Donnerstag, 18. April 2024
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„Die Russen sind schon in Bezanika…“

„Die Russen sind schon in Bezanika…“

Die “Gefahr aus dem Osten” – immer wieder beschworen, auch heute (Symbolbild:Pixabay)

Der Roman „Jakob der Lügner“ des DDR-Autors Jurek Becker erschien im Jahre 1969. Er spielt während des Zweiten Weltkrieges in einem polnischen Ghetto. Der jüdische Ghettobewohner Jakob Heym hört während eines Verhörs in der deutschen Polizeidienststelle zufällig im Radio von Kämpfen in der Nähe der (imaginären) Stadt Bezanika, die nur einige hundert Kilometer entfernt liegt, und schöpft daraus Hoffnung auf eine baldige Befreiung des Ghettos durch die Rote Armee. Er verbreitet dann unter den anderen Juden, dass er ein Radio vor den Deutschen gerettet habe und nachts heimlich den sowjetrussischen Siegeszug verfolge. Diese Lüge gibt den todgeweihten Juden für einige Wochen neue Hoffnung. „Die Russen sind schon in Bezanika“, wird unter ihnen zum geflügelten Wort. Ihre Deportation ins NS-Vernichtungslager setzt der kurzlebigen Illusion ein schreckliches Ende.

Es wäre extrem unmoralisch und überdies wahrscheinlich sogar illegal, sich als bundesdeutscher Systemoppositioneller des Jahres 2024 in die Rolle eines Ghettobewohners im besetzten Polen während des Zweiten Weltkrieges hinein zu imaginieren. Genauso deplatziert wäre ein Vergleich mit einem kommunistischen Widerstandskämpfer der NS-Zeit, der damals aus schierem Überlebenswillen heraus all seine Hoffnung auf eine Niederlage Deutschlands und eine Befreiung durch Stalins Sowjetunion setzen musste. Es gibt aber unter deutschen Oppositionellen unserer Tage tatsächlich eine eigenartige Geisteshaltung, die im Russland Wladimir Putins eine letzte, verzweifelte Hoffnung auf Erlösung von der tristen Gegenwart Deutschlands sieht. Statt „Die Russen sind schon in Bezanika“ müsste es dann heute heißen: Die Russen sind schon in Awdijiwka und vielleicht kommen sie irgendwann über die Zwischenstation Kiew als Befreier nach Berlin.

Elementare Bürgerrechte zurückerkämpfen

Ich habe zu Beginn des Ukraine-Krieges selbst ähnlich gedacht. Putin hatte Russland erfolgreich vom westlichen Finanzkapitalismus abgekoppelt, damit den Ende der 1990er Jahre bevorstehenden Zusammenbruch seines Landes abgewendet und seinem Volk neues Selbstvertrauen gegeben. In der Corona-Zeit herrschten in Russland sehr viel menschlichere Zustände als in Deutschland. Vor allem gab es dort keine Massenbehandlungen mit todbringenden mRNA-Spritzen, sondern es wurde der wahrscheinlich sehr viel verträglichere Impfstoff „Sputnik V“ eingesetzt. Im Februar 2022 mussten in Deutschland elementare Bürgerrechte im Straßenkampf gegen brutale Polizeigewalt zurückerkämpft werden, während in der Ukraine offen eine Neonazi-Symbolik gepflegt wurde und massive Artillerieattacken einen hohen Blutzoll unter Zivilisten in der abtrünnigen Donbass-Region forderten. Man konnte Putins Rhetorik von einer „Entnazifizierung“ und „Demilitarisierung“ der Ukraine damals durchaus folgen und auf eine Befreiung Kiews hoffen, die dann auch das bundesdeutsche Corona-Regime ins Wanken gebracht hätte.

Was passiert wäre, wenn das ukrainische Volk die Russen tatsächlich als Befreier begrüßt hätte, bleibt eine fruchtlose Spekulation. Wie wir wissen, kam es anders, und daraus muss man spätestens nach zwei Jahren Ukraine-Krieg auch als Oppositioneller Konsequenzen ziehen, anstatt sich immer noch der Illusion eines friedlichen und Deutschland wohlgesonnenen Russlands hinzugeben. Für „Bibelfeste“: Wladimir Putin ist nicht der Perserkönig Cyros, der dem Propheten Jesaja zufolge als Werkzeug in der Hand Gottes das Volk Israel aus der babylonischen Gefangenschaft befreite. Er ist eher der Babylonier Nebukadnezar aus dem Jeremia-Buch, der zwar der Bibel zufolge auch als Werkzeug Gottes agierte, aber mit der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des ersten Tempels (597 v. Chr.) zur Zuchtrute der Israeliten wurde.

Völker entstehen durch Urereignisse

Angesichts der Maidan-Revolution von 2013/14 und dann des russischen Einmarsches vom 24. Februar 2022 kam es in der Ukraine zu einer wahrhaft historischen Entwicklung, die man durchaus auf eine Stufe mit der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776, der französischen Revolution von 1789 und den deutschen Befreiungskriegen gegen das napoleonische Frankreich von 1813 stellen kann: Eine bis dahin nur verwaltete Bevölkerung erkannte sich selbst als politische Kraft und wurde dadurch zur Nation. Gerade wenn man sich selbst als Nationalkonservativen sieht, muss man aus meiner Sicht dieser ukrainischen Nation Respekt zollen, und man darf vor allem ihre Existenz nicht verleugnen. „Völker“ im politischen Sinne sind nicht von Natur aus einfach da, sondern sie entstehen in der Regel erst durch national-demokratische „Urereignisse“. Dies nicht zu erkennen, ist der große Fehler der heutigen Völkisch-Nationalen.

Auch im heutigen Deutschland kann nur ein solches Urereignis – und nicht die gegenwärtigen Pseudo-Revolutionen – dazu führen, dass sich das Volk wirklich seine demokratische Selbstbestimmung zurückerkämpft. Das jetzige, sich seiner selbst bewusste, ukrainische Volk entstand allerdings keineswegs aus einem historischen Nichts. Erste Ansätze zu einer selbständigen Ukraine gingen schon in der Endphase des Ersten Weltkrieges nach dem deutsch-russischen Friedensvertrag von Brest-Litowsk (März 1918) vom untergehenden deutschen Kaiserreich aus. Der russische Bürgerkrieg (1917-1922) zwischen Lenins Roter Armee und der reaktionären Weißen Armee war dann auch ein Kampf zwischen Russen und Ukrainern, der nach einem elenden Gemetzel mit acht bis zehn Millionen Todesopfern schließlich mit der gewaltsamen Einverleibung der Ukraine in die 1922 gegründete Sowjetunion endete.

Geschichtslügen aus Moskau

Auf diesen frühen Völkermord des 20. Jahrhunderts folgte in 1932/33 ein weiterer, der sogenannte „Holodomor“, als Stalin mehrere Millionen ukrainische Bauern gezielt aushungern ließ. Diese nur scheinbar vergessenen Ereignisse spielten wahrscheinlich eine große Rolle, als in der Endphase der Sowjetunion in der Ukraine Massenproteste für eine eigene staatliche Souveränität stattfanden, die dann 1991 tatsächlich erreicht wurde, allerdings unter der Führung regionaler kommunistischer Parteivertreter. Der „Westen“ spielte dabei entgegen den heutigen Geschichtslügen aus Moskau keinerlei aktive Rolle. Auch der gegenwärtige verzweifelte Widerstand der Ukrainer gegen die russischen Eroberer zieht wahrscheinlich einen großen Teil seiner Motivation aus der Erinnerung an die ukrainische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Man muss in diesem Zusammenhang auch an das Buch „Bloodlands“ des US-Osteuropaexperten Timothy Snyder erinnern. Auf der Ukraine scheint ein Fluch zu lasten, der das Land zu einem bevorzugten Schauplatz von Genoziden macht. Auf den russischen Bürgerkrieg und den Holodomor folgte nach 1941 mit dem NS-Holocaust der schrecklichste aller Schrecken. Snyder zufolge war es kein Zufall, dass sich die schlimmsten Exzesse dieses Massenmordens in der Ukraine abspielten. Die dem Holocaust vorhergehenden Völkermorde hatten dort ein gesellschaftliches Klima erschaffen, in dem ein Menschenleben nur noch wenig wert war. Die grausamen Grabenkämpfe des jetzigen Ukraine-Krieges stellen eine Fortsetzung des bislang beschriebenen Mordens dar. Auch im Internet-Zeitalter erreicht dieser Schrecken nur ansatzweise die Weltöffentlichkeit und wird von beiden Seiten mit Propaganda zugedeckt. Dass die Zahl der Gefallenen und Verstümmelten bei beiden Parteien in die Hunderttausende geht, erscheint jedoch als glaubhaft.

Wiederauflage des Stellungskrieges

Im frühen 21. Jahrhundert wiederholt sich auf eigenartige Weise jener längst als militärisch überholt betrachtete Stellungskrieg der Westfront des Ersten Weltkrieges. Anders als damals bieten heute auch Schützengräben keinen notdürftigen Schutz mehr, weil Kampfdrohnen über den Schlachtfeldern kreisen. Wie einst in Verdun und an der Somme zielt die militärische Taktik nur noch darauf ab, dem Feind möglichst hohe Verluste an Menschenleben zuzufügen. Den eingangs erwähnten, jüngsten russischen Erfolg bei Awdijiwka erreichte Wladimir Putin mit einem unmenschlichen Vorgehen, das „Menschenwellen“ zur Erreichung winziger Territorialgewinne opferte. Stalin ging im Zweiten Weltkrieg ähnlich brutal mit seinen eigenen Truppen um, aber damals kämpften die „Völker der Sowjetunion“ gegen einen Feind, der sie als „Untermenschen“ betrachtete und allenfalls in Gestalt von Sklaven überleben lassen wollte. Putin ist hingegen ein Angreifer, der auf die Unterjochung der ukrainischen Nation abzielt.
Es soll hier aber keine unkritische Übernahme von Mainstream-Positionen geben.

Auch das Kiewer Selenskyj-Regime opfert bedenkenlos viel zu viele Menschen in einem unter den jetzigen Verhältnissen nicht mehr zu gewinnendem Kampf. Darüber hinaus scheint sich der gesamte „Westen“ in der Ukraine in einer unhaltbaren Position verrannt zu haben. Riesige Geldsummen, die man dringend zu einer Verbesserung der Lebenssituation in den eigenen Ländern bräuchte, fließen in ein ukrainisches Fass ohne Boden. Darüber hinaus werden an der ukrainischen Front westliche Waffen- und Munitionsvorräte verbraucht, die eigentlich eine glaubwürdige Bereitschaft zur eigenen Landesverteidigung hätten gewährleisten sollen. Selbst der militärisch-industrielle Komplex der Supermacht USA ist anscheinend mit der Bereitstellung von ausreichendem Nachschub für jahrlange Materialschlachten im Stile des Ersten Weltkrieges überfordert, die vor dem Ukraine-Krieg kein westlicher Militärstratege für das 21. Jahrhundert vorausgesehen hatte.

Immer höhere Einsätze

Donald Trump und die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus versuchen gegenwärtig, durch die Blockade von Finanzmitteln für den Krieg eine Exit-Strategie zu erzwingen, aber es könnte dafür schon zu spät sein. Die Russen waren zwar nie in Bezanika, aber sie sind schon in Awdijiwka, und ähnlich wie im Ersten Weltkrieg könnte ein einziger großer Frontdurchbruch den gesamten Waffengang entscheiden. Angesichts der durch die exzessiven Rüstungsexporte in die Ukraine selbst herbeigeführten Schwäche der NATO-Armeen könnte dann wirklich ein Durchmarsch über Kiew ins Baltikum oder gar nach Berlin stattfinden. Selbst wenn Wladimir Putins Hunger nach neuem russischem Territorium mit der Eroberung der Ukraine gestillt sein sollte, wäre auch in diesem Falle mit einer Flüchtlingswelle nach Deutschland zu rechnen, gegenüber der die gesamte Masseneinwanderung seit 2015 eine Kleinigkeit wäre.

Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären“, dichtete schon Friedrich Schiller (1759-1805). Die ganze ukrainische Tragödie hat leider in unseren Tagen einen Punkt erreicht, an dem die Vorstellung von massiven NATO-Luftangriffen auf die russischen Truppen in der Ukraine keine haltlose Spinnerei mehr ist, sondern im Gegenteil eine logische Konsequenz aus dem Ist-Zustand. Ukraine und NATO können den Krieg mit den bisher eingesetzten Mitteln offensichtlich nicht mehr gewinnen, aber aus dem vorher Gesagten folgt, dass sie ihn nicht verlieren dürfen. Die Risikostrategie der letzten zwei Jahre, an der besonnene Beobachter schon früh gezweifelt hatten, erfordert jetzt immer höhere Einsätze. Dazu kommt eine höchst ungesunde Verquickung des Ukraine-Konfliktes mit anderen Weltproblemen. Die tieferen Gründe für den schier unendlichen Hass der Wall Street und der US-Neokonservativen auf Wladimir Putin sind sein Widerstand gegen den globalen Finanzkapitalismus und die immer erfolgreicheren Versuche, mit der BRICS-Kooperation ein Gegengewicht gegenüber der auf dem US-Dollar basierenden alten Weltwirtschaftsordnung zu schaffen.

Überlebensfähig im permanenten Ausnahmezustand

Vor allem letzteres droht dem ohnehin schon todkranken westlichen Finanzsystem mit seiner allgegenwärtigen Überschuldung den Todesstoß zu versetzen. In einer solchen Situation könnte entscheidend sein, was Putin in seinem Interview mit Tucker Carlson als die größte Stärke Russlands bezeichnet hat, nämlich bekannte Bodenschätze im Wert von ca. 80 Billionen Dollar. Wenn diese Billionen nach einem militärischen Sieg über Russland zur Beute des Westens werden, könnte dies für den westlich-globalistischen Finanzkapitalismus das Blatt noch einmal wenden. Hinzu kommt, dass die Probleme mit eben diesem Finanzkapitalismus im Westen einen Zustand erschaffen haben, in dem seine Staaten nur noch in einem permanenten Ausnahmezustand überlebensfähig sind. Nachdem „Corona“ als Grund für einen solchen Notstand weggefallen ist, die Erzählung von einer „Klimakatastrophe“ immer weniger verfängt und auch der kollektive Rausch des „Kampfes gegen rechts“ unübersehbar einem Katzenjammer weicht, bleibt eigentlich nur noch Krieg als letztes Mittel, um die Sucht nach dem Notstand zu befriedigen. Über die Folgen, die ein solcher Waffengang zwischen Nuklearmächten mit sich bringen könnte, will ich hier nicht spekulieren. Unsere Zukunftsaussichten sind allerdings meiner Meinung nach sehr düster.

Was folgt daraus für bundesdeutsche Oppositionelle? Es sollte endlich damit aufgehört werden, einen Großschurken wie Wladimir Putin allein deshalb als Helden zu verehren, weil er das maximale Gegenbild zu den von uns zu Recht verachteten westlichen Regierungen darstellt. Der Feind unseres Feindes ist nicht mit Notwendigkeit unser Freund. Wir können als Deutsche nicht glaubwürdig russische Nationalisten sein, und es ist keine andere Ideologie als ein ins Extreme gesteigerter russischer Nationalismus, die heute in Moskau herrscht. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass wir zu Parteigängern von USA und NATO, oder gar des elenden Selenskyj-Regimes von Kiew werden müssten. Das Gebot der Stunde heißt vielmehr Pazifismus. Sobald eine Bedrohung, die letzten Endes die gesamte Menschheit betrifft, weniger von einzelnen Akteuren, sondern vom Krieg als solchem ausgeht, kann es kein anderes Ziel mehr geben als Frieden um nahezu jeden Preis. Diese unbequeme Erkenntnis muss sich jetzt durchsetzen, bevor es zu spät ist.

Systemkritik bedeutet Inkaufnahme persönlicher Risiken

Zum Abschluss dieses Artikels will ich noch zum Tod des russischen Regimekritikers Aleksej Navalny Stellung nehmen. Die Häme, die seiner Person teilweise in Alternativmedien entgegengebracht wurde, hat mich entsetzt. Navalny war mit Sicherheit kein Heiliger, aber das sind wir wahrscheinlich alle nicht, und das ist auch keine unabdingbare Voraussetzung für glaubwürdige politische Opposition. Auch in Deutschland erfordert öffentliche Systemkritik inzwischen die Inkaufnahme persönlicher Risiken. In Putins Russland sind diese Risiken aber weitaus größer als bei uns. Noch wird in der Bundesrepublik niemand in arktische Straflager verbannt und dort langsam zu Tode gequält. Als kleinem Bestandteil einer kritischen Gegenöffentlichkeit sind für mich aber Aleksej Navalny, Gonzalo Lira, Julian Assange und alle anderen Märtyrer des freien Wortes gleichermaßen Vorbilder, die ich nicht in eine Art Rangliste bringen oder gegeneinander ausspielen will.

Auch Jurek Becker, der Autor von „Jakob der Lügner“, gehört übrigens in die Reihe aufrechter Systemkritiker. Er wurde wegen seines Protestes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann (1976) in der DDR politisch verfolgt und emigrierte dann in die Bundesrepublik. Das Zitat „Die Russen sind schon in Bezanika“ ist in seinem Roman ein Hoffnungszeichen inmitten schwerster Unterdrückung. Eine solche Hoffnung sollten auch wir Heutige besitzen, aber wir sollten sie eher in einem Weiterwirken der Ideen von Aleksej Navalny über seinen Tod hinaus suchen als bei Wladimir Putin.

17 Antworten

  1. Es mag mir nur so vorkommen, aber dieser Artikel spielt vermutlich auf die sogenannte ‘Russland-Freundlichkeit’ der AfD bzw. deren Anhänger an. Das halte ich persönlich für eine Masche des Mainstream, um die AfD bei all denen zu diskreditieren, die auf die tägliche Hetze gegen Russland reinfallen. Wenn ich die Position der AfD richtig verstehe (welche auch die meine ist), geht es aber darum, sich eben nicht bedingungslos auf eine Seite zu schlagen sondern vielmehr die deutschen Interessen im Auge zu behalten. Diesen Krieg zu befeuern ist eben nicht in deutschem Interesse. Hier bekriegen sich zwei hoch-korrupte Staaten in einem Krieg, der nicht der unsere ist und es auch nicht werden sollte.

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  2. Nationalismus kann niemals etwas zur Höherentwicklung der
    Menschheit beitragen.
    Ströme von Blut und Berge von Leichen für einen Orden aus Blech?
    Julian Assange – ein Held der Menschlichkeit. Was immer mit ihm
    geschieht, er wird in die Geschichtsbücher eingehen!

    1. Nach allem was ich gelesen haben wurde die Hungersnot von Stalin vorsätzlich herbeigeführt um die Kolchosenwirtschaft einzuführen. Für mich ist dabei nichts umstritten.

  3. Letztlich dann doch ein Propaganda-Stück gegen den Teufel Putin, diesmal offensichtlich aus Enttäuschung. Ein deutscher Autor kann sich offensichtlich nicht vorstellen, daß die russ. Führung an die Nation denkt. Ob ohne Putin der Krieg nicht geführt worden wäre, ist fraglich. Vielleicht würde er grausamer (- zB mit Massenbomardierungen) geführt werden.

    Die Personalisierung von Entscheidungen und schlimmen Verläufen ist eine Schwäche von Menschen, die Geschichte als Abfolge von berühmten Männern gelernt haben. So der Satz ” … als Stalin mehrere Millionen ukrainische Bauern gezielt aushungern ließ …”. Erstaunlich, daß bei einem Blick auf den Aufbau des Kommunismus die Ökonomie, also die 5-Jahre-Pläne nicht betrachtet werden. Der erste 5-Jahresplan 1928 bis 1932 zielte eine beschleunigte Industrialisierung, die Devisen dazu sollte der Export von Getreide vorwiegend aus der Ukraine bringen. Der Plan war auf die Preise Mitte der 20er Jahre abgestellt, in der Weltwirtschaftskrise sind jedoch die Preise weltweit gefallen. Ein kommunistischer Plan war und ist jedoch heilig, so wurde mehr der Ukraine entrissen und exportiert als vorgesehen, mit der Folge, daß – zusätzlich zu der Zwangskollektivierung und der Ermordung widerstrebender Bauern, Menschen vor Hunger massenhaft starben.

    Stalin war sicherlich, was die Zahl seiner Opfer angeht, ein Verbrecher wie Hitler, aber er war kein Rassist. Er war gleichgültig und bösartig, aber nicht auf einen Völkermord aus. Er hätte sicherlich die Exporte reduzieren lassen können, aber das hätte eine Änderung des 5-Jahres-Plans und damit eine Verzögerung der Industrialisierung ´erfordert.

    Daß staatliche Wirtschaftsplaner ihren Plan für wichtiger halten als der Realität, ist ein zeitloses Phänomen, dem auch danach Millionen Menschen zum Opfer fielen, zB unter Mao. Wir erleben gerade wieder eine staatliche Plan-Manie. Hoffentlich sterben daran nicht so viele.

  4. Hallo,

    klasse Artikel, der es klar auf den Punkt bringt.
    Treffender kann man es in der Kürze nicht beschreiben 🙂

    Ist ja alles gewollt…unsere Regierungen werden von der Finanzelite gesteuert…und unser Finanzsystem ist am Ende…wie alle 70-100 Jahre aufgrund Zinseszins.

    Da hilft nur wirtschaftlicher Reset, der auch der Elite große Verluste bringt…oder Weltkrieg, der für sie extrem gewinnbringend ist…Sich und ihre Kinder kaufen sie dann vom Kriegsdienst frei oder wandern aus…oder sind schon dort…

    Für den Normalbürger als Soldat oder ohne Arbeit halt nicht so hilfreich alles…

    Wenn das so weitergeht, trage ich bald wohl doch wieder grün…aber dann wenigsten IT Hauptfeldwebel… 😉

    Freundliche Grüße

    Stefan Kähler

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  5. “…auf eine Stufe mit der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776, der französischen Revolution von 1789 und den deutschen Befreiungskriegen gegen das napoleonische Frankreich von 1813 stellen kann…”

    Heiliges Blechle…

  6. Ergänzung:

    Suche die Wahrheit…erkenne die Realität…akzeptiere sie…ziehe die Konsequenzen

    Daher carpe diem…ich genieße jeden Tag bis dahin…im aktuellen Tempo diesen Sommer/Herbst…spätestens Frühjahr 25

  7. Wie man so ellenlangen Müll fabrizieren und texten kann bleibt rätselhaft.
    Machen Sie etwas Sinnvolles in dieser Zeit, z.B. etwas Bildung in Weltpolitik.
    Das geht auch mit dem Anschauen bunter Karten mit der “Blockzugehörigkeit” über mehrere Jahrzehnte, da kann man genau sehen wer hier gegen wen “aggressiv” vorgeht und der Russe ist es jedenfalls immer noch nicht. 😥

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  8. Na klar, wir “den Ideen von Aleksej Navalny” folgen.
    Einen widerlichen Rassisten, der von Westen in Etwas verklärt wurde, das er nie war.
    Wie war das mit seinem Spruch “Wie Kakerlaken sollen sie zerquetscht werden!”, hm?
    Er war ein, von der CIA unterstützter, Unruhestifter, der wohl eher deswegen “verunfallt” wurde, (Falls es so war) weil er darüber nachdachte, seine Haft durch Informationen über etwaige Zusammenhänge mit seinen “Aktionen” und dem Geld der Amis und Briten aufzukären und damit die Strafe zu verkürzen.
    Auch sonst strotzt der Artikel für mich vor Sterotypen und vielfältig wiederholten Abgesängen des “Wertewestens”.
    Braucht Niemand, der sich damit intensiver befasst hat. Das kann man vielleicht den Dummen auf der Straße verkaufen, die zusammen mit der “Regierung” gegen rechts demonstrieren.

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  9. Mag sein, Herr Woitas, dass “die Russen ” nicht unsere Freunde sind, nach den Aktionen der letzten beiden deutschen Regierungen sind sie es bestimmt nicht mehr.
    Aber es waren die Russen, die aus Deutschland abgezogen sind, unter den Bedingungen des 2+4-Vertrags. Die Amerikaner aber blieben, die Briten auch.
    Deutschland hat ggü. Russland den 2+4-Vertrag bereits mehrfach verletzt. Die von mehreren prominenten deutschen Politikern geforderte Taurus-Lieferung würde das Fass zum Überlaufen bringen.
    Dann ist der Vertrag hinfällig (wird in der Duma bereits diskutiert) und dann kommt der Russe nach Deutschland zurück. Status quo ante. Aber das würden die USA sicherlich zum NATO-Verteidigungsfall erklären und dann hätten wir den von der derzeitigen US-Regierung offenbar herbeigesehnten 3. Weltkrieg. Denn was Sie über den Zustand des westlichen Finanzsystems gesagt haben ist zweifellos richtig. Und dass dessen Profiteure alles, wirklich alles tun werden, um sich und ihre Pfründe zu retten, und wenn es um den Preis von hunderten Millionen Toten eines 3. Weltkriegs wäre, darauf kann man wetten.

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  10. Danke, wieder ein sehr anregender Beitrag von Herrn Woitas!
    Niemals wäre der Westen auf die Idee gekommen anlässlich diverser Kriege gegen das Existenzrecht Israels, kein Öl mehr von den Arabern zu kaufen. Dies war vielleicht auch nur dem Umstand geschuldet, dass die Kampfhandlungen relativ schnell ausgefochten waren. Jedoch scheint man sich, ganz anders als heute, auch darüber im Klaren gewesen zu sein, dass man mit so einem offensichtlichen Spaltungsprozess, leichtfertig die Büchse der Pandora geöffnet hätte.

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  11. Ich muss niemanden mögen, mit dem ich Geschäfte mache. Ihn zu respektieren reicht vollkommen aus.
    Die russische Seele ist mir fremd, und von Putin weiss ich eigentlich gar nichts. Und will auch gar nicht viel über ihn wissen.
    Mir reicht es vollkommen, wenn er uns zuverlässig günstige Rohstoffe für unsere Industrie verkauft. Und das hat er bisher immer getan.
    Und so kaltherzig das klingen mag: Wenn die Slawen sich dort gegenseitig die Köpfe einschlagen wollen mag man das bedauerlich finden, aber was geht uns das an? Gar nichts, das geht es uns an! Aus Familienstreitigkeiten halte ich mich prinzipiell heraus; am Ende halten die ja doch wieder zusammen und du kriegst die Schuld für den Streit in die Schuhe geschoben.
    Brauch ich nicht.

  12. ..”Eine solche Hoffnung sollten auch wir Heutige besitzen, aber wir sollten sie eher in einem Weiterwirken der Ideen von Aleksej Navalny über seinen Tod hinaus suchen als bei Wladimir Putin.”

    Ach ja, sollten wir das?

    Selten einen solchen Schmarrn gelesen. Der “Freiheitsheld” Nawalny war in Wirklichkeit ein hochbezahlter Agent der westlichen Geheimdienste [vor allen Dingen des britischen MI6] und vermutlich hatte auch Herr Soros, der ewige ,Menschenfreund’ seine schmutzigen Griffel im bösen Spiel – zwecks De-Stabilisierung Russlands. Damit sich der ,Wertewesten’ Russland scheibchenweise – wie zu Zeiten des Quartalsäufers Jelzin [aka Jelzman] einverleiben ,könnte’.
    Nun, das wird nicht passieren, die übergrosse Mehrheit der Russen haben inzwischen kapiert, daß es um ihre Existenz als Nation geht, gegen die das untergehende, satanische’ anglo-amerikanische IMPERIUM einen Stellvertreterkrieg ,bis zum letzten Ukrainer’ führen lässt.

    Und dass der ,Dämon’ Putin Appetit auf ein sich selbst zerstörendes Westeuropa haben könnte, glauben noch nicht einmal der demente Joe und seine kriminelle NEOCON Gang im fernen Washington.

    Selten einen solchen ,Driss’ gelesen [Wie man im Rheinland zu sagen pflegt].

  13. @ Jens Woitas

    Zur Vermehrung Ihrer An- und Einsichten über den vom Wertewesten hochgejazzten …ähäm…,Freiheitshelden’ Nawalny empfehle ich Ihnen das Interview mit dem Schweizer Geheimdienstler, Oberst Jaques Baud: “Alexei Nawalny: Die tatsächlichen Geschichte”
    erschienen auf: Ständige Publikumskonferenz, am
    17.Juni 2023.
    Da wird Ihnen geholfen.