Donnerstag, 18. April 2024
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Hexenjagd wie bei Trump: Riesige Unterstützungswelle für Bolsonaro in Brasilien

Hexenjagd wie bei Trump: Riesige Unterstützungswelle für Bolsonaro in Brasilien

Enorme Woge der Unterstützung in Sao Paolo für Bolsonaro (Foto:Imago)

Der ehemalige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro verfügt in seinem Land – anders als es westliche Medien suggerieren – weiterhin über einen riesigen Rückhalt in der Bevölkerung. Dies zeigte die gestrige Massenkundgebung in São Paulo mit Hunderttausenden Teilnehmern deutlich. Die Menschen demonstrierten dabei gegen die strafrechtliche Verfolgung des brasilianischen Ex-Staatschefs. Dieser wurde für acht Jahre von allen politischen Ämtern ausgeschlossen, zudem wird gegen ihn ermittelt, weil er seine Anhänger am 8. Januar 2023 zur Stürmung des Regierungsviertels aufgerufen haben soll.

Die offensichtliche Parallelität zu den Vorgängen um Donald Trump in den USA reicht noch weiter: Bolsonaro, der selbst an der gestrigen Demonstration teilnahm, hatte sich geweigert, den Wahlsieg seines linken Gegenspielers Inácio Lula da Silva anzuerkennen und Vorwürfe des Wahlbetruges erhoben. Und tatsächlich soll an Bolsonaro, der sogar seinen Pass abgeben musste, eine ähnliche Hexenjagd exekutiert werden wie an Trump in den USA. Dennoch gilt er nach wie vor als Oppositionsführer und bestreitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Vor seinen Anhängern erklärte er, eine innenpolitische Versöhnung und gesellschaftliche Befriedung anzustreben, „um die Vergangenheit auszulöschen.“ Man müsse, so Bolsonaro, „einen Weg finden, um in Frieden zu leben“. Der Lula-Regierung warf er vor, ihn politisch zu verfolgen. Zudem forderte er eine Amnestie für seine Anhänger, die wegen des Angriffs auf das Regierungsviertel Anfang 2023 zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Zeichen gegen Israelfeindschaft der Linken

Bolsonaro tat noch mehr, um seine linken Gegner zu Weißglut zu treiben: Um sich demonstrativ von seinem Nachfolger abzugrenzen, erschien er mit der Nationalflagge Israels. Lula hatte das israelische Vorgehen im Gazastreifen eine Woche zuvor mit der auch unter Europas Linken verbreiteten Geschichtsvergessenheit und unterschwelligen Judenfeindlichkeit mit dem Holocaust verglichen. „Für das, was im Gaza-Streifen mit dem palästinensischen Volk geschieht, gibt es keine historische Parallele. Beziehungsweise, es gibt sie: als Hitler beschloss, die Juden zu töten“, sagte er beim Treffen afrikanischer Staatschefs in Addis Abeba. Lulas linker Präsidentenkollege aus Kolumbien, Gustavo Petro, sicherte diesem in seinem Anti-Israel-Kurs seine „volle Solidarität“ zu. „In Gaza kommt es zu einem Völkermord und Tausende Kinder, Frauen und ältere Zivilisten werden feige ermordet. Lula hat nur die Wahrheit gesagt, und die Wahrheit wird verteidigt, sonst wird uns die Barbarei vernichten“, so Petro auf Twitter. Die ganze Region müsse sich zusammentun, um „die Gewalt in Palästina unverzüglich zu beenden“, forderte er. Der diktatorisch regierende Präsident von Venezuela, Nicolás Maduro, verstieg sich gar zu der Aussage: „Wie Präsident Lula da Silva schon gesagt hat, tut die israelische Regierung mit den Palästinensern dasselbe, was Hitler mit den Juden getan hat: sie vernichten.“ Auch der bolivianische Staatschef Luci Arche unterstützte Lula. Der Grund für die traditionell antiisraelische Haltung linker südamerikanischer Regimes liegt in der unverbrüchlichen Unterstützung Israels durch die USA begründet; letztere gelten unter Lateinamerikas Intellektuellen seit jeher als Inbegriff allen Bösen, weshalb sie auch ihre Verbündeten verachten.

So zeigt sich auch in Südamerika dasselbe wie im Rest des globalen Westens: Fast überall sind es die geschmähten “Rechtsextremen” und rechten Kräfte, die als einzige hinter Israel stehen und die den Schutz jüdischen Lebens und das Existenzrecht Israels nicht nur als hohle Worthülse propagieren – während die Linke den palästinensischen Terror der Hamas unterstützt oder zumindest nach Kräften relativiert. In den USA und Europa lässt sich dieselbe unerträgliche Verharmlosung und Instrumentalisierung des Holocaust beobachten. In ihrem Judenhass steht die internationale Linke offenbar nach wie vor geschlossen zusammen.

2 Antworten

  1. Brasilien braucht einen Dom Helder Gamara!
    Dazu gut ausgebildete Leute, die ihr Bestes für das Land geben.
    Lula tut sicher sein Möglichstes.

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  2. Wer es nicht mitbekommen hat.In manchen Gebieten wo Ureinwohner leben soll Bolsonaro NULL Stimmen bekommen haben,daraufhin gingen die Ureinwohner auch auf die Strasse.Unter anderem wurde ein Stammeshäuptling festgenommen…