Sie reden von Klima und meinen Sozialismus

Worum es wirklich geht (Symbolbild:Pixabay)

Dass es sich bei der „Klimadebatte” eigentlich um die Ausschlachtung erwünschter Resultate einer globalen, staatlicherseits mit hunderten Milliarden Dollar jährlich geförderten Gefälligkeitswissenschaft handelt, mit der in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgt werden: Das wird sowohl von offizieller Seite (samt all den Profiteuren und Kommensalen dieses lukrativen Krisenkultes) wie auch von den geistig gleichgeschalteten Manipulationsopfern der Mehrheitsgesellschaft und ihren Lieblingsmultiplikatoren geleugnet. Dabei müsste jedem populärwissenschaftlich auch nur halbwegs vorgebildeten Hobbyhistoriker glasklar etwas ins Auge springen: Die Maßnahmenforderungen und Rezepte, die mit der Abwendung einer diffus-abstrakten (und  praktischerweise immer erst hinterm Horizont der überschaubaren Zeitachse lauernde) Zukunftsbedrohung namens „Klimakatastrophe“ einhergehen, sind im Ergebnis identisch mit dem, was früher im Namen der Bekämpfung kapitalistischer Ungerechtigkeiten wie Armut, Ausbeutung und Massenverelendung gefordert wurde. Mehr Staat. Mehr Kontrolle. Mehr Einschränkung des Einzelnen für die Gemeinschaft. Mehr Kollektivierung. Regulierung der Märkte. Mehr Sozialismus.

Die, die bis zur Wendezeit so redeten, als es noch eine echte Systemdebatte gab, begründeten ihre Kapitalismusfeindlichkeit stets mit „sozialen Konflikten”, die als wichtigstes existenzielles Menschheitsdilemma galten. Heute sind es die „ökologische Probleme”, wobei das „Klima” nur die dritte kollektive Hysterisierungsstufe nach Waldsterben und Ozonloch darstellt. Während in den 1970er Jahren den „Folgen sozialer Ungleichheit” – Armut, Arbeitslosigkeit, Hunger – noch ein Spitzenplatz in entsprechenden Umfragen sicher war, machen sich die Auswirkungen dieses geistigen Switches, dieser Gehirnwäsche bemerkbar. Dies zeigen die Resultate in aktuellen Umfragen, was heute so als größte Menschheitsprobleme wahrgenommen wird (siehe hier).

Totalitäre Postulate

Das, was gegen das kultivierte und dauerbeschworene Desaster gefordert wird, ist im Ergebnis immer dasselbe: Reiche enteignen, umverteilen, den Staat für eine höhere Gerechtigkeit sorgen lassen. 30 Jahre nach der damals für sie schmerzlichen Einsicht und erschütternden Entzauberung ihres lebenslangen Selbstbetruges, der Sozialismus sei das bessere Modell, kommen die westlichen Linken – oder ihre Nachfahren – nun wieder aus ihren Löchern gekrochen, um dieselben totalitären Postulate in Politik und Medien auf die Tagesordnung zu setzen, die damals – wie sich jetzt zeigt, zu voreilig – für alle Zeiten auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet schienen. Statt rot schimmern sie nun grün.

Ein erst dieser Tage in den Netzen viral gegangener Kurzausschnitt der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ vom vergangenen Donnerstag zeigt eine diesbezüglich geradezu idealtypische, entlarvende Einlassung der „taz”-Journalistin Ulrike Herrmann, in der sie quasi stellvertretend für ihre journalistisch-aktivistische Berufsgruppe und für ganze Milieus dieses Landes zum Ausdruck brachte, worum es bei der penetranten Dauerwurst der „grünen Energie“ und vor allem beim „Klimaschutz“ wirklich geht (wobei hier weniger die Tatsache irritiert, dass eine linksradikale Sponti-Autorin eben so tickt, sondern dass sie damit kaum Widerspruch, sondern sogar Zustimmung ihrer Mitdiskutanten erntet – einschließlich des Moderators, der anscheinend nichts dabei findet, derartigen formal und inhaltlich verfassungsfeindlichen Parolen eine Bühne zu bieten).

Hermann begann ihr Plädoyer für einen Systemwechsel, das so auf jedem Linken-Parteitag gehalten worden sein könnte, mit der absurd verkürzten Behauptung „der Kapitalismus, in dem wir leben”, brauche „ständig Energie, um auf volle Kanne zu funktionieren.“ Wenn, was Herrmann sich wünscht, „Ökoenergie knapp bleibt“, bedeute das, „in aller Härte: grünes Wachstum gibt es nicht, sondern worauf wir rauslaufen, ist grünes Schrumpfen.“ Da Kapitalismus aber nicht schrumpfen könne, weil er ohne Wachstum zusammenbreche, stünden wir vor der Aufgabe: „Wie können wir aus dem Kapitalismus aussteigen, also aus dieser permanenten Wachstumsmaschine?

Nun könnte man zwar einwenden, dass dort, wo nichtkapitalistische Systeme eine Weile funktionierten, die bis heute historisch schlimmsten Umweltsünden und extremsten ökologischen Verbrechen begangen wurden, von den UdSSR-Industrieruinen in Swerdlowsk über die vergifteten „Killing Fields“ von Bitterfeld zu DDR-Zeiten bis hin zu Tschernobyl, und dass umgekehrt überall dort, wo er noch heute nicht funktioniert (Venezuela oder Nordkorea lassen grüßen!), der Energieverbrauch weniger klimapolitischer Einsicht als schierem Mangel und kaputter Infrastruktur geschuldet ist. Das aber begreifen unbelehrbare Altlinke wie Herrmann nie und ließen es auch nicht gelten – denn für sie ist nicht der Sozialismus als Idee schlecht, sondern immer nur seine jeweilige schlechte Umsetzung. Die, die so reden, haben nicht verstanden, dass der auf Wachstum gründende Wohlstand, den sie heute verteufeln, ihnen erst ihr Leben in Frieden und Luxus ermöglicht hat, und dass es ausschließlich die vermaledeiten Märkte sein können, die jene innovativen Kräfte im Individuum zur Entfaltung bringen können, mit denen sich – wenn überhaupt – die Krisen des 21. Jahrhunderts überwinden ließen – aber nicht „der Staat“ (schon gar nicht, wenn dieser personell mit Zivilversagern, Studienabbrechern, Selbstversorgern und Phänotypen eines talentfreien Mittelmaßes bestückt ist!) und schon gar nicht eine von NGO’s und philanthropischen plutokratischen Wohltätern geführte „Weltregierung“.

Verzichtsparolen des Klimaradikalismus

Herrmann bleibt mit ihrem Statement wenigstens dem Kurs treu, den sie in ihren Publikationen und bei öffentlichen Auftritten seit Jahren verfolgt: Bereits in ihrem 2013 erstmals erschienenen (und seither mehrfach neu aufgelegten) Buch „Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen” hatte sie dafür plädiert, fortan solle jeder nur noch die Hälfte konsumieren und auch nur noch die Hälfte arbeiten – zumindest in den entwickelten Ländern. Denn: „In einer gerechten Welt müssten also die Menschen im Norden auf Wachstum verzichten, damit die Bewohner im Süden aufholen können, ohne dass die Umwelt kollabiert.” Auch hier behauptete sie bereits, dass es gar kein „nachhaltiges Wachstum” geben könne. Um die Umwelt zu schonen, müsse daher insgesamt weniger produziert werden. Herrmann vertritt – neben einigen durchaus nachvollziehbaren und berechtigten Kritikpunkten an den Zentralbanken, die sich immer mehr in den freien Wettbewerb einmischen – hierbei vor allem die uralten Thesen vom unvermeidlichen Zusammenbruch des Kapitalismus, die bereits Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest von 1848 formuliert hatten, sowie Lenins ebenfalls widerlegte These vom Monopolkapitalismus. Beide wurden famos von der Geschichte widerlegt, womit sich die Herrmanns dieses Landes zeitlebens nicht werden abfinden können. In einer Diskussion mit dem Selfmade-Millionär und Kapitalismusbefürworter Rainer Zitelmann hatte sie bereits vor vier Jahren das Ziel ausgegeben, dass niemand auf der Welt mehr ein Flugzeug oder ein Auto benutzen solle, weil sonst der Planet zugrunde gehe.

Herrmanns Ausführungen bei Markus Lanz zeugen davon, wie dreist heute im Namen des Klima-Radikalismus wieder ungutes Gedankengut aus der marxistisch-leninistischen Requisite gezerrt und in neuem Gewand als segensreiche Therapie präsentiert wird, ohne dass dem intellektuell irgendjemand die passenden Widerworte entgegenhielte. Anscheinend liegen die letzten Untergangserfahrungen mit dem „real existierenden Sozialismus” schon zu lange zurück. Die Älteren haben sie anscheinend verdrängt oder damit abgeschlossen – und die Jüngeren haben dazu sowieso keinen Bezug. Es sind die günstigsten Bedingungen, damit sich Fehler der Geschichte wiederholen.

9 Kommentare

  1. @ Mehr Staat. Mehr Kontrolle. Mehr Einschränkung des Einzelnen für die Gemeinschaft. Mehr Kollektivierung. Regulierung der Märkte. Mehr Sozialismus.

    kurz – das totalitäre Weltregime – und diese Diktatur wird mit dem Gedanken des Sozialismus wenig zu tun haben – dafür umso mehr mit einer versklavten Welt!
    Die Menschen als Humanresource für die Eliten !

    Wie war das noch: der beste Sklave ist derjenige, der seinen Status als berechtigt ansieht !
    Da paßt auch der hier gut :
    J.W. von Goethe
    „Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein.“
    Auch George Orwell ist schön :
    „Ein glücklicher Sklave träumt nicht von Freiheit sondern davon Sklavenaufseher zu werden.“
    Und wer hätte noch an Barbara Lerner Spectre gedacht mit ihrem aktuellen Statement :
    „Auch die Gender-Gehirnwäsche dient einzig dem Zweck, identitätslose Sklaven zu schaffen, die nicht einmal theoretisch in der Lage wäre, gegen die Tyrannei aufzubegehren.“

    Und alles paßt zu den deutschen Karlsgläubigen !

    • @zdago 31. Mai 2022 Beim 14:35

      „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“ – Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911

  2. Am 31. Mai 1916 fand die Skagarrakschlacht statt . Damals waren die Deutschen noch stolz auf ihr Heimatland . Heute ist angebeteter Sozialismus angesagt und wehe einer wehrt sich dagegen , der ist entweder Nazi , Impfgegner , Umweltferkel oder AFD Wähler .

  3. „SIE REDEN VON KLIMA UND MEINEN SOZIALISMUS“

    Eine viel zu harmlose Beschreibung für diese Typen
    !
    Sie meinen Faschismus in Tateinheit mit Volkszüchtigungen, Freiheitsberaubungen,
    Strafzahlungen, Volksenteignungen, u.v.a. mehr.
    Die Lakaien für das Großkapital, Pippimädels und Hosenscheißerbuben lassen sich
    vor den Gewinnmaximierungskarren der reichsten Menschen der Welt spannen.
    So ist halt die Jugend, ohne Sachkunde, ohne Hirn aber mit vielen dummen Worthülsen
    und strafbaren Taten.
    Sollte ich einmal von diesen Elementen an einer Durchfahrt gehindert werden, sprich
    Nötigung erfahren, dann wird dieses Dummvolk es spürbar merken.
    Es wird noch viel schlimmer kommen, wenn erst die Milchgören und Milchbubis mit
    16 Jahren den Bundestag wählen dürfen.
    Wer grün-rot wählt, will halt Faschismus und ist genau so abzulehnen, wie gewählte
    Volksgegner !

  4. „In einer gerechten Welt müssten also die Menschen im Norden auf Wachstum verzichten, damit die Bewohner im Süden aufholen können, ohne dass die Umwelt kollabiert.” – Ulrike Herrmann (taz) am 28.05.2022

    Im Jahre 2100 wird es 16% weniger Europäer und 320% mehr Afrikaner geben.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/184686/umfrage/weltbevoelkerung-nach-kontinenten/

    Da werden die Menschen im Norden aber auf viel Wachstum verzichten müssen, damit die Bewohner im Süden ihr Wachstum weiter so vermehren können, ohne dass die Umwelt kollabiert.

  5. Dieser ‚Artikel‘ im ‚Standard‘ verdeutlicht die Agenda der Ideologen ganz unverblümt und klar: Unter dem Begriff ‚Klimagerechtigkeit‘ verbirgt sich das Ansinnen, die ganze Welt einem allerortsgültigen, totalitären sozialistischen System zu unterwerfen – der Mensch als Individuum hat zwecks höherer Ziele ausgedient. Dies – und nichts weniger – ist der Anspruch. Das sollte allen klar sein.

    https://www.derstandard.at/story/2000129866357/viel-mehr-als-klimaschutz-was-klimagerechtigkeit-bedeutet

  6. Die falschen Propheten

    Woran kann man sie leicht erkennen,
    falsche Propheten jedenfalls?
    Nicht schwer Kriterien zu benennen,
    höre dir an ihr Worteschmalz.

    Die Sauerei erkennt man dann,
    um die zu bringen an die Frau
    oder den unbedarften Mann
    ‚rauslassen sie so manche Sau.

    Wenn sie drohen, diffamieren,
    dazu aufrechte Menschen treten
    und Gegner kriminalisieren,
    sind sicher es falsche Propheten.

    Haben den Schafspelz abgeworfen,
    offen zeigen das Wolfsgewand,
    fletschen die Zähne aller Orten,
    regt sich der kleinste Widerstand.

    Nicht nur mit Propagandakeulen
    schlagen sie jetzt auf alle ein,
    die nicht mehr mit den Wölfen heulen,
    können schon morgen Opfer sein.

    Je mehr sie panisch um sich beißen,
    haben die Wölfe nicht bedacht,
    sich selbst die Maske sie abreißen,
    mancher aus deutschem Schlaf erwacht.

    Doch muss ich um Verzeihung beten,
    Wölfe sehr kluge Tiere sind.
    Sind nicht wie die falschen Propheten
    borniert, gefährlich stur und blind.

    Mögen sie nur die Menschen plagen,
    zeigen wahres Horrorgesicht,
    wird Volk sie bald von dannen jagen,
    noch besser stellen vor Gericht.

  7. Investitionen sind scheinbar in der Grün – Roten politischen Umweltpolitik nicht begehrt, da das Ziel der
    politischen Begierde außer einer agressiven teueren Umweltpolitik die wesentliche Grundlage Armut heißt,
    um den Zwangssozialimus i.d. BRD zu verwirklichen – unter dem Motto nichts zu haben, arm zu sein – macht
    glücklich !!!

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