Pakistan-Flut und Klimawandel: Unwissenschaftliche Versimpelungen

Zerstörungen nach der Jahrhundertflut in Pakistan (Foto:Imago)

Es muss schön sein, wenn man einfach unbelegt jeden Stuss behaupten darf, ohne je kritisch hinterfragt zu werden… so wie „Fridays for Future”. In einem Tweet vergangenen Monat (siehe unten) suggerierte der „zivile Arm” der Klimaschutzbewegung wieder einmal, dass eine Naturkatastrophe unserer Zeit in eindeutigem Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel stand. Konkret geht es um das Flutunglück in Pakistan vor ein paar Monaten. Auch Luisa Neubauer instrumentalisiert dieses Desaster seither gerne. Bei der „Zeit” war man sich nicht einmal zu schade, mit der Überschrift „Flutkatastrophe in Pakistan: Und daheim nicht einmal ein Tempolimit” aufzuwarten, um vermeintliche Betroffenheit und konkrete politische Forderungen direkt zu verbinden.

(Screenshot:Twitter)

Es passt in unsere von Hybris geprägte Zeit, dass Qualitätsjournalisten in diesem Land suggerieren (und wohl auch selbst glauben), sie müssten nur etwas langsamer Auto fahren, und schon würden damit auf der anderen Seite des Globus messbare „Klimaschutz”-Effekt erzielt werden. Um zu schauen, was „die Wissenschaft” zu dem Thema sagt, habe ich mir mal die Attributionsstudie zur Flut in Pakistan durchgelesen. In Attributionsstudien soll der vermeintliche Einfluss des Menschen auf Wettereignisse untersucht werden. Diese sind aufgrund ihrer Unsicherheit und fehlenden Falsifizierbarkeit mit äußerster Vorsicht zu genießen. Umso überraschter war ich, dass diese Studie dahingehend tatsächlich ziemlich offen und ehrlich war. Ich fasse nachfolgend die wichtigen Punkte zusammen.

  1. Die zerstörerischen Auswirkungen der Flut in Pakistan wurden durch die Nähe von Siedlungen, Infrastruktur und Agrarflächen zu Flussauen verstärkt. Die Infrastruktur sei zudem unzureichend, die Kapazitäten zur Risikoreduktion begrenzt gewesen. Dazu kommen ein veraltetes Fluss-Management-System und generelle Anfälligkeiten aufgrund von hoher Armut. Das alles hat erstmal nichts mit dem Klima oder CO2 zu tun.
  2. Ein solches Schadensereignis kommt im derzeitigen Klima nur einmal in 100 Jahren vor. Allerdings ist diese Zahl mit großer Unsicherheit behaftet, weil die Regenfälle in der Region stark von Jahr zu Jahr variieren und – dies ist besonders wichtig! – stark mit dem ENSO-Cycle korrelieren. Dabei handelt es sich um eines von vielen natürlichen (!) Klimaphänomen, das – grob erklärt – während verschiedener Phasen unter anderem zyklische Temperaturschwankungen im pazifischen Ozean verursacht (und in öffentlichen Diskussionen zum Klimawandel natürlich geflissentlich ignoriert wird).

  3. Verglichen mit dem Klima von 1880 (also vor der Erderwärmung um seither rund 1,2 Grad) sei der maximale Niederschlag innerhalb von fünf Tagen heutzutage um etwa 75 Prozent stärker geworden, über einen Zeitraum von 60 Tagen immerhin noch 50 Prozent. Ha! Hat es „Fridays for Future” doch gewusst! Oder vielleicht nicht? Eher nein: Die Autoren selbst betonen, dass diese Schätzungen riesige Unsicherheiten („large uncertainties”) enthalten. Ausserdem könnten die beobachteten Veränderungen durch eine ganze Reihe unterschiedlicher Treiber verursacht worden sein. Dazu könnte, als einer von mehreren, auch der Klimawandel gehören. Schreiben die Autoren.

  4. Um den genauen menschlichen Einfluss zu bestimmen, haben sich die Autoren Klima-Modelle mit beziehungsweise ohne durch den Menschen „verursachte“ Treibhausgas-Emissionen angeschaut. Hierzu schreiben sie, dass viele selbst der modernsten Modelle Probleme haben, den Niederschlag zu simulieren. Die wenigen Modelle, die ihren Kriterien und Tests genügten, zeigten in der Regel eine deutlich geringere Veränderung der Wahrscheinlichkeit und Intensität von extremen Regenfällen, als es die Beobachtungen erwarten ließen. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass andere Prozesse, die nicht durch die Auswertungen erfasst werden, eine wichtige Rolle spielen. Dadurch sei es nicht möglich („infeasible”), den Anteil des Menschen zu bestimmen.

Zusammenfassend heißt dies: Diese Wissenschaftler halten es für nicht möglich, dem menschengemachten Klimawandel einen gesicherten Einfluss an der Flutkatastrophe zuzuschreiben. Das hält Figuren wie Luisa Neubauer aber nicht davon ab, es einfach trotzdem zu behaupten. Aktivisten, Medien und Politik legen sich – in dieser Reihenfolge – ohne wissenschaftliche Grundlage – auf CO2 (genauer: auf den vom Menschen verursachten geringen Anteil in der Erdatmosphäre) als den Schuldigen fest und übersehen dabei, dass es eine ganze Reihe komplexer Faktoren (siehe oben) gibt, darunter einige, durch die sich die Schäden solcher unvermeidlicher Katastrophen verringern lassen würden, ohne gleich ins Energie-Mittelalter zurückfallen zu müssen. Es werden zudem wieder einmal die Grenzen und der extrem eingeschränkte Aussagegehalt der Modellsimulationen aufgezeigt, auf denen die gesamte Klima-Panikmache beruht. Wir können nicht simulieren, was wir nicht einmal vollständig verstehen.

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9 Kommentare

  1. @UNWISSENSCHAFTLICHE VERSIMPELUNGEN

    es geht ja nicht um wissenschaftliche Erklärung, sondern um politische Nützlichkeit !
    Der Fachbegriff zur Verwertung der Nutzmenschen heißt : nudging !
    Da zählen keine Fakten !

  2. https://reitschuster.de/post/bis-zu-10-000-euro-mietzuschuss-fuer-staatsdiener/

    „Bis zu 10.000 Euro Mietzuschuss für Staatsdiener
    Üppige Nachzahlungen auf Kosten der Steuerzahler“

    Quelle: reitschuster.de vom 26.11.2022

    Es ist nicht mehr auszuhalten, was der Selbstbedienungsladen in der Politik
    mit seinem Verbündeten des BVG uns Steuerzahlern zumutet, während die Normalos nur Almosenerhöhungen erhalten.
    Natürlich profitieren u.a. auch Richter von dieser Steuergeldabzockerei!

  3. In allen Kulturen – ob bei Naturvölkern oder in sog. höheren Kulturen, ja selbst im Tierreich, werden bei wegweisenden Entscheidungen die Alten, die Weisen, die „Medizinmänner“, das Alphatier gefragt! D.h. sie bestimmen (zumindest mit-). Selbst in unserer „Demokratie“ (inzwischen zur Bananenrepublik mutiert) gibt, bzw. gab es einen Ältestenrat der mal gefragt wurde! Eine Gesellschaft, die von pubertierenden Jugendlichen – teilw. mit offensichtlichem geistigen Handicap – regiert wird, ist dem Untergang geweiht. Das ist ein Naturgesetz!
    Ein 80-Mio-Volk lässt sich von ein paar Schnöseln am Nasenring zum Abgrund führen. Gibt’s wirkich keine Pädagogen mehr, die diesen Aufmüpfigen mal eine scheuert?

  4. Unwissenschaftliche Versimpelungen – dafür steht doch die gesamte linksgrüne faschistische Ampel-Administration mit dem höhnisch grinsenden und Menschen verachtenden Gnom Scholz, aus der Lumpen-Partei SPD, an der Spitze.

    Da kann man nicht nur das Thema Klima hernehmen, sonder auch Corona mit seinen nicht nebenwirkungsfreien und nicht vor Fremd- und Eigenansteckung schützenden mRNA-Impfstoffen, oder die Einwanderung von Analphabeten, um den sog. Fachkräftemangel zu beheben, oder dem Energiemangel mit einem Doppel-Wumms zu begegnen, oder Russlands Wirtschaft zu ruinieren usw. usf.

    Alles purer Schwachsinn.

  5. Wissenschaft, exakte und seriöse Wissenschaft wohlgemerkt, läuft politischen Interessen zuwider und „schwächt“ die „Autorität“ des Staates. Deshalb ist die Wissenschaft politisiert, wird instrumentalisiert und orakelt lieber, anstatt zu forschen und zu testen. Das hatten wir alles schon einmal, da war die Konstellation Kirche gegen Wissenschaft, wobei der Einfluss der Kirche damals schon größer war, als heute. Heute pfuscht der Islam in der Politik herum. Wie sich die Zeiten doch gleichen, oder wie sich der Kreis schließt, kann man sehen, wie man mag.

  6. Dass sich das Klima ändert, dürfte erwiesen sein – was für die monokausalen CO2-Erklärungen keineswegs zutrifft! Das wird allenfalls nur so nebenbei erwähnt (hier auch mal Ozeanzyklen):

    https://www.deutschlandfunk.de/gruende-flutkatastrophe-pakistan-100.html

    „Viermal so viel Regen wie sonst üblich, ganze Provinzen im Süden unter Wasser: Pakistan leidet unter extremen Monsun-Niederschlägen. Neben dem Klimawandel forcieren auch natürliche Ozeanzyklen die Katastrophe. Die Lage kann sich noch zuspitzen und das besorgt auch Forschenden in dem Land.“

    Vor allem ärgert mich bei jeder Überflutungskatastrophen-Meldung, dass nicht auf das Thema Versiegelung hingewiesen wird.
    Dieser Aspekt mag in Monsun-Gebieten keine nennenswerte Rolle spielen, aber in vielen Fällen in unseren Breiten eben doch eine entscheidende …! Da es in den Alpen wohl weniger Schnee geben wird, werden wohl umgekehrt auch die jährlichen Hochwasser (Köln) ausfallen …

    Viel von der Energie, die in die Bekämpfung des vermeintlich schuldigen CO2 gesteckt wird, einschließlich aller Konferenzen, Begründungsversuchen aller Art etc., könnte man sich schenken, wenn man sich stattdessen mit dieser Tatsache abfinden und einstellen würde und die verplemperte Bekämpfungsenergie für die industriefeindlichen „Klimarettungsmaßnahmen“ in angemessene Schutzprojekte (Entsiegelungen; Dämme; Auffangbecken; Auenrückbildungen etc. stecken würde.

  7. Gegenfrage:
    Wo ward Ihr doofen FFFler und die Generation der Allerletzten und ihre Boomer Untertuetzer, als das Ahrtal abgesoffen ist?
    Zum Helfen, Anpacken und aufraeumen , hat man da keinen von Euch gesehen, da waren ja noch einige der Eroberer besser und haben mit aufgeraeumt.
    War wohl zu schwer sich mal von seinem Haendy zu trenntrennen und auf nassem augeweichten Boden ankleben geht wohl nicht.

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