Insider räumt ein: „Twitter kennt keine Meinungsfreiheit“

Den Vogel abgeschossen? (Symbolbild:Twitter)

Dass Elon Musks Begründung, er kaufe Twitter, um dort die Meinungsfreiheit wiederherzustellen, kein Vorwand, sondern durchaus begründet ist, zeigte nun ein entlarvendes Undercover-Video des angeblichen Twitter-Senior-Engineers Siru Murugesan: Der indischstämmige Manager behauptet darin, Twitter glaube selbst nicht an die Redefreiheit. Musk sei durch und durch Kapitalist, aber „wir (bei Twitter) haben nicht wirklich als Kapitalisten gehandelt, eher als sehr sozialistisch.“ Die Twitter-Belegschaft würde die bevorstehende Übernahme durch Musk „hassen.“

Dies deckt sich mit der gerade in den USA und Deutschland anzustellenden Beobachtung, dass Twitter eine deutliche Affinität für die die Mehrheit seiner Nutzer bestimmende Blasenbildung unter den Usern entwickelt. Einige seiner Kollegen, so Murugesan, seien „super links, links, links-links.“ Auch er selbst sei von dieser Unternehmenskultur nach und nach angesteckt worden. Viele Mitarbeiter hätten sich gegen die Übernahme aufgelehnt, letztlich habe aber der Vorstand das Sagen, der auch nicht riskieren wolle, verklagt zu werden. Einige würden nun um ihre Jobs fürchten, andere mit Kündigung drohen, falls Musk wirklich das Ruder übernehme. Die Grundsätze seien so verschieden, dass er nicht sicher sei, „ob zwei Parteien wirklich auf einer Plattform koexistieren können.“

Allerdings Zweifel an Identität

Murugesan räumte auch offen ein, dass Twitter die Rechte, nicht aber die Linke zensiere. Auf die Nachricht von Musks Übernahme würden Konservative massenhaft auf die Plattform zurückströmen. Diese seien insgesamt eher bereit, Beleidigungen zu tolerieren, während Linke einfach die Seite verlassen würden, sofern sie nicht in ihrem Sinne zensiert werde.

Twitter hat sich bislang noch nicht zu dem Video geäußert; allerdings existieren im Netz inzwischen auch einige Zweifel an der Identität Murugesans. Abgesehen davon, dass seine Aussagen teilweise ebenso klischeehaft wie von der politischen Gegenseite vorformuliert wirken, taucht er auch bei Twitter nirgends auf – obwohl er angeblich Senior Engineer sein soll; auch sonst gibt es anscheinend weder ein Twitter-Konto noch sonst einen Identitätsnachweis von ihm im Netz. Fakt jedenfalls ist, dass er den Nagel auf den Kopf trifft.

6 Kommentare

  1. Wenn das alles, was man so liest, in der Tendenz stimmt, dann entwickelt Twitter keine Affinität für eine sich bildende Linksblase sondern Twitter ist die Linksblase. Mir kommt bei Twitter der Gedanke in den Sinn, dass Twitter wie ein Haus (z.B. Rigaer Str. 94 in Berlin) von Linken besetzt wurde. Und so verrottet wie dieses Haus sind auch die Gepflogenheiten bei Twitter. Linksversifft eben.

    • Das trifft nicht nur auf Twitter zu, sondern auch auf Facebook, Youtube u.a. Mit diesen zusammen bildet Twitter die Linksblase, denn die sind alle „linksversifft“.

  2. Wunderbar. Die Linken können an ihrer „Hauptsache Haltung“ von mir aus ersticken.

    • Das gegenwärtige Twitter braucht kein Mensch.

      Aber ein Twitter, auf dem Meinungen, die vom Mainstream abweichen, eine breite Reichweite finden, brauchen wir sehr wohl. Wie sonst könnte es möglich sein, Menschen wachzurütteln, die sich momentan noch im Untertanen-Modus befinden?

  3. „Die Grundsätze seien so verschieden, dass er nicht sicher sei, „ob zwei Parteien wirklich auf einer Plattform koexistieren können.“

    Ob er nun existiert oder nicht, dieser Satz des Herrn Murugesan verweist auf eine sehr seltsame Auffassung von Demokratie, denn genau das IST das Merkmal einer funktionierenden Demokratie, dass nämlich zwei oder mehr Parteien mit gegensätzlichen Auffassungen koexistieren können und müssen – ob in der Politik oder auf einer Plattform.

    Da die Linken dies im Zuge ihrer seit vielen Jahren erschlichenen Meinungshoheit inzwischen nach Kräften weitgehend verunmöglicht und sich an diesen Zustand gewöhnt haben, halte ich es sogar für durchaus denkbar, dass dieser Herr Murugesan bei Twitter tatsächlich existiert (wenn auch dieser Name wohl nicht sein eigener ist), denn seine o.a. Demokratie-Auffassung passt zu seiner Bemerkung, auch er sei von dieser links-links-links-links-Unternehmens“kultur“ angesteckt worden. Wenn das so war/ist, kann seine sonderbare Vorstellung von Demokratie nicht verwundern.

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