Montag, 24. Juni 2024
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Die Pessimismus-Falle

Die Pessimismus-Falle

Wie überleben in der Multikrise? (Symbolbild:Imago)

Jahrelang waren viele Beiträge alternativer Medien von – oftmals sehr realistischen – Bildern einer düsteren Gegenwart und Zukunft geprägt, während gleichzeitig innerhalb des politmedialen Machtkomplexes die Gegenwart in leuchtenden Farben gemalt und im Zeichen einer universellen „Klimagerechtigkeit“ die Zukunft als noch strahlender beschrieben wurde. Das Zitat unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, dem zufolge wir „im besten Deutschland leben, das es jemals gegeben hat“, wurde geradezu zum Symbol eines solchen, aus „unserer“ Sicht falschen Optimismus. Dieser Tonfall hat sich allerdings geändert. Beim Blick in Mainstream-Medien dominieren inzwischen Ratlosigkeit und Pessimismus. Letzterer richtet sich zwar auf andere gefühlte Bedrohungen als in der Gegenöffentlichkeit. Die zugrunde liegenden Stimmungen erweisen sich aber bei näherer Betrachtung als erstaunlich ähnlich. Was den einen Klimakatastrophe, Rechtsextremismus und Putins Russland sind, wird auf der anderen Seite durch Energiemangel, Massenmigration, Verblödung, westliche Kriegspolitik, Wirtschafts- und Währungskollaps ersetzt.

Genauso ähnlich sind sich falsche Strategien zur Bewältigung dieser „Multikrise“. Oppositionelle sind häufig davon überzeugt, dass eine Politik, die endlich wieder zum Wohle des Volkes ausgeübt wird, sehr einfach und schnell Verhältnisse zurückbringen könnte, die man wahlweise in den Jahren 1970 oder 1990 verorten könnte und heute die Vorstellung eines „Goldenen Zeitalters“ vermitteln, das in Wirklichkeit in der Vergangenheit genauso wenig je existiert hat wie in der Gegenwart.

Spießbürgerliches Verlangen nach Stabilität

Das Mainstream-Gegenstück dazu ist ein verzweifeltes Sich-Klammern an Institutionen und Denkweisen der alten Bundesrepublik: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, das Bonner Parteiensystem, Bekämpfung von politischem „Extremismus“ durch den Verfassungsschutz und ein beständiger Bezug der Gegenwart auf die NS-Zeit. Dieses spießbürgerliche Verlangen nach Stabilität um jeden Preis erklärt einen großen Teil der Verrücktheiten der Corona-Zeit, ist aber mit Sicherheit auch ein tragendes Motiv der jüngsten Massendemonstrationen „gegen rechts“.

Es gibt aber noch weitaus schlimmere Handlungsstrategien, die den Pessimismus zu einem wahren Nihilismus eskalieren. Viele Grüne und Linke scheinen die Vorstellung von einer völlig unerträglichen Gegenwart mit sich herumzuschleppen. Da seit dem bitteren Ende des Realsozialismus Auswege in Form einer Revolution und eines darauf folgenden utopischen Kommunismus nicht mehr existieren, bleibt ihnen als Antwort nur noch völlige Destruktion. Sie äußert sich im Wunsch nach beständigen „Transformationen“, denen jedes erreichbare, positive Ziel fehlt, und die deshalb ins Nichts führen müssen. Im Extremfall wird dabei der biologische Mensch selbst zum Todfeind einer Welt erklärt, die nur ohne den Homo sapiens überleben kann. Eine etwas mildere Form dieses Nihilismus ist kultureller Selbsthass, der sich von einem Verschwinden der „Weißen“ mittels Massenmigration eine Erlösung von den untilgbaren Erbsünden des Holocaust und des Kolonialismus erhofft.

Ausbruch aus der Pessimismus- und Nihilismusfalle

Dass der auf unserer Seite glücklicherweise noch vorhandene gesunde Menschenverstand diese Irrwege ablehnen muss, braucht kaum noch gesagt zu werden. Es gibt leider aber auch hier ein oppositionelles Spiegelbild. In dieser Haltung wird der gesamte „Westen“ als derart verlogen und böse empfunden, dass sein Untergang geradezu herbeigesehnt wird. Wladimir Putins Truppen sollen Europa überrollen, um dann Demokratien durch „Volksstaaten“ nach russischem Vorbild zu ersetzen. Im Nahostkonflikt sympathisieren „Anti-Westler“ offen mit Hamas, Hisbollah und dem Iran und deren Kampf gegen den westlichen Vorposten Israel. Am Ende sollen möglichst sogar die USA als Wurzel allen Übels in der Welt fallen, so wie in der biblischen Johannesoffenbarung die „Hure Babylon“. Solch ein Denken ist keinen Deut besser als sein links-nihilistischer Widerpart. In beiden Fällen übersehen die Protagonisten nämlich, dass sie sich nicht selbst aus dem von ihnen angestrebten Untergang herauslösen können. „Westlich“ zu sein ist unser Schicksal – und damit keineswegs etwas, das wir nach Belieben wählen oder ablehnen könnten.

Es ist daher notwendig, auf irgendeine Weise aus der beschriebenen Pessimismus- und Nihilismus-Falle auszubrechen und der Multikrise mit einem erneuerten westlichen Selbstbewusstsein zu begegnen. Um Möglichkeiten einer solchen Strategie wird es im Folgenden gehen. Ein Anhaltspunkt dafür findet sich in der Erkenntnis, dass eine mit der Gegenwart durchaus vergleichbare Multikrise in einer gar nicht so fernen Vergangenheit liegt und damals glänzend überwunden wurde: Im Jahre 1975 war das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit einer lähmenden Stagnation gewichen. Umweltprobleme, die einige Jahre zuvor die legendäre Studie des Club of Rome über die “Grenzen des Wachstums“ erstmals ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gebracht hatte, erschienen als ähnlich dramatisch wie die heutige „Klimakrise“.

Symbolwirkung des Falkland-Krieges

Das Ende des Goldstandards für den US-Dollar und des Währungssystems von Bretton Woods hatten genauso verworrene Finanzkrisen ausgelöst, wie sie in unserer Gegenwart als Folge der bis heute unbewältigten Weltwirtschafts- und Eurokrise der Jahre nach 2007 existieren. Arabische Ölscheichs bestimmten mit willkürlichen Preiserhöhungen für das „Schwarze Gold“ die Entwicklung der westlichen Volkswirtschaften. Die USA waren nach Vietnam, Watergate und dem bis in die 1960er Jahre mitgeschleppten Südstaaten-Rassismus tief gedemütigt und beschämt. Viele linke Intellektuelle im Westen waren damals überzeugt davon, dass die Sowjetunion, die anscheinend von all diesen Problemen unberührt war, den Wettkampf der Systeme gewinnen würde, ähnlich wie viele heutige Rechte den russischen Autoritarismus als eine dem Westen überlegene politische Ordnung ansehen.

Wie wir heute wissen, geschah vor knapp 50 Jahren etwas ganz anderes als ein Sieg des Sowjetkommunismus: Der Westen erlebte einen geradezu kometenhaften Wideraufstieg, besiegte schon um 1990 seinen Moskauer Widersacher praktisch kampflos und dominierte dann bis zum Ausbruch der Corona-Krise 2019/20 fast unangefochten das Weltgeschehen. Unter einer Vielzahl von Personen und Ereignissen, die für diese Wende zum Besseren stehen, möchte ich hier eines hervorheben, das vielerorts schon vergessen ist, nämlich Margaret Thatchers Falkland-Krieg von 1982. Natürlich war die Opferung hunderter britischer Soldaten in einem aus der Zeit gefallenen Kolonialkrieg am Ende der Welt schon damals umstritten und erzeugt heute noch mehr Unverständnis; dennoch ging vom Falkland-Krieg eine starke Symbolwirkung aus: Das stolze Britannien und mit ihm der gesamte Westen ließen sich nicht von einem Drittwelt-Diktator wie dem Argentinier Leopoldo Galtieri auf der Nase herumtanzen, sondern verwiesen ihn mitsamt seinem Militärregime eindeutig in die Schranken.

Putins Neo-Zarismus kein Vorbild

Genauso ist vielleicht heute ein Punkt erreicht, an dem wir nicht so tief sinken möchten, als dass wir uns Wladimir Putins Neo-Zarismus mitsamt seinem ukrainischen Eroberungskrieg zum Vorbild nehmen wollen. Auch die heutigen Israelis besitzen noch Selbstvertrauen genug, um nicht die über ein Jahrhundert dauernde Aufbauarbeit erst jüdischer Siedler und dann des Staates Israel einem Gegner zu opfern, der sehr wahrscheinlich nach seinem Sieg Gesamt-Palästina in einen großen Gazastreifen verwandeln würde, der schon vor dem 7. Oktober 2023 von selbst verschuldetem Elend geprägt war. Auch Südkorea und Taiwan, die unter US-Vorherrschaft aus bitterer Armut und Despotie zu Demokratie, Massenwohlstand und Hochtechnologie aufgestiegen sind, wollen sich nicht einfach den Diktatoren von Pjöngjang und Peking zum Fraße vorwerfen, sondern sich mit allen Mitteln verteidigen.

Ich predige hier keinen Bellizismus. Der Ukraine-Krieg ist für den Westen sehr wahrscheinlich verloren und sollte nicht aus schierer Verzweiflung zum Dritten Weltkrieg eskaliert werden. Es erscheint aber als möglich, auf diese Niederlage in einer solch intelligenten Weise zu reagieren wie seinerzeit die USA auf ihren Misserfolg im Koreakrieg (1950-1953): Damals musste zwar die Vorherrschaft der Sowjetunion und der Volksrepublik China auf der eurasischen Landmasse akzeptiert werden, aber man verband dies mit der klaren Ansage: „Bis hierher und nicht weiter!“ Die pazifischen und atlantischen Randzonen Eurasiens blieben westlich und durchliefen in der Folge eine fast sensationelle Entwicklung. Das westliche Standhalten führte schließlich dazu, dass in den 1970er Jahren die Volksrepublik China vom Feind zum weltwirtschaftlichen Partner des Westens wurde und sich dann Sowjetunion und „Ostblock“ im Jahre 1991 auflösten. Heute könnte eine Rest-Ukraine genauso westlich werden und bleiben wie damals Südkorea, und eines Tages vielleicht sogar zum Ausgangspunkt für ein besseres Russland nach dem Ende der Ära Putin werden.

Verschärfende westliche Dauerkrise

Der Rückblick auf die Überwindung der Krise des Westens der 1970er Jahre enthält natürlich mit dem heutigen Wissen um den Fortgang der Geschichte einen bitteren Beigeschmack. Die Erfolgsrezepte von damals hießen Neoliberalismus und Globalisierung, und genau diese Konzepte sind die tieferen Ursachen der gegenwärtigen Multikrise. Genauso wie in den 1970er Jahren das Zeitalter von scheinbar unbegrenztem Wachstum und Massenkonsum endete, geht auch heute eine Ära zu Ende, nämlich diejenige des schrankenlosen ökonomischen wie gesellschaftlichen Liberalismus. Der Soziologe Andreas Reckwitz hat diesen Epochenbruch schon 2019 in seinem Buch „Das Ende der Illusionen“ angekündigt und analysiert. Man konnte damals allerdings noch nicht ahnen, wie schmerzhaft dieser Übergang sein würde. Schon wenige Monate nach dem Erscheinen von Reckwitz‘ Buch begann im Frühjahr 2020 mit “Corona” eine sich stetig verschärfende Dauerkrise der westlichen Staaten, Volkswirtschaften und Gesellschaften.

Statt eines absehbaren Krisenendes stehen wir heute einer Situation gegenüber, die fatale Ähnlichkeiten mit den Jahren 1939 bis 1941 aufweist. Wirtschaftlich ausgelaugte Staaten taumeln nach und nach in einen großen Krieg, weil ihnen nur noch die militärische Stärke als letzter Trumpf geblieben ist. Diese These leugnet nicht die damalige Kriegsschuld Deutschlands, Italiens und Japans, aber stellt sie in einen ökonomischen Zusammenhang, ohne den meiner Meinung nach der Zweite Weltkrieg nicht verstanden werden kann. Die tiefere Ursache für Spannungen, die sowohl in der inneren Zerrissenheit der heutigen westlichen Gesellschaften als auch in der aktuellen Kriegspolitik ihren Ausdruck finden, ist das mit dem Neoliberalismus untrennbar verbundene Wettbewerbsdenken, das in den vergangenen vierzig bis fünfzig Jahren geradezu religiöse Züge angenommen hat.

Verlangen der Verlierer nach Revanche

Der nur seinem Eigeninteresse verpflichtete Homo oeconomicus, der bei Adam Smith (1723-1790), dem großen Theoretiker der Marktwirtschaft, nur ein Modell für sinnvolles Verhalten bei wirtschaftlichen Transaktionen war, ist zum unhinterfragten Leitbild unseres Sozialverhaltens, der Politik und der internationalen Beziehungen geworden. Die Ergebnisse davon sind die Dominanz antisozialer Verhaltensweisen im Kleinen, eine von unversöhnlichem Hass bestimmte Innenpolitik und eine unfriedliche Außenpolitik. Eine der schlimmsten Formen dieser Dekadenz ist das Phänomen Donald Trump: Ein Großgangster wird zu einem quasi-religiösen politischen Messias, und zwar nicht obwohl, sondern weil er ein Gangster ist. Nach fast einem halben Jahrhundert Neoliberalismus ist das Verlangen der allzu vielen Verlierer nach irgendeiner Form von Revanche übermächtig.

Sie richtet sich allerdings nicht gegen die Nutznießer des „Systems“ in Gestalt oligarchisch herrschender Multimilliardäre, sondern gegen die Schwachen, die angeblich die noch Leistungsfähigen ausbeuten. In Deutschland agiert die AfD ähnlich wie Trump. Auf diese Partei wird vielfach eine völlig berechtigte Sehnsucht nach mehr Freiheit projiziert, die dort bei einer realistischen Betrachtung aber keine Erfüllung finden kann. Genauso wie Donald Trump kein politisches Programm jenseits seiner Person besitzt, hat auch die AfD kaum tragfähige Zukunftsvorstellungen außer dem Wunsch nach einer möglichst großen Machtfülle und einer dann folgenden Abrechnung mit der Vergangenheit.

Libertarismus als Dekadenzerscheinung

Eine weitere westliche Dekadenzerscheinung unserer Tage ist der Libertarismus. In dieser Vorstellung würden die ihrer Natur nach guten Menschen endlich in einem Zustand von vollkommener Harmonie und Kooperation leben, wenn es nur den bösen Staat nicht gäbe. Hier wird Karl Marx‘ Vision der klassenlosen Gesellschaft lediglich von einer sozialistischen in eine marktliberale Ideologie transformiert. Aus einer Systemkritik am liberalen Kapitalismus, die vielleicht niemals so notwendig gewesen wäre wie heute, werden abstruse Verschwörungstheorien, die – offene Judenfeindlichkeit wird dabei durch die Verwendung subtiler Codes vermieden – letzten Endes auf die uralte antisemitische Idee hinauslaufen, dass am Ende der Zeiten der „ewige Jude“ mit seinem Geld über eine kaputte Welt herrschen wird. Ein Ausstieg aus der Pessimismus- und Nihilismus-Falle muss also notwendigerweise mit einer „Resozialisierung“ der westlichen Gesellschaften einhergehen. Damit ist ausdrücklich kein Zurück zu jenen ruinösen Formen des Sozialismus gemeint, die wir aus unserer jüngeren Vergangenheit kennen, sondern eine Renaissance einer wirklich sozialen Marktwirtschaft. Dazu kommt, wie weiter oben beschrieben, eine Bereitschaft, die wirklichen – und nicht die heute geheuchelten – westlichen Werte gegen ihre Feinde zu verteidigen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Redefreiheit, Menschenrechte, aufklärerisches Denken und eine damit durchaus vereinbare jüdisch-christliche Tradition.

Es sieht leider nicht danach aus, dass eine solche Wende in näherer Zukunft stattfinden wird. Trotzdem wird allein schon dadurch ein Beitrag dazu geleistet, dass man Ansatzpunkte für einen Ausweg aus der Sinnkrise des Westens bestimmt. Natürlich gehören zur Multikrise auch Risiken, die nicht nur den Westen, sondern den gesamten Planeten Erde betreffen: Zur seit 1945 existierenden Geißel der Nuklearwaffen sind in jüngerer Zeit der menschengemachte Klimawandel – wenn es ihn denn wirklich gibt – und die unkontrollierte Biowaffen-Bastelei als weitere Bedrohungen der gesamten Menschheit hinzugetreten. Das muss aber für uns kein Anlass zu Resignation sein. Ohne westliche Vernunft und westliche Wissenschaft werden sich diese globalen Krisen kaum lösen lassen. Was allerdings aus meiner Sicht eher als Problemursache denn als Problemlösung gesehen werden muss, ist die „Heilige Dreifaltigkeit“ aus Wladimir Putin, Donald Trump und Björn Höcke. Die Hoffnung auf diese Personen und ihre Denkweisen befreit uns nur scheinbar aus der Pessimismus-Falle. Es gibt aber jenseits von ihnen genug soziale, demokratische und realistische Oppositionelle, die uns Wege in eine bessere Zukunft nach der Multikrise eröffnen könnten.

11 Responses

  1. @In dieser Haltung wird der gesamte „Westen“ als derart verlogen und böse empfunden,
    das braucht man nicht zu “empfinden” – man muß nur die Ohren und Augen öffnen, ihnen mit wachem Verstand zuhören und zusehen !
    Es mag Unterschiede geben im Detail, aber die grundlegende Ebene ist gleich !

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    1. “…Damals musste zwar die Vorherrschaft der Sowjetunion und der Volksrepublik China auf der eurasischen Landmasse akzeptiert werden, aber man verband dies mit der klaren Ansage: „Bis hierher und nicht weiter!“….”

      Na, hätten sich die hier so gelobten US und A auch mal an diesen Grundsatz gehalten, die Welt wäre ein friedlicherer Ort.
      Und ja, ich halte sie mittlerweile für eine der mächtigsten Wurzeln allen Übels! Ein Land, das vergessen hat, wie Krieg im eigenen Land so ist. Denn in anderen Ländern Krieg zu führen und Regierungen zu wechseln macht auch viel mehr Spaß. Ein Land, dessen Bewohner auf den Knochen der Indigenen leben.

  2. Mit den philosophischen Punkten stimme ich voll überein. Ich lese gerade passend dazu das Buch: Haben oder Sein von Erich Fromm. Mit dem Politischen und Militärischem nicht in allen Punkten.
    Ich fürchte für die Blasphemie von Putin, Trump und Höcke gibts hier gleich was mächtig hinter die Ohren 🙂
    Ich persönlich bin diesbezüglich aber auch der selben Meinung wie im Artikel.
    Ja, es wird wirklich mal Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen, so schick war die “gute alte Zeit” wirklich nicht.

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  3. “Genauso ist vielleicht heute ein Punkt erreicht, an dem wir nicht so tief sinken möchten, als dass wir uns Wladimir Putins Neo-Zarismus mitsamt seinem ukrainischen Eroberungskrieg zum Vorbild nehmen wollen.”

    Entweder lernen Sie es nie mehr oder es ist schlichte Absicht, derart Mumpitz immer wieder zu verbreiten.
    Besser wird es durch andauernde Wiederholung jedoch nicht 😣 😣

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  4. https://www.pi-news.net/2024/03/ex-polizist-extreme-saeuberungswellen-bei-der-polizei/

    „Ex-Polizist: „Extreme Säuberungswellen bei der Polizei!“
    Von PI -25. März 2024

    In diesem Interview sprechen Helmut Reinhardt („Politik-Spezial“) und der Ex-Polizist, Sicherheitsexperte und Bestseller-Autor Stefan Schubert („Schuberts Lagemeldung“) unter anderem über das unverhältnismäßige polizeiliche Vorgehen gegen die 16-jährige Schülerin Loretta, die das AfD-Schlumpf-Video gepostet hatte, die Sicherheitslage in Deutschland und wie man sich auf eventuelle Angriffe vorbereiten sollte.“

    Das System hat ein vernichtendes System entwickelt, mehr braucht es nicht, weil die Masse der denkenden Deutschen endlich begriffen haben, besser, anders zu wählen.

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  5. “Es gibt aber jenseits von ihnen genug soziale, demokratische und realistische Oppositionelle, die uns Wege in eine bessere Zukunft nach der Multikrise eröffnen könnten.”

    Ich fass es nicht….
    Wer so etwas in dieser Zeit schreibt, kann nicht alle Latten am Zaun haben.

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  6. Der Aussage Steinmeiers, dass wir angeblich im besten Deutschland leben, das es je gegeben hat, würde auch eine Made, die sich an einem verwesenden Kadaver nährt, beipflichten. Die lebt ja auch in der besten Umgebung, die sie je hatte und wird dick und fett dabei.

  7. Respekt, da versucht jemand den ganz großen historischen Überblick!
    Aber ein solch epischer Text, indem das Wort Islam kein einziges Mal vorkommt, ist auf groteske Weise mit Blindheit geschlagen. Der Islam ist für uns Europäer nicht irgendein Player beziehungsweise Faktor, sondern der entscheidende! Mit dem abstrakten Begriff Massenmigration ist unser Problem eben nicht korrekt definiert.
    Dass viele Menschen, sogar Autoren auf dieser Seite, das immer noch nicht begriffen haben, ist einigermaßen erschreckend. Verglichen mit dem Problem der Islamisierung sind Putin, Trump und Höcke der Tat nur Randfiguren…

  8. Dass gegenwärtig die verschiedensten Krisen auch in den Köpfen verheerende Wirkung entfalten und die Menschen zu unterschiedlichen und gegensätzlichen Lösungsansätzen streben kann man noch unterschreiben. Vieles andere, von dem was da als Erklärungen angeführt wird eben nicht. Vor allem nicht, dass der Ausgang dieses Krisen-Empfindens von den Menschen selbst ausgeht. Es geht nicht von „den Menschen“ aus, sondern so ziemlich punktgenau auf eine Clique von Menschen. Und da liegt „der Hase im Pfeffer“. Vielleicht sind sich sogar alle Seiten einig: Es bedarf eines starken Staates, um die zunehmende Unüberschaubarkeit zu ordnen. Doch dann sehnt man sich gänzlich unterschiedlichen Vorstellungen gegenüber, die nicht mehr kompatibel sind, sondern in primitiver Weise nur noch Spaltungen hervorbringen.

    Für falsch halte ich die folgenden Aussagen:

    „Dieses spießbürgerliche Verlangen nach Stabilität um jeden Preis erklärt einen großen Teil der Verrücktheiten der Corona-Zeit, ist aber mit Sicherheit auch ein tragendes Motiv der jüngsten Massendemonstrationen „gegen rechts“.“

    Ohne das „amtliche, angeblich wissenschaftlich belegtes Lügen und Hetzen“ wären die Menschen selbst wohl kaum auf einen Maskenzwang, auf Quarantäne oder Impfzwang gekommen. Und wie sehr das „gewollt“ war, um einfach als Herrschende Macht zu demonstrieren, sieht man so langsam.

    „Die Erfolgsrezepte von damals hießen Neoliberalismus und Globalisierung, und genau diese Konzepte sind die tieferen Ursachen der gegenwärtigen Multikrise.“

    Allerdings dachten viele Menschen damals „Wandel durch Handel“. Und die Auswirkungen sieht man schließlich heute noch, wie verflochten z.B. die Welt mit China ist oder Russland eher war. Hätten die heutigen Ideologen und Oligarchen des Westens schon die Macht besessen, die sie inzwischen erobert ahben, wären erst gar keine Handelsbeziehungen aufgebaut worden. Wir erleben nun den Abgesang auf Freiheit und Welthandel, statt die übergreifende Ordnung als Gewinn für die Menschheit zu begreifen. Diese Krisen wurden bewusst geschaffen, weil man inzwischen die gesamte Erde als Verfügungsmasse ansieht.

    „In dieser Vorstellung würden die ihrer Natur nach guten Menschen endlich in einem Zustand von vollkommener Harmonie und Kooperation leben, wenn es nur den bösen Staat nicht gäbe.“

    In einer äußerst komplexen Welt ohne Staat leben zu wollen, wäre absoluter Un- und Irrsinn. Die Frage kann nur lauten, wem gewährt man die Herrschaft und wie wird sie ausgeführt. Da signalisiert z.B. Deutschland eben mit Atomausstieg und unsinnigen Projekten, dass es massiv in die Grundbedürfnisse und Erwartungen der Menschen diktatorisch eingreift. Mit einer anderen Regierung wären ganz andere Lösungen möglich.

    „Trotzdem wird allein schon dadurch ein Beitrag dazu geleistet, dass man Ansatzpunkte für einen Ausweg aus der Sinnkrise des Westens bestimmt.“

    Es liegt eben nicht in der Macht der einzelnen Menschen im Westen aus diesen ideologischen, feindlichen, inkompetenten, diffusen und kriegerischen Beziehungen „auszusteigen“. Der Kopf in Gestalt der Oligarchen, Egomanen und Volksbeherrscher stinkt gewaltig, aber die Masse hat keine Chance mehr, deren Strategien zu durchkreuzen. Das hat sich gegenüber früheren Verhältnissen sichtbar geändert!

  9. “die Entwicklung der westlichen Volkswirtschaften”

    Es gibt und gab im Westen keine Volkswirtschaften, sondern nur Marktwirtschaften, Kapitalgesellschaften. Der Mensch ist darin eine Ressource. Solange man durch ihn Geld scheffeln kann, ist er wertvoll. Wenn nicht, dann wird er sich selbst überlassen und landet am Ende noch auf der Straße. Die Essenstafeln sind auch ein Zeichen dafür.

    Die Volkswirtschaften gab es in der DDR und anderen Arbeiter- und Bauernstaaten.
    Aber nicht westlich von ihr, der BRD. Dort gab es die soziale Marktwirtschaft. Das Soziale hat Rot/Grün 1998 beseitigt. Übrig blieb die Marktwirtschaft à la USA.

    Wortmanipulation ist eben auf allen Seiten vorhanden.

    Marktwirtschaft ist keine Volkswirtschaft. Der Kapitalismus kann mit einer Volkswirtschaft nichts anfangen. Wir leben im Kapitalismus, oder?

  10. Der Libertarismus hat nichts mit dem Marxschen Kommunismus zu tun. Ganz im Gegenteil: Der Kommunismus ist der größte Feind der Libertären.
    Das Volk wird derzeit von einem übergriffigen Staatsmoloch tyrannisiert, so dass durchaus festgestellt werden kann, dass der Staat mit seinen Helfershelfern aus Zentralbank und Bürokratie zum jetzigen desaströsen Zustand der Volkswirtschaft geführt hat.
    Die Staatshörigkeit ist trotz aller wirtschaftlichen Depression immer noch so hoch, dass die Libertären zur Zeit chancenlos sind, ihr marktwirtschaftliches Know How zu Kisenbewältigung anzubieten. Hiermit ist ausdrücklich nicht die solziale Marktwirtschaft gemeint. Dutschland muß erst voll gegen die Wand gefahren werden, damit Heilung über den Libertarismus erfolgen kann