Montag, 17. Juni 2024
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Photovoltaik verdrängt Landwirtschaft

Photovoltaik verdrängt Landwirtschaft

Fanal des Klimawahns: Zu Solarparks umgewandeltes Ackerland (Foto:Imago)

In Kürze soll auch die Stromerzeugung aus Sonnenenergie als „im nationalen Interesse liegend“ privilegiert werden. Dann kann großflächig Ackerland mit Photovoltaik-Platten bedeckt werden. Die Stromversorgung wird so nicht verbessert, aber die Landwirtschaft wird hart getroffen. Auf den ersten Blick erscheint es wirtschaftlich, Solarstrom statt Mais von den Feldern für unsere Energieversorgung zu “ernten”. Pro Hektar, also auf einer Fläche von etwa 1,5 Fußballfeldern, können nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft 700.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom oder 23.000 kWh Biogasstrom im Jahr geerntet werden. Mit den garantierten Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) liegen die Hektarerträge deutlich über dem Weizenanbau. Hier werden für 6 Tonnen Weizen 1.800 Euro pro Hektar erzielt.

Die wesentlich höheren Einnahmen mit dem subventionierten Solarstrom führen zu einem Run auf Freiflächen. Bisher durfte Solarstrom nur auf ungenutzten Flächen, wie ehemalige Müllhalden, Brachland oder Randstreifen an Verkehrswegen gewonnen werden. Mit der praktischen Freigabe von landwirtschaftlich genutzten Flächen kann dann auch Ackerland mit Solarplatten bedeckt werden. Die hohen Vergütungen des Solarstroms erlauben dafür hohe Pachtzahlungen, die weit über den Pachten für landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen.

Betriebe mit Pachtland müssen aufgeben

Diese Entwicklung wird viele landwirtschaftliche Betriebe zur Aufgabe zwingen. Denn sie bewirtschaften zu zwei Dritteln Pachtland, für das sie 300 bis 500 Euro pro Hektar im Jahr zahlen. Für Solarstromflächen werden dagegen heute 500 bis 1500 Euro pro Hektar geboten. Viele Betriebe verkraften diese hohen Pachten nicht und müssen aufgeben. Es droht nicht nur eine Verspiegelung der Landschaft, sondern auch eine kritische Drosselung der Produktion von Nahrungsmittel. Deutschland ist zurzeit noch auf vielen Gebieten Agra-Exportland. Die Energiewende im Namen der Weltklimarettung wird uns bald zum Agra-Importland machen, wie es bei der Stromversorgung schon geschehen ist. Die Vernichtung der Landwirtschaft folgt der Deindustrialisierung.

Von einem Hektar kann man, wie schon gesagt, 700.000 kWh Solarstrom oder 23.000 kWh Biogasstrom im Jahr “ernten”. Schon Biogasstrom mit einer EEG-Vergütung von 20 Cent je kWh führt zu einem Erlös von 4.600 Euro pro Hektar. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was mit landwirtschaftlichem Produkten erzielt wird. Doch viel üppiger ist der Erlös für Solarstrom mit 56.000 Euro pro Hektar (Stand Ende September wurden Solarinstallationen mit 8,3 Cent je kWh genehmigt). Das gilt auch nach Abzug der Finanzierungskosten für die Solaranlage. Profiteure haben das längst erkannt. Im Internet wächst die Suche nach landwirtschaftlichen Flächen für Solarstrom. Es werden hohe Pachtzahlungen geboten, die für eine wirtschaftliche Nahrungsproduktion nicht tragbar sind.

Ackerland reicht nicht für Biogasstrom

Eine Ausweitung des Biogasstroms ist nicht sinnvoll. Die Erzeugung ist zu teuer und es steht nicht genug Fläche zur Verfügung. Biogasstrom deckt 8 Prozent des Strombedarfs, der mit 10,4 Prozent der Ackerfläche erzeugt wird. Solarstrom ist vom Wetter abhängig. Er schwankt bezogen auf seine installierte Leistung im Sommer zwischen 0 Prozent nachts und 60 Prozent zur Mittagszeit; im Winter ist der Ertrag noch wesentlich geringer. Gibt es zu wenig Solarstrom, müssen andere Quellen die Versorgung übernehmen. Überschuss muss dagegen kostenpflichtig entsorgt werden (negative Börsenpreise!), um das Netz nicht zu überlasten – denn ausreichende Stromspeicher gibt es nicht und wird es vermutlich auf lange Zeit auch nicht geben. In diesem Jahr hatten wir bereits 190 Stunden mit negativen Strompreisen und Entsorgungskosten im dreistelligen Millionenbereich. Die Entsorgung des teuer vergüteten Solarstroms macht ihn noch teurer; preiswerter wäre die Abschaltung der Anlagen und die Leistung der Ersatzzahlungen.

Doch das sind bei weiten nicht alle Kosten, die der schwankende Solar- und auch Windstrom nach der Netzeinspeisung verursacht. Zum Regeln des Stromnetzes auf den Bedarf sind Kraftwerke erforderlich, die unter wechselnden Lasten mehr Brennstoff verbrauchen. Wir kennen das von unseren Autos: Bei konstanter Geschwindigkeit ist der Treibstoffverbrauch am geringsten. Im Grenzfall (Dunkelflaute: nächtliche Windstille) müssen die Kraftwerke die gesamte Stromversorgung übernehmen. Das heißt, wir können auf die Kohle- und Gaskraftwerke nicht verzichten.

Teurer Solarstrom

Weitere Kosten sind der Netzausbau mit langen Trassen, die erdverlegt siebenmal teurer sind als Freileitungen, und Umspannwerke mit zusätzlichen Gleich- und Wechselrichtern. Hinzu kommen Ausfallvergütungen, wenn Solar- oder Windstromanlagen wegen Netzüberlastung abgeschaltet werden, Vergütungen für das Abschalten von Industrieanlagen bei Strommangel und weitere Zahlungen zur Stützung der Fakepower  aus Wind- und Solarstrom.

Einschließlich der Leitungsverluste ist diese Fakepower, wenn sie beim Verbraucher ankommt, viermal (!) teurer als Kraftwerkstrom. Und sie spart kaum fossile Brennstoffe ein: Denn für die Herstellung und Montage der Solar- und Windstromanlagen, sowie auch die Regelkraftwerke wird viel Kohle, Erdöl und Erdgas gebraucht – Energieträger, mit denen wir preiswert und sicher über viele Jahre den gesamten Strom bedarfsgerecht decken könnten. Die Installation von nicht plan- und regelbaren Fakepower-Anlagen zusätzlich zu den vorhandenen Kraftwerken ist hingegen kostentreibend, bedroht die Nahrungsproduktion, vertreibt die Industrie und zerstört die Umwelt – und all das ironischerweise ohne das Ziel einer Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe je zu erreichen.

11 Antworten

  1. Erst wenn der letzte Acker zugebaut, der letzte Wald für Windenergie gerodet und der letzte Wildbach in ein
    Wasserkraftwerk verwandelt ist, haben wir genug “erneuerbare Energie”.
    Ob wir dann in dieser Welt noch leben wollen ist eine andere Frage.

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  2. Und außerdem reflektiert ein mit Pflanzen bewachsenes Feld kaum aus dem Sonnenlicht erzeugte Wärme. Das Sonnenlicht wird von den Pflanzen für die Photosynthese benötigt.

    Anders bei den PV-Anlagen. Da wird viel mehr Wärme reflektiert, weil die PV-Anlage weniger Sonnenlicht absorbiert.

    Wenn ich also etwas für die Erwärmung der Umwelt tun möchte, dann muss auf Feldern, wo früher Pflanzen gewachsen sind, PV-Anlagen aufbauen.

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  3. die grünen Volldeppen werden schließlich von der Photovoltaikindustrie bestochen, so what?
    Fresst Silizium statt Getreide , deutsche Dummficke.

  4. es war ja schon ein großer fehler, dass wir ALLES abhängig gemacht haben
    von einem stromnetz, das zentral gesteuert wird.

    aber statt dass wir diese abhängigkeit zugeben und verkleinern,
    tun wir alles, damit wir unsere strom-abhängigkeit konservieren.
    wer braucht schon essen? hauptsache der fernseher läuft!

    wird zeit, dass dieser “fortschritt” endet, spätestens beim stromausfall.
    spätestens dann kommt die frage: wie überleben die amish people?

  5. @aber die Landwirtschaft wird hart getroffen.
    nicht nur die Landwirtschaft – auch die Naturschutzgebiete will Habeck vernichten !

    Erinnert mich irgendwie an die Berichte von England 1914/18. Damals haben sie wegen Krieg und so überall auf der Insel nach Kohlen gesucht – und die Gewerkschaften haben mit großer Begeisterung in den Wiesen der Lordschaften nach Kohlen gebuddelt – nicht wegen der Kohlen, aber um den Lords mal so richtig einen ins Kontor zu geben – die ganzen britischen Rasen wurden damals zerlöchert.
    Und so ähnlich arbeitet Grün-Rot heute – es wird alles zerschlagen, was vernichtet werden kann – der Sinn liegt in der Vernichtung Deutschlands, nicht in Klima oder Frieden oder was auch sonst !
    Schon krank, die ganze Gesellschaft.
    Da kann ich den Duke of Edinburgh, den ollen Prinz Philip, schon verstehen :
    «Sollte ich noch einmal geboren werden, so würde ich gerne als tödlicher Virus zurückkehren, um etwas zur Lösung des Problems der Überbevölkerung beitragen zu können.»
    Auch wenn ich fürchte, das er das den Biowaffenspezialisten mit ihren mRNA-Experimenten überlassen muß !
    Aber die werden da auch erfolgreich sein !

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  6. Nahrung ist ja nicht so wichtig – Hauptsache “Öko”strom !
    Oh Mann ! Jagd diese grüen Pest endlich aus dem Land !

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  7. In diesem Idiotenland braucht man sowiso bald keine Landwirtschaft mehr. Da reicht eine Wiese mit Schafen, Ziegen und Kamelen. Die Kameltreiber als Fachkräfte sind ja schon da. Der Rest kann Dreck fressen oder verreckt. Fertig.

  8. Kleine Anmerkung: durch die Agrarförderung und diverse Auflagen und Verordnungen ist es dazu gekommen das bereits jetzt Pachtpreise von bis zu 1500 Euro pro Hektar für eine landwirtschaftliche Nutzung bezahlt werden. Wirtschaftlich darstellen läßt sich das nicht.

  9. noch ein artikel zu stromausfall

    auch hier nur wieder “konservative lösungen”
    also “lass uns unsere strom-abhängigkeit konservieren”
    und “lass uns hoffen, dass 2 tage später alles wieder geht”

    dass der strom auch für immer ausfallen kann, das wäre “zu negativ”
    dann müssten wir zugeben “wir sind gefickt”

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article197510203/Blackout-und-Hitzewellen-Wie-die-Deutschen-sich-vorbereiten-sollten.html

    WELT: Was ist für Sie als Bevölkerungsschützer insgesamt die größte Sorge?

    Unger: Der Ausfall von Strom ist für uns die zentrale Herausforderung. Strom ist unser Lebenselixier. Unsere Abhängigkeit von Strom nimmt stetig zu. Das verbessert unsere Lebensqualität, macht uns aber auch verwundbarer.

    WELT: Ein bundesweiter Blackout wäre die größte Katastrophe?

    Unger: Nach 24 Stunden ohne Strom hätten wir katastrophale Verhältnisse. Das sagen nicht nur wir, sondern auch der des Deutschen Bundestags. Im weltweiten Vergleich ist unsere Stromversorgung zwar sicher. Aber die Bundesnetzagentur muss immer häufiger eingreifen, um Netzschwankungen auszugleichen. Hinzugekommen ist die Möglichkeit, über den Cyberraum in die Stromversorgung einzugreifen. In der Ukraine ist der Strom zwei Mal ausgeschaltet worden. Auf ein solches Szenario müssen wir uns einstellen und vorbereiten.

    WELT: Was ist konkret notwendig?

    Unger: Das fängt ganz banal zu Hause mit Kerzen und Streichhölzern an. Aber vor allem müssen natürlich Behörden und Unternehmen Vorsorge treffen: Gibt es genug Diesel, um die Notstromaggregate laufen zu lassen? Woher kommt der Diesel, wenn nach zwei Tagen der Strom noch nicht wieder da ist, die Aggregate aber weiterlaufen müssen und Diesel aus den Tanklagern nur mit strombetriebenen Pumpen gefördert werden kann? Das sind Ketten, die bedacht werden müssen.

    WELT: Sind zumindest die Krankenhäuser ausreichend versorgt?

    Unger: Beim letzten großflächigen Stromausfall in Berlin-Köpenick haben wir gesehen, dass die Notstromversorgung in Krankenhäusern funktioniert. Trotzdem mussten Patienten verlegt werden, weil der Strom nicht für alle ausgereicht hat. Auch landwirtschaftliche Betriebe müssen sich auf Stromausfälle einstellen. Milchviehhalter sind auf ihre Melkmaschinen angewiesen. Sie können mehrere Hundert Kühe nicht mal eben per Hand melken.

    WELT: Was konkret können die Bürger tun, um sich auf Krisenlagen vorzubereiten?

    Unger: Wichtig ist zu begreifen, dass es nicht immer nur angenehm und gemütlich sein kann. Jeder muss sich auch auf Krisen und Katastrophen einstellen und vorbereiten – das gehört zur Eigenverantwortung. Jeder muss etwas für sich, seine Familie und vielleicht auch seine Nachbarschaft tun.