Schleichender Wandel: FDP, SPD und die Migrationsfolgen

Wie ticken erfolgreich integrierte hochqualifizierte Migranten politisch? (Symbolbild:Imago)

Können die Inhaber von Dönerbuden-Ketten, pakistanische oder indische Ärzte und griechische sowie italienische Restaurantbesitzer zur Zukunft der FDP in womöglich existenzsichernder Größenordnung beitragen? Werden deutsch-syrische oder deutsch-türkische Unternehmer bald schon das politische Ruder Richtung Bürgergesellschaft in diesem Land herumreissen? Es dürfte spannend werden. Denn innerhalb der verbliebenen Reste eines halbwegs bürgerlichen Deutschlands lasten auf der kommenden Ampel-Regierung große Erwartungen und Hypotheken. Geht es so weiter wie bisher und wie man aus den bislang bekanntgewordenen Einigungspunkten der Koalitionsverhandlungen weiß, dann wird es eine „Mampel“, eine Koalition des Weiter-so á la Merkel: eine kaputte Ampel mit rotem, grünen und gelben Geblinke – ohne Sinn und Verstand.

Seit Beginn der Ampel-Sondierungen haben im Netz die Kommentare zur FDP Hochkonjunktur. Auch die politischen Beobachter der alternativen Medien und Foren blicken kritisch auf den Wahlgewinner Lindner und den Einzug der FDP in eine Regierung.
Überwiegend wird bei über die Liberalen dabei nach wie vor abfällig von einer „Umfallerpartei“ gesprochen: Man traut es der Lindner-Truppe kaum zu, den linken roten und grünen Genossen entscheidend Paroli zu bieten. Dabei wird – wie in den letzten 16 Jahren üblich – der Blick nahezu ausschließlich „nach oben“ gerichtet. Doch was folgt nun wirklich auf die Dominanz der Angela Merkel, die allzu abgehoben scheinbar nur ihr Ding machte und ihre Partei und ihre Wähler kaum ernst nahm?

Es lohnt der Blick zurück aufs Volk. Horch, was kommt von draußen rein, in den Bundestag, in die Berliner Republik? Schon lange liegt eine Veränderung in der Luft, die von keinerlei Diskursen getrübt wurde wurde – bis jetzt. Die nach vorne gerückten Jungwähler der FDP, die auf Augenhöhe mit der Grünen Jugend gezogenen Julis (Junge Liberale), verblüfften das vom ökolinken Mainstream einseitig ausgerichtete Land und seine politisch schon lange nicht mehr wirklich unabhängigen Medien ob ihrer Zahl und offenbar unerwarteten Popularität. Und es geschieht noch mehr da draußen: Die „Neue Zürcher Zeitung“ schrieb bereits im März dieses Jahres über ein Phänomen, das den meisten Journalisten bekannt sein dürfte, jedoch tunlichst verschwiegen oder kaum weiter vertieft wird, weil es schlicht nicht ins Bild passt: Die Veränderungen des politischen Wahlverhaltens von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Es gerät da nämlich wohl etwas ins Rutschen, was den linksgrünen Meinungswächtern gar nicht schmeckt.

Veränderungen im Mainstream

Die NZZ hierzu: „2015, so ist in einer kürzlich veröffentlichten Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen, bekannten sich noch 50 Prozent von ihnen zur Sozialdemokratie und gerade einmal 17 Prozent zu den Christlichdemokraten. Vier Jahre später, 2019, hatten sich die Verhältnisse in ihr Gegenteil verkehrt: Nun sprachen sich 53 Prozent der Deutschtürken für CDU und CSU aus, während gerade noch 13 Prozent der SPD anhingen. Auch wenn die Union seither insgesamt an Zustimmung verloren hat und somit anzunehmen ist, dass ihre Beliebtheit auch unter den Deutschtürken wieder etwas zurückgegangen ist, dürfte sie ihren enormen Vorsprung in dieser Bevölkerungsgruppe kaum eingebüsst haben.“ Was hier in den Reihen der SPD als politkultureller Wandel feststelbar ist, wird alsbald das Land politisch verändern. Wetten, dass….?

Die SPD gibt hierbei den Vorreiter, der ökolinke Mainstream geht seiner großen Krise entgegen, die soziokulturellen Mileus wandeln sich, genau wie die Einstellungen der Einwanderer nun Teil des gesellschaftlichen Wandels werden könnten. Die Roten geben  den Takt vor. Der schwache Minus-Wahlgewinner SPD, mit seinen etwas mehr als 20 Prozent Wählern, findet seine Basis immer weniger bei den Eltern und Kindern der Einwanderer. Und das kam so: Als in den 1960er und 1970er Jahren die berühmten „Gastarbeiter“ hereinströmten, da stürzten sich alsbald die Genossen auf sie, vor allem auf die türkische, Klientel: Hoch die internationale Solidarität der Werktätigen! Es war ein durchsichtiges Spiel. In den vielen Folgejahren blendete die SPD jedoch immer mehr aus, mit wem sie es nun überwiegend zu tun bekam: Keine westlichen Rekruten der sozialistischen Internationale, keine strammroten Werktätigen – sondern die (Deutsch-)Türken wurden von Generation zu Generation muslimisch frömmer, strenggläubiger und sind anscheinend immer weniger an Aufklärung und Humanismus, geschweige denn an Schwulen- und Frauenrechten, interessiert, je länger sie hier leben. Die Großväter sind liberaler als die Enkel.

Doch ausgerechnet diese Enkel sind, obwohl „islamischer“ als ihre hier eingewanderten Vorfahren, der Union nicht mehr abgeneigt – weil die nämlich inzwischen linker und „toleranter“ ist als die SPD der letzten Jahrzehnte. Doch die Genossen agieren auch hier wieder so blind wie im Umgang mit anderen über all die Jahre hofierten angeblichen oder tatsächlichen Minderheiten allgemein. Sie wollen alles zugleich sein: Grün und türkisch, schwul und hetero, für und gegen klassische Familien, gegen Diskriminierung aber auch etwas für Hamas und radikale Palästinenser, aber natürlich nicht judenfeindlich. Ein roter SPD-Bürgermeister in Berlin genehmigt die alljährlichen Al-Quds-Anti-Israel-Demonstration, die sich im Kern auch gegen unsere Verfassung richtet – und der SPD-Aussenminister schwört gleichzeitig, er sei „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen. Die SPD ist alles und nichts zugleich.

Alles und nichts zugleich

Kommen wir in diesem Zusammenhang nochmal zur FDP. Diese widerstand 2017 noch den Verlockungen der fiesen Merkel bei den Verhandlungen mit Union und Grün*Innen – und sprang vom Jamaika-Projekt noch rechtzeitig ab. Die Vereinannahmung am Katzentisch einer giftgrünen Merkel-Koalition war krachend gescheitert! „Besser nicht als schlecht regieren“, sagte Lindner damals – bravo, das war ein weises Handeln und zeugte von Rückgrat, nach dem Desaster der Westerwelle-Ära und dem inhaltlich totalen Offenbarungseid der Liberalen, die sich unterm Daumen der gestrengen Merkel plattdrücken ließ – was die FDP auch prompt den Kopf kostete. Das Comeback der FDP 2021 könnte insofern von außen sehr interessante Impulse erhalten: Denn was, wenn die gut Integrierten unserer Migrationsstämmigen sich mehrheitlich ihrerseits ein geordnetes, bürgerliches, westlich zivilisiertes Deutschland wünschen, in dem sie innerhalb selbstverständlich geduldeter Toleranzzonen ihren kulturellen Wurzeln zwar nachgehen können, ihre neue Heimat aber als weltlichen Rahmen, als Inbegriff von politischer Stabilität, prosperierender Wirtschaft und freier Gesellschaft zu schätzen wissen? Kurzum: Was, wenn die gut integrierten Migranten das ökolinke Chaos nicht wollen? Verrät eine linksgerückte Ampel-FDP nicht auch sie?

Es prallen nunmehr verstärkt Mlieus und Milieuschäden aufeinander. Hier lohnt der leicht polemische Ausblick. Ampel on the Rocks: Kevin Kühnert müsste dann jetzt tapfer sein, denn nun hat der kleine Studienabbrecher plötzlich gestandene Wirtschaftspolitiker mit Berufs- und Lebenserfahrung vor der Nase, die ihm, dem ewigen „Berufsanfänger“, in Sachen Argumenten und Kompetenz Lichtjahre voraus sind. Sie könnten ihm natürlich auch eben mal die Grundlagen der Ökonomie erläutern. Die Jusos können bei einer starken FDP dann ihr Flaschenpfand oder das Tafelsilber der Eltern verstaatlichen, denn die Jungen Liberalen sind auch die Jungen Normalen und werden sie sukzessive aus der Hegemonialmacht drängen. Lust auf Luxus, mehr Porsche wagen!

Es lohnt an dieser Stelle auch die Gesetze der Evolution zu memorieren. Diese sind leider knallhart und grausam –  das Schwache wird sich auf Dauer niemals durchsetzen. Noch so gut Integrierte mit arabisch-orientalischem Einwanderungsgrund werden niemals 75 Geschlechter in ihren Reihen dulden und auf grünversifften Genderklos kacken. Hier lohnt sich ein Blick auf die Social-Media-Profile und Netzkommentare junger Migranten oder auf Texte diverse Rapper mit eben besagtem Migrationshintergrund: Sie verlachen, sie verachten die Diversen, für Gendersprache über verweichlichte Männer ohne „Ehre“ und ohne jeden Mumm, über Hippies und Ökos haben sie nur Hohn und Spott übrig. Was haben sie also mit den Grünen am Hut? Wer sich auf Reibach und Handel, aber auch Bakschisch versteht, dürfte dagegen bei der FDP aufgehoben sein – denn auch der Inhaber von Dönerbuden passt dort besser hin als zu den wirtschaftsfeindlichen Kühnerts, Baerbocks und Eskens. Also, glänzende Aussichten. Oder?

3 KOMMENTARE

  1. @denn nun hat der kleine Studienabbrecher gestandene Wirtschaftspolitiker vor der Nase,
    wenn auch sonst nichts für Kühnert spricht – das ist ein Argument für ihn !

  2. Sehe ich anders. Eher früher als später werden die muslimischen Migranten ihre eigenen Parteien gründen, die durch weiterhin unkontrollierte Migration und Demographie schnell wachsen dürften. Und dann heißt es für uns freiheitsliebende, steuerzahlende Biodeutsche: Rette sich, wer kann!

  3. Sehe ich genauso wie Corinne,
    So wird es ablaufen. Die Griechen haben es erlebt, wie die tuerkische Eroberung ablief un Jahrhunderte darunter gelitten. Heute geschieht die Uebernahme durch Geburtenjhad, vielleicht auch durch Buergerkrieg, genug junge Krieger haben wir im Land.
    In den 90igern habe ich mich lange mit einem Griechen unterhalten und seine Warnung nicht vergessen.
    Er sagte so ungefaehr:“ Ihr Deutschen seit irgendwie verrueckt, die Tuerken sind nicht Eure Freunde, ihr werdet Euch noch umschauen, wenn sie in Regierungsaemter kommen. Wir haben eine fast 300 Jahre Besetzung hinteruns und immense Opfer gebracht, um diese Moerder und Fanatiker wieder los zu werden.“

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