Montag, 26. Februar 2024
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Die Selbstzensur des Mats Hummels

Die Selbstzensur des Mats Hummels

Das neueste Kapitel aus dem protofaschistischen Irrenhaus BRD: Mats Hummels postet in seiner Instagram-Story ein Bild davon, wie er daheim das Champions-League-Finale schaut. Hobbylose Twitter-User entdecken nach Vergrößerung des Bildausschnitts in seinem Bücherregal das Buch “Gesundheitsdiktatur – Bill Gates’ Angriff auf die Demokratie” und empören sich. Wenig überraschend, setzt sogleich ein aberwitziger Shitstorm ein.

Und was macht Hummels? Er verteidigt nicht etwa sein Recht, daheim zu lesen, was er möchte (der Besitz eines Buches bedeutet ja nicht automatisch, seinen Inhalt gutzuheißen, aber selbst wenn, wäre dies seine Privatsache); er lässt diese übergriffigen Gesinnungsschnüffler auch nicht links liegen. Sondern er beugt sich – in erschütternder Tradition ertappter oder denunzierter Ketzer und Dissidenten – dem zornigen Pöbel der Rechtschaffenen, und leistet Abbitte: Er beruhigt ernsthaft die Meute und twittert, es sei nicht sein Buch. Er hätte, so Mats, nicht einmal von der Existenz des Werks (was er bezeichnenderweise in Anführungszeichen setzt) gewusst, und er würde sowas natürlich nicht lesen:

(Screenshot:Twitter)

An diesem Verteidigungsversuch ist eines sehr aufschlussreich – und zwar die Widersprüchlichkeit seines Versuches, sich bloß von “falschen”, “verbotenen” Inhalten zu distanzieren. Ich selbst habe das Buch auch nicht gelesen – ich kann also nicht darüber urteilen, wie gut oder schlecht es ist; da Mats das Buch laut eigener Aussage aber gar nicht kennt, hat er es offensichtlich auch nicht gelesen; auch er kann dementsprechend nicht über den Inhalt urteilen. Er kennt ihn ja nicht. Wie kann er dann arrogant und überheblich mitteilen, dass er “sowas” ja ohnehin nicht lesen würde? “Sowas”? Nach dem Motto: Ich kenne den Inhalt nicht, weiß aber, dass es auf jeden Fall großer Mist sein muss? Dieses Phänomen, stolz seine Ignoranz zu präsentieren, kennt man aus der Gesellschaft zur Genüge. Aber einleuchten tut es mir nicht.

Selbst um irgendeine These ablehnen zu können, muss man sie wohl erstmal kennen. Wenn ich nicht einmal bereit bin, die Argumente zu lesen, wie kann ich sie denn dann widerlegen? Diese Typen zensieren ihren eigenen Informationszugang. Das sind genau diejenigen, die sich nur in ihrer Filterblase aufhalten und darauf auch noch stolz sind. Nicht selten besitzen sie dann die Dreistigkeit, Menschen wie mir vorzuhalten, wir bewegten uns nur in “unseren Kreisen”.

Beschäftigung mit der Gegenseite ist unabdingbar

Dabei ist das Gegenteil richtig: Ich schaue mir ständig an, was die andere Seite – der vielzitierte Mainstream, auch Figuren wie Luisa Neubauer et cetera – zu sagen haben, und versuche das dann zu widerlegen. Ohne diese Leute hätte ich gar keinen Content.

Mal abgesehen davon, dass es sich als “alternativ angehauchter” Mensch ja auch kaum bis gar nicht vermeiden lässt, sich mit dem offiziellen Narrativ zu beschäftigen: Er wird einem ja überall präsentiert. Schlägst du die Zeitung auf, schaltest den Fernseher oder das Radio ein, schaust aufs Smartphone oder läufst nur durch die Straßen und achtest auf die Werbebanner, die für Buntheit, Impfung oder Klimagedöns werben, kommst du ganz zwangsläufig mit den offiziellen Sichtweisen und Paradigmen in Berührung. Das Filterblasen-Phänomen betrifft also genau die, die ständig davor warnen – vor allem die Regierungshörigen, die oftmals – wie in diesem Fall wieder – ganz offen und stolz zugeben, sich mit der Gegenseite nicht beschäftigen zu wollen. Bei Mats Hummels mutet dies besonders bizarr an, weil der Besitz dieses Buches zumindest den Verdacht nahelegt, dass er sich insgeheim doch für “alternative” Meinungen interessiert hat. Das wäre ja eigentlich positiv – wenn er denn nur dazu stehen würde.

Ignorance is strength“: Das wusste schon die Partei in Orwells “1984”.

19 Antworten

  1. Über Meinungsfreiheit brauchen wir schon länger nicht mehr zu reden. Inzwischen sind wir bei der Gedankenfreiheit angekommen.

    Wie armselig ist es, eine Meinung über etwas zu haben, über etwas das man gar nicht kennt! Mehr lügen und Feigheit zeigen geht wohl kaum!

    Zum Einbruch unserer politischen Kultur muss man nicht einmal große Verschwörungstheorien bemühen, es genügt ein Blick auf die Anzahl der „Besitzer“ von Zeitungen oder anderen Medien. Wer einen Leserbrief gegen den Mainstream schreiben will, wird schnell merken, dass er gegen eine Mauer läuft.
    Mit dem Internet könnte mehr Information erfolgen, aber dagegen spricht die ständige Beeinflussung/Berieslung und insbesondere die Denkfaulheit der Menschen.

    Demokratie ist heutzutage eben, dass alle das gleiche denken und tun.

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  2. Ich habe volles Vertrauen. Mats Hummels dürfte tatsächlich nicht wissen, was in seinem Bücherregal steht, geschweige, daß er das gelesen hat.

    Von mir gibt es keine Bücherwandvideos, sollte ich mal machen. Da könnten aufmerksame Beobachter dann neben Bibelsammlung, Koranen, Marx-Engels-Werke, Gaddafhi- und Maobibeln, Tarotkarten, selbstredend auch die Schriften aus dunkelster Zeit, auch meine Sammlung “Lustige Taschenbücher” entdecken, und die gehen ja so gar nicht, Disney soll ja auch ein Bösewicht gewesen sein.
    Und ich gestehe: Ich hab das Zeug tatsächlich gelesen.

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  3. Als Rückgratloser sich selbst zu kasteien ist doch aktuell gross in Mode um auch weiterhin von den moralbesoffenen Genderdeutschen geliebt zu werden.

    Einmal Bückling – Immer Bückling.

    Kein Wunder , wenn eine Frau sich von solchen Weichlingen abwendet.

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  4. Was für ein unsäglich peinlich-absurder Heuchler. Zum Fremdschämen, dieses armselige Männchen. Ein Rückgrat wie ein löchriger Gartenschlauch… was für ein Shitshow.

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  5. Schon seit mindestens Thilo Sarrazin’s “Deutschland schafft sich ab” gibt es die öffentliche soziale Hinrichtung von prominenten, bekannt gewordenen “Falschmeinern”. Das Ausgrenzen, “demonetarisieren” = finanziell ruinieren durch Vertrags- oder Jobverlust, und zum Schweigen bringen ist seitdem das von “Linken” ausdrücklich geforderte und praktizierte Mittel, “die Diskurshoheit” zu erlangen und behalten.

    Und da dieses Pack bekanntlich flächendeckend die Medienredaktionen bevölkert, sowie oftmals mangels redlicher Arbeit sich ganztägig in den sog. sozialen Medien tummelt (teilweise organisiert wie zB “Grüne Netzfeuerwehr”) bestimmen die mittlerweile die veröffentlichte Meinung.

    Das hat sich 2015 nochmal gewaltig verschärft, und ab 2020 sind sämtliche Hemmungen gefallen, auf diesem Wege eine totalitäre Gesinnungsdiktatur durchzusetzen. Was nichts anderes als die Definition von Faschismus ist.

    Selbst ansonsten in der Opferolympiade aufgrund ihrer Ethnie ganz oben rangierende Sportler werden mittlerweile bei öffentlichen Meinungsverbrechen zum Ziel der Fascho-Blockwarte:
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/felix-nmecha-pride/

    Und in einem solchen Klima hält man sich als Promi (= “Testimonial”) besser bedeckt, wenn man sich nicht zur Zielscheibe machen möchte. Welcher Druck da sonst ausgeübt wird, konnte man bereits bei Kimmich bewundern. Da braucht es dann schon ein stabiles Rückrat und auch den Willen, sich nicht verbiegen zu lassen – nicht unbedingt die Bauanleitung für heutige Profisportler oder sonstige von Sponsoren oder dem Publikumszuspruch finanziell oder emotional Abhängige.

    Es ist nicht jeder ein Djokovic.
    Die meisten sind schon früh in Sportschulen auf stromlinienförmig gebürstete Anpasser-Karrieristen. Die genau wissen, wann und wem sie sich zu bücken haben. Man sollte sich in dem Kontext einfach noch mal die Episode in Katar vor Augen halten.

  6. Das zeigt, dass sich Mats Hummels, wie die übergroße Mehrheit der Bevölkerung, mit dem linksgrünen Faschismus in Deutschland abgefunden hat. Er hat nicht begriffen, dass wirklich Prominente sich nur in einer Demokratie entfalten können. Aber er bleibt wohl lieber ein politischer Hampelmann.

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  7. @ Vergrößerung des Bildausschnitts
    immerhin interessant, was so manche Leute treiben – da wäre die Polizei sicherlich interessiert an ihren Bildanalyse-Fähigkeiten – oder sogar BND oder CIA !

    Mir kommen diese Leute eher krank vor !
    Die haben nichts zu tun !

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  8. Jetzt gibt es schon Denunzianten für Bücher, die auf einem Foto im Hintergrund auftauchen und nicht politisch korrekt sind. Immer wenn man glaubt, es ginge nicht verrückter in diesem Land, wird man auf’s Neue überrascht.

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  9. Warum bietet man diesem Fußballmillionär solch eine Bühne?

    Wen interessiert es noch?

    Die Zeit als Kicker ist für diesen Typen auch bald zu Ende.

  10. Immer dieser vorauseilende Gehorsam:
    “Nein, ich höre kein BBC”
    “Nein, ich sehe kein Westfernsehen”
    “Nein, ich lese so etwas nicht”
    So fängt es immer an und wie es endet konnten wir schon zweimal erleben.

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  11. Es gibt halt keine Männer mehr!
    Was hatte ich für Hoffnungen, als sich vor zehn Jahren die AfD gründete.
    (Nach meiner Erinnerung eine Reaktion auf die Installierung des ESM).
    Und was kam? Nach kurzem – oder auch länger dauerndem Parteizank?
    Endlich mal kontroverse Aussagen zur Mainstream-Politik – die am nächsten Tag aber sofort zurückgenommen oder relativiert wurden. Eine Distanzeritis, wie ich sie bisher noch nirgends wahrgenommen habe.
    Was war doch vor 500 Jahren – auf die Gefahr hin vom Leben in den Tod befördert zu werden – die Aussage von Dr. Martinus Luther: »Hier steh ich und kann nicht anders«.
    Es ist so einfach. Man muss nur zu seiner Meinung bzw. Aussage stehen.
    Dazu gehört ein bisschen Mut und sog. Zivilcourage – die doch allenthalben gefordert wird!

  12. @DF

    “Schon grün vor Neid?”

    Meine Gefühle sind in etwa so wie 1988 in der DDR, als Karl-Eduard von Schnitzler mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet wurde. Mit Neid würde ich das nicht beschreiben.