Total divers: James Bond soll aufs Lastenfahrrad

007 – Altenteil im Wachsfigurenkabinett? (Foto:Imago)

Nun also auch James Bond. Der Angriff auf eine populäre Romanfigur ist weder zufällig noch ungewollt. Ein desaströser Zeitgeist mitsamt lautstarker Propagandatruppen überrollt das gesellschaftliche Leben im (noch) freien Westen. Natürlich kommt es immer schlimmer, wenn erstmal alle Dämme brechen. Seit Jahren erleben wir Kampagnen, die an ihrem Ursprung verständlich, kritisch und engagiert daherkommen, dann aber von einem totalitär anmutenden Mainstream und seinen Macher in Medien, Think-Tanks und politischen Organisationen in eine fragwürdige Agenda hineingedrückt werden. So wird im Handumdrehen aus der „Erderwärmung“ eine „Klimakrise“ und daraus dann die Forderung nach einer Abschaffung der Freiheit in einem neuen Öko-Sozialismus, der den „Klimakapitalismus“ überwinden soll.

Welch Geisteshaltung sich da in elitären, einflußreichen Zirkeln offenbart, ist offenkundig. Aggressiv werden die Identitäten der Geschlechter infrage gestellt, und das zunehmend aggressiv. Umerziehung und Gehirnwäsche wie aus wahngelenkter Sektenhand will dabei keiner wahrnehmen, selbst wenn es mal eben gegen Naturgesetze und jahrtausendalte Kulturformen der Menschenzivilisation geht. Aus biologischem Unsinn wird politischer Irrsinn – aber mit Karacho! Mit sehr wohl berechtigten Forderungen nach einer Gleichberechtigung von Mann und Frau hat dieser furiose Eifer zwielichtiger Fanatiker schon lange nichts mehr zu tun.

Gehirnwäsche wie aus wahngelenkter Sektenhand

Schlägt man die „Stuttgarter Nachrichten“ (SN) auf, springt einen unter der Headline „James Bond muss sich neu erfinden“ ein Leitartikel von Bernd Haasis an, der gewissermassen das Ende selbstbestimmter Normalität zum Gesetz erhebt: James Bond, der berühmte Agent 007, den der Autor Ian Fleming genialisch schuf, wird da als Filmheld zum neuesten Opfer eines bilder-, maschinen- und privatheitstürmenden Furors, eines Movements der Durchgeknallten, die einen gänzlich „neuen Menschen“ schaffen wollen; dies übrigens ein zeitloser Wunsch von Real- oder National-Sozialisten, also aller Anhänger eines Daseins in Verbots/Gebots-Staaten aller erdenklichen diktatorischen Ausformungen. In deren Geist soll nun mit Elementen aus dem Gender-Öko-Links-Baukasten ein politisch korrekter neuer Prototyp zusammengebastelt werden. Kastration deluxe – denn freilich muss dafür zuerst der alte Typ Mensch zertrümmert, seiner Identität und Persönlichkeit beraubt werden – oder, wie die linken Ideologen es nennen, dekonstruiert werden.

Bond ist aus der Zeit gefallen. Die MeToo-Bewegung hat den ersten Bond-Darsteller Sean Connery als übergriffigen Macho überführt und den zweiten, Roger Moore, als anzüglichen Sexisten„, verkündet SN-Redakteur Haasis. Rrrrummms. Das ist die einzige Wahrnehmungsschablone, mit der Filmrezensenten im Jahr 2021 ins Kino gehen. Die Voreingenommenheit und gänzliche Blindheit für das, was die Film- wie Romanfigur 007 so populär machte, entspricht jener, mit der katholische Sittenwächter in den 1950er Jahren Vorführungen von Hildegard Knefs Streifen „Die Sünderin“ besuchten, um anschließend ihre Zensurempfehlungen zu formulieren. Ganz in diesem Geist wird in dem genannten Leitartikel der SN mehr als einseitig zitiert; natürlich müssen hier Wortstanzen wie „sexistischer, frauenfeindlicher Dinosaurier“ fallen, um das propagandistische Tribunal gegen Bond zu vervollkommnen. Der neue Bond soll offenbar eine Quotenfrau sein, am besten lesbisch?

Mit puritanischem Zensurblick

Dabei geht – nicht nur bei Redakteur Haasis  – jeder Sensus dafür flöten, wofür Bond sonst noch alles stand. In den Bond-Filmen konnte unser aller Held und Superstar in der Vergangenheit so manchen Bösewicht vom Griff nach der Weltherrschaft abhalten. So gelesen, könnten wir heute gerade tausende Bonds gebrauchen, denn unser Held hat all die Eigenschaften, die man den Bürgern rauben will. Bond ist heterosexuell und so dermaßen vom anderen Geschlecht fasziniert, dass ihm flirten und flachlegen ständiges Begleitprogramm ist. Er ist dabei jener kernige, sportliche, mutiger und abenteuerliche Typ Mann, der weder im Bett noch im Restaurant langweilt und dessen Humor samt seinem Gentleman-Auftritt viel Charme versprüht. Und: Er ist unangepasst, geht Risiken ein und zeigt Mut. Er labert nicht, streikt oder demonstriert mit den Massen, sondern geht zur Sache.

Der pünktlich zum Filmstar des 25. Bond-Streifens wohlgesetzte Angriff auf James Bond, seine sexuelle Hetero-Identität, bei gleichzeitiger retrospektiver MeToo-Verunglimpfung von Sean Connery und Roger Moore, die sich nicht mehr wehren können: All das lässt die hässliche und fanatische Fratze der neuen Puritaner und sauertöpfischen Spaßbremsen erkennen, deren bis in die letzten Winkel des natürlichen Menschseins kriechenden Political Correctness alles ausräuchern will, was Freunde, Reiz und Spannung verspricht.

Peitschende Lederschwule sind hip, peitschende Heteros No-Go

Vollends ideologisch aufgeheizt, geraten Gleichberechtigung bzw. gleichberechtigter Spaß am heterosexuellen Spaß von Mann und Frau jetzt zur pauschalen Diskriminierung von Männern, deren Heterosexualität geradezu hinterhältig mit „Sexismus“ gleichgesetzt wird. Peitschende Lederschwule bei Gay Pride und Christopher Street Day kann man tolerieren… warum aber keine peitschende Heteros nicht mehr? Darf alles Tradierte nur noch in seiner Karikierung weiterbestehen?

Der verkrampfte Gesinnungsterror der an der ideologischen Leine geführten Minderheiten wird zum offenen Kulturkampf gesteigert und Mao Tse-Tung hätte daran seine helle Freude gehabt. das freie Individuum wird total enteignet. Ob Mann oder Frau, das entscheiden vermutlich bald regierungsoffizielle „Komitees für Geschlechtergerechtgkeit“. James Bond kommt natürlich auf den Index. Auch wenn der aktuelle Bond „Keine Zeit zu sterben“ lautet, so wird genau diese Zeit wohl kommen. Daniel Craig war womöglich tatsächlich der letzte seiner Art. Der nächste Bond wird demnach wohl nichts mehr mit dem alten zu tun haben. Leere Kinosäle sind vorprogrammiert. Nur in der ersten Reihe sitzen die politisch Korrekten mit fairgetradetem veganen Popcorn.

2 KOMMENTARE

  1. Als Mann des Jahrgangs 1955 bin ich mein Leben lang immer Erziehungsmaßnahmen ausgesetzt worden. Zuerst meine Eltern, denen ich das Recht dazu zugestehe, denn diese hatten doch wirklich mein persönlich Bestes im Sinne. Was bei den darauffolgenden Erziehern bezweifelt werden darf. Der Staat und die Gesellschaft hatten da andere Vorstellungen.
    Zuerst sollte ich ein guter Jungpionier werden, der nach den „10 Geboten für Jungpioniere“, handeln sollte. Das gab es in der DDR wirklich, die Gebote standen auf der Rückseite des Mitgliedsausweises.
    Danach erfolgte die Erziehung zum guten Thälmann Pionier, es folgte der FDJler mit klarem Klassenstandpunkt und gefestigter Weltanschauung.
    Die Formung der sozialistischen Persönlichkeit war der nächste Schritt, das gipfelte dann in der Partei Propaganda als zur Schaffung der „Menschen neuen Typus“ aufgerufen wurde.
    Dann kam die sogenannte Wende. Viele Menschen glaubten nun endlich frei von diesen Ideologien zu sein und endlich nach eigen Vorstellungen zu leben und die Gesellschaft so zu gestalten, wie sie dem Willen und den Vorstellungen der Menschen entsprach derer „die schon länger hier leben“.
    Das war ein Irrtum, man läßt es einfach nicht zu. Stattdessen bombardiert man uns wieder mit neuen Ideologien, welche uns ohne Rücksicht aufgezwungen werden sollen und uns in eine neue glückliche globale Welt führen soll. Die Ausführungen und Folgen dieser neuen Ideologie betreffen die Mehrheit der Menschen, die damit aber überhaupt nicht einverstanden sind, weniger die, welche diese Anordnungen treffen. Kritik daran wird, wie auch bei den vorher geschilderten Ideologien, diffamiert und bestraft. Die Methoden dazu sind vielfältig und werden immer verfeinert. Man kennt das schon aus der eigenen Vergangenheit.
    Diese neuen Ideologen verstehen einfach nicht, daß es den Menschen irgendwann einfach einmal reicht und diese sich nicht an die vorgegeben Meinungen und Anordnungen mehr halten wollen.
    Man sucht und wählt Alternativen, welche diese Sorgen und Befindlichkeiten berücksichtigen und verstehen. Ob das dann auch erfüllt wird, muß die Zukunft zeigen. Es ist aber der einzige Lichtblick und Hoffnungsschimmer für Millionen in diesem Lande, welche noch nicht resigniert haben.
    Das diese noch nicht resigniert haben ist die große Zuversicht in diesem Lande.

  2. Seit James Bond von einem Schauspieler vom Typ Kneipenschläger verkörpert wird: „gerührt oder geschüttelt? Mir doch Latte!“ könnte der auch in ballonseidenen Jogginghosen mit weißen Socken, Aldiletten und einem Shirt, das er nicht übersetzen kann herumlaufen, es würde zu ihm passen. Stil war gestern, heute zählt nur noch, wie gut der James die Fratzen der Pösen verbiegen kann. Ein Lastenrad würde den noch saufwerten.

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