Donnerstag, 20. Juni 2024
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Neulich, beim Einkaufen…

Neulich, beim Einkaufen…

Fremd im eigenen Land (Symbolbild:Imago)

Es ist Viertel nach sieben und ich habe schon zu lange am Schreibtisch gesessen. Also mache ich mich auf zum Einkauf – beim Lidl. Ich schwinge mich auf mein mit Muskelkraft angetriebenes Fahrrad und überquere die Brücke zum Nachbarort. Die Straßen sind fast menschenleer, die Atmosphäre drückend. Ich passiere den Friseur mit arabischer Schrift, der nur für Privattermine und nach dem Betätigen der Klingel öffnet, und sodann den polnischen Laden mit allerlei getrockneten Wurstwaren. Weiter geht’s, vorbei am IT-Laden mit dem schleimigen Iraner, der meinen PC nach zwei Tagen fertig repariert haben wollte, jedoch sehr drohend wurde, als ich mir nach einer Woche nachzufragen erlaubte, wann die Reparatur denn endlich fertig sei.

Danach biege ich beim schönen Altbau ab, den ein Deutscher an den höchstbietenden Türken verkauft hat und in dem es jetzt türkischen Kaffee gibt. Diesen typischen Fall von Ausverkauf der eigenen Heimat aus niederen Beweggründen, sprich: Gier, hat mein alteingesessener Bekannter dem Verkäufer nie verziehen und redet seitdem kein Wort mehr mit ihm. Für mich ist das ebenfalls Grund genug, nie wieder einen Fuß in das Café zu setzen.

Verfall und Tristesse

Ich fahre weiter, vorbei am versifften Pizzaservice und den beiden deutschen Familienmetzgereien, die nach Jahrzehnten erfolgreicher Aufbauarbeit keinen Nachfolger finden konnten. Die verdunkelten Schaufenster strahlen seit drei Jahren Verfall und Tristesse aus. Dafür brummen der türkische Dönerladen und das daran angeschlossene Café umso mehr. Tja, so weit kann man kommen, wenn man zusammenhält und das Geld zusammenlegt – statt dem anderen nicht einmal die billigste Wurst auf dem Brot zu gönnen oder ihn als kadavergehorsamer Biedermann wegen des falschen Maskensitzes zu denunzieren.

Sodann radle ich an mehreren Kopftuchfrauen in Begleitung kraftstrotzender, breitbeinig marschierender Männer und etlichen Afrikanern vorbei. Sie füllen wie selbstverständlich die volle Breite des Gehwegs aus. Ihr Habitus ist stolz und gerade, ihre unausgesprochene Botschaft ist eindeutig: “Leg Dich nicht mit uns an!”. Vorm Lidl sehe ich zum ersten Mal seit Beginn meiner Fahrt zwei junge Frauen, die sich akzentfrei auf deutsch unterhalten. Ich stelle mein Rad ab und trete durch die Glastüren in den Verkaufsraum ein.

Es ist stets das gleiche Publikum: Selbstbewußte Türkinnen, Afrikanerinnen und Araberinnen sowie abgearbeitete, osteuropäische Arbeiter. Die wenigen Deutschen, meist Rentner der unteren Schichten, sind an ihrer ärmlichen Kleidung, der gebückten Haltung, den Masken und einer gewissen Ungepflegtheit leicht zu erkennen – als hätten sie sich aufgegeben. Tatsächlich wirken manche so, als würden sie sich am liebsten unsichtbar machen – und das im eigenen Land.

Supermarkt mutet verwahrlost an

Ich tigere durch die Gänge und mache eine Bestandsaufnahme. Die Regale mit günstigen Waren sind komplett leer: Sonnenblumenöl, Essig, Brot, Konserven, das preiswerteste Toilettenpapier und sogar Fleisch sind nicht mehr zu haben. Der gesamte Supermarkt mutet verwahrlost an. Es scheint, als käme das Personal nicht mehr damit hinterher, die Regale ordentlich zu bestücken und die Waren wieder in Reih und Glied zu stellen.

An der Kasse sichte ich dann wieder ein paar Deutsche: Stark übergewichtige Mütter mit stark übergewichtigen Kindern, den Einkaufswagen voller ungesunder Waren. Auch sie erwecken, wie die Rentner, den Eindruck von Armut. Wie kann das bloß sein, wo wir doch tagtäglich hören, wie unermesslich reich unser Land ist und wie gut es uns geht? Wir sind doch so reich, dass wir die ganze Welt unter dem überbordenden Füllhorn unserer Schätze begraben könnten! Oder etwa nicht?

Vor mir in der Reihe steht ein stummer Rentner mit abgenutzter Schnabelmaske. Fast hätte ich ihn übersehen, so schmächtig und fast durchsichtig wirkt er. Ich lege meine Waren aufs Band, während ein afrikanisches Muskelpaket hinter mir ständig mit einer Dose “Monster Energy” vor meinem Gesicht herumfuchtelt. Endlich begreife ich anhand seiner Gesten, was er von mir will: Ich soll ihn wegen der einen Dose vorlassen. Ich schüttele verneinend den Kopf und ignoriere ihn. “Einmal”, so denke ich für mich, “kann er sich auch hinter mir anstellen, wo er doch in so vielen Dingen, als Person of Color und Kulturbereicherer, in diesem Staat bevorzugt behandelt wird!

Ein einzelner Lichtblick

Während ich seinen wütenden, ungeduldigen Blick im Rücken spüre, zahle ich bei der ausnehmend freundlichen Verkäuferin und wir wünschen uns gegenseitig einen wunderschönen Abend. Ein netter Mensch! Wer hätte gedacht, dass es inmitten dieser Tristesse noch einen solchen Lichtblick gibt?

Draußen wuchte ich unter den Augen eines osteuropäischen Handwerkers meine neun Literflaschen Mineralwasser mit einer Hand in meinen Fahrradkorb. Ich kann förmlich seine Gedanken lesen: “Warum macht das kein Mann für sie?” Er kann nicht wissen, dass dies eine der zahlreichen Ertüchtigungen ist, die ich regelmäßig absolviere, um fit zu bleiben. Aber auch, um jederzeit so weit “wehrfähig” zu sein, dass ich einem unserer Neubürger schlimmstenfalls eins überziehen kann, wenn er mich bedrängen sollte, um dann noch gerade ausreichend Zeit zum Fliehen zu haben. All das kann der Osteuropäer natürlich nicht wissen, während er mich weiterhin mustert und mit den Augen förmlich auszieht.

Ich ignoriere ihn und schiebe mein Fahrrad über den Parkplatz. Dabei fällt mein Blick auf eine dralle Ukrainerin, die mit ihrem Sohn – vielleicht acht Jahre alt – gemeinsam aus einer riesigen Colaflasche trinkt. “Toll”, denke ich mir, “so früh züchtet sie schon ihren Sohn als Diabetiker heran, dessen Behandlungskosten werde ich dann auch noch stemmen müssen!” Die Frau schaut mich freundlichkeitssuchend an; vielleicht geht es ihr auch um etwas anderes, Geld oder Hilfe oder sonstiges. Ich setze trotzdem meinen Granitblick auf, lasse ihre versuchte Kontaktaufnahme wie Schleim an mir abgleiten und fahre mit unbewegtem Gesicht und steifem Rücken an ihr vorbei.

Wer ist hier Herr im Hause…

Um die Ecke herum sitzt der ungeduldige Afrikaner von der Kasse entspannt auf einer Bank, trinkt sein Zuckergetränk und durchbohrt mich mit haßerfüllten Blicken, während ich an ihm vorüberfahre. Auch ihn ignoriere ich – denn was bleibt mir anderes übrig in einem Land, in dem ich zur Indianerin geworden bin und alle anderen Indianer sich anscheinend in ihre Häuser oder Autos verkrochen haben. Die “Besatzer” indessen zeigen auf den Straßen und Plätzen immer unverblümter, wer nun der vermeintliche Herr im Hause ist.

Kurz gerate ich ins Schlingern und falle fast vor Lachen vom Rad, weil ich mir die hanebüchene und absolut lächerliche Situation vorstelle, dass mich ein Deutscher oder gar die Polizei vor einem Übergriff des Afrikaners schützen würde! Eine solche Tat käme schließlich schon einem Bekenntnis zur AfD gleich und wäre für die Beamten wohl um ein Vielfaches karriereschädlicher, als meine aufgeschlitzte Kehle in den Polizeibericht aufzunehmen. Ich wäre dann ja nur tot… aber der brave CDU-Rentner bekäme eventuell seine Rente nicht mehr oder der erwerbstätige Lehrer, Beamte, Arzt usw. verlöre sein Beamtenverhältnis, wenn er sich hinter seinen Rosenstöcken hervortrauen würde!

Nein, das geht gar nicht. Lieber den Schwanz einziehen und sich schnell auf den Fernsehsessel verdrücken, oder am PC garstige Kommentare schreiben und vergangenen Zeiten nachtrauern. Ist ja auch wichtig ….oder?

Wo sind eigentlich die Deutschen?

Schließlich fange ich mich wieder, schüttele den Kopf ob meiner irrwitzigen Vorstellung von “mutigen, deutschen Männern” und setze meinen Nachhauseweg fort. Zwei geschniegelte, junge Afrikaner mit teuren, drahtlosen Airpods flanieren entspannt auf dem Bürgersteig. Sie wissen, dass niemand ihnen zu nahe treten darf. Eine herausgeputzte Afrikanerin in Begleitung ihrer beiden Kinder und eine verhüllte Türkin samt Muskelmann schlendern durch die Straße. Weit und breit ist auch hier kein Deutscher mehr in Sicht.

Mein ärmelloses, rosa T-Shirt flattert im Wind. Die Ausländer schauen mir hinterher. Vor mir an der Ampel wartet ein alter, deutscher Hippie mit Halbglatze und langem Zottelhaar, das er mit einer Haarspange zu einem Zopf zusammengefasst hat. Seine Socken sind ausgeleiert und stecken in ausgetretenen Sandalen. Obwohl er zwei Meter von mir entfernt ist, rieche ich seinen ungepflegten Körper. Mir wird schlecht – von seinem Geruch und auch seiner zur Schau gestellten Weigerung, anstatt zu einem erwachsenen Mann zu einem dürren, ekligen, ewiggestrigen Peter Pan mit Rattenzopf geworden zu sein; ein Typus, der schon vor 50 Jahren aus der Mode war.

Wieder frage ich mich, wo bloß all die Deutschen abgeblieben sind. Doch, halt, ich weiß die Antwort: Inzwischen ist es 20 Uhr. Sie sitzen zu Hause im Sessel und holen sich aus der schwarzen Hypnosescheibe den Tagesbefehl ab. Damit sie wissen, wie sie sich am nächsten Tag zu verhalten haben. Wie der Wind weht. Was man sagen darf. Wen man zu meiden hat. Ob man die Maske noch trägt. Und wen man gerade hassen darf – Putin oder schon Xi?

Manchmal beneide ich die Kopftuchfrauen

Ja, es gibt Tage, da beneide ich die Kopftuchfrauen. Im Ernstfall haben sie einen Beschützer, der sie verteidigen wird. Wir wiederum haben Duttmänner, vegane Latteschlürfer, linksradikale Althippies – und ein Bürgertum, das sich einpisst, wenn es nur “Gefahr von rechts” hört.

Ich bin zu Hause angekommen und schließe die Haupttüre auf. Bei uns im Haus wohnt ein Pakistani, der bei einem Dax-Unternehmen arbeitet. Seine Vermieter – ein altes Professorenpaar, das mitten in der Stadt im Ökorevoluzzerviertel mit alten Villen lebt – hat ihm die Wohnung überlassen, weil er “so nett ist”. Dass er trinkt, an deutschen Feiertagen wie Weihnachten die ganze Nacht laute Partys schmeißt und jeden, der sich darüber beschwert, mit dem Tode bedroht, finden sie nicht so schlimm. Der Stress eben; “das Homeoffice machte ihm halt zu schaffen!

Ach so. Dann ist ja alles gut. Ich trete in meine Wohnung ein, schließe meine neue, einbruchsichere Tür hinter mir gut ab und sage: „Gute Nacht.

 

Dieser Beitrag erscheint auch auf beischneider.net.

93 Antworten

  1. Ich ordne diesen Artikel in die Kategorie “verzichtbar” ein! Reine Zeitverschwndung, ihn zu lesen! Hier wird Klischee nach Klischee abgespult, teilweise in diffamierender Art und Weise. Solchen Mist sollt man nicht veröffentlichen!

    1. wenn man die Wahrheit weder sehen noch hören will, dann reagiert man wohl wie Sie. Trotzdem ist die Schilderung realistisch – genauso spielt es sich hier vor unser aller Augen ab.

      1. Er ist nicht blind sondern hat Angst, die Wahrheit zu akzeptieren – wie die meisten Umerzogenen

        Gruß rolf

    2. Das geht mir im Hinblick auf die von mir gelesenen Artikel der Autorin genauso. Allerdings scheint sie in einer Gegend zu wohnen, aus der ich aus den von ihr genannten Gründen schon lange weggezogen wäre.

      Im Hinblick auf die wegen ihres männlichen Schutzes beneideten Türkinnen kann ich nur lachen, denn dieser wirkt sich ausschließlich gegen diese Frauen aus. Denn ob sie wollen oder nicht, sie werden auf Schritt und Tritt auch gegen ihren Willen “geschützt” (gegen wen bloß?), vor allem aber kontrolliert.

      Sich in der Öffentlichkeit aufrecht und bei Gelegenheit rücksichtlos zu geben, ist die einzige Möglichkeit dieser moslemischen Frauen, scheinbaren Stolz und Überlegenheit gegenüber den “sittenlosen” westlichen Frauen zu demonstrieren. Wie es innen aussieht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

      Ich mag mit dieser ganzen aggressiven und verlogenen Mischpoke nichts zu tun haben, wobei es sicher Ausnahmen gibt. Aber es ist mir zu aufwendig, nach ihnen zu suchen.

        1. @Rolf
          Wenn der Autorin all das ebenfalls klar ist, dann frage ich mich, wozu all ihre einander ähnelnden Artikel dienen sollen, die lediglich ihren eigenen Streß an den gesellschaftlichen Realitäten widergeben, den jeder ihrer Leser in seinem eigenen Umfeld ähnlich erleben kann.
          Ich lese politische Blogs, um neue Fakten oder Gesichtspunkte zu erfahren.
          Wenn ich mich mit jemandem über gemeinsame Streßerfahrungen austauschen will, reichen mir Personen meiner nächsten Umgebung.
          Artikel wie die der Frau Schneider betrachte ich als Zeitveschwendung.

          1. Ich danke allen Forstisten ganz herzliche für ihre Kommentare. Zu Klarstellung: Das Geschilderte habe ich selbst erlebt. Der Wohnort hat sich erst in den letzten paar Jahren in einer sehr reichen Stadt rapide verschlechtert. Stellenweise variiert der Zustand von einer Straße zur anderen, ähnlich wie dei “Blocks” in den USA. Die eine Straße ist schön und gepflegt, kaum überquert man sie, ist man im Slum. Die reichen Ökofaschisten haben (noch) keinen Zaun um ihre Viertel mit überteuerten Villen gezogen – wäre (noch) zu auffällig.

            @Interessierter Leser: Niemand zwingt Sie, Ihre Zeit mit dem Lesen meiner Artikel zu verschwenden. Klicken Sie einfach weiter 🙂

            Warum schreibe ich immer wieder solche Artikel? Es ist eine Massnahme der Gegenpropaganda. “Propganda” kommt von “propagare”, sich fortsetzen, wiederhohlen, propagieren. Entsprechend müssen wir gegensteuern, Klarheit bringen, die Realität schildern und den Propagandanebel durchdringen.

          2. Danke, Maria. Du bist ein helles Licht in der Finsternis der woken Gesellschaft. Bleib wie Du bist und lege den Finger in die Wunden.

          3. Wissen Sie, einfach kein Speicherraum mehr verschwenden und das Forum wechseln. Dahin, wo geschwurbelt wird, sich gedreht und gewendet wird mit ein paar Piouretten um die eigene Achse bevor einem die Wahrheit vor die Füße fällt.

            Gruß Rolf

      1. “Wegziehen” ist aber irgendwann keine Option mehr! Und, UNS nimmt niemand woanders auf und pampert uns! Wir haben KEINEN Rückzugsort! Verdammt, werdet wach und und lebt der Artikel 20! Ein Freiheitskämpfer ist solange ein gefährlicher Terrorist, bis er siegt! NACH ´45 gab es auch plötzlich keine Nazi´s mehr. Verfolgte waren ab dann Helden oder Stolpersteine, je, nachdem.

    3. Dass die Autorin so wenig junge Deutsche sieht, kann auch daran liegen, dass immer mehr leistungsbereite und geistig fähige Menschen, die nicht an haltungsbedinter Realitätsverleugnung leiden, das Land der Beknackten und Verblödeten verlassen.

    4. Weil? Sonst wird man Zielscheibe von Denunzianten? Man gehört zur AfD? Reichsbürger, Corona-Leugner? Solche Artikel sollte man in FETTSCHRIFT auf der ersten Seite bringen! Damit die dekadent-degenerierte Kaste der hypermoralischen Grün ETC Wähler in ihren, noch sicheren, Enklaven das auch ja nicht vergisst: Wie sie unser Land verraten und verschenkt haben!

      1. “… Damit die dekadent-degenerierte Kaste der hypermoralischen Grün ETC Wähler in ihren, noch sicheren, Enklaven das auch ja nicht vergisst: Wie sie unser Land verraten und verschenkt haben!”
        Ja denken Sie denn, das wüssten die nicht? Das es ist doch, was sie wollten! Deutschland ist (oder muss man schon sagen: “war”?) doch nur ein Stolperstein auf dem Weg zur Ökoglobaldik… äh, -kultur. Die würden beim Lesen dieses Artikels womöglich nicht mal merken, dass er kritisch gement ist. So, genau so, sieht die Gesellschaft aus, die besagte Kaste sich wünscht.
        (Vorschlag für ein weiteres Experiment: Lesen Sie den Artikel mal einem Grünen, einer Grünin oder was auch immer Grünem vor, in sachlichem Ton, ohne ironisierende Betonungen, und beobachten Sie, ob Sie dabei auch nur den mindesten Protest hervorrufen!)