E-Autos: „Wir fahren mit Braunkohle und Russen-Gas“

Grünes Gewissen beim E-Tanken – völlig unbegründet (Foto:Pixabay)

Die Ökobilanz von E-Autos wird schöngerechnet in der Annahme, sie würden mit Ökostrom betrieben. Das ist Unsinn, denn auch in deren Akkus fließt der ganz normale Strommix. Ohne E-Autos könnten einige Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden und wir bräuchten weniger Gas zur Stromherstellung. Wer Strom aus dem Netz verbraucht, kann sich nicht aussuchen, aus welchen Quellen diese Energie gewonnen wird. So ist es Augenwischerei zu behaupten, man würde nur Ökostrom beziehen. Jeder Verbraucher erhält seinen Strom anteilsmäßig aus allen verfügbaren Quellen und da ist die Aufteilung wie folgt (Stand 2021, Quelle: strom-report.de): Windkraft 23 Prozent, Braunkohle 20,2 Prozent, Kernenergie 13,3 Prozent, Erdgas 10,5 Prozent, Photovoltaik 9,9 Prozent, Steinkohle 9,5 Prozent, Biomasse 8,8 Prozent und Wasserkraft 4 Prozent. Die gesamte produzierte Strommenge pro Jahr beträgt etwa 500 Terawattstunden (TWh), also 500 Milliarden Kilowattstunden (Kuh).

Aktuell sind auf unseren Straßen etwa 600.000 E-Autos zugelassen. Es sollen aber ganz schnell mehr als eine Million werden. So rechne ich nachfolgend mit einer Million – denn das soll die nahe Zukunft sein. Angenommen (und das dürfte realistisch sein), jedes E-Auto fährt pro Tag im Durchschnitt 100 Kilometer. Dann ergibt das einen Stromverbrauch pro Jahr und E-Auto von 5.400 KWh, wenn man vorsichtig, also E-Auto-freundlich, von einem Durchschnittsbedarf von nur 15 KWh pro 100 Kilometer ausgeht. Das wiederum ergibt einen Jahresverbrauch für eine Million E-Autos von 5,4 TWh. Das ist dann etwa ein Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Man könnte meinen, das fiele (noch) nicht ins Gewicht. So ist es aber nicht.

(Quelle:Strom-Report)

Denn gerade dieses letzte eine Prozent ist es, das uns zwingt, Gaskraftwerke früher ans Netz zu nehmen. Es ist dieser Strom aus Gas, der den Spitzenpreis für Strom bestimmt – so pervers diese Regelung auch sein mag (mehr darüber hier). Hätten wir also keine E-Autos auf unseren Straßen, wäre die Stromrechnung für alle erheblich niedriger. Auch die Steuerlast wäre geringer, denn alle Steuerzahler müssen mit ihrem Obolus die Subventionen für E-Autos bezahlen. Bei dieser Betrachtung habe ich den Aufwand für die Ladeinfrastruktur noch nicht eingerechnet. Jede dieser Ladesäulen kostet viel Geld und auch das geht in den Strompreis ein. Jeder Stromkunde – und jeder von uns ist einer – bezahlt also auch mit seiner Stromrechnung für die Ladeinfrastruktur, ganz gleich, ob er ein E-Auto fährt und schon die staatlichen Subventionen kassiert hat.

So kann man als primäre Quellen des Stroms für E-Autos zwei nennen: Braunkohle mit dem Anteil am Gesamtstromaufkommen von 20,2 Prozent – und Gas aus Russland. Während der Braunkohlestrom noch als ökonomisch vernachlässigbar bezeichnet werden kann (ökologisch eher nicht), ist der Gasstrom zur Zeit eine ökonomische Katastrophe. Nicht nur für den „kleinen Mann“, sondern vor allem für den Industriestandort Deutschland. Stromintensive Sparten wie die Aluminiumindustrie schließen reihenweise ihre Betriebe. Sogar die BASF plant ihre Hauptbetriebsstätten nach China zu verlegen. Aber nochmals: Warum sind die E-Autos wesentlich für den irrsinnigen Strompreis?

Nachts gibt es keinen Solarstrom

Gaskraftwerke werden nur zugeschaltet, wenn alles andere nicht ausreicht; wenn also Windstille herrscht oder/und die Sonne von Wolken verdeckt ist. Nun könnte man anführen, der Anteil an Gasstrom beträgt nur 10,5 Prozent. Das ist aber nur ein statistischer Durchschnittswert. Nachts, bei Windstille, ist das erheblich mehr – und gerade dann saugen besonders viele E-Autos Strom aus dem Netz, zuhause an der eigenen Wallbox in der Garage. Aber genau dann wäre eine Entlastung der Netze förderlich, um den Gasverbrauch niedrig zu halten. Es ist ja nicht so, dass die Verantwortlichen das nicht wüssten. Erinnern Sie sich noch an den günstigen „Nachtstrom“? Für elektrisch betriebene Nachtspeicheröfen? Den gibt es nicht mehr – eben weil nachts keine Sonne scheint und so dann einfach 9,9 Prozent weniger Strom zur Verfügung steht. Darf man da eine Relation sehen zu dem Anteil von 10,5 Prozent Gasstrom? Wieviel Strom aus Gas wird nachts hergestellt? Darf man annehmen, dass tagsüber 9,9 Prozent Solarstrom ins Netz fließt und dieser Anteil nachts von Gas übernommen wird? Daten dazu konnte ich keine finden, aber so wäre der Anteil an Gasstrom nachts erheblich höher. Das sollte man im Gedächtnis behalten für die weiteren Ausführungen.

Man kann also sagen, nachts, bei Windstille, gibt es keinen „Ökostrom“ für E-Autos. Anders gesagt: Sie fahren mit Braunkohle und Atomstrom, die nächtens aus dem Netz gesaugt werden. Und genau hier sorgen die E-Autos dafür, dass Gaskraft zugeschaltet werden muss. Jede Nacht – auch wenn der Wind bläst. Darf man nun annehmen, dass der Stromverbrauchsanteil der E-Autos nachts mehr als ein Prozent beträgt? Nachts, wenn die industriellen Verbraucher weniger anfordern? Wenn die Großraumbüros dunkel sind, ja mittlerweile sogar die Städte dunkel sind und der brave Bürger auf den Föhn zum Haaretrocknen verzichtet, während in der Garage die Kilowatt in die Akkus der E-Autos fließen? Grenzt es nicht an galoppierenden Irrsinn, einerseits zum Stromsparen aufzurufen und gleichzeitig E-Autos zu propagieren und zu subventionieren?

E-Autos müssen ihren (Öko-)Status verlieren

Vergleicht man nochmals den Tag- und Nachtverbrauch relativ zum Strommix, wird der Anteil der E-Autos am Stromverbrauch zu einer anderen Dimension. Selbst wenn man auch nachts den Anteil an Strom für E-Autos nur mit einem Prozent annimmt, beträgt dieser für Gasstrom allein immerhin zehn Prozent. Wie ist das zu rechnen? Gasstrom hat einen Anteil von 10 Prozent, um auf die einhundert Prozent zu kommen. Diese zehn Prozent werden aber nur angefordert, wenn nichts anderes zur Verfügung steht. Reduziert man die Gesamtmenge um ein Prozent, wirkt sich das nur auf den Gasstromanteil aus. Das heißt, man bräuchte zehn Prozent weniger Gasstrom. Tags und nachts. Weil aber, wie dargestellt, der Anteil am Stromverbrauch für E-Autos nachts höher ist, könnte genau dieser Anteil an Gasstrom nachts um vielleicht 20 oder mehr Prozent reduziert werden, wenn nachts keine E-Autos am Netz hingen. Oder sogar auf null, wenn ein kräftiger Wind bläst.

Der zur Zeit extrem hohe Preis für Gasstrom bestimmt den Strompreis. Das heißt: Ohne E-Autos könnte der Strompreis für alle erheblich günstiger sein. So oder so: Jedes E-Auto fährt immer mit einem hohen Anteil an Braunkohlestrom – und in den Mangelzeiten mit Russen-Gas. Und zwar dann sogar nur mit Russen-Gas – eben weil dieser Gasstrom ja faktisch nur für die E-Autos produziert werden muss. So würde ich mir wünschen, dass endlich jemand Auto-Aufkleber herstellt und verkauft, die den Lack nicht beschädigen, mit der Aufschrift: „Ich fahre mit Braunkohle“ oder „Ich fahre mit Russen-Gas“. Die könnte man dann auf E-Autos kleben, um ihre „umweltbewussten“ Besitzer von ihrem hohen Ross zu holen; gerade die Obergrünen, die sich die teuren E-Automodelle überhaupt leisten können und so ökologisch-politisch korrekt mit ihrem Reichtum angeben können. Das wäre schnell vorbei, wenn man sich bezüglich E-Autos und ihrer fatalen Ökobilanz endlich ehrlich machen würde. Ich denke da übrigens auch an die armen Bauern in Südamerika, denen durch den Raubbau für Lithium die Lebensgrundlage genommen wird. Der grüne Wahnsinn muss ein Ende haben!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Anderweltonline.

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10 Kommentare

  1. Das leuchtet mir nicht ein. Die paar eAutos machen das Kraut auch nicht fett. Auf dem Parkplatz des Supermarktes, wo ich einkaufe, stehen ein paar Ladesäulen, die äußerst selten benutzt werden. Die Tankstelle, zu der wir fahren, hat überhaupt keine Ladesäule. Auf der Straße sieht man so gut wie keine eAutos. Was die Zukunft bringt, wissen wir noch nicht wirklich. Der Wind kann sich auch wieder ganz schnell drehen und aus einer anderen Richtung wehen. Der Strom-/Gaspreis wäre auch ganz ohne eAutos so hoch, da wir ja, so überheblich wie wir sind, auf russisches Gas verzichten, was billig war, nun aber böse ist. Der galoppierende Gas-/Strompreis ist rein ideologisch geprägt. Diese eAuto-Kampagne kann sowieso nicht in alle Ewigkeiten laufen. Kein Platz für Ladesäulen – auf EIKE hat man das mal ausgerechnet, wieviel Platz wir für Ladesäulen bräuchten (hab ich nicht zur Hand), und Strom haben wir sowieso nicht für eine Masse von eAutos. Übrigens, wir bezahlen mit unserem Strom auch das Wasserstoffexperiment und Offshoreanlagen u.a., wie wir aus den Änderungen der Geschäftsbedingungen unserer Stadtwerke bemerkten. Man kann viel Schlechtes über eAutos sagen, aber die treiben den Preis nicht, zumindest jetzt noch nicht. Preistreiber sind einzig die Sanktionen. Vor den Sanktionen fuhren ja im Prinzip die gleiche Menge an eAutos durch unsere Städte und der Gas-/Strompreis explodierte nicht wie jetzt. Da man aber überhaupt kein Gas mehr aus Russland beziehen will, wird der Preis der Energie auch nicht mehr nach unten gehen. Aber das spielt dann nicht mehr die ganz große Rolle, da wir auf Fahrräder/Lastenfahrräder umsteigen und Autos nur für die oberen Zehntausend sein sollen und wir sowieso dann Drittweltland ohne Industrie sein werden. Wärmehallen werden wahrscheinlich dann Standard sein. Übrigens, die Obergrünen hat man ja vielfach mit konventionellen Autos erwischt und die sind dann nur die letzten Meter mit Elektro gefahren.

  2. Strom-Report gibt Nettostromerzeugung auf Basis Frauenhofer Institut für jahr 2020 an. Relevanter erscheint aber die tatsächlich in Deutschland erzeugte Bruttoleistung. Für 2021 bei Gaskraftwerken einen Wert von sogar 15,4% (brutto).

    Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (138 TWh) + Privat (132 TWh) verbrauchen davon übrigens zusammen mit 270 TWh nur weniger als die Hälfte der gesamte Strommenge.

    Der Anteil „Erneuerbare“ kommt in 2021 insgesamt nur auf 40,6% (Brutto). Windflaute…

    https://www.bdew.de/service/anwendungshilfen/die-energieversorgung-2021/

  3. Danke für diesen Beitrag. Mir ist bisher auch nicht bewusst gewesen, welchen Einfluss die E-Autos auf die Merit-Order haben.

    Aber die Lumpenpolitiker der Systemparteien sind ja intellektuell gar nicht in der Lage, solche Zusammenhänge zu begreifen. Ich halte die Politiker der Systemparteien für ein strohdummes ungebildetes Gesindel, die nur ihre Ideologie kennen und ihre eigene Tasche.

  4. Vor kurzem hat man sich wegen 650.000 verkauften Heizlüftern ins Hemd gemacht, weil die die Stromversorgung gefährden könnten.
    Aber man will den gesamten KFZ-Bestand auf eAutos umstellen, von denen JEDES den 100fachen Strombedarf hat. Genau mein Humor!
    Mathematik ist heutzutage (und bei den Grünen sowieso) Glückssache.

  5. Und die Leistung der Windflügler ist bei weitem weniger, als die Statistik glauben machen möchte. Insgesammt bringt nur die Fotovoltaik wirklich was, da sie am saubersten ist. Windräder sind nicht Öko! Und das E-Auto leider auch nicht. Fragen Sie mal die Mienenarbeiter in Afrika oder Südamerika?

    Wenn man alles zusammenrechnet ist das E-Auto wohl die schlechteste Alternative zum Benziner.

    Wenn alle Deutschen ein E-Auto fahren wollen, dann bin ich mal gespannt, woher der Strom kommen soll. Oder aber nur noch Strom für die, die ihn bezahlen können. Die anderen fahren dann wieder Analog, bzw. mit Muskelkraft. Macht auch Sinn, wenn man sich von BlackOut zu BlackOut hangelt.

    „Wir müssen und auf schwere Zeiten einstellen“! Na denn, immer schön in der rosaroten Blase leben und an den Osterhasen glauben. Macht ja Sinn, wenn Logik, Verstand und Vernunft ausgeschaltet werden.

    • Man muss 3000€ in eine Solaranlage investieren damit man den Strom für ein EAuto dauerhaft erzeugen kann. Was für ein Wahnsinn!

  6. fehlurteil und volksschaden….. bedeutet:
    alle klima-politiker werden wegen volksverhetzung weggesperrt…!
    jetzt die politische sauerei und volksverarsche:

    Für Kernkraftwerke in Deutschland will die Bundesregierung nicht einmal neue Brennstäbe bestellen. Aber ausgerechnet Uniper, bald deutscher Staatskonzern, baut in Schweden einen neuen Atommeiler!

    Mitte Oktober entschied Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) den Weiterbetrieb dreier AKWs bis April 2023. Danach soll definitiv Schluss sein – zumindest hierzulande.

  7. Mehr Verbrauch stellen in meinen Augen die ganzen Wärmepumpen dar. Davon gibt es mehr als E-Autos, durchs EEG gefordert und durch Förderung von mindestens 35% bei der Anschaffung attraktiv gemacht.

  8. Die neugeborenen Kinder sind schuld an den teuren Strompreisen. Gäbe es weniger Kinder bräuchten wir auch weniger Strom. Die Alten nutzen den sauberen Strom, die Jugendlichen, die nur auf der Strße rumlungern, den dreckligen Strom! So einfach ist das.

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