Samstag, 24. Februar 2024
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“Tochter Zion, freue Dich”: Beliebte deutsche Weihnachtslieder

“Tochter Zion, freue Dich”: Beliebte deutsche Weihnachtslieder

Ein Bekenntnis zu christlichen Traditionen: Gemeinsames Weihnachtssingen (hier die alljährliche Weihnachtsvesper vor der Dresdner Frauenkirche)

Nun ist ein Jahr vergangen, Weihnachten steht wieder vor der Tür… und allüberall in den Krämertempeln beginnt man damit, unsere Ohren zu stempeln. Yoko Ono, Mariah Carey, die Erben von George Michaels Rechten und viele andere “Professionelle“ freuen sich über die weiteren Luxusimmobilien, die sie sich dank Tantiemen auch der diesjährigen Weihnachtsbeschallung wieder erwerben können. Weil meine Heimatstadt Goslar für ihren Weihnachtsmarkt die sensationelle Kulisse der mittelalterlichen Altstadt mit vielen großartigen Ideen verbunden hat, avancierte dieser zu einem der schönsten Deutschlands.

Als Veranstalter des Weihnachtsmarktes hat sich die Stadtverwaltung gewiss – Achtung, Sarkasmus! – ein erkleckliches Loch in den Bauch gefreut, als ihr die GEMA netterweise eine Rechnung über 43.000 Euronen für die Lala-Ami-Weihnachtshitbeschallung zusandte. Gut so! Denn hätte man darauf verzichtet, Stücke aus der Retorte wie jenes vom seit bald 40 Jahren alljährlich besungenen ominösen “Lars Krismes“ herunterzuspielen, und stattdessen einen die zahlreichen Chöre der Umgebung mit traditionellen Liedern auftreten zu lassen, hätte man rein gar nichts bezahlen müssen. So geht Weihnachtsmarkt.

Berühmte Hymnen

Weihnachten hat etwas mit Dunkelheit – und vor allem mit einem Licht in dieser Dunkelheit als Symbol der Hoffnung – zu tun. Was können wir tun, um dem Wahnsinn unserer Zeit beherzt entgegenzutreten? Ich glaube, wir sollten uns an unsere Weihnachtstraditionen erinnern, unsere Bräuche pflegen und sie, wo angebracht, behutsam der modernen Zeit anpassen: Der Weihnachtskranz (eine Erfindung von Pastor Wichern aus Hamburg); den traditionellen protestantischen Weihnachtsbaum (den die Katholiken ebenfalls ab 1820 “für sich“ entdeckten); die Krippe, die in jeder Wohnung stand (im Erzgebirge oftmals umgeben von den Musikengeln von Wendt und Kühn); das “Wichteln“ in Freundeskreisen und Unternehmen; das Weihnachtssingen; und vieles andere mehr. In den historischen Bergbauregionen wie dem Ruhrgebiet, dem Saarland, dem Harz oder eben dem Erzgebirge werden oftmals erleuchtete Schwibbögen in die Fenster gestellt.

Apropos Weihnachtssingen: Damit wären wir auch schon beim Thema dieses Artikels angelangt, der eine Fortsetzung meines Ansage!-Artikels aus dem Vorjahr darstellt. Beginnen wir dieses Jahr mit zwei Liedern von Michael Praetorius, dem aus dem thüringischen Creutzburg stammenden Hofkantor am Braunschweigisch-Wolfenbütteler Herzogshaus. Er schrieb nicht nur den berühmtesten Satz zu “Es ist ein Ros entsprungen“, sondern noch zwei weitere Weihnachtsklassiker, denen wir uns jetzt annähern wollen. Der erste ist “In dulci jubilo”. Dieser ursprünglich lateinische Hymnus wird erstmals gesichert um 1440 Peter von Dresden als Komponist zugeschrieben.

Die uns bekannte Version auf Deutsch respektive Latein stammt aus den Federn von Johann Walter und Michael Praetorius. Auf letzteren geht die älteste bekannte frühneuzeitliche Zusammenstellung von lateinischen Weihnachtsliedern auf, den sogenannten Quempas; Praetorius begründete damit auch das Quempas-Singen, eine ganze Musikgattung. Er nahm dazu einen althergebrachten einstimmigen Kantus (ursprünglich auf Latein, jedoch auf Deutsch übersetzt) und verteilte vier Singgruppen – meistens Kinder – “strategisch” auf den Kirchenemporen, die zumeist fast das gesamte Kirchenschiff auf den Altarraum umliefen . Eine Singgruppe stand also direkt vor dem Altar, eine auf der Nordempore, eine Gruppe am Westwerk an der Orgel und eine Gruppe auf der Südempore.

Vor dem Altar stand – hinter der Singgruppe – noch ein großer Kirchenchor. Nun wurde strophenweise folgender Ablauf praktiziert: Jeder Durchgang wurde damit begonnen, dass die Singgruppe auf der Nordempore damit mit einer Zeile des vierzeiligen Liederverses anfing. Die Gruppe an der Orgel übernahm und sang die zweite Zeile, dann die Sänger auf der Südempore und die letzte Zeile sang dann die Altargruppe. An diese einleitenden praktisch quadrophonisch vorgetragenen Zeilen schloss sich sodann ein sechsstimmiger Choralsatz eines – ebenfalls auf Deutsch übersetzten – lateinischen Liedes an, den Praetorius verfasst hatte und der vom Hauptchor vor dem Altar vorgetragen wurde. An dessen Ende wiederum setzte die Orgel gemeinsam mit der Gemeinde und allen Singgruppen ein, und unisono wurde gesungen “Gottes Sohn ist Mensch gebor’n“. Der Ablauf eines solchen Quempas-Triophons in der ursprünglichen Vortragsweise ist hier zu hören:

Ein weiterer “Weihnachts-Evergreen” ist das Stück “O Heiland reiß die Himmel auf”. Als Autor des aus dem Jahr 1622 stammenden Textes gilt der Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld; zumindest weist er deutliche Parallelen zu dessen posthum veröffentlichtem Werk “Trutznachtigall“ auf, was die Urheberschaft nahelegt. Der Komponist ist unbekannt; die bis heute zu dem Text gesungene Melodie wurde ohne Namensnennung erstmalig 1666 im Rheinfelsischen Gesangbuch veröffentlicht. Die Protestanten taten sich recht schwer mit diesem Lied, so dass es erst 1950 in das Evangelische Kirchengesangbuch (EKG) Einzug fand.

Eines der festlichsten Weihnachtslieder ist der Chorsatz “Machet die Tore weit” aus der gleichnamigen Kantate von Georg Philipp Telemann. Der Text stammt vom Eisenacher Hofkantor Johann Friedrich Helbig. Von dieser Kantate ließ sich wahrscheinlich Johann Sebastian Bach zu seinem berühmten Weihnachtsoratorium inspirieren. Und da wir gerade bei Bach sind: Eines der zartesten, zärtlichsten Lieder von Johann Sebastian Bach ist sein Chorsatz zu “O Jesulein zart“. Das Stück verbindet das weihnachtliche Licht und den adventlichen Schatten schon in der ersten Zeile: “O Jesulein zart, Dein Kripplein ist hart…

Klassiker und “Weihnachtsohrwürmer”

Unser nächster Weihnachtsklassiker, “Morgen Kinder wird`s was geben”, ist ebenfalls schon sehr alt; Über den Urheber des Textes gibt es verschiedene Versionen. Die für mich glaubhafteste ist folgende: Karl Friedrich Splittegarb aus der Oberlausitz veröffentlichte 1795 ein Gedicht namens “Die Weihnachtsfreude“, das textlich nahezu deckungsgleich mit dem heute bekannten Lied ist. Die Melodie wurde wahrscheinlich 1811 vom Berliner Lehrer Philipp Bartsch verfasst.

Auch “Ihr Kinderlein kommet” ist ein “Weihnachtsohrwurm” im deutschsprachigen Raum. Die Melodie für dieses Lied schrieb der “große unbekannte Titan der Musik zu Schillers Zeiten, Johann Abraham Peter Schulz. Er schrieb u.a. auch die Melodie zu “Der Mond ist aufgegangen“ und zur Erntedankhymne “Wir pflügen und wir streuen“. Der Text stammt vom katholischen Priester Johann Nepomuk Friedrich Christoph von Schmid, der ihn 1809 verfasste. Zu dieser Zeit galt er als der populärste Jugendbuchautor Deutschlands.

Ein wichtiger Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach war ein zweiter musikalischer Titan, der einen Weihnachtsklassiker (mit-)geschrieben hat: “Tochter Zion, freue dich“. Der nach England ausgewanderte Georg Friedrich Händel komponierte für seine Oratorien “Judas Makkabäus“ und “Joshua“ sehr eigenwillige Chorsätze. 70 Jahre später schrieb der Erlanger Theologe Friedrich Heinrich Ranke anlässlich des Heiligabendgottesdienstes (wahrscheinlich 1821) das Lied aus den Sätzen Händels zusammen und schrieb den heute bekannten Text dazu.

 

Weiter geht es mit “Adeste fideles – Herbei o ihr Gläubigen”: Die Melodie – erstmalig 1740 nachweisbar – wird dem englischen Notenkopisten John Francis Wade zugeschrieben. Der deutsche Text “Herbei o ihr Gläubigen“ und der zugehörige Chorsatz stammt ebenfalls aus der Feder des bereits oben erwähnten Erlanger Theologen Friedrich Heinrich Ranke

1841 schrieb der Lyriker und Publizist Hermann Kletke den berühmten Text zu “Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen”. Als Melodie griff er dabei auf eine Volksweise zurück, die in Thüringen unter dem Titel und mit dem Text “ Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten“ sowie zeitgleich in Sachsen unter “ Es blühen Rosen, es blühen Nelken“ bekannt waren.

Das Advents- und Weihnachtslied “Maria durch ein Dornwald ging” stammt aus dem Eichsfeld und war ursprünglich ein Wallfahrtslied, das über das Bistum Paderborn seinen Siegeszug in die ganze Welt nahm. In der weihnachtlichen Fassung werden nur die ersten drei Strophen des ursprünglich siebenstrophigen Liedes gesungen. Große Popularität erlangte die einfach und schlicht gehaltene Melodie im Wandervogel, der ähnliche musikalische Ideale vertrat; über diesen Weg ist das Lied in unsere Weihnachtstradition eingezogen.

Bekannte Volkslieder

Der Lehrer und Dichter Karl Enslin aus Frankfurt/Main verfasste den Text zu dem Weihnachtsklassiker “Kling Glöckchen klingeling”. Die Melodie einem Namen verlässlich zuzuordnen ist heute nicht mehr möglich. Der oft als Komponist genannte Benedikt Widmann hat die fertige Liedversion 1855 lediglich zuerst veröffentlicht.

Und “Süßer die Glocken nie klingen” wurde vom Theologen Friedrich Wilhelm Kritzinger verfasst, dem Direktor der Lehrerinnenbildungsanstalt Droyßig am südlichsten Zipfel Sachsen-Anhalts, der den Text schrieb und dazu die Melodie des damals bekannten Volksliedes “Seht, wie die Sonne dort sinket“ aus Thüringen wählte.

Die Breslauer Kindergärtnerin und Lehrerin Hedwig Haberkern verfasste das Winterlied “Schneeflöckchen, Weißröckchen”, das es ebenfalls längst in unsere Weihnachtstradition geschafft hat, obwohl es kein explizites Weihnachtslied ist. Die Bezeichnung “Weißröckchen“ ist in der schlesischen Mundart ein Ausdruck für  “Schneeflocken“. Als “Tante Hedwig“ veröffentlichte Haberkern vielfältige Erzählungen für Kinder. Die heute bekannte Liedfassung hat ihre ursprünglichen zwei Strophen mit jeweils acht Zeilen zu vier Strophen mit jeweils vier Zeilen (auch textlich) leicht abgeändert.

Weiter geht es mit “Fröhliche Weihnacht überall”. Ja, dürfen wir dieses Lied überhaupt in Zeiten der “kulturellen Aneignung“ überhaupt noch zu “unserer“ Weihnachtstradition zählen? Es wurde unter dem Titel “Merry, merry Christmas“ von der amerikanischen Lehrerin Rebecca S. Cook geschrieben. Die deutsche Übersetzung stammt höchstwahrscheinlich von der Tochter des oben bereits genannten. Hamburger Pastors Wichern, Caroline Wichern. Sie hat im Jahr 1880 im hauseigenen Verlag des Rauhen Hauses erstmalig die deutsche Version veröffentlicht.

Kraft schöpfen fürs kommende Jahr

Das Weihnachtslied “Kommet ihr Hirten” wiederum entstammt einer Volksweise aus Böhmen. Dort heißt es im Original “Nesem vám noviny“ (“Wir bringen euch eine Nachricht“). Den deutschen Text, der sich sehr eng an das Original anlehnt, verfasste der Leipziger Kapellmeister Carl Riedel. Als “schmissiges“ Hirtenlied zog es sehr schnell über die Tradition der Krippenspiele in die deutsche Weihnachtstradition ein.

Ein überaus bekanntes Weihnachtslied ist auch “Leise rieselt der Schnee”. Der evangelische Pfarrer und Dichter Eduard Ebel verfasste seinen Text 1895 in Graudenz, als “Weihnachtsgruß an meine Gemeinde“ den Text des Liedes Es ist unklar, wenn auch sehr wahrscheinlich, dass Ebel auch die Melodie dazu verfasst hat.

Den Abschluss unserer diesjährig vorgestellten Weihnachtslieder macht das jüngste Stück: “Seht die gute Zeit ist nah”. Nach einem mährischen Weihnachtslied verfasste Friedrich Walz 1972 den deutschen Text und eine veränderte Diastematik. Seine Fassung legt ihren Schwerpunkt auf die Friedens- und Versöhnungsgewissheit. Deshalb möchte ich mit diesem Lied unseren Gang durch die traditionellen deutschen Weihnachtslieder beenden.

In unserer heutigen Zeit können wir uns an dieser selbstverständlichen Gewissheit aufrichten und Kraft für das kommende Jahr schöpfen.
In diesem Sinne: Euch allen frohe Weihnachten!


Hinweis: Bei den im Artikel eingebetteten Hörbeispielen handelt es sich um Originalaufnahmen des Kinder- Jugendchors der Gemeinde St. Peter und Paul auf dem Frankenberge zu Goslar unter der Leitung von Kantorin Ulrike Kern, die in den Jahren 1992 bis 1996 entstanden.   

13 Antworten

  1. Oh Mann, habe nur die Überschrift gelesen und war schon bedient.

    Klar, sadistische Verarsche liegt euch im Blut, aber übertreibt es nicht, manche der “Goyim” könnten aus ihrem Schlummer erwachen.

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    1. Ja, wer schon über Triggerwörter stolpert (ohne die geringste Ahnung über deren Entstehungshintergrund und historische Ursprünge), dem muss das so vorkommen.

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      1. Als Liebhaber der sogenannten “Klassischen Musik” und Bewunderer Johann Sebastian Bachs bin ich durchaus zur Kontextualisierung des deutschen Kulturgutes in der Lage. So würde ich Bach für die Texte seiner Kantaten und Passionen, die für mich als Verächter der Sklavenreligion des Christentums nur schwer erträglich sind, niemals verantwortlich machen.

        Soweit die Textdichter von Bachs geistlichen Werken bekannt sind, ist es darüberhinaus unklar, inwieweit sie um das “zionistische Programm”, in das die Sklavenreligion des Christentums eingebettet war und ist, Bescheid wussten (natürlich ist der moderne Zionismus mit Herzl erst später entstanden, eine Art von Proto-Zionismus findet sich aber auch schon in der Torah und die Rabbis haben sicherlich immer eine Art des Zionismus gepflegt, das jüdische Sprichwort “nächstes Jahr in Jerusalem” kam sicherlich nicht von ungefähr). Obwohl ich natürlich bei manchen skeptisch bin, gilt wohl grundsätzlich erstmal eine Art Unschuldsvermutung. Außerdem gibt es natürlich allgemeine mildernde Umstände: Man hat als Kleinkind halt eine religiöse Gehirnwäsche bekommen, außerdem ist die Kirche reich und mächtig, man legt sich besser nicht mit ihr an, wenn einem sein Leben lieb ist, also warum nicht gleich für sie arbeiten? Alles menschlich und verständlich.

        Den Text zu “Tochter Zion” hat ja ein protestantischer Pfarrer namens Friedrich Heinrich Ranke geschrieben. Dessen Vater war ein Jurist namens Gottlob Israel Ranke, seine Mutter eine geborene Lehmicke. Gut möglich, dass er ein Kryptojude war, der hier wusste, was er tat. Dass viele protestantische Pfarrer Kryptojuden waren und sind, ist mittlerweile eine meiner Überzeugungen, um die Verwerfungen dieser Konfession zu erklären, die sprichwörtlichen “Pfarrerskinder” sind sowieso ein Kapitel für sich. Vielleicht war Ranke auch einfach nur ein religiöser Narr.

        Kommen wir aber nun zum Kernpunkt: Grundsätzlich schneidet Ihre Forderung nach Kontextualisierung nach beiden Seiten. Im modernen Kontext muss berücksichtigt werden, was moderne Zionisten dem deutschen Volk angetan haben. Ich verweise hier beispielsweise auf die Enthüllungen (etwa in seiner berühmten Rede von 1961) von Benjamin Freedman, einem ausgestiegenen zionistischen Insider, über die Zionistischen Machenschaften, welche Deutschland im Ersten Weltkrieg in die totale Katastrophe geführt haben, deren schrecklichen Nachwirkungen noch immer in unserer Gegenwart spürbar sind. Vor diesem Hintergrund ist es doch wohl sehr verständlich, wenn man es – euphemistisch ausgedrückt – problematisch findet, dass ausgerechnet dieses Lied mit diesem Triggerwort in der Überschrift als paradigmatisches “deutsches Weihnachtslied” hingestellt wird.

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        1. Mann Gottes, hier geht es um die biblische Burg Zion – eine Trope für Jerusalem als Wirkungsort Jesu, nicht um Zionismus. Selbe Etymologie, völlig unterschiedliche Zusammenhänge. Spielt bei den antisemitischen Ressentiments, wie sie widerwärtigerweise aus Ihren Einlassungen triefen, natürlich keine Rolle. Schlimm.

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  2. Das ewige Lied, auch der wunderbare Film (kommt jedes Jahr zur Weihnachtszeit) und die beiden, Lehrer + Pastor, die das ewige Lied herausgebracht haben, glänzen in ihren Filmrollen.
    Leicht auf dem Keyboard bzw. Gitarre zu spielen und wer dazu noch gut singen und vor allen Dingen hoch singen kann, der wird selber viel Freude dabei empfinden °
    https://youtu.be/N8izm9sJrG0
    Alexander Zima

    “Kindergartenlieder mit Gitarre”

  3. Weihnachten ist nun seit Jahrhunderten ein eingeführter Brauch, den man auch nicht unbedingt abschaffen sollte. Wer jedoch die Zeiten aufmerksam verfolgt, wird auch festgestellt haben, dass sich „Weihnachten“ immer mehr von seinen geglaubten Wurzeln entfernt. Man kennt noch „die Krippe“ einschließlich der ebenfalls ohne biblischen Text hinzugefügten Ochs und Esel. Auch die sinnfreien Geschenke (für einen Säugling wohlgemerkt!) der angeblichen Könige sind nur noch rudimentär im Bewusstsein der meisten Menschen. Und wer weiß schon, dass nicht einmal die Geburtsgeschichte widerspruchsfrei, sondern in zwei unvereinbaren Varianten präsentiert wird?

    Weihnachten ist heute vor allem einfach ein weit verbreitetes Familienfest ohne große religiöse Bedeutung – aber es hat inzwischen eine eigenständige, selbst sinnstiftende Bedeutung.

    Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo auch Tageszeitungen zu Weihnachten lange Artikel zum Anlass – aber auch zu theologisch kritischen Punkten in Artikel veröffentlichten. Heute nahezu undenkbar – und schon gar nicht kritisch. Das Dumme am kritischen Denken ist nämlich, dass man es, wenn man sich dessen einmal befleißigt hat, dieses „unbedacht“ auf andere Aspekte des Lebens übertragen könnte/kann. Und das ist keinesfalls von unserer Medien- und Politik-Kultur gewollt!

    Wenn ich auf derartige Glaubensbekundungen stoße, dann empfehle ich stets, sich einmal die Texte genauer anzusehen und ihren Sinn aufspüren und einordnen zu wollen. – Doch damit soll’s genug sein, weil kaum jemand mehr an einer Wahrheit – gerade im religiösen Bereich – interessiert ist.

  4. „Der erste Schritt zur Vernichtung eines Volkes ist die Auslöschung seines
    Gedächtnisses. Vernichten Sie seine Bücher, seine Kultur, seine Geschichte.
    Dann lassen Sie jemanden neue Bücher schreiben, eine neue Kultur herstellen,
    eine neue Geschichte erfinden. Bald wird die Nation zu vergessen beginnen,
    was sie ist und was sie war“.
    (Milan Kundera, Das Buch vom Lachen und Vergessen)

  5. Herzlichen Dank für diese wunderschöne und informative Zusammenstellung! Wer jemals einen Quempas im Bremer Dom, gesungen von der Mädchenkantorei, gehört hat wird ergriffen sein – oder hat kein Herz. Gleiches gilt für die Lieder “Maria durch den Dornwald ging” und “Tochter Zion, freue Dich”. Doch mittlerweile ist es leider so, dass die meisten Menschen in diesem Land diese Lieder nicht mehr kennen. Und in welcher Familie wird noch gesungen? Unsere traditionellen Weihnachtslieder sind wunderschön und beim gemeinsamen Singen, nicht nur, dieser Lieder entsteht – für mich – ein Gefühl von Zusammenhalt und Zuversicht. Vielleicht wurde deshalb das Singen in den Kirchen im Zuge der Regierungsmaßnahmen zur sog. Covid-Pandemie verboten?! Ich wünsche Ihnen eine schöne Advent- und Weihnachtszeit mit dieser wunderbaren “Play-List”. S. Hartmann

  6. Ich lebe in der Nähe von Frankfurt am Main und bin des öfteren nachts im Auto unterwegs. Mir ist aufgefallen, daß es für die Radiosender Weinachten offenbar gar nicht mehr gibt. Wenn ich mich richtig erinnere, kommt es mir so vor, als ob früher überall Oh Tannenbaum, Es ist ein Ros entsrungen etc. aus den Lautsprechern plärrte. Also bis zum Überdruß. Aber was früher zuviel war, ist heute das Gegenteil. Ich habe alle Sender Stück für Stück mit der Sendersuchlauftaste abgegrast und nicht ein einziges Weihnachtslied gefunden. Ich mache das jetzt seit anfang Dezember und im zweiten Jahr: Weihnachten ist weg, verschwunden.
    Ich weiß auch, was ich von den lokalen Sendern als Antwort bekäme:”Neiiiiiin, natürlich gibt es bei uns Weihnachtslieder. Wir hatten dann und dann zu dem und dem Zeitpunkt ein Feature (heute muß es immer ein “Fietscher” sein)…. Auf deutsch: An einigen Tagen wurden zu irgendwelchen Zeiten (bevorzugt um 23.45 oder gegen 3.00 in der Früh) das eine oder andere Weihnachtslied gespielt. Aber daß sie hier Weihnachten also bewußt ignorieren, eine jahrunderte alte deutsche Tradition ganz bewußt abschleifen, das ist schon ein starkes Stück. Für mich sind diese sch… Sender gestorben. Diese Besserwisserei, dieses uns-Belehren-wollen geht mir gehörig auf den Sack. Sollen sie ihren Dreck alleene machen. Ich liebe Weihnachten und jetzt läuft eben eine CD.

  7. Ich habe mich sehr gefreut über Ihren Artikel, mit dem Sie uns erneut die schönen alten deutschen Weihnachtslieder in ganz anderer Weise nahebringen. Schön gesungen empfinde ich sie – gerade angesichts des endlosen Strom negativer Nachrichten in den letzten Monaten – wie Balsam für die Seele. Danke!