
Jetzt landet auch das „Sommermärchen“ 2006 auf der Anklagebank
Zwanzig Jahre nach dem “Sommermärchen” stellt Achim Muth in der “Augsburger Allgemeinen” eine bemerkenswerte Frage: War die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 womöglich ein Nährboden für den späteren Erfolg der AfD? Allein die Tatsache, dass diese Frage heute ernsthaft diskutiert wird, verrät bereits viel über den Zustand der deutschen Selbstwahrnehmung. Erinnern wir uns: Im Sommer 2006 geschah etwas, das in den meisten Ländern dieser Welt völlig unspektakulär gewesen wäre. Menschen schmückten ihre Balkone mit Nationalflaggen. Auf Autos tauchten schwarz-rot-goldene Überzieher für die Außenspiegel auf. Familien, Freunde und Nachbarn versammelten sich vor Großbildleinwänden. Die Nationalhymne wurde gesungen. Millionen feierten friedlich ihre Mannschaft und ihr Land. In Frankreich hätte niemand darin einen gesellschaftspolitischen Forschungsgegenstand gesehen. In Italien wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen, in Polen ebenso. Nur in






























