Peinlich gekuscht am Hindukusch: Afghanistan – da war doch was?

Gotteskrieger im Kampf gegen Frauen und Freizügigkeiten

Unterricht im Untergrund: Verbotene Mädchenschule in Afghanistan (Foto:Imago)

Gegen wen hat der Westen denn nun seinen peinlichen Amateurkrieg in Afghanistan verloren? Nun, der Feind, der einst weichen mußte und jetzt siegreich wiederkehrte, ist im Grunde genommen natürlich von derselben Identität wie neu: Fanatisch und barbarisch. Die Taliban haben seit dem außenpolitisch fatalen Rückzug des Westens aus dem Land am Hindukusch (der von den USA schon unter Ex-Präsident Donald Trump eingeleitet wurde) zwar ein wenig das Unschuldslamm gespielt, um an West- und Fördergelder zu kommen – aber dennoch keine Zweifel an ihrer diktatorisch-brachialen Oberhoheit aufkommen lassen. Die geläuterten, sich aus wirtschaftlicher Notwendigkeit dialogbereit gebenden und angeblich modernisierungsfähigen Koranschüler, die reformfähig seien: sie blieben ein Mythos. In Wahrheit sind sie so steinzeitlich wie eh und je (der linksgrünen Flüchtlingslobby soll es nur recht sein – wie sonst wollten sie die Evakuierung der „Ortskräfte“ – also am liebsten der dortigen Gesamtbevölkerung – Richtung Deutschland und Europa rechtfertigen?).

Aber wie sieht es in Afghanistan seit der Machtübernahme vor einem halben Jahr aus? Die neuen Talib-Mediengesetze sorgen bei den wenigen regelmäßig arbeitenden Zeitungen und Sendern nun abermals für obrigkeitsstaatlichen fundamentalistischen Einheitsbrei, der von den teuflischen Koran-Extremauslegern zur Manipulation einer zu fast zwei Drittel analphabetischen Bevölkerung erwartet wird. Ständig neue radikal-islamische Restriktionen des öffentlichen Lebens bringen dem Land wieder jene endlose Nacht, die es vorm Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten schon einmal erlebt hat. Es herrscht wieder mittelalterliche Dunkelheit: Frauen dürfen nur noch im Hidschab im Auto mitfahren; Fensterscheiben von Wohnungen oder Häusern werden wieder übermalt, wenn dahinter Frauen wohnen (denn Männer müssen überall vorm Anblick der Frau „beschützt“ werden!), wie auch Frauenrechtlerinnen generell beklagen, dass Mädchen und Frauen in diesem neuerwachten Klima der Angst kaum noch wagen, alleine – ohne männliche Begleiter oder „Aufpasser“ – das Haus oder die Wohnung zu verlassen. Und: Es werden wieder sechs- bis neunjährige Mädchen zwangsverheiratet, es gibt wieder Auspeitschungen und Hinrichtungen. Alles zurück auf Anfang also.

Alles auf Anfang

Dramatisch auch, was etwa Amnesty International zu berichten weiß: „Seit dem 15. August werden beinahe täglich Angriffe auf Menschenrechtsverteidiger_innen gemeldet. Die Taliban gehen auf der Suche nach ihnen von Tür zu Tür, wodurch sich viele verstecken müssen … Die Gefahr für Menschenrechtsverteidiger_innen in Afghanistan ist real. Sie werden von allen Seiten angegriffen, da sie als Gegner_innen der Taliban gesehen werden. Ihre Büros und Wohnungen werden durchsucht, ihre Kolleg_innen werden zusammengeschlagen. Sie sind gezwungen, sich ständig zu verstecken und leben in der permanenten Gefahr von Festnahmen, Folter oder Schlimmerem. Die Menschen, die das Land verlassen konnten, sitzen nun in Militärlagern oder in Nachbarländern fest. Sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen und wie ihr Leben, das über Nacht zerstört wurde, wiederaufgebaut werden kann“, sagt Delphine Reculeau, Leiterin des Human Rights Defenders Programme der OMCT.” (Gendergrammatik laut Original).

An den Universitäten, sofern wieder geöffnet, soll es zukünftig eine Trennung der Geschlechter geben. Insider sehen darin lediglich eine Vorstufe der taktischen Art bis zum endgültigen Studien- und Bildungsverbot für Frauen. Schon als die Taliban vorm „Krieg gegen Terror“ regierten – vor ihrer Entmachtung im November 2001, bevor die grandios gescheiterte „Demokratisierung“ des Landes ihren Lauf nahm und schließlich in die halbherzige US-geführte ISAF-Mission mündete –  hatten im Taliban-Herrschaftsbereich Gesetze und Verbote gegolten, die ausnahmslos alle nichtreligiösen freizeitlichen, kulturellen, künstlerischen oder musikalischen Veranstaltungen als lasterhaftes Vergnügen untersagten. Ganz oben stand natürlich die verhasste westliche Popkultur, die durch ein generelles Musikverbot bekämpft wurde; aber auch Verbot von Berufsausbildung oder Hochschulbesuch für Mädchen und andere Scheußlichkeiten waren an der Tagesordnung. Homosexuelle Frauen und Männer können sich erneut nur verstecken und tarnen, so gut es geht, ihnen winkt andernfalls die Todesstrafe. Vergewaltigte Frauen gelten als Ehebrecherinnen, ihnen droht die Steinigung, und „Gotteslästerer“ werden öffentlich massakriert.

Renaissance des Grauens

All dies erlebt derzeit eine grauenhafte Renaissance – weitgehend unbeachtet und geradezu desinteressiert von jenen Staaten hingenommen, die noch bis vor kurzem das Blut ihrer Soldaten opferten, um diese Zustände nie mehr wiederkehren zu lassen. Der Westen konnte und musste wissen, wem er mit seinem bizarren Rückzug den Weg zur Rückkehr an die Macht freimachte und was zu erwarten war. Zu keiner Zeit haben sich die Taliban von ihrer bestialischen Brutalität, von ihren Methoden distanziert, die Foltern, Verstümmeln, Erdrosseln, Aufhängen und anderweitiges Dahinschlachten „unislamischer“, andersdenkender oder feindseliger Elemente, angeblicher „Dieben” oder ethnischer Minderheiten einschließt. Es war immer klar: Kommen sie an die Macht in Kabul zurück (was Heiko Maas noch im letzten Frühsommer kategorisch ausschloss), hält all dies wieder Einzug.

Auch wenn inzwischen ein Mantel des Schweigens über das totale außen- und verteidigungspolitische Versagen des Westens, der EU und insbesondere Deutschlands gebreitet wird und rücksichtsvoll keiner mehr an das angerichtete Desaster erinnert  (so wie ja auch niemand den Hauptverantwortlichen, Angela Merkel und Heiko Maas, Ungemach bereiten wollte), bleibt dennoch zu konstatieren: Der Westen hat am Ende peinlichst gekuscht am Hindukusch – vor primitiven Verbrechern mit ihrer vorsintflutlichen Auslegung einer im Kern totalitären Weltanschauung, die sogar den Rang einer Weltreligion innehat. Erst haben wir sie bekämpft und dafür Menschenleben und Milliarden Euro geopfert – und jetzt leisten wir ihnen Aufbauhilfe und ermöglichen ihnen zugleich noch den massenhaften Export von islamistischen Schläfern in unsere Heimat, die als „Flüchtende“ auf Treu und Glauben willkommen geheißen werden. Die Taliban, deren selbst  „gemäßigte“ Vertreter sich angesichts des Comebacks der Grausamkeiten in Afghanistan kaum ablehnend äußern, kommen aus dem Lachen vermutlich gar nicht mehr heraus und können ihr Glück kaum fassen über die heimsphärenübergreifende Vertrottelung des dekadenten Westens.

Profiteure des Appeasements

Sie profitieren von demselben Appeasement und dröhnenden Schweigen, von dem auch Erdogan, die Mullahs im Iran, die Hamas in Gaza oder die Hisbollah im Libanon profitieren. So lesen wir die Berichte aus dem neuen (bzw. alten) Afghanistan und vergegenwärtigen uns ohnmächtig, wofür die Bundeswehr 16 Jahre lang gekämpft und 59 deutsche Soldaten sinnlos geopfert hat: „Ende letzten Monats töteten die Taliban vier Männer und hängten ihre Leichen auf öffentlichen Plätzen in der nordwestafghanischen Stadt Herat auf. Eine leblose Leiche baumelte von einem Kran über einer Menge von Pendlern, die sie fassungslos betrachteten und die Bedeutung des Augenblicks – die Rückkehr in die Vergangenheit – begriffen. Der neu ernannte Bürgermeister der Gruppe erklärte die Getöteten zu Entführern und brüstete sich damit, dass die Zurschaustellung der Toten eine wirksame Abschreckung darstelle. Er warnte: Andere Kriminelle würden das gleiche Schicksal erleiden. Dem schnellen Urteil der Taliban ging kein ordnungsgemäßes Verfahren voraus. Es gab kein Gerichtsverfahren, keine Geschworenen und niemanden, der die Behauptungen der Taliban überprüft hätte.

An dieser Stelle müssten doch eigentlich die linken Pseudopazifisten von SPD, Linkspartei, Grüninnen bis in die politisch kastrierten Kreise der vermerkelten Union hinein mit ihrer doppelbödigen Anti-Gewalt-Heuchelei leise in sich gehen, um dann laut aus sich herauszukommen und zumindest öffentliche Reue zu bekunden!? War es nicht gerade auch ihre ideologische oder opportunistische Borniertheit, die Soldaten in einen verzagten Kampf schickte, der nur mit angezogener Handbremse geführt wurde, bei dem jeder einzelne Soldat aus den linken Salons in der Heimat von der Ferne aus mit Argusaugen beobachtet und unter Generalverdacht gestellt wurde, sobald er es nur einmal wagte, sich mit der Waffe erfolgreich zu verteidigen, und der wegen jedem von der westlichen Allianz getöteten angeblichen „Zivilisten“ an den Pranger der Hypermoralisten des nächsten Runden Tischs gestellt wurde?

Grünen dürfte manches gefallen

Dass die Ampel-Basis und die grünlinke Avantgarde hierzulande so auffallend ruhig bleiben, liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie vieles insgeheim für gar nicht so schlecht befinden: Fernsehen wird zensiert, um die islamkonform strikt getrennten Geschlechterrollen kontrollieren zu können. Internet, sofern infrastrukturell überhaupt vorhanden, wird kontrolliert und zensiert. Es gibt auch kein Telegram. Und im Verbieten stehen die grünen Volkserzieher den Taliban sowieso nicht sehr weit nach.

Unterschiede zum besten Deutschland aller Zeiten, das bald zum Islam gehört, gibt es noch im Lifestyle: Am Hindukusch werden Schaufensterpuppen geköpft, da diese für die fusselbärtigen Koran-Neandertaler „unislamisch” seien. Und des Westens „normalste Nebensache der Welt“, der Alkohol, wird gleich im Fluß versenkt: „In Afghanistan gilt ein strenges Alkoholverbot. Anders als die Vorgängerregierung setzen die Taliban dieses mit harten Maßnahmen durch. Auf Twitter veröffentlicht der Geheimdienst der radikalislamischen Gruppe ein Video, das diese klare Botschaft untermauert. Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes haben rund 3.000 Liter Alkohol in einem Kanal in Kabul entsorgt”, berichtet „n-tv„, und fährt fort: „Die Fässer mit dem geschmuggelten Alkohol seien im Zuge einer Razzia in der Hauptstadt beschlagnahmt worden, teilte die Sicherheitsbehörde der Taliban auf Twitter mit. Drei Männer wurden in diesem Zusammenhang festgenommen.

Wo bleibt da eigentlich der Aufschrei der weinseligen Grüninnen? Ach ja –  die haben ja gerade in Deutschland alle Hände voll zu tun mit der Legalisierung von Haschisch und Marihuana. Bekiffte Bundestagsabgeordnete und Minister*innen können sich leider nicht um alles kümmern; außerdem gelten die Talibs ja ebenfalls als Kiffer, sind also irgendwie Brüder im Geiste. Und sollten dereinst Heroin und Opiate legalisiert werden, eignen sie sich als die idealen Handelspartner – auch unter den Taliban bleibt Afghanistan der weltweit größte Produzent von Schlafmohn.

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4 Kommentare

  1. Das ist doch überhaupt nicht so, wie in diesem islamfeindlichen Beitrag beschrieben!

    Mit der Übernahme der Macht durch die Taliban ist endlich wieder der rechte Islam ins Land gekommen. Und nur der Islam ist die Religion des Friedens.

  2. Dank den verschissenen Grünen die diese Art der Folter unterstützen. Dieses Grünenpack gehört genau da dort hin denn da können sie ihre große Fresse in Sachen Frauenrecht und Demokratie aufreißen befördern sie am Hochkran hängen oder unter eine dreckigen Machete hinknien müssen. All das wünsche ich diesen verschissenen Dreckspack von grünen und die das auch unterstützen.

  3. „Afghanistan ist ein Herkunftsland mit guter Bleibeperspektive… Wer aus Afghanistan geflohen ist, wird erst einmal nicht dorthin zurückkehren können… Wir müssen Woche für Woche Menschen aus Afghanistan evakuieren…“ – Nancy Faeser (SPD) am 06.01.2022

    Natürlich, was könnte schon eine bessere Bleibeperspektive abgeben, als sein Land aufzugeben und gewalttätigen Radikalen zu überlassen – und sich dann ein Leben lang von einer Bevölkerung aushalten zu lassen, die sich sowieso der von skrupellosen Politikern geschaffenen Realität einer Einwanderungsgesellschaft stellen muss.

    „Viel zu lange hat sich Deutschland der Realität einer Einwanderungsgesellschaft nicht gestellt.“ – Christian Lindner (FDP) am 06.01.2022

  4. „Ach ja – die haben ja gerade in Deutschland alle Hände voll zu tun mit der Legalisierung von Haschisch und Marihuana.“

    Relegalisierung.
    Es hätte niemals verboten werden dürfen.

    Oder Alkohol und Nikotin hätten auch verboten werden müssen. Schließlich sterben durch den Konsum dieser Drogen in Deutschland jährlich 250.00 Menschen
    An unserem Kraut NULL weltweit.

    Nicht die Drogen sind das Problem, sondern deren Bekämpfung.

    Hierin stimme ich mit den Grünen voll überein. Das ist aber auch der einzige Punkt.

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